Am Rande - Woche 11

Alte Messe live im Netz

(14. 3.)

Screenshot von der Website

Die amerikanische Petrusbruderschaft hat das Webangebot LiveMass.net aufgebaut (warum kommen solche Ideen eigentlich immer aus den USA und werden hier noch nicht einmal aufgegriffen?), das aus mehreren Meßorten und aus verschiedenen Zeitzonen mehrmals täglich eine hl. Messe als Live-Stream im Internet überträgt. Zwischen den Live-Übertragungen sind  Aufzeichnungen der Sonntagsmesse zu sehen.

Derzeit sind die Meßorte Fribourg in der Schweiz mit einer Messe am Vormittag (Predigt in französischer Sprache) sowie Messfeiern aus Warrington (England) um die Mittagszeit und Sarasota (Florida), die hier am frühen Abend ankommt. Letztere beide mit englischer Predigt. Ein Stundenplan auf der Website informiert über die sonn- und werktäglich leicht unterschiedlichen genauen Zeiten.

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Die französische Piusbruderschaft überträgt jeden Sonntag vier hl. Messen aus ihrer Kirche Saint-Nicolas-du Chardonnet (Predigt in Französisch). Aufzufinden auf Youtube mit der Eingabe "Eglise Saint-Nicolas-du-Chardonnet".

Das Priesterseminar der Petrusbruderschaft in Wigratzbad nutzt ebenfalls Youtube für Übertragungen seiner Liturgien - aufzufinden mit der Eingabe "wigratzbad latin mass".

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Die brachiale Art...

(13. 3.)

Bild aus dem genannten Artikel auf OnePeterFive

… in der die italienische Regierung Versammlungsverbote wegen der Corona-Epidemie auch für Kirchen durchgesetzt hat, hat viele Katholiken irritiert. Und die Beflissenheit, mit der viele Kirchenstellen sich dem staatlichen Krisenmanagement unterworfen haben, ohne geistliche Aspekte auch nur anzusprechen, hat gerade in der Tradition eine Oppositionshaltung entstehen lassen, die den Sinn und die Berechtigung von Vorsorgemaßnahmen generell in Frage stellt. Stehen wir nicht alle in Gottes Hand?

Steve Skojec von OnePeterFive, den niemand für ein anpasserisches Weichei halten kann, hat dem jetzt einen sehr langen und sehr bedenkenswerten Kommentar entgegengesetzt. Er verweist darauf, daß auch die Sonntagspflicht keine absolute Verpflichtung im Sinne eines „koste es, was es wolle“ aufstellt. Und er erinnert daran, daß Christen aufgefordert sind, auch das irdische Heil aller nach Kräften ins Auge zu fassen und sich nicht in der breiten Grauzone zwischen Gottvertrauen und Leichtsinn in einer Weise zu verhalten, deren möglicherweise verhängnisvolle Folgen von anderen zu tragen wären.

Unterdessen erklärt die polnische Bischofskonferenz, wie es richtig geht: Die Priester sollen die Zahl der Sonntagsmessen erhöhen, um die „Versammlungsdichte“ und damit die Ansteckungsgefahr zu verringern. Und wer befürchten muß, seine Teilnahme am Gottesdienst könnte für ihn oder andere zur Gefahr werden, soll auf die körperliche Teilnahme verzichten. Alle aber sollen sich im Gebet für die Heilung der Befallen und ein Ende der Epidemie vereinigen.

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„Der Fortschritt hat keine Zukunft“...

(10. 3.)

Screenshot aus einem Vortrag auf Youtube

...überschreibt Peter Winnenmöller seinen Montagskommentar auf kath.net. Daraus ein paar kurze Abschnitte:

Priestertum der Frau, Abschaffung des Zölibat und nicht zuletzt eine pseudomoderne Sexualmoral sollen die Zukunft der Kirche gewährleisten.(...) Dabei warnen seriöse Kenner der Kirche immer wieder davor, diesen dekonstruktivistischen Kurs fortzusetzen. Alle Warnungen werden in den Wind geschlagen oder nicht gehört. Nun holt die Wirklichkeit die modernistischen Träumer ein.

