Am Rande - Woche 16

Das ganze Elend...

(18. 4.)

Bild: kna, aus dem zitierten Artikel auf katholisch.de

… der deutschen Staatskirche offenbarte sich dieser Tage in der Person von Bischof Feige, Magdeburg. Ihnirritiert der „zunehmenden Unmut, den manche Gläubige und kirchliche Verantwortungs- träger inzwischen wehleidig oder kämpferisch zum Ausdruck bringen“ - bloß, weil sie nicht in die Messe dürfen. Er verlangt gesellschaftliche Solidaritär gegenüber dem Virus – da sind doch „Gottesdienstausfälle fast Luxus- probleme“. Er mahnt, daß auch in einer demokratischen Gesellschaft nicht alle „ihren Selbstverwirklichungsfantasien um jeden Preis freien Lauf lassen können.“ Gottesdienste unter Hygienebedingungen mag er sich nicht vorstellen – sollte man nicht lieber„abwarten, um erst dann wieder gemeinsam Gottesdienste zu feiern, wenn es natürlicher und menschenfreundlicher geschehen kann?“.

Nein, so einer wäre nicht zur hl. Messe in die Katakomben abgetaucht, hätte sich auch nicht im „Priest-Hole“  eines Recusanten-Landsitzes verborgen, um den Bewohnern die Sakramente zu bringen, und wäre ganz gewiss nicht am 2. September 1792 von den Revoluzzern der Gleichheit und Solidarität erschlagen wurden, weil er sich weigerte, den Eid auf die Republik zu schwören.

Nicht, daß jemand von ihm verlangen wollte, zum Märtyrer zu werden – so extrem ist es in der heutigen Version der Gesellschaft von „Gleichheit und Solidarität“ noch nicht. Aber ein wenig mehr Ordnung der Prioritäten möchte man von einem Bischof halt doch erwarten.

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Verriegele die Kirchen...

(17. 4.)

...denn es darf keinen anderen Gott neben der Obrigkeit geben!“ Diesen Satz fanden wir in einem lesenswerten Beitrag auf der „Achse des Guten“, der sich um den Stand von Demokratie und Freiheitsrechten in Zeiten der Seuche sorgt. Auch einen weiteren Hinweis dort fanden wir höchst angebracht:

Wie es hierzulande möglich ist, über ein nachgeordnetes „Infektionsschutzgesetz“, das vorwiegend Informationspflichten und Betretungsmöglichkeiten regelt, garantierte Grundrechte in dieser Breite und diesem Ausmaß zeitlich unbefristet auszusetzen, bedarf einer tiefgehenden juristischen Betrachtung.

Und wenn wir schon bei Publikationen sind, die wir ansonsten nicht uneingeschränkt empfehlen wollen: Die BILD-Zeitung brachte am 16 einen ausführlichen Hintergrundbericht mit internem Material, der vermuten läßt, die hartnäckige Weigerung der Bundespolitik zur gnädigen Wiederöffnung der Kirchen habe ihren Grund in der Sorge, daß nur die totale Schließung aller „Gotteshäuser“ das Land davor bewahren könne im kommenden Fasten-und-Festen-Monat der Mohammedaner im Chaos zu versinken. Schöne Bescherung das!

Vielleicht ist ja das der Grund dafür, daß selbst die bisher so gefügigen deutschen Bischöfe leises Murren gegen den Kurs der Grundrechtseinschränkung ohne Rechtsgrundlage hören lassen – etwa mit diesen Planungen von Kardinal Woelki in Köln oder einem doch tatsächlich jetzt schon vorgelegten Maßnahmekatalog für „sichere“ Gottesdienste

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Und die Religionsfreiheit?

(15. 4.)

Bild: Screenshot von der Website

Auf Monday Vatican übt der ansonsten eher zurückhaltende Andrea Gagliarducci harte Kritik an der Reaktion der Hierarchie auf die Verbote öffentlicher Gottesdienste in der Corona-Epidemie und an anderen staatlichen Übegriffen gegenüber der Kirche. Besonders gestört hat er sich daran, daß der Heilige Stuhl es noch nicht einmal für notwendig erachtete, das Prinzip der Religionsfreiheit auch nur zu erwähnen.

Es sei daran erinnert, daß es bei der Religionsfreiheit nicht nur darum geht, daß ein Priester die Messe feiert, wie er dies privat tun kann. Es geht darum, daß Feiern öffentlich abgehalten werden können und die Menschen frei daran teilnehmen können.

