„DIE SORGE DER PÄPSTE ist es bis zur heutigen Zeit stets gewesen, dass die Kirche Christi der Göttlichen Majestät einen würdigen Kult darbringt.“ (Summorum Pontificum 2007)
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„Pompöser Zeremonialismus“ oder „Schatz der Tradition“?
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- 28. Mai 2013
Der unkonventionelle Arbeits- und Sprechstil von Papst Franziskus und die gelegentlich erstaunliche Informationspolitik seines Pressebüros haben es bislang nicht vermocht, die Lust der römischen Gerüchteküche zur Hervorbringung ihrer manchmal abenteuerlichen Kreationen zu dämpfen. In der Regel wollen wir diese Produkte ignorieren. Nun hat aber der Vaticanista Sandro Magister zwei (angebliche) Äußerungen des Papstes zur liturgischen Tradition kolportiert, die hier mit allem Vorbehalt weitergereicht werden sollen. Auf seinem Blog bei der Tageszeitung l'Espresso wußte er am vergangenen Samstag aus den aktuell stattfindenden Gesprächen des Papstes mit der italienischen Bischofskonferenz folgendes zu berichten:
Es gab auch einige Indiskretionen in Sachen Liturgie. Das beginnt mit dem Erzbischof von Bari, Francesco Cacucci, der Radio Vatikan gegenüber sagte, Papst Franziskus habe die Bischöfe dazu ermahnt, „die Beziehung zur Liturgie in Schlichtheit und ohne Überbau zu leben“.
Dann war der Bischof von Conversano und Monopoli Domenico Padovano an der Reihe, der dem Klerus seiner Diözese berichtete, die Bischöfe Apuliens häten dem Papst gegenüber beklagt, die Vorkämpfer der Messe im alten Ritus würden Spaltungen in die Kirche tragen.
Und was hat der Papst ihnen dazu geantwortet?
Nach dem Bericht von Monsignore Padovano hat der Papst die Bischöfe aufgefordert, gegenüber dem Extremismus bestimmter traditioneller Gruppierungen wachsam zu sein, aber auch den Schatz der Tradition zu nutzen und ihn zusammen mit den Neuerungen in der Kirche bestehen zu lassen.
Um den letzten Punkt zu verdeutlichen, habe der Papst ein Beispiel aus dem eigenen Bereich vorgetragen:
„Seht, man hat mir gesagt, daß mein Zeremonienmeister (also Guido Marini) eine traditionalistische Prägung habe, und nach meiner Wahl haben viele mich angesprochen, ihn aus seinem Amt zu entlassen und zu ersetzen. Dazu habe ich Nein gesagt, weil ich aus seiner traditionellen Vorbildung Nutzen ziehen kann, und weil gleichzeitig er Vorteile aus meiner mehr fortschrittlicheren Herangehensweise ziehen kann.“
Wenn das korrekt berichtet ist, wäre das sehr aufschlußreich für die liturgische Haltung und den Zelebrationsstil des gegenwärtigen Papstes.“
Diese Einschränkung kann gar nicht genug betont werden. Die kurzen Äußerungen von Papst Franziskus zu den komplexesten Themen laden dazu ein, nach Lust und Laune interpretiert zu werden, und tatsächlich hat Bischof di Molfetta von Cerignola, einer der apulischen Bischöfe und begeisterter Liturgiereformator, die Gelegenheit auch sofort in seinem Sinne genutzt: Er hat - so berichtet es Magister - den kurzen Hinweis des Papstes wortreich als Absage auf einen angeblich „in neuerer Zeit zu beobachtenden pompösen Zeremonialismus“ dargestellt - und die Aufforderung, „den Schatz der Tradition zu nutzen“ ganz unter den Tisch fallen lassen.
Wallfahrt der Tradition nach Kleinenberg
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- 27. Mai 2013
Eine nationale Wallfahrt der Tradition wie in Frankreich oder den angelsächsischen Ländern gibt es in Deutschland (bis jetzt) nicht - aber dafür mehrere regionale. Am 5. Mai konnten wir über den Speyerer Wallfahrtstag berichten, und heute haben wir einen Bericht von Wolfgang Kühnhold zur Wallfahrt der Tradition im Erzbistum Paderborn zur Helferin vom Kleinen Berg:

Bereits im sechsten Jahr machten sich die „Tradis" auf den Weg zum Gnadenbild in Kleinenberg. Diese häufig als Schimpf- und Reizwort gebrauchte Bezeichnung hat hier seinen ganz besonderen Stellenwert: Durch viele, viele Jahre gehörte es zu besonderen Pflichten der Katholiken aus dem Erzbistum Paderborn, die Gottesmutter Maria, die Helferin vom Kleinen Berge, in ihrem Heiligtum auf einer Wallfahrt zu besuchen, ihr besondere Ehre zu erweisen und sie um Schutz und Hilfe anzuflehen. Diese Tradition wurde von den Gläubigen, die Sonntag für Sonntag in der Paderborner Gaukirche St. Ulrich die Heilige Messe im altüberlieferten Ritus feiern, wieder aufgenommen: Einmal im Jahr, am Sonntag nach Christi Himmelfahrt, steht das Gotteshaus nämlich nicht zur Verfügung; so lag es nahe, das Messopfer in der Gnadenkapelle in Kleinenberg, zweiundzwanzig Kilometer entfernt, zu feiern und mit einer Wallfahrt zu verbinden – kurz: die alte Tradition wieder aufleben zu lassen.
Aber der Kaiser ist ja nackt!
