Am Rande - Woche 38

Unerschütterlich im Widerspruch...

(2. 10.)

Bild: aus dem im Text genannten Artikel auf LifeSite News

...gegen die Verderber des Glaubens zeigen sich die beiden deutschen Kardinäle Gerhard Müller und Walter Brandmüller.

Für das reichweitenstarke US-Portal LifeSite hat Kardinal Müller eine Stellungnahme abgegeben, in der er sich gegen die in Deutschland immer wieder aufgestellte Behauptung wendet, die Frage der Weihe von Frauen könne „ergebnisoffen“ diskutiert werden oder sei sogar klar positiv zu beantworten. Kernsatz:

 Es steht ohne jeden Zweifel fest, daß die endgültige Entscheidung von Papst Johannes Paul II. tatsächlich ein Dogma des Glaubens der katholischen Kirche ist und daß dies selbstverständlich auch schon vor dem Jahr 1994 so war, als der Papst diese Wahrheit als Bestandteil der Offenbarung definierte“.

Das gelte auch für den Diakonat. Eine weitere Diskussion könne zu nichts führen. 

Gleichzeitig hat Walter Kardinal Brandmüller auf kath.net eine bemerkenswerte Skizze zu einer ,kurzen Geschichte des Deutschen Nationalkatholizismus’ vorgelegt - der übrigens in der Zeit des Nationalsozialismus unter dem Kampfspruch „Ohne Juda, ohne Rom bauen wir Germaniens Dom“ propagiert wurde. Von „ohne Juda“ mag man derzeit nicht so laut sprechen, stattdessen versucht man es immer öfter schlicht ,jesuanisch’ ohne Christus. Lesens- und archivierenswert.

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Schweres Geschütz...

(1. 10.)

Bild: von der im Text erwähnten Website kathnews.de

...bringt heute der Kirchenrechtler Gero P. Weishaupt gegen die deutschen Bischöfe in Stellung, die auf ihrem Synodalen Weg über „Weiheämter für Frauen“ diskutieren wollen. Wir zitieren:

Die Absicht der Mehrheit der Bischöfe und von Mitgliedern des ZdK, weiterhin zu diskutieren, ist nicht nur ein Akt des Ungehorsams gegenüber dem Papst und dem kirchlichen Lehramt, hinter ihr steht offensichtlich auch die hartnäckige Infragestellung und Ablehnung einer unfehlbaren endgültigen Glaubenslehre (...). Damit wäre der Straftatbestand des can. 1371 § 1 erfüllt. Es wäre nun Aufgabe des Apostolischen Stuhles, die Bischöfe der DBK, die diese Glaubenslehre zur Diskussion stellen wollen, und die Mitglieder des ZdK nach den Vorgaben des can. 1371 § 1 zunächst zu verwarnen. Erfolgt kein Widerruf seitens der Mehrheit der DBK und der Mitglieder des ZdK, müsste ihnen eine „gerechte Strafe“ auferlegt werden, die die Exkommunikation der betreffenden Bischöfe und von ZdK-Mitgliedern und/oder in Bezug auf die Bischöfe die Enthebung aus dem Bischofsamt als Höchstformen und ultima ratio kirchlicher Strafen nicht ausschließt.

Hervorhebungen von uns. Das ganze Gutachten auf kathnews.de.

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Ungläubige Theologen und gottlose Bischöfe...

(30. 10.)

...bestimmen das Bild der deutsch- katholischen Kirche. Peter Winnenmöller kritisiert in seinem Montagskommentar auf kath.net, wie immer mehr Bischöfe der blasphemischen Bewegung Maria 2.0 mehr oder weniger weitgehendes Einverständnis signalisieren:

Gläubige laufen davon, die Männer sind schon weg, Kinder kommen keine mehr nach und nun rebellieren auch noch die Frauen. Die Antwort ist ein erschreckendes Appeasement. (…) Es braucht endlich wieder klare Worte, die der Welt die Wahrheit sagen, denn ein Teil Kirche, der sich der Welt angleicht, wird nicht bestehen.. .

