„Lex orandi - lex credendi“ - Nach Prosper von Aquitanien († 455) formulierter Kernsatz zur gegenseitigen Abhängigkeit von Glaube und Liturgie.

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Gesegnete Ostern!

Seht, erneut ist alles Land,
Neu die Freude, neu die Pracht;
Mit dem Herrn, der auferstand,
Ist die ganze Welt erwacht.
Selbst der Elemente Drohn
Wandelt sich in treue Fron;
Denn sie fühlen Schöpfers Macht.

Die letzten Zeilen dieser Strophe der Ostersequenz von Adam von St. Viktor gehen uns in diesem Jahr nur schwer über die Lippen. Sieht es doch so aus, als hätten „die Elemente“ die ihnen von uns auferlegte Fron abgeschüttelt und bedrohten Leben und Lebensweise auf seit Jahrhunderten nicht mehr gekannte Weise.

Freilich gibt die letzte Zeile auch Aufschluß – oder vermittelt zumindest einen Denkanstoß – zu den tieferen Ursachen des Wiedererwachens der Drohung: Vielleicht nicht die Elemente, aber die Menschen in ihrer großen Überzahl haben aufgehört, „Schöpfers Macht“ zu fühlen und anzuerkennen. Vielleicht wendet der Schöpfer das Gesicht ab von seinem Werk und überläßt es den Händen und Plänen seiner stolzen Geschöpfe.

Für die, die an den Schöpfer glauben und seine Macht anerkennen, ändert sich damit nichts an der Wahrheit der letzten Strophe Adams:

O Christi Tod, der Leben schafft,
Verein uns Christi hoher Kraft;
O Tod, der Tods nicht schuldig war,
Verleih uns Leben immerdar.

Das lateinische Original der Sequenz und die anderen Strophen finden sie auf dem Hymnarium, das in diesem Jahr auch noch eine weitere Ostersequenz Adams präsentiert.

Ihnen alle frohe und gesegnete Ostertage!

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