„Lex orandi - lex credendi“ - Nach Prosper von Aquitanien († 455) formulierter Kernsatz zur gegenseitigen Abhängigkeit von Glaube und Liturgie.

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Laute Liturgie mit Lego

Bild: Von der im Artikel genannten Website von TargatoCN„Pastoralen Anpassungen“ in der überlieferten Liturgie sind ärgerlich und haben – wenn man genauer hinschaut – gelegentlich auch bedenkliche theologische Hintergründe. Glücklicherweise ist das eher selten. Im Novus Ordo, der 1970 unter anderem deshalb überstürzt eingeführt wurde, um die nach einem Jahrzehnt mutwillig angestoßenen Experimentierens völlig außer Kontrolle geratenen Übelstände zu kanalisieren, gehören sie gleichsam zum Erbgut. Messen, oder besser gesagt: als Messen bezeichnete Veranstaltungen mit Unterhaltungsmusik, spielen dabei seit den Jazzmessen der 50er und den Rockmessen der 70er Jahre eine besonders üble Rolle.

In Deutschland sind solche U-Messen selten geworden – wahrscheinlich ahnen sogar die jugendbewegtesten Althippies im Klerus inzwischen, daß nichts, was sie auf die Beine stellen könnten, mit einer beliebigen Vorstadtdisko konkurrieren könnte. Hier versucht man sich lieber in wortüberfluteten Themenmessen, in denen die Eucharistiefeier zum Rankenwerk einer Solidaritätsveranstaltung für gerade aktuelle Kampagnen verkommt. Anderswo wird die Vergegenwärtigung des Erlösungsopfers Christi unverdrossen mit musikalischen Anleihen aus der Subkultur „relevant“gemacht, gerne auch mit Tanzeinlagen.

So eine Veranstaltung hat Ende letzten Monats im piemontesischen Caraglio stattgefunden – eine „messa rock“, ausgerichtet vom Büro für Jugendpastoral der Diözese Cuneo und aufgeführt von der Musikertruppe Soundgood. Über die dort unter dem Motto „Crea!“ (Create!) zu Gehör gebrachte Musik hat messainlatino, die auch nur aus zweiter Hand berichten, nichts weiter mitzuteilen, aber die Lautsprechertürme waren den Photos nach, die man beim Lokalblatt TargatoCN besichtigen kann, recht beachtlich. Und die Teilnehmerzahl mit an die 2000 jungen Leuten auch.

Für ihre 4 Euro Eintritt bekamen sie einiges geboten. Zum einen ein kleines Buffet mit Käse, Salami und Pasta, und dann noch Süßes. Alles natürlich rockmusikalisch untermalt oder wohl besser gesagt: übertönt. Und dann natürlich auch noch die Messe – man erfährt nicht genau, ob als Entrée oder zum Dessert. Wobei: Am pastoralsten wäre sicher alles gleichzeitig. 

Der Clou des Abends war aber der aus großen und kleinen Legosteinen bestehende Altar, der auf der anfangs leeren Bühne entstand, als die Teilnehmer ihre mit den Eintrittsklarten erhaltenen Legosteine allmählich für das dann als Mahltisch genutzte Gebilde zusammenstöpselten. Zweifellos unter fachkundiger Anleitung des für die Jugendpastoral verantwortlichen Sachbearbeiters im zuständigen Referat der Diözese. Selbst der Blumenschmuck war aus Lego! Create! Bau Dir Deine Welt, wie sie Dir gefällt. Lego machts möglich. Und mit Rock ist es richtig fun.

So geht moderne Liturgie im Geist der Pastoral!

Aber sich dann darüber erhaben fühlen, daß unsere unaufgeklärt katholischen Vorfahren zu Pfingsten gelegentlich eine weiß bemalte Holztaube aus dem Gewölbe über dem Hochaltar herunterschweben ließen.

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