Uwe C. Lay hat sich heute ein Gespräch vorgenommen, das die Theologin Johanna Rahner bereits im Sommer mit der Zeit geführt hat, und kommt zu dem Schluß:

Radicaler kann das Fundament der Katholischen Kirche und des Glaubens der Kirche nicht zerstört werden. Die Kirche ist nur eine Suchbewegung nach der Wahrheit, aber es gibt in ihr keine erkannte Wahrheit. Das Offenbarsein der Offenbarung Gottes wird so in Abrede gestellt.

Wie gerade Rahner von dieser agnostischen Position aus aktiv für die Abspaltung der Deutschkatholiken agitiert, kann man ihren aktuellen Kommentaren auf katholisch.de entnehmen.

Am Rande - Woche 37

Sand im Getriebe

27. 9.

Es läuft nicht so, wie Machtmensch Marx sich das vorgestellt hatte: 12 Gegenstimmen auf der Bischofskonferenz gegen den Entwurf zum Statut des Synodalen Weges, mehrere öffentliche Gegenreden, neu von Weihbischof Schwaderlapp - das ist ungewöhnlich. Bei der DBK, die seit über 20 Jahren von Generalsekretär Langendörfer SJ zum Motor für die Reise in den Deutschkatholizismus hergerichtet wurde, ist Sand im Getriebe.

Auf längere Sicht vielleicht noch folgenreicher: Im Umfeld der Synodenvorbereitung ist ein bemerkenswerter Widerspruch zwischen Kardinal Kasper und Vertretern der deutschen Universitätstheologie sichtbar geworden. Kasper, der die römischen Zweifel an der Deutschen Theologie kennt und trotz eigener Neigung zur Irrlichterei scheinbar zu einem gewissen Grad teilt, war an der Abfassung der jüngsten römischen Mahnungen nicht unbeteiligt. Das hat ihm einen strengen Verweis des Freiburger Fundamental-Ja-was-denn Magnus Striet eingebracht, der ungeschickt (oder arrogant) genug war, in seinem Angriff auf Kasper sein letztlich zur „Gott-Losigkeit“ tendierendes Gedankengebäude in deutlichen Umrissen erkennbar zu machen. Kein Wunder, daß er und Umfeld nicht von der Neuevangelisierung reden wollen, ist ihr Ziel doch die völlige Ablösung des Maßstabs des Evangeliums durch das eigene Bild von der „Lebenswirklichkeit“ im Hier und Heute. 

Kasper ließ sich die Steilvorlage nicht entgehen und putzte den Freiburger Hochschullehrer in seiner Replik herunter wie einen Studienanfänger, der im Proseminar den Mund zu voll genommen hat. Das demonstriert nicht zum ersten Mal den enormen Niveau- und Qualitätsunterschied zwischen den Theologen der Generation Ratzinger/Kasper und vielen heutigen Lehrstuhl-Warmhaltern. Und es läßt erwarten, daß die Skepsis gegenüber der Neo-Reformatorischen Theologie made in Germany weltweit zunimmt. Die Hoffnungen, der deutsche Synodale Weg werde Wegweiser für die Zukunft der Weltkirche aufstellen, haben in den letzten Wochen schwere Dämpfer erhalten.

Mehr zum vorsynodalen Konflikt:

■ NkF dankt den Bischöfen, die gegen Synodalen Weg gestimmt haben
■ Sternberg: "Synodaler Weg" hat Relevanz für die gesamte Weltkirche

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Klartext Bischof Voderholzer

26. 9.

Bild: Screenshot von einem Youtube-Film des Bistums

In einer aufsehenerregenden Erklärung hat Bischof Voderholzer sich von der heute auf der Herbsttagung der Bischöfe verabschiedeten Satzung für den „Synodalen Weg“ distanziert und angekündigt, gegebenenfalls ganz auszusteigen.

