„Lex orandi - lex credendi“ - Nach Prosper von Aquitanien († 455) formulierter Kernsatz zur gegenseitigen Abhängigkeit von Glaube und Liturgie.

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„Das bedroht die Einheit“

Bild: CNA/IbanezIn ernsten Worten hat sich Kardinal Gerhard Ludwig Müller, der entlasssene Präfekt der Glaubenskongregation, gegen Bestrebungen gewandt, den Ortsbischöfen die letzte Entscheidung über die Volkssprachliche Form der liturgischen Texte zuzuweisen. Im Interview mit der Passauer Neuen Presse, aus dem CNA deutsch berichtet hat, sagte der Kardinal wörtlich:

Die letzte Autorität im Zweifelsfall kann nicht bei den Bischofskonferenzen liegen. Das würde die Einheit der katholischen Kirche im Glauben, im Bekenntnis und im Gebet zerstören."

Der Kardinal bedauerte es sehr, daß es in dieser so wichtigen Frage jetzt offenbar zu Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Gruppierungen im Vatikan gekommen ist. Er teilte mit, es oftmals erlebt zu haben, daß die von den Bischöfen herangezogenen  Übersetzungen die biblischen und liturgischen Texte unter dem Vorwand besserer Verständlichkeit verwässert hätten. Davon betroffen seien insbesondere zentrale Lehren wie zum Beispiel der stellvertretende Sühnetod Jesu am Kreuz. Dieser werde in manchen Ländern „wegrationalisiert“ oder auf ethische Appelle heruntergebrochen und so des katholischen Heilsrealismus entkleidet.

Müller betonte, die unter Berufung auf Magnum Principium vorgetragenen Liberalisierungsbestrebungen könnten sich auch nicht auf das Zweite Vatikanum stützen. Dort sei vielmehr an der zentralen Rolle der lateinischen Sprache festgehaltgen und verlangt worden, die Gläubigen müssten Zentrale Teile der Liturgie gemeinsam auf Latein sprechen oder singen können.

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