Er wirft der Kirche vor, den Eindruck einer Kapitulation hervorgerufen zu haben und verknüpft das mit den tatsächlichen oder auch nur behaupteten sexuellen Mißbräuchen:

Es ist eine Kirche, die sich angesichts der Fehler einiger ihrer Mitglieder ergeben hat. Es ist eine Kirche, die nicht mehr zwischen Menschen und Institutionen unterscheiden kann. Aus diesem Grund verteidigt die Kirche die Institution nicht, wenn Personen dieser Institution Verbrechen begehen oder Fehler machen.

Sein Fazit ist niederschmetternd:

Sicher, es ist nicht mehr die Zeit einer triumphierenden Kirche. Es ist zweifellos eine nachgiebigere Kirche, und zwar nicht nur, wenn Nachgeben erforderlich ist. Die Kirche hat anscheinend nichts weiter zu sagen und hat sich irgendwie an die Sprache der Welt angepasst.

Vollständiger Text auf Deutsch wie stets beim Beiboot Petri.

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Einen mittleren Wutausbruch...

(14. 4.)

Bild: Screenshot von der Website

...leistet sich heute Ester vom Beiboot Petri, und sie hat Recht: Was Bischof Wilmer da im Interview mit dem Deutschlandfunk über das „fixiert sein auf die Eucharistie“, die bei manchen Gläubigen „schon überbewertet“ sei, von sich gegeben hat, ist in der Tat „sub omni canone“. Auch und gerade unter dem des II. Vatikanums, das von der Eucharistie als Gipfel und Quelle der Kirche gesprochen hat.

Leseprobe Beiboot:

Ist dem Herrn Bischof vielleicht schon mal die Idee gekommen, dass in den Zeiten wo der Glaube auch ohne die Sakramente überlebt hat, der Glaube auch ohne Amtsträger in Würde und Wohlleben überlebt hat? Bzw dass das meistens Zeiten waren, die unter dem label "Verfolgungszeiten" firmierten, und wo es meist so war, dass die Verfolgung besonders  die Amtsträger traf, die dann im besten Fall zur Zwangsarbeit verurteilt wurden, wenn nicht gar zu schlimmeren.

Mich nervt dieses Geschwalle von den Vorteilen schlechter Zeiten für den Glauben schon lange und sehr extrem, weil ich mir dann immer denke "Wisst ihr denn von was ihr redet?" Die in Abitene im heutigen Tunesien  verurteilten Christen erklärten übrigens dem Richter, dass sie ohne die Eucharistie nicht leben könnten, nur mal so.

Sehr zur vollständigen Lektüre empfohlen.

Am Rande - Woche 15

Der Karsamstag...

(11. 4.)

Bild: eigene Aufnahme

... ist nur scheinbar Tag der Grabesruhe. Während der Körper Jesu im Grab des Joseph von Armathäa lag, ist der Erlöser nach dem apostolischen Glaubensbekenntnis „hinabgestiegen in das Reich des Todes“, um dort seinen Sieg zu verkünden. Eine frühchristliche Schrift, das apokryphe Nikodemus-Evangelium, hat die Einzelheiten in lebhaften Farben ausgemalt. Auf Summorum-Pontificum hier nachzulesen:

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Die "Krise der modernistischen Theologie"...

(9. 4.)

Bild: Screensgot von der angeführten Website

... erklärt Uwe C. Lay knapp und zutreffend am Beispiel des Freiburger „Theologen“ Striet, der den Papst streng getadelt hat, weil er den Menschen Bittgebete gegen die Seuche empfohlen zu hatte - ohne freilich Schutzmasken oder medizinische Behandlung zu verwerfen.

Um als „Wissenschaft“ in der Moderne anerkannt zu werden, haben die Striets und ihre Vorläufer Gott, seine Existenz und sein Wirken mit allem Übernatürlichen beherzt aus ihrem Begriff von Wissenschaftlichkeit herausdefiniert. Kann man so machen, und in der Physik vielleicht sogar mit einigem Erfolg.

In der „Theologie“ handelt man sich damit Probleme ein, wie Lay ausführt. Ehrlicher wäre wohl, dieses Fach an diesen Hochschulen ganz zu schließen. Wenn die Bischöfe es nicht von sich aus tun, wird das bald eine Gesellschaft erledigen, die gerade dokumentiert hat, daß Gott für sie nicht „systemrelevant“ ist.