Den ganzen Text hat kath.net - hier ein Abschnitt daraus:

Ich bin im Übrigen auch der Meinung – und ich habe das immer gesagt – dass an der Wiege des Synodalen Prozesses eine Unaufrichtigkeit steht. Aus den Fällen des sexuellen Missbrauchs den Schluss zu ziehen, dass es bei der Erneuerung um die genannten Themen „Ehelosigkeit“, „Machtmissbrauch“, „Frauen in der Kirche“ und „Sexualmoral“ gehen müsse, ist angesichts fehlender wissenschaftlicher Studien in anderen Institutionen, also ohne wirklichen „Institutionenvergleich“, nur als pseudowissenschaftlich anzusehen. Die wissenschaftliche Diskussion der MHG-Studie und auch der neuerlichen Studien von Prof. Dressing stehen noch aus. Mein Verdacht, dass es sich angesichts dieser Weichenstellungen um eine „Instrumentalisierung des Missbrauchs“ handelt, ist nicht ausgeräumt.

Später ist gemeldet worden, daß neben Kardinal Woelki und Bischof Voderholzer noch acht weitere Bischöfe gegen die Satzung gestimmt haben sollen, zwei weitere hätten sich enthalten. Quelle

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These crazy Irish

25. 9.

Bild: Aus dem genannten Artikel auf LifeSite News

Nicht nur den Deutschen Bischöfen - von wenigen Ausnahmen abgesehen - ist der Verstand gänzlich abhanden gekommen. Ein vorderer Platz in der Reihe derer, die nicht wissen, was sie tun (oder wissen sie es vielleicht doch?), gebührt z.B. dem irischen Bischof Fleming von Killala. Der veranstaltete in seinem Sprengel einen „Prozess des Zuhörens“ mit diversen Abstimmungen. Die Ergebnisse waren wie zu erwarten, wo man nicht mehr auf dem hl. Geist, sondern dem eigenen Bauchnabel zuhört:

  • 85% für verheiratete Priester
  • 80% für Frauen als Diakone
  • 69% für Priesterinnenweihe
  • 86% für Anerkennung homosexueller Beziehungen

Statt seinen Schäflein die Leviten zu lesen, ließ seine Exzellenz wissen, die Politik seiner Diözese werde sich könftig an diesen Vorstellungen ausrichten und diese, soweit nicht bereits auf diözesaner Ebene umsetzbar, mit Nachdruck an die Bischofskonferenz und den Nuntius weiterleiten.

Näheres zur Gestaltung des Haltung des „Prozess des Zuhörens“ in Killala und zu der Nicht-Position des Bischofs bringt LifeSite News. Und zwei interessante Zusatzinformationen:

In der Diözese sind mehrere Veranstaltungen zu den üblichen Reformthemen angesetzt - die „Überwindung des allein Männern vorbehaltenen zölibatären Priestertums“ spielt dabei eine prominente Rolle, denn man will eine „inklusive“ Kirche, offen für alle.

Mit einer Ausnahme: Nach dem Erlass von Summorum Pontificum beschlossen Bischof und Priesterrat, in der Diözese keine Zelebration nach der überlieferten Liturgie zuzulassen. Davon wollten sie auch nach einer Intervention des damaligen Ecclesia-Dei-Präsidenten Kardinal HoYos nicht abrücken. Nur mit beträchtlichem römischen Einsatz konnte wenigstens einmal im Monat eine alte Messe (in Assumption, Ardag) durchgesetzt werden.

Also gerade so wie in vielen deutschen Bistümern auch.

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These crazy Germans II

23. 9.

