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Una-Voce-Korrespondenz 2017-IV

In diesen Tagen ist die vierte Ausgabe der Una Voce Korrespondenz für das Jahr 2017 herausgekommen. Sie hat zwei diesem Jahr gemäße Schwerpunkte: 10 Jahre Summorum Pontificum und „Nachdenkliches zum Reformationsgedenken“. Und da das so groß und raumgreifend angekündigte „Jubiläum 500 Jahre Reformation“ in diesen Tagen eher sang- und klanglos zu Ende geht, werfen wir noch schnell einen Blick auf die entsprechenden Beiträge der UVK. Summorum Pontificum bleibt uns als Dauerthema noch länger erhalten.

Erster Beitrag zum Reformationsgedenken ist eine Betrachtung von Gerhard Kardinal Müller zur Frage „Was bedeutet Reform in der Kirche“? Der Text geht zurück auf eine Ansprache, die der Kardinal am 16. Oktober anläßlich der Entgegennahme der Ehrendoktorwürde der Päpstlichen Universität Johannes Paul II in Krakau gehalten hat. Das setzt einen Kontext, der es unmöglich macht, die Rede nicht auch und vor allem in Bezug auf aktuelle Reformbestrebungen zu lesen.

Im historischen Rückblick widerspricht Kardinal Müller der beliebten These, die in der Kirche die Hauptmacht eines rückständigen, welt- und letztlich menschenfeindlichen Verständnisses sieht, das durch die Reformation zugunsten eines weitgehend säkular verstandenen Fortschritts aufgebrochen worden sei. Reform versteht er unter Rückgriff auf den Römerbrief als den Impuls, sich eben nicht dieser Welt anzugleichen, sondern das Denken zu reformieren und zu erneuern „damit ihr prüfen könnte, was Gottes Wille ist; wa sihm gefällt, was gut und vollkommen ist“ (Röm 12,2). Den Reformatoren des 15. und 16. Jahrhunderts gesteht er durchaus zu, daß sie dieses Verständnis teilten – von daher seien sie mit ihren persönlichen Absichten nicht so weit von der Kirche entfernt, wie das angesichts der tatsächlich eingetretenen Entwicklung erscheinen könne.

Für viele „Reformer“ der Gegenwart sieht er das kritischer:

Gegenwärtig versteht man unter den Reformen, die für notwendig gehalten werden, eher eine Verweltlichung der Kirche. Die nicht lebbaren Gebote Gottes sollen auf Ideale reduziert werden, die jeder nach seinem Wissen und Gewissen anstreben kann, aber keineswegs muß, um mit sich ins Reine zu kommen oder im irdischen Sinn sich glücklich zu fühlen. Die Kirche dient nicht mehr der Welt auf ihrem Weg zu Gott, sondern dient sich ihr an, damit sie sich als eine von vielen gesellschaftlichen Initiativen nützlich macht und somit iohr Existenzrecht unter Beweis stellt“.

Von daher widmet sich der Kardinal im zweiten Teil seiner Ausführungen in einigen Punkten sehr detailliert aktuellen „Reform“-Ideen. Auch hierzu ein Zitat:

Wenn heute von der Reform der Kirche oder von den Reformen in der Kirche die Rede ist, ergibt sich sofort die Frage, was wir tun können und machen sollen. Wir veranstalten einen Dialogprozess, wir beauftragen eine Beraterfirma, die sich in der Wirtschaft und im Bankenwesen glänzend bewährt hat (…) Wir Organisieren irgendeine Aktion in der Pfarrei und Diözese und gründen eine weitere Kommission... Das alles ist zu pelagianisch gedacht. Man meint: Erst müssen wir etwas tun, damit wir bei den Menschen etwas erreichen und damit am Ende schließlich der Heilige Geist seinen Segen dazu gibt. Der Apostel Paulus setzt aufgrund seiner Lehre vom Primat der Gnade vor dem Tun umgekehrt an: Nicht wir sollen uns der Welt angleichen.... Wir sollen unser Denken examinieren und reformieren, damit wir Gottes Willen erkennen und, indem wir ihm gehorchen, gut und vollkommen werden.“