Und später:

Im Bistum Osnabrück sind nach Angaben der Bistumszeitung „Der Kirchenbote“ Austrittszahlen im vergangenen Jahr massiv angestiegen. In einigen Regionen kam es offensichtlich zu Verdoppelungen der Austrittszahlen. Als Grund gibt das Bistumsblatt eigenen Recherchen zu Folge den Missbrauchsskandal an. ... Es gibt jedoch bei ehrlicher Betrachtung kein Ausweichen vor der Tatsache, dass alles Gerede von „Vertrauen“ und „Vertrauen zurück gewinnen“ nur hohles Marketinggeschwätz sind. Es zeigt sich ganz klar, dass eine Kirche, die ihre eigene Lehre nicht offensiv vertritt, sich direkt und unmittelbar in die Bedeutungslosigkeit katapultiert. Dabei ist das Absurdum schlechthin, dass der Missbrauchsskandal nicht eine Folge der Sexualmoral oder des Zölibat ist. Vielmehr konnte so etwas nur passieren, weil die aus dem Glauben resultierenden moralischen oder disziplinarischen Regeln nicht eingehalten wurden.

Und zum guten Schluß:

Derzeit sieht es in der Tat danach aus, als liege die Zukunft der Kirche allein in der Tradition. Dort nämlich, wo Menschen ohne Belästigung durch eine blasphemische Zweinullerideologie katholisch sein dürfen, ist Wachstum zu verzeichnen. Die katholische Tradition atmet die frische Luft der ewigen Wahrheit. Der dekonstruktivistische Modernismus trägt in sich den Pesthauch des endgültigen Bedeutungsverlustes.

Am Rande - Woche 10

Unter Beobachtung

(7. 3.)

Der „synodale Weg“ und die mit seinem Fortgang laut werdenden Begleitgeräusche haben insbesondere die Katholiken in den Vereinigten Staaten alarmiert. Das ist nicht zuletzt ein Verdienst der Journalistin Maike Hickson, die als deutsche Muttersprachlerin die hiesige Szene genau beobachtet und auf LifesiteNews ausführlich darüber berichtet. Am vergangenen Donnerstag veröffentlichte sie dort eine ausführliche Darstellung, daß die deutschen Reformer sich durch die Fehlstellen in Querida Amazonia durchaus nicht entmutigt fühlen und ihre Pläne zum grundlegenden Umbau der Kirche - zumindest in Südamerika und Mitteleuropa - munter weiter verfolgen. Besonders interessant dabei ihre Beobachtung, daß die Kampagne anscheinend ihre Ziele etwas umdefiniert hat: Nicht mehr die Weihe von Frauen zu diakonen und sog. Viri probati zu Priestern steht danach jetzt im Vordergrund, sondern der Versuch, die Bedeutung von Priesterweihe und Amt insgesamt zu redizieren und damit einer Laienkirche protestantischer Machart den Weg zu bereiten.

Davon ausgehend unternimmt Steve Skojec auf OnePeterFive den Versuch, das Vorgehen der deutschen Reformer in eine auf die ganze Kirche abzielende Gesamtstrategie einzuordnen. Also nicht die Unterschiede zu betonen, die gelegentlich zwischen Berlin und Rom sichtbar werden, sondern die viel größeren Gemeinsamkeiten, die auf einem doppelten Fundament beruhen: Theologischem Relativismus und deutschem Geld für die Kassen des Vatikans. 

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Business as usual II

(5. 3.)

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Business as usual I

(3. 3.)