Die USA sind sich in vielem selbst genug, das gilt auch für die US-Kirche, ausländische Entwicklungen interessieren dort zumeist nur am Rande. Doch wenn Sie erst einmal wirklich beunruhigt sind über das, was da in Übersee stattfindet, schauen die Amerikaner sehr genau hin. Und der so unbestimmt dahingesprochene Hinweis des Papstes bei seiner letzten Pressekonferenz im Flugzeug, er habe keine Angst vor einem Schisma, hat die US-Kirche beunruhigt. Zuerst hatten das viele als Replik auf amerikanische Kritiken am gegenwärtigen Pontifikat bezogen, doch inzwischen sieht man die deutsche Entwicklung als den eigentlichen Auslöser der Äußerung von Franziskus: Hier einige Pressestimmen aus den letzten 8 - 10 Tagen:

Währenddessen gehen in Deutschland die Planungen für den Synodalen Weg anscheinen völlig unbeeindruckt weiter.

Am Rande - Woche 36

Die Piusbruderschaft meldet sich zu Wort

20. 9.

Bild: Von der zitierten Seite der FSSPX

Die Piusbruderschaft und ihr vor über einem Jahr gewählter neuer Oberer haben sich lange Zeit gelassen, eine Stellungnahme zur beschleunigten  Kirchenkrise zu veröffentlichen. In einem ausführlichen Interview mit Fr. Davide Pagliarani ist das jetzt geschehen.


Seinen Ausgangspunkt markiert der Generalobere so:

Viele Katholiken stehen derzeit unter dem Eindruck, daß die Kirche am Abgrund neuer Katstrophen steht. Wenn wir einen Schritt zurücktreten sehen wir, daß bereits das II. Vatikanische Konzil nur möglich war vor dem Hintergrund eines Veralls, der in der Kirche schon seit Jahren vor seiner Eröffnung angedauert hatte. Der Damm brach unter der Einwirkung von Kräften, die schon seit längerem am Werk gewesen waren. Das ist es, was die großen Revolutionen erfolgreich werden läßt: Ihre Gesetzgeber bestätigen und bekräftigen nur eine Situation, die de facto längst besteht - zumindest in Teilen.

In dieser Perspektive und in dieser Tonlage behandelt der Generalobere dann der Reihe nach die Themen Amoris Laetitia, die Kurienreform samt der damit verbundenen Ecclesiologie und die anstehende Amazonas-Synode. Dabei legt er besonderen Wert darauf, den gegenwärtigen Papst nicht als großen Reformer oder gar Revolutionär anzusprechen, sondern als den Papst, der noch konsequenter als seine Vorgänger die in den dokumenten des letzten Konzils angelegten Grundsätze zur Geltung bringt.

An die Kräfte, die sich diesem Kurs widersetzen, richtet er die Aufforderung, sich konsequent zur Ekklesiologie und Theologie, wie sie in der überlieferten Liturgie zum Ausdruck kommen, zu bekennen und von daher ihr Leben und damit auch das Leben der Kirche Christi neu aufzubauen. Die Lektüre des langen und gedankenreichen Textes, der bis jetzt nur auf Englisch vorliegt, ist dringend empfohlen.

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Religionsstifter Marx

18. 9.

Nein - nicht der mit dem Kapital, sondern der Marx aus München (obwohl: ohne Kapital ist der auch nicht. Das macht ihn so siegesicher.) Seine Emminez ließen sich zitieren:

„Laut Kardinal Reinhard Marx steht das Christentum in Europa vor der Aufgabe, eine neue Art des Sprechens über Gott zu entwickeln: "Es geht nicht nur darum, das und jenes zu verändern. Es geht darum, neu voranzugehen und die alte Austauschreligion zu beenden, die in unseren Köpfen und Herzen stark geblieben ist: Da ist jemand, dem muss ich etwas geben". Und:

"Wie können wir heute noch von Gott sprechen? Was wird kommen in den westlichen Ländern, in Europa, nach der Zeit, in der wir vielleicht zu selbstverständlich und oberflächlich das Wort 'Gott' im Mund geführt haben?", fragte der Kardinal und gab mit den Worten des tschechischen Soziologen und Religionsphilosophen Tomáš Halík die Antwort: "Eine lange, lange Reise in die Tiefe." Vielleicht, so der Erzbischof, "treten wir doch in eine neue Epoche des Christentums ein."

