Frage: „Wozu sind wir auf Erden?“
Antwort: „Wir sind auf Erden, um Gott zu erkennen, ihn zu lieben, ihm zu dienen und einst ewig bei ihm zu leben.“
Frage Nr. 1 aus dem „Grünen Schulkatechismus“ von 1955

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Von Amazonien lernen!

screenshotEine Erzählung aus der Zeit der Konquistadoren – also der Erforschung und Eroberung Südamerikas im 16. und 17. Jahrhundert – berichtet über eine denkwürdige Begebenheit auf einem dieser Erkundungszüge. Sie hat sich freilich nicht wirklich in Amazonien zugetragen - das haben wir nur als Eyecatcher in die Überschrift genommen, und im Zeichen der Pachama ist sowieso alles egal. Tatsächlicher Schauplatz unserer Geschichte ist das den ganzen Kontinent durchziehenden Gebirge der Anden, dessen Durchquerung den Eroberern größte Schwierigkeiten bereitete. Nicht zuletzt wegen der indianischen Lastenträger und Maultiertreiber, die sie unterwegs mit Versprechungen oder Zwang in ihren Dienst gelockt hatten und die von den Konquistadoren nun in europäischem Marschtempo vorangetrieben wurden. Doch je weiter die Indios von ihrer angestammten Heimat wegkamen, desto widerwilliger wurden ihre Schritte – und eines Morgens waren sie auch nicht mehr mit der Peitsche dazu zu bewegen, den Weg fortzusetzen. Die Erklärungen, die ihnen der Dolmetscher sicher nicht ohne Verständigungsschwierigkeiten entrang, lief darauf hinaus: Sie hätten nun tage- und wochenlang schneller marschieren müssen, als ihre Seelen ihnen hätten folgen können, und wenn sie auch nur einen Schritt weitergingen, würden die letzten Fäden der Verbindung reißen, und sie müßten sterben.

Selbst wenn die Geschichte nur erfunden wäre, so wäre sie doch gut erfunden. Sie gibt ein bestürzendes Bild von der heutigen Situation des „Fußvolkes“ in Gesellschaft und Kirche, das von den Eliten als „deplorables“ verachtet und gnadenlos auf den Wegen vorangetrieben wird, den ihr „erleuchtetes“ Bewußtsein für die einzig richtigen erkannt zu haben glaubt. Vorangetrieben, bis auch die letzten Fäden der Verbindung zu ihren Seelen zerreißen, alle Identitäten sich in Beliebigkeit auflösen und der Wahnsinn freie Bahn hat.

Summorum Pontificum ist in der glücklichen Lage derer, die sich den Peitschenschwingern zumindest zeitweise entziehen und warten können, bis die Seele sie eingeholt hat – oder es ihnen gelungen ist, zu ihr zurückzukehren. Wir bleiben einfach für ein paar Tage störrisch sitzen, und wenn die Antreiber noch so schreien und die Illusionisten uns noch so viel einnebeln und vorspiegeln: Hier ist für den Rest des Monats Sendepause, höchstens aufgelockert durch ein paar aktuelle Hinweise in der Randspalte.

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