Der auf Müller folgende Beitrag von Robert Mildenberger behandelt das Thema „Luther und die Philosophie“. Ausgangspunkt von Mildenbergers Darstellung ist die Feststellung, daß Luther aus seiner Sicht der von Grund auf verderbten Menschennatur auch die Vernunft und die vernunftgestützte Philosophie verworfen hat und damit die Zugangswege des Menschen zu Gott und zur Erlösung entscheidend einschränkte. Wirklich neu oder gar revolutionär sei diese Haltung allerdings nicht gewesen – Mildenberger sieht Luther in dieser Hinsicht in der Tradition des Ockhamistischen Nominalismus.

Im Gegensatz zu romantischen Traditionen, die Luther als einen Vordenker moderner Rationalität gegen mittelterlich-klerikalen Obskurantismus darstellen, verweist er auf Luthers Gegnerschaft zum aristotelischen Denken und darauf, daß er damit das philosophische Denken in Deutschland auf zwei Jahrhunderte beeinträchtigt und nahezu wirkungslos gemacht habe. Im Einzelnen diskutiert er die Berechtigung dieses Vorwurfs anhand eines Detailkommentars zu den Thesen 31 – 40 der Heidelberger Disputation von 1518. Die Einzelheiten dieser Diskussion sind wohl nur für Spezialisten nachvollziehbar – deshalb hier gleich ein Sprung zum Fazit dieses Abschnitts:

Luthers Thesen in seiner Heidelberger Disputation gehen nicht von einem philosophisch informierten Standpunkt aus, sondern, benevolent verstanden, von rein theologischen Anliegen. Die Ewigkeit der Welt widerspricht dem Glaubenssatz von Gottes schöpferischer Allmacht. Die Unsterblichkeit des intellectus scheint im Widerspruch zur Unsterblichkeit der Seele und zur Auferstehung des Leibes zu stehen... Ein genaueres Studium der Aristoteleskommentare des Thomas von Aquin (…) würde zeigen, daß Aristoteles konstruktiv zum Verständnis der geistigen und materiellen Schöpfung Gottes beiträgt und somit ein Verbündeter, keineswegs ein Feind des Glaubens ist.

Im weiteren Verlauf seiner Betrachtung lenkt Mildenberger die Aufmerksamkeit des Lesers auf den Nominalismus, der nach zeitweiliger Zurückdrängung im Zuge der Entstehung moderner Naturwissenschaft derzeit eine mächtige Renaissance erlebt: Der geradezu diktatorisch herrschende Subjektivismus, Relativismus und (Rechts)Positivismus haben dort starke Wurzeln. Es ist eine bemerkenswerte Entwicklung, daß der rationalitäts-skeptische Luther als einer der stärksten Wegbereiter der – in ihrem Selbstverständnis – allein der Vernunft verpflichteten Moderne gilt und in dieser Moderne nun die antirationalistischen und antiphilosophischen Tendenzen im Denken des Reformators erneut übermächtig hervortreten.

Den 3. Beitrag zum Abschluß des „Lutherjahres“ in der aktuellen UVK bildet der 2. Teil des ausführlichen Artikels von Heinz-Lothar Barth „Papst Franziskus‘ erstaunliche Aussagen zum Lutherjubiläum 2017 und die Wahrheit über die Reformation“. Der erste Teil war in der vorhergehenden Ausgabe abgedruckt. Wegen seine Umfangs muß dieser Text einer Einzeldarstellung vorbehalten ble iben – wegen seines Aktualitätsbezuges bildet er jedoch ein starkes zusätzliches Argument, sich die beiden letzten Ausgaben der UVK zu beschaffen.

Zu erhalten - am besten im Abonnement – ist die UVK über die Website der deutschen Una Voce.