Und: "Wir beten und denken, denken und beten, ein denkendes Gebet und ein betendes Denken. Beten ist Aufklärung, nicht Verdunklung, nicht Verengung." Es solle den Menschen nicht "klein machen, sondern ihn frei machen zum eigenen Denken, dazu, die eigenen Erfahrungen zu reflektieren". 

Mit (etwas mehr) Zusammenhang nachzulesen hier.

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Zum Vormerken

17. 9.

In einer seiner amüsanten Glossen hat Fr. Hunwicke gestern wieder einmal einige sehr unterschiedliche Gegenstände auf bemerkenswerte Weise verbunden Er schreibt:

Morgen, am Dienstag, nehme ich mir frei. Wenn Gott will und der treno* es erlaubt, werde ich den großen und äußerst hervorragenden Raymond Leo Kardinal Burke bei seinem Vortrag vor der Englischen Bruderschaft katholischer Geistlicher im Brompton Oratorium hören.

Das ist ein Mann, der wahrhaft den alten christlichen Titel eines Confessors verdient. Ganz vertraulich und unter uns: Ich stelle ihn mir als Leo XIV. vor.

Da fällt mir ein, daß es am 6. Januar 2020 25 Jahre her ist, daß seine Emminenz zum Bischof geweiht wurde und eine apostolische Laufbahn einschlug, die so der Zeit entsprechend, so notwendig und so ertragreich für das Leben der katholischen Kirche war. (Nebenbei bemerkt: Kardinal Burkes bischöfliche Abstammungslinie enthält Prospero Lambertini, bekannt als Benedikt XIV, und Henry Kardinal Stuart, einstens Herzog von York und auch als Henry IX. bezeichnet, von Rechts wegen König von england, Schottland, Frankreich und Irland.)

Kommt die Zeit, findet sich auch der Mann. Man behalte ihn im Auge!

Eis polla ete, despota! Ad multos Annos, plurimosque annos

- - - - - - - - -

* Nun, nach dem Lexicon Recentis Latinitatis wäre das ‚hamaxostichis‘. Aber ich ziehe das linguistisch und philologisch entspanntere Verfahren vor, den modernen italienischen Ausdruck zu übernehmen. Phantasievolle Prägungen nach dem Griechischen riechen mir doch sehr nach der Bibliotheca. Und ich vermute, daß ein schwieriges fünfsilbiges Wort in jeder realen Sprache sehr schnell abgekürzt oder angepasst würde. Sie können ja mit dem hamaxostichus fahren, wenn Sie wollen – ich nehme lieber den treno. Wenn ich mit dem omnibus (dem pasi?) rechtzeitig zum Bahnhof komme ..

*

Fundsache

16. 9.

Bild: Scan des Umschlags

Aus dem Jahr 1976 stammt diese kleine Broschüre (52 S.) des späteren Kardinals Leo Scheffczyk, in der er das soeben neuerschienene „Christ sein“ von H. Küng einer ebenso eingehenden wie vernichtenden Kritik unterzieht. Diese Kritik - die einzelnen Hauptpunkte werden bei Klick auf das Umschlagbild lesbar - ist von bestürzender Aktualität: Vom Christus unserem mitmenschlichem Bruder über das demokratistische Kirchenbild bis zur Neigung zum Neuheidentum wird hier schon alles abgehandelt, was der Kirche heute zusetzt.

Und noch etwas wird deutlich: Die neuere deutsche Theologengeneration stützt sich, ob ausgewiesen oder nicht, viel weniger auf den raunend-komplexen Rahner, als auf dessen Volksausgabe im wortklingelnden Küng. Von abseitigen Details abgesehen: Seit den 70er Jahren wenig Neues in Akademia.

Das zum Verständnis der aktuellen Situation überaus hilfreiche Büchlein ist, sofern es sich nicht in einer vernachlässigten Ecke des Büchschrankes spontan einstellt, für kleines Geld im Antiquariatshandel zu bekommen.

Am Rande - Woche 35

Brevierreform 1911 und Psalm 118

11. 9.