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Pell: Urteil in allen Punkten aufgehoben

(8. 4.)

Bild: twitter

Das höchste australische Berufungsgericht hat in einstimmiger Entscheidung das Urteil gegen Kardinal George Pell in allen Punkten aufgehoben. Der Kardinal konnte das Gefängnis bereits verlassen. Mehr zum Urteil und eine erste Erklärung des Kardinals bei kath.net. — Deo Gratias!

Einen materialreichen Bericht über die Reaktionen in der australischen Öffentlichkeit bringt LifesiteNews. Auf Crux kommentiert John Allen die römische Sicht auf die Entwicklung. Lesenswert auch Ludwig Ring-Eifel auf katholisch.de. Eine starke Stellungnahme von Kardinal Gerhard Müller findet sich zitiert auf LifesiteNes.

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Waffenstillstand

(7. 4.)

Bild: kna/katholisch.de

Da veröffentlicht am 6. 4. Abtpräses Schröder der Benediktiner von St. Ottilien auf katholisch.de einen Aufruf „Corona-Ostern als Zeit fpür einen Waffenstillstand – auch in der Kirche“. Im Blick auf die Gesellschaft sieht der wackere Mönch zwar auch Trennendes: Hochgefahrene Grenzen und Zäune, einen schäbigen Wettlauf um Masken und „Ventilatoren“ (er meint wohl Beatmungsgeräte). Doch es überwiegt das von der Pandemie sichtbar gemachte Verbindende: Mitgefühl für die Kranken, Dankbarkeit für Überarbeitete „und auch für die, die sich einfach nur an die Regeln halten“.

Soweit also kaum ersichtlich, an wen sich ein Aufruf zum Waffenstillstand richten könnte – doch dann ein jäher Ausfallschritt und beherzter Angriff, denn da gibt es doch Verschwörungstheoretiker und gesellschaftsverändernde Süppchenkocher: Männer (mir sind bislang nur die untergekommen), die es nicht ertragen können, dass die große Mehrheit sich recht willig ins Unvermeidliche schickt und hinnimmt, dass etwa Gottesdienste zur Zeit nur digital zugänglich sind.

Dazu ein Link auf einen Bericht über die Klage des Freundeskreises St. Philipp-Neri gegen das Totalverbot öffentlicher Gottesdienste, damit auch jeder weiß: Der Aufruf zum Waffenstillstand gilt nicht denen, die einfach nur katholisch sein und bleiben wollen, wie es die Kirche immer war. Auf die schießt der Herr Abt mit der dicksten Kanone, die ihm derzeit zu Gebote steht: „Verschwörungstheoretiker und Gesellschaftsveränderer.“

Ein Waffenstillstandsabkommen, besser gesagt, eine Unterwerfungserklärung, hat diese Sorte Kirchenveränderer längst mit der Seite vereinbart, die bei Christus und seinen Aposteln als „Der Fürst dieser Welt“ angesprochen wird.

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Die Karwoche...

(6. 4.)

...ist die Woche des Kirchenjahres, in der die Kirche sich das Leiden ihres Hauptes Christus am intensivsten vergegenwärtigt. In diesem Jahr, so scheint es, leidet auch der mystische Leib Christi in diesen Tagen und Wochen besonders stark mit, insbesondere wegen der beispiellosen Demütigungen und Schikanen durch weltliche Obrigkeiten, aber auch wegen des Verrats vieler Bischöfe und der immer dreister auftretenden Apostasie im Kreis der akademischen Theologen. Wir sehen uns daher veranlaßt, auch in dieser Woche den aktuellen Ereignissen und Entwicklungen ausführlich Raum zu geben.

Liturgische Fragen der Karwoche und des Osterfestes wurden hier in vergangenen Jahren ausführlich behandelt, etwa

Am Rande - Woche 14

Harte Kritik...

(4. 4.)

Bild: LifesiteNews

... übt der immer noch an einem verborgenen Ort lebende Erzbischof Vigano an der (lehrmäßig irrelevanten) Neugestaltung der päpstlichen Titulatur im soeben veröffentlichten vatikanischen Jahrbuch 2020:

Diese Änderung im Aufbau und Inhalt eines offiziellen Textes der Katholischen Kirche kann nicht ignoriert und als demütige Geste von Franziskus zugesprochen werden, die ihm Übrigen schlecht mit seinem Namen in Einklang zu bringen ist.