Una-Voce-Korrespondenz 2017-III

Die vor 3 Wochen erschienene Ausgabe III der UVK des Jahrgangs 2017 besteht zu großen Teilen aus der Wiedergabe von Vorträgen der 18. Liturgischen Tagung in Herzogenrath vom März dieses Jahres. Dazu kommen Beiträge, die sich noch aktueller mit der von Monat zu Monat größere Ausmaße annehmenden Kirchenkrise beschäftigen. Das alles sind ausgesprochene Schwergewicht, denen im Rahmen eines zusammenfassenden Überblickes nicht wirklich gerecht zu werden ist. Daher hier zunächst nur grobe Inhaltsangaben, wir werden versuchen, einzelnen Beiträgen noch auf besondere jeweils geeignete Weise gerecht zu werden. In jedem Fall an unsere Leser die herzliche Empfehlung, sich die Zeitschrift zu besorgen oder am besten gleich zu abonnieren: Der Einsatz für die Bewahrung der Tradition erfordert eine breitere Nutzung der von der UVK bereitgestellten Ressourcen.

Am Anfang der Ausgabe steht ein Artikel von Weihbischof Athanasius Schneider, der in mehreren Sprachen auf verschiedenen Plattformen veröffentlicht worden ist: „Das II. Vatikanische Konzil und seine Interpretation in Verbindung mit der aktuellen Kirchenkrise“. Der erste Absatz sagt schonungslos, worum es geht:

Die aktuelle Situation einer präzedenzlosen Krise der Kirche ist mit der großen Krise des 4. Jahrhunderts vergleichbar, als der Arianismus die überwältigende Mehrheit des Episkopats angesteckt und im Leben der Kirche eine dominierende Stellung eingenommen hatte.

Der Weihbischof fordert in allen Fällen, in denen Aussagen oder Interpretationen der Konzilstexte nicht mit der tradierten Lehre übereinstimmen, entweder die Interpretation entsprechend anzupassen oder die Texte selbst zu revidieren. Als Voraussetzung dafür fordert er eine offene theologische Diskussion der entstandenen Zweifelsfragen, die nicht länger durch eine sachlich unbegründete Dogmatisierung der Konzilsaussagen blockiert werden dürfe.

An zweiter Stelle steht ein Beitrag von Walter Kardinal Brandmüller, der zuerst im August in der von Prof. Wolfgang Ockenfels OP herausgegebenen Zeitschrift „Die neue Ordnung“ erschienen ist. Die Überschrift gibt die Richtung an: Der Papst: Glaubender – Lehrer der Gläubigen. Dazu greift der Kirchenhistoriker Brandmüller auf ein in der Gegenwart wenig beachtetes Element der Tradition zurück: Die seit dem 5. Jahrhundert zu beobachtende Professio Fidei des Papstes. Sie kommt in mehreren Formen vor: Einmal als vor der Wahl abzulegendes feierliches Bekenntnis zum geoffenbarten und tradierten Glauben, dann aber auch als feierlicher Eid auf diesen Glauben zur Amtsübernahme. Schließlich noch zu gegebenem Anlaß als eindringliche Erinnerung der ganzen Kirche an den vom Papst von seinen Vorgängern erhaltenen und an seine Nachfolger weiterzugebenden Glaubensschatz.

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Liturgie: Meßerklärung von Pius Parsch