Unter diesem Titel hatten wir am Montag einen Text veröffentlicht, der, wie mehrere Zuschriften überzeugend dargelegt haben, der komplizierten Situation des Breviers und seiner Reform zum Anfang des 20. Jahrhunderts nicht gerecht wurde. Wir wollen uns nun keinesfalls der Verbreitung von Fakenews schuldig machen und haben den Artikel daher zur Überarbeitung in die Werkstatt zurückgerufen.

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Warnung vor Amazonien usw.

10. 9.

Bild: https://www.tfp.org/the-pan-amazon-synod-towards-a-new-church-with-an-amazonian-face/

■ Rechtzeitig vor Beginn des Amazonas-Theaters trifft sich in Rom Ende September der Ratzinger-Schülerkreis zu seinem Jahrestreffen. Thema: Das Weihesakrament. Eine Vorschau auf Programm und Referenten gibt katholisches.info.

■ Wenig Neues findet sich in einem Interview, das der Kölner Stadtanzeiger zur Amazonas-Synode mit dem entlaufenen Priester Leonardo Boff geführt hat. Außer vielleicht die freche Behauptung: „Franziskus ist einer von uns. Er hat die Befreiungstheologie zum Allgemeingut der Kirche gemacht. Und er hat sie ausgeweitet. Wer von den Armen spricht, muss heute auch von der Erde reden, weil auch sie ausgeplündert und geschändet wird.“

■ In der päpstlichen und deshalb gewiss unfehlbaren Aussage, Kardinal Müller möge ja ein guter Kerl sein, aber doch irgendwie wie ein Kind, sieht Ester vom Beiboot Petri weniger die Unverschämtheit, sondern das Kompliment. Und Recht hat sie damit.

■ Im Crisis-Magazine stellt sich der Publizist Anthony Esolen die Frage: „Who is my Enemy?“ Jedenfalls nicht derjenige, der das gleiche Ziel, nur mit anderen Mitteln anstrebt, meint der Autor - und schon ergibt sich die aktuelle Verbindung zu Unite the Clans.

■ Einen lesenswerten Überblick zum aktuellen Stand der Revisionsarbeiten an der nordamerikanischen Version der (reformierten) Liturgy of the Hours findet man auf dem Blog tom's digest, das dem nordamerikanischen Ordinariat verbunden ist.

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Abbruch-Unternehmen Synode

9. 9.

Bild: wikimedia commons

Peter Winnenmöller kommentiert auf kath.net die Mitteilungen, daß die kommende Synode, die keine Synode, sondern ein „verbindlicher Weg“ sein will, in Frankfurt tagt - und daß die Damen von Maria 2.0 trotz Einladung nicht teilnehmen wollen.

Fulda hätte ... einen katholischen Symbolwert, da es für Deutschland so etwas wie die Keimzelle der Mission unseres Landes war. Was hätte sich da mehr angeboten, als eine Synode, in der es um die Krise der Kirche in unserem Land geht, über dem Grab des Apostels der Deutschen, des Hl. Bonifatius, tagen zu lassen. Genau dieses Symbol scheint nicht gewünscht. (...) Ganz offensichtlich geht es, schaut man sich die Foren an, die den „synodalen Weg“ vorbereiten, eher um Dekonstruktion wesentlicher Teile des Glaubens. Mit Revolutionen hat man in Frankfurt durchaus Erfahrungen. (...)

Etwas verwunderlich ist auf den ersten Blick eine andere Entscheidung, nämlich die Absage der Aktion „Maria2.0“, an der Synode mitzuwirken. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Zum einen kann man wohl feststellen, dass die Aktion vor allem ein Design und ein Ausdruck von Guerillamarketing ist. Gesteuerte Impulse aus den Strukturen der Kirche werden dezentral in Aktionen mit provokativem Charakter umgesetzt. ... Andererseits ist man sich auch bei den Protagonistinnen der innerkirchlichen Frauenrevolte bewusst, dass der „synodale Weg“ sich ihre Ziele sicher nicht vollumfänglich zu eigen machen wird. Die Radikalität dieser Bewegung scheut die Teilnahme an strukturierten Gesprächen.