Vor der Frühjahrstagung der deutschen Bischöfe, die heute ihren neuen Vorsitzenden wählen, ging es bei Kirchens zu wie bei jedem anderen Interessenverband auch. Besonders aktiv war die Abteilung Karrierechancen für Frauen. Die einen verkündeten per Plakat: Wir können auch Päpstin, die anderen, realistischeren, hatten sich auf den neu zu besetzenden Sekretär*innenposten der Bischofskonferenz eingeschossen. Sie konnte in den vergangen 14 Tagen gefühlt ein halbes Dutzend Unterstützungsartikel auf katholisch.de für sich platzieren. Die Vereinigung der Mißbrauchsopfer, die für ihre Mitglieder erhebliche Entschädigungszahlungen eintreiben will, ließ verlauten, sie bereite sich auf Störaktionen in Gottesdiensten vor. Der Männerseelsorger der Bischofskonferenz fordert das „Massenouting“ schwuler Priester, um das „homophobe Lehrgebäude“ der Kirche zum Einsturz zu bringen, Bischof Feige verlangt: Kirchliche Lehre und Strukturen immer wieder aktualisieren.

Steht die Kirche also „an einer Zeitenwende?“. Sieht eher nach business as usual aus.

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Kultur des Todes

(3. 3.)

Die gestern verkündete Interpretation der Verfassung durch die Richter von Karlsruhe hat zu Recht Entsetzen ausgelöst: Selbstmord wird zum Menschenrecht, Beihilfe zur Tat zum regulierungsfähigen Gewerbe erklärt. Katholon spricht von einem „Angriff auf die Menschenwürde“, katholisches.info fragt „Wer schützt das Grundgesetz vor den Verfassungsrichtern?“ Die großen Kirchen, so verdünnt ihre christliche Substanz inzwischen auch sein mag, sind sich einig und sehen, wie katholisch.de mitteilt, „grundlegende Fragen unseres Menschseins und des ethischen Fundaments unserer Gesellschaft“ angesprochen. Mehrfach – z.B. in einer gemeinsamen Erklärung von Kardinal Marx und dem EKD-Ratsvorsitzenden Beddford Strohm – ist von einem „Kulturbruch“ die Rede.

Das alles ist richtig, aber gerade die Rede vom „Kulturbruch“ verdeckt einen ganz wichtigen Umstand mehr, als daß sie ihn anprangert: „Kulturbruch“ ist das Urteil der vom Bundestag nach politischen Kriterien eingesetzten Richter nur insoweit, wie es den Bruch dieser Gesellschaft mit früher gültigen christlichen und naturrechtlichen Grundsätzen für ein paar Tage besonders deutlich ins Bewußtsein hebt. Doch dieser Bruch wird seit Jahrzehnten vollzogen; die „Kultur des Todes“ ist längst zur Staatsideologie geworden, wer ihr widerspricht - und sei es bei einem auch historisch so schwer belasteten Thema wie der Euthanasie - kasnn nicht mehr mit dem Schutz der Verfassung rechnen.

Am Rande - Woche 9

Weihbischof Athanasius Schneider...

(28. 2.)

...ist in dieser Woche gleich mit zwei wichtigen Veröffentlichungen hervorgetreten. In der ersten beschäftigt er sich mit den in einigen Diözesen im Zeichen von CORONA ausgesprochenen Verboten der Mundkommunion. Diese sind, wie er mit guten Gründen darlegt, kaum geeignet, den unterstellten Zweck zu erreichen: Die Infektionsgefahr von den eigenen Händen, mit denen man gerade die Haltestange in der Straßenbahn, den Türgriff am Kircheneingang oder das Geld fär den Klingelbeutel angefasst hat, ist mindestens so groß wie die Gefahr der Übertragung durch die Hände eines Priesters, der sich an die seit Jahrhunderten vorgeschrieenen Riten der Messfeier und Kommunionspendung hält.

Vor allem aber widersprechen solche Verbote, die den mit der Handkommunion stets verbundenen Verlustes von Partikeln in Kauf nehmen, der vom Umgang mit dem Leib des Herrn geforderten Ehrfurcht und sind überdies kirchenrechtlich zweifelhaft.

Im zweiten Beitrag befaßt sich der Weihbischof grundsätzlich mit der immer wieder und jetzt zum 7. Jahrestag der Abdankung von Papst Benedikt erneut aufgeworfenen Frage, ob und unter welchen Bedingungen ein Papst, der