Bild: Andachtsbild aus dem Kühlen-Verlag M. GladbachDie Vorstellung der Messerklärung von Pius Parsch muß darauf eingehen, daß der Klosterneuburger Chorherr einer der prominentesten Vertreter der liturgischen Bewegung war – und daß diese Bewegung heute manchmal dafür verantwortlich gemacht wird, daß das liturgische Leben der Kirche fast vollständig zusammengebrochen ist. Dieser Vorwurf ist so nicht berechtigt, und gerade Parsch bietet ein Beispiel dafür, daß die liturgische Praxis des beginnenden 20. Jahrhunderts sehr wohl schwerwiegende Mißstände aufwies, und daß man diese Mißstände kritisieren und auch zurückdrängen konnte, ohne den Geist der Liturgie und die Lehre der Kirche im geringsten zu beeinträchtigen – ganz im Gegenteil. Was die Nachfolger Bugninis nur behaupten, aber nirgendwo einlösen können, ist bei Parsch und vielen seiner Mitstreiter beispielhaft angelegt: Die Liturgie „in neuem Glanz erstrahlen“ zu lassen und „den Menschen der Gegenwart zugänglich“ zu machen. Wenn das in der Praxis der Gemeinschaften, die die überlieferte Liturgie pflegen, weitgehend gelungen ist, ist da nicht zuletzt auch ein Verdienst von Pius Parsch und seinen Mitstreitern in der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg.

In Parschs Ausführungen zum geschichtlichen Werden der Liturgie ist nichts von dem beliebten Verfahren der Liturgierevolutionäre zu finden, die das traditionelle Missale zu einem Produkt des mit Mißtrauen betrachteten Konzils von Trient erklärten und bereits mit der konstantinischen Wende des 4. Jahrhunderts einen Niedergang einsetzen lassen, der erst mit der Revolution der 60er Jahre überwunden werden konnte. Statt dessen schreibt Parsch, was auch seitdem durch seriöse liturgiehistorische Forschung immer wieder bestätigt worden ist:

„Wir können also sagen, zu Beginn des 3. Jahrhunderte ist die römische Messe schon so weit ausgebildet und festgelegt, daß sie im Wesen und Gang der heutigen Meßfeier sehr ähnlich sieht.“ (47)

Mit Papst Gregor erreichte diese Ausbildung im 6. Jahrhundert einen weitgehenden Abschluß – danach hat sich am Herzstück der Messe, dem Canon Romanus, für anderthalb Jahrtausende praktisch nichts mehr geändert, auch der Aufbau der den Kanon umgebenden Teile blieb gleich. Wo es einen Wandel gab – beim Opfergang, bei den Prozessionen, beim Kommunionempfang – folgten diese dem Gesetz der organischen Entwicklung. Diesen Ausdruck selbst kennt Parsch nicht - das dahinter stehende Prinzip dagegen sehr wohl.

Am Opfercharakter der hl. Messe läßt Parsch nicht den geringsten Zweifel: In seinen Ausführungen zur Grundstruktur unterscheidet er ganz traditionell Vormesse und Opfermesse und schreibt:

„Die Opfermesse bildet das Heiligtum, hier wird das „Wort“ Fleisch, hier wird das Wort zur Tat; ihr Ziel ist das hl. Opfer Jesu Christi, das die Kirche durch die Hände des Priesters dem himmlischen Vater darbringt und an dem die gläubige Gemeinde durch Opfergang und Opfermahl tätigen Anteil nimmt.“ (49)

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Liturgie: Im Himmel wie auf Erden

Bild: Michiel Coxcie nach Jan van Eyck, Bode-Museum BerlinNicht ohne Grund präsentieren wir heute Scott Hahn: Das Mahl des Lammes unmittelbar nach Joseph Ratzingers „Geist der Liturgie“. Ritusfragen in dem Sinne, wie sie die Anhänger der überlieferten Liturgie beschäftigen, sind dem aus der protestantischen Bibelwissenschaft kommenden Autor eher unzugänglich. Sein Ausgangspunkt ist die hl. Messe in Ihrer Idealform, so wie sie von der Kirche gewollt ist, und nicht in der Realform, wie sie an vielen Sonntagen in vielen Gemeinden stattfindet. Daß es zwischen diesen beiden Formen große Unterschiede geben kann, ist Hahn bewußt. Er geht darauf mit einigem Recht nicht näher ein, denn nur die Idealform kann sinnvoll mit der Feier im himmlischen Jerusalem verglichen werden – und an deren Schilderung im Buch der Apokalypse hat Hahn sein Verständnis von der Liturgie der Messfeier entwickelt. Damit steht er duchaus nahe bei Joseph Ratzingers kosmologischen Verständnisses der Liturgie, auch wenn dieser Ansatz aus der tradionsorientierten katholischen Perspektive nicht ganz so geläufig sein mag.