Im ganzen lesenswert! Hier.

Am Rande - Woche 34

Oh these crazy Germans...

6. 9.

Die Vorgänge in der deutschen katholischen Kirche - oder dem, was sich unter diesem Namen am Fett der Kirchensteuer gütlich tut - haben nun auch die Aufmerksamkeit glaubenstreuer Publikationen in der englischsprachigen Welt gefunden.

 OnePeterFive bringt unter der Überschrift: Die Rheinsch-Römische Springprozession eine ausführliche Analyse des Zusammenspiels römischer und deutscher Instanzen bei der Aufführung des Kunststücks, den Glauben zu verändern ohne den Glauben zu verändern. Viele aufschlußreiche Leserzuschriften.

 ignatius his conclave sieht das etwas anders. Hier vermutet Autor G. Kirkuk, die deutschen Bischöfe trieben den Papst vorher sich her zu Zugeständnissen, die er zwar nicht machen wolle, aber machen müsse, wolle er sein Image als moderner Reformer nicht gefährden.

■ Rorate Cæli nimmt die jüngste Wortmeldung von Kardinal Brandmüller zur Amazonas-Synode zum Anlaß, seinen Lesern die Bedeutung des Kirchenhistorikers vorzustellen und darzulegen, was es bedeutet, wenn der Kardinal die gegenwärtige Situation als „noch schwerwiegender als die Arianische Krise“ bezeichnet.

■ Der Catholic World Report führt seine Leser in das geheimnisvolle Wesen des Zentralkomitees der deutschen Katholiken ein und beleuchtet dessen Rolle in der bisherigen Entwicklung der deutschkatholischen Krise.

 Fr. Zuhlsdorf kommentiert bisher bekannt gewordenen Verlautbarungen zum „synodalen Prozess“ und erinnert sich an die Zeiten, als der römische Limes den zivilisierten Teil der alten Welt vor dem Ansturm der Barbaren schützte.

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„Hütet euch vor den Wölfen“

5. 9.

Bild: LifeSitzeNews

In einem ausführlichen Interview mit kath.net hat Kardinal Gerhard Ludwig Müller erneut zentrale Vorhaben des aktuellen Pontifikats scharf kritisiert und die Gläubigen dazu aufgerufen, mehr auf Christus zu hören als auf Menschen - und seien es auch die höchsten Prälaten.


Franziskus reagiert auf Müller!

Im Flugzeug auf die kritischen Äußerungen Kardinal Müllers (s. unten) angesprochen, antwortete der Inhaber des Stuhles Petri: „Er hat gute Absichten, er ist ein guter Mann. Der Papst mag ihn. Aber er ist wie ein Kind.“ (Hier ausführlicher)


Na denn Prost!

Doch nun zu dem, was der Kardinal gesagt hat - wir haben dazu einige Sätze aus seinen Ausführungen zum Arbeitspapier der anstehenden Amazonas-Synode herausgegriffen:

Ein theologischer Ignorant unter einer Bischofsmütze hat gemeint, das Instrumentum laboris sei bloß die Anwendung der Enzyklika „Laudato si“ und deshalb Ausdruck des unfehlbaren Lehramtes des Papstes, der über dem Wort Gottes stehe oder als Offenbarungsquelle gleich daneben. Wer also das Instrumentum laboris einer theologischen Kritik unterziehe, sei ein Häretiker, der sich ipso facto die ewige Höllenstrafe zuziehe. Dieser großartige Denker und hochwürdigste Apostelnachfolger hat nur versäumt aufzuzeigen, wo in „Laudato si“ eine irreversible Lehrentscheidung ex cathedra formuliert wird, die jeder Katholik um seines Heiles willen glauben muss. (...) Papst Franziskus tut mir leid, wenn er von solchen heldenmütigen Freunden bis aufs Blut (der anderen) verteidigt wird, die in ihrer schamlosen Halbbildung den römischen Primat untergraben, indem sie die Autorität des Papstes für ihre antikatholische Agenda missbrauchen.