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- 25. Mai 2013
Der moderne Kirchenbau gehörte zu den wirkungsvollsten Mitteln, mit denen die Hermeneutiker des Bruches in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Suggestion verbreiteten, daß nun alles, alles anders geworden sei. Deshalb sehen auch ihre Kirchen aus wie alles Andere: Kanzlerämter, Tagungszentren, Fliegende Untertassen - nur nicht wie Stätten der Verehrung Gottes. In der italienischen Presse ist es nun anläßlich der Vorstellung eines Buches über Kirchenneubauten in römischen Vorstädten zu einer bemerkenswerten Diskussion der Entwicklung gekommen, in die sich auch für den Kirchenbau verantwortliche hohe Prälaten eingeschaltet haben; es gab sogar einen Beitrag im Osservatore Romano. Zumindest einige der Mitdiskutanten von kirchlicher Seite haben sich in ungewohnt kritischer Weise zu einigen der Neubauten geäußert, die meistens von internationalen Stararchitekten ohne religiöse Bindung errichtet wurden – Prestigeobjekte zur höheren Ehre der Architekten und der ach so kunstverständigen Baukommissionen der Diözesen.
Wallfahrten nicht nur in Frankreich
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- 24. Mai 2013
Erst verspätet können wir mitteilen, daß die Veranstalter der Wallfahrt Paris-Chartres bereits am Mittwoch die quasi offizielle Bilderausbeute der diesjährigen pélerinage auf ihre Homepage gestellt haben - mehr als 200 Photos.
Das Vorbild dieser großen Wallfahrt der Tradition ist auch in den großen angelsächsischen Ländern aufgegriffen worden, zum Teil schon vor vielen Jahren. In Großbrittanien gibt es die von der Latin Mass Society veranstaltete Wallfahrt zum Marienheiligtum von Walsingham, die in diesem Jahr vom 23. - 25. August stattfindet. In Australien wird seit 1991 die Christus Rex Pilgrimage durchgeführt, die ihren Namen von ihrem Termin ableitet: Sie findet jeweils am Christkönigsfest statt. Sie dauert drei Tage, in denen die Pilger - sofern sie die ganze Zeit mitgehen - eine Strecke von 90 Kilometern von der Patrickskathedrale in Ballarat zur Herz-Jesu-Kathedrale in Bendigo zurücklegen. In den Vereinigten Staaten schließlich gibt es seit 1995 immer im September die Pilgrimage for Restauration, die zum Shrine of Our Lady of the North American Martyrs in Auriesville, N.Y. führt. Auriesville ist der Geburtsort der im vergangenen Jahr heiliggesprochenen Kateri Tekakwitha (1656 - 1680) aus dem Volk der Algonquin-Mohawk.
Keine dieser Wallfahrten konnte bis jetzt den Umfang und die Bedeutung der französischen Vorbilder erreichen. Aber immerhin: Sie finden statt und entwickeln sich mehr und mehr zu Kristallationskernen der Bewegung für die Wiedergewinn der traditionellen Liturgie und Lehre der Kirche.
Dank an Shawn Tribe
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- 22. Mai 2013
Am Montag dieser Woche hat der Kanadier Shawn Tribe, Gründer und Chefredakteuer von The New Liturgical Movement, mitgeteilt, daß er sich zu Anfang Juni aus der Leitung von NLM zurückziehen und das Bloggen insgesamt aufgeben wird. Als Gründe nennt der gelernte Philosoph Tribe ausschließlich persönliche Überlegungen - es wäre ihm nicht zu verübeln, wenn er sich nach langen Jahren der Internet-Arbeit wieder mehr seinem beruflichen Fortkommen widmen wollte.
Shawn Tribe hat mit New Liturgical Movement eine Platform geschaffen, die eine - zumindest für dieses Themengebiet - einzigartige Verbindung von Blog und Internet-Zeitschrift mit partiell wissenschaftlichem Anspruch darstellt. Dabei ist es ihm gelungen, die Publikation von den Aufgeregtheiten der aktuellen Diskussionen über Missbräuche und negative Entwicklungen fernzuhalten und die Dinge in den Vordergrund zu stellen, die den unaufgebbaren Wert der liturgischen Traditionen darstellen. Sie haben er und seine Mitarbeiter mit vielen Beispielen aus Gegenwart und Vergangenheit sichtbar gemacht. Dafür sind wir ihm sehr zu Dank verpflichtet.
NLM wird in Zukunft von zwei Personen geleitet, die auch bisher schon Inhalt und Kurs des Projektes in maßgeblichem Umfang mitgetragen haben. Jeffrey Tucker von der Church Music Association of America (CMAA) wird Chefredakteur und Herausgeber, Gregory DiPippo übernimmt das technische und redaktionelle Tagegeschäft. Wir wünschen ihnen viel Erfolg.
Pontifikalamt mit Bischof Aumonier
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- 20. Mai 2013
Mit einem feierlichen Pontifikalamt des Bischofs von Versailles, Mgr Eric Aumonier, endet heute in Chartres die traditionelle Wallfahrt Paris - Chartres, die alljährlich von Anhängern der überlieferten Liturgie durchgeführt wird. Die Wallfahrt, die stets an Pfingsten stattfindet, wird in diesem Jahr bereits zum 31. mal begangen. Näheres über den Verlauf der Wallfahr 2013 und in den Vorjahren bietet die Website Notre-Dame des Chrétienté.
Die Wallfahrt Paris - Chartres wird von Gläubigen organisiert und getragen, die den Ecclesia-Dei-Gemeinschaften nahestehen. Jeweils gleichzeitig findet eine Wallfahrt Chartres - Paris, also in umgekehrter Richtung statt, die von der Piusbruderschaft organisiert wird. Informationen dazu bietet La Porte Latine.
Nachtrag 21. Mai: Inzwischen sind auch erste Bilder von der Wallfahrt und ihrem feierlichen Abschluss ins Netz gestellt worden, zu sehen auf New Liturgical Movement.