Als versierter amerikanischer Autor beginnt Hahn sein Buch mit überaus persönlichen Abschnitten, in denen er sein bemerkenswertes Entdeckungserlebnis schildert. Es führte ihn innerhalb weniger Tage vom strenggläubigen protestantischen Theologen, der sich neugierig, aber mit schlechtem Gewissen in einen ketzerischen papistisch-katholischen Gottesdienst geschlichen hat, zu der bemerkenswerten Erkenntnis, daß es sich bei diesem Gottesdienst um ein irdisches Abbild der in der Apokalypse beschrieben ewigen Liturgie des Himmels handelt, in der der Herr wahrhaft gegenwärtig wird. Dieses Erlebnis führte ihn konsequent zur Konversion und hat ihn, den Bibelkenner, so geprägt, daß er seine „Meßerklärung“ ganz aus der Perspektive dieses letzten und für viele eher am Rande liegenden Buches des neuen Testaments herleiten kann.

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Liturgie: Geist und Form

Bild: http://michaelhesemann.info/12_4.htmlZum 10. Jahrestag des Inkrafttretens von Summorum-Pontificum heute der Klassiker von Josef Kardinal Ratzinger, der der Kirche als Benedikt XVI. die überlieferte Liturgie wieder gegeben hat. Der Geist der Liturgie – Eine Einführung, erstmals erschienen 2000.

Der Titel dieses Buches ist nicht nur einfach eine Anspielung auf „Vom Geist der Liturgie“ von Romano Guardini, das im kommenden Jahr übrigens hundert Jahre alt wird. Guardinis schmale Bändchen erschien seinerzeit als erster Band der in Maria Laach herausgegebenen Reihe „Ecclesia Orans“, die ihrerseits unter dem programmatischen Titel „Zur Einführung in den Geist der Liturgie“ stand und in ihren Erscheinungsjahren 1918 – 1939 Herz und Rückgrat der liturgischen Bewegung nicht nur in Deutschland bildete. Das also ist die Traditionslinie, in die sich Joseph Ratzinger mit seiner Einführung in den Geist der Liturgie einordnet.

Joseph Ratzingers Einführung hat in gar keiner Weise die überlieferte Form der Liturgie zum Gegenstand, sondern behandelt das liturgische Leben der Kirche insgesamt und nimmt darüber hinaus „das Liturgische“ allgemein in den Blick. Von daher ist es in vielfacher Hinsicht geeignet, den Blick von gelegentlich allzu sehr auf Details der Messfeier gerichteten Traditionsanhängern etwas zu weiten. Die Liturgiereform selbst, deren Ergebnis er anderswo als „das platte Produkt des Augenblicks“ bezeichnet hatte, stellt er hier nirgendwo explizit in Frage. Er beschränkt sich darauf, die liturgischen Erscheinungen in seine theologische Gesamtschau einzuordnen, zu der auch das Bestreben gehört, selbst da Brücken zu bauen, wo diejenigen, die diese Brücken benutzen müssten, keine Möglichkeit zum Ausgleich erkennen können.

Das soll uns aber nicht daran hindern, das Buch aus der Perspektive derer zu betrachten, die an der von einer zweitausendjährigen Tradition geprägten Form der Liturgie festhalten wollen und die Neue Ordnung als einen Bruch mit dieser Tradition betrachten – zumal viele Vertreter der Neuerungen auch immer wieder betonen, wie fundamental und unwiderruflich dieser. Bruch sei. Ratzinger selbst hat dieser Sicht immer widersprochen und der „Hermeneutik des Bruches“ eine von ihm so bezeichnete „Hermeneutik der Kontinuität und der Reform“ gegenübergestellt. Als Forderung ist das einleuchtend – als Tatsachenbeschreibung weniger.

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