Die Gläubigen fordert er dazu auf, sich ihrer eigenen Glaubensvernunft zu bedienen und zu beachten, daß jedes Pontifikat von der Übereinstimmung mit der Offenbarung in Schrift und Tradition und der Lehrkontinuität mit seinen Vorgängern und vor allem den ökumenischen Konzilien (Plural!) lebe.

Unbedingt lesenswert! Hier.

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Römische Runinen

4. 9.

Bild: Wikimedia

Mit immer hektischeren Maßnahmen versucht das Regime Bergoglio, seine „Errungenschaften“ unumkehrbar zu machen. Hier aktuelle Informationen und Kommentare zu den wichtigsten Baustellen:

● Norbert Martin zum anschwellenden Widerspruch gegen die Zerstörung des Instituts für Ehe und Familie - kath.net.

● Diagne Montagna zum neuen Posten für den Fake-News-Produzenten des „Lettergate“ - Beiboot Petri

● Phil Lawler über den Versuch, durch Kardinalsernennungen das nächste Konklave bereits heute zu „gewinnen“ - CatholicCulture.org

● Auf US-Reise wurde Kardinal Woelki mit Sorgen konfrontiert, die deutsche Kirche könne mit ihrem „synodalen Weg“ Glaubensgut verändern und sich von der Weltkirche abspalten. Der Kardinal zeigt sich beeindruckt.

● AC Wimmer analysiert die Rolle des Pell-Prozesses im weltweiten Kulturkampf - CNA-deutsch. 

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Hüte und Köpfe

2.9.

Bild: Aus der Sammlung Philippi, http://philippi-collection.blogspot.com/2011/04/galero-galerus-pontifical-hat-and.html

Die zum Wochenende veröffentlichte Liste neuer Kardinäle hat Beunruhigungen ausgelöst. Das nicht nur, weil wiederum mehrere in der Lehrtreue höchst zweifelhafte Figuren vertreten sind wie der mit seiner Unterstützung der Schwulen-Lobby aufgefallene Erzbischof von Bologna Matteo Zuppi.

Ernster noch erscheinen die von Fr. Zuhlsdorf formulierten Bedenken, wonach die neue Liste eine weitere Phase der „Atomisierung“ des Kardinalskollegiums signalisiert. Mit „Atomisierung“ meint Zuhlsdorf den Umstand, daß erneut das Hauptkriterium für die Neuernennungen darin gelegen zu haben scheint, Kardinalstitel möglichst breit über die „Peripherie“ zu verteilen. Im Übrigen haben die neuen Kardinäle – sieht man einmal davon ab, daß sie fast ausschließlich als „liberal“ gelten – praktisch nichts gemeinsame, vor allem verfügen sie weder über internationale Erfahrung noch über irgend eine Form von gesamtkirchlicher Bekanntheit. Sie kennen sich auch gegenseitig nicht und haben, da im neuen Pontifikat die Kardinalstreffen beim Konsistorium zur Bedeutungsklosigkeit reduziert wurden, kaum Möglichkeiten, sich kennen zu lernen. Rom und alles, wofür es in der Kirche im Guten wie auch im Problematischen steht, ist ihnen praktisch unbekannt.

Ideale Voraussetzungen für die in diesem Pontifikat so überaus aktiven Strippenzieher, künftige Synoden oder ein früher oder später unvermeidliches Konklave zu manipulieren.

Einen etwas anderen Blick auf die neuesten Ernennungen wirft Fr. Hunwicke in seiner aktuellen Glosse, in der er darauf hinweist, daß die neuen Männer sämtlich, jeder in seinem Bereich, Vertreter des Funktionärskatholizismus sind.

Weitere aktuelle Beiträge...

  1. Am Rande - Woche 33