Es scheint dagegen so zu sein, daß die - schweigend geschehene - Zulassung eine Art Usurpation ist, bei der nicht der "Diener der Diener Gottes" regiert, sondern die Person Jorge Mario Bergoglio , der offizielle bestritten hat, der Stellvertreter Christi, Nachfolger des Fürsten der Apostel und Summus Pontifex zu sein, so als ob es sich um lästige Überreste der Vergangenheit handele,. eben nur noch "historische Titel".

Man könnte sagen: Geradezu eine Geste des Trotzes, in der Franziskus sich über alle Titel erhebt oder schlimmer noch- ein Akt einer offiziellen Veränderung des Papsttums, durch die er sich nicht mehr als Hüter der Kirche ansieht, sondern als Herrn der Kirche, frei, sie von innen zu zerstören, ohne sich vor irgendjemandem verantworten zu müssen. Kurz gesagt ein Tyrann.

Vollständig im italienischen Original bei Stilum Curiae, auf Deutsch beim Beiboot Petri.

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Texte der Präfationen veröffentlicht

(3. 4.)

Es hat für einige Verwirrung gesorgt, daß am 25. 3. zwar die Dekrete und Kommentare zu den Ergänzungen des Missales für die überlieferte Liturgie veröffentlicht worden sind - nicht aber die entsprechenden Texte selbst. Die Dekrete enthalten quasi nur die „Gebrauchsanweisungen“, nach denen die neuen Möglichkeiten zu nutzen bzw. die Texte selbst anzupassen sind. 

Durch eine heute erfolgte Veröffentlichung auf Vatican News ist dieser Mangel zumindest für die Texte der Präfationen behoben. Jetzt steht noch das angekündigte supplementum mit den besonderen Messformularen für die Messen der neuen Heiligen an. Bis zu dessen Erscheinen können diese Messen an den entsprechenden Tagen unter Verwendung der allgemeineren Formulare des commune sanctorum gefeiert werden.

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Der freche Peter Kwasniewski...

(2. 4.)

Bild: itresentieri.it

... hat sich durch die Unterschriftensammlung des italienischen Komikers Beppo Liturgologen Andrea Grillo und seines deutschen Kollegen Gerhards gegen die neuen Dekrete zur alten Messe zu einigen Limericks auf die Reformen des ach so vergangenen Jahrhunderts und ihre überlebenden Anhänger inspirieren lassen. Das liest sich dann etwa so:

Sant’Anselmo is raging with scholars

Demonstrably hot round the collars,
“Lefebvrists are naughty,
The CDF’s haughty!,”
Their principal Grillmaster hollers.

oder so:

Annibale’s adherents are sweating

And Montini’s crack rearguard regretting
How the shiny new Missal,
Fresh and clean as a whistle
Has no future for lack of begetting..

Mehr davon gibt es hier. Macht Spaß zu lesen. Eine mehr inhaltliche Zurückweisung der Attacke veröffentlicht Kwasniewski hier beim Remnant.

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Dekrete auf Deutsch

(31. 3.)

Der Kirchenrechtler Dr. iur can Gero Weishaupt hat die beiden Dekrete der Glaubenskongregation zur „Verheutigung“ der in der überlieferten Liturgie erlaubten Messfeiern ins Deutsche übersetzt. Zu finden sind sie auf kathnews.de:

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Die „Leviathan erwacht“

(30. 3.)

Bild: Vikimedia

In unserem Beitrag vom 28. 3. hatten wir berichtet, daß in den USA lokale Notstandsregelungen Priestern den Zugang zu Krankenhäusern verwehren – auch zur Abnahme von Beichten oder Spendung der Krankensalbung. Daraufhin kamen Zuschriften, daß auch hierzulande bereits ähnliches geschieht - und kein Oberhirte hält es für angebracht, gegen dieses akandalöse Vorgehen Einspruch zu erheben.

Unter dem Vorwand, Leben zu schützen, setzt sich eine immer despotischer auftretende Staatsgewalt über das Verfassungsgebot der Religionsfreiheit und Grundrechte des Individuums hinweg. Erst zögerlich regt sich Widerspruch - z.B. von Juristen auf dem Verfassungsblog oder in der neuen Züricher Zeitung von dem italienischen Sozialphilosophen Agamben, der diagnostiziert, daß die Gesellschaft ihre Perspektive auf das nackte Überleben, wenig mehr als besinnungsloses Vegetieren, reduziert hat. Transzendenz findet keinen Raum mehr. Und die Bischöfe schweigen - oder reihen sich ein in die Masse der Gottlosen, die alle gemeinsam das Ungeheuer des Leviathans bilden.

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Am Rande - Woche 13

Eucharistischer Segen

(28. 3.)

Bild: Screenshot aus dem verlinkten Video auf Youtube

Am Nachmittag des 26. März betete Papst Franziskus auf dem Petersplatz um Gottes Gnade und Hilfe bei der Abwehr der weltweit grassierenden Corona-Seuche. Die Zeremonie begann bei sehr schlechtem Wetter mit einer Ansprache des Papstes unter dem Audienz-Baldachin auf dem menschenleeren Petersplatz und wurde später mit einer eucharistischen Andacht vor ausgesetztem Sakrament an einem provisorisch in der Vorhalle der Peterskirche errichteten Altar fortgesetzt.

Nach dem Gesang des Eucharistischen Hymnus Adoro te devoto von Thomas von Aquin und Bittgebeten zur Befreiung von der Seuche sangen die wenigen Versammelten wie in der Eucharistischen Andacht vorgesehen das Tantum Ergo. Anschließend begab sich Franziskus mit der allerheiligsten Sakrament in der Monstranz in das Hauptportal, wo er bei inzwischen strömendem Regen den Eucharistischen Segen erteilte. Ein beeindruckendes Bild: Links das in den Vatikan gebrachte „Pestkreuz“ aus S.Marcello, recht das Bild der „Salus Populi Romani“ aus Maria Maggiore - in der Mitte der Papst mit der Monstranz. Die Zeremonie endete mit einer Litanei in italienischer Sprache und dem gregorianischen Gesang von Psalm 117 (116) „Laudate Dominum omnes Gentes, laudate eum omnes populi...“

Eine leider in den Minuten 6 - 14 der Ansprache technisch gestörte Aufzeichnung der insgesamt gut einstündigen Zeremonie gibt es bei Youtube. Eine deutsch Übersetzung der Ansprache des Papstes hat kath.net. Einen lesenswerten Kommentar von Guido Horst zur Segenszeremonie bringt die Tagespost.

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Geschlossene Kirchen, verbotene Gottesdienste

(25. 3.)

Bild: Aus dem angeführten Artikel von Nuova Bussola

Die Diskussion über die staatlich angeordnete Einstellung der Gottesdienste, über die Reaktion der Kirche darauf sowie über alternative Möglichkeiten zur „virtuellen“ Beteiligung am gemeinschaftlichen Gebet  hält an. Sie erhält zusätzlich Nahrung durch einen ersten Berichte vom polizeilich durchgesetzten Abbruch eines Gottesdienstes

Wir werden auf das Thema zurückkommen, begnügen uns für heute jedoch mit einigen Links auf aktuelle Artikel zum Thema.

Clemens Viktor Oldendorf wirft auf katholisches.info die Frage auf, inwieweit ein durch Medien vermitteltes Ansehen und Anhören einer Messe auch als „Teilnahme“ angesehen werden kann. Mit dem gleichen Thema beschäftigt sich Frankfurts Stadtdekan zu Eltz auf kath.net. Auch katholisch.de stellt Überlegungen zur Medienvermittlung an und plädiert für neue Gottesdienstformen, die den besonderen Bedingungen der elektronischen Medien entgegen kommen. In eine ähnliche Richtung geht – ebenfalls auf katholisch.de – ein Beitrag, der sich mit dem „Internet als Raum der Pastoral“ beschäftigt.

Einige amerikanische Webseiten fassen auch die grundsätzliche Dimension der Entwicklung ins Auge. LifesiteNews, das bereits am 18. ausführlich über den Vorfall in Marina die Ceteri berichtet hatte, gibt am 24. 3. einen Überblick über den Stand weltweit. National Catholic Register diskutiert am Beispiel der Situation in England die Frage der Angemessenheit der staatlichen Maßnahmen bzw. deren bereitwilliger Hinnahme durch die Hierarchie. Eine ähnliche Diskussion findet sich bereits unter Datum vom 18. 3. bei CatholicWorlReport

Viel Material zum Nachdenken also - und täglich kommen Beiträge dazu.

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Die „Seuche leerer Rhetorik“

(23. 3.)

Bild: von der Website des Autors

In seinem Blog Settimo Cielo schreibt Sandro Magister über die bemerkenswerte Erscheinung, daß die Bischöfe und andere Oberhirten sich fast ausschließlich im Ton von Politikern und unter säkularen Aspekten zur aktuellen Pandemie äußern. Er beginnt:

Da gibt es keine Spur von der Kirche als Mater et magistra , die ihrer universellen Mutterrolle und ihrem Lehramt gerecht würde. ... Jahren von frommen Gerede vom Sauerteig, der Neuevangelisierung und des Prophetenamtes enden abrupt an dem unerwarteten Hindernis einer Epidemie, die auf unerwartete Weise alles unter einer neuen Vertikalen von Leben und Tod dramatisiert.

Nach einem Überblick über wenige positive Beiträge prominenter Kirchenführer fährt er fort:

Wer hat sich denn bisher fähig gezeigt, die vertikale Dimension in den Blick zu nehmen? Wer hat den Mut, Worte von Reue und Buße zu gebrauchen, wo doch auch die Fastenzeit ihre tägliche Übung nahelegt? Das machen vielleicht einige einfache Leute, die fähig sind, Gottes Schutz, die Fürsprache Mariens und der Heiligen und göttlichen Schutz zu erbitten. Das machen auch einige Ordensgemeinschaften, die sich treu geblieben sind und in abgeschlossenen Klöstern Widerstand leisten. (...) Aber im großen Ganzen nehmen wir eine weit verbreitete Unwilligkeit zu beten wahr. Die Christen, die sich ganz dem Leben oder der Nichtigkeit von Mystizismen hingegeben haben oder einfach unsichtbar geworden sind, finden keine Worte des Gebetes - und niemanden, an den sie sie richten könnten.

Sehr lesenswert - hier leider nur auf Englisch

Am Rande - Woche 12

Zwei nützliche Projekte

(20. 3.)

Einfallsreichtum und Energie der amerikanischen Tradiszene sind bewundernswert. Hier zwei Beispiele, die auch für europäische Anwender nutzbar sind.

Die Oblaten des hl. Joseph haben eine App (Android und iPhone) entwickelt, mit denen das Erlernen der Gregorianischen Gesänge für die hl. Messe erleichtert wird - und zwar für die überlieferte Form ebenso wie für die moderne. Mehr Informationen und eine positiv-kritische Würdigung gibt es auf New Liturgical Movement.

Der unermüdliche Matthew Hazel arbeitet weiter an seiner Internet-Edition der Vorbereitungsdokumente zum 2. Vatikanischen Konzil. Also jener Dokumente, die von der Kurie in jahrelanger Arbeit vorbereitet worden waren und dann in einem putschartigen Vorstoß der mitteleuropäischen Konzilsväter mit größtenteils modernistischen Neigungen von der Tagesordnung genommen wurden. Hier ein Zwischenbericht zum aktuellen Stand der Arbeit, ebenfalls auf New Liturgical Movement.

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Fast wie ein Nachruf...

(16. 3.)

… liest sich der heutige MondayVatican von Andrea Gagliarducci, in dem der Autor sich fragt, welches Erbe der argentinische Papst wohl seiner Kirche hinterlassen wird. Die bisherige Bilanz erscheint ihm dürftig, und die Begründung ist bemerkenswert:

Diesem Pontifikat fehlt es an intellektueller Stoßkraft. Da niemand die Debatte anführt, wird sie von einer Reihe von Kräften beherrscht, die schon immer versucht haben, die Diskussion und damit die katholische Kirche nach ihrem Willen zu lenken.

Das Pontifikat, das während des Jahres des Glaubens und mit missionarischer Zielsetzung geboren wurde, hinterläßt ein politisches statt eines spirutuellen Erbes. Tatsächlich ist das Denken von Franziskus politisch und pragmatisch, während seine Spiritualität eine der Volksfrömmigkeit ist. Im siebenten Jahr des Pontifikats ist aufgrund widriger Umstände alles zum Stillstand gekommen, so daß man von einer Versteinerung des Pontifikats sprechen kann. Es geht immer wieder um die gleichen Fragen, ohne daß die Diskussionen in den Kreisen um den Papst zu den tatsächlichen Problemen vordringen.

Sehr lesenswert - auf Deutsch wieder beim Beiboot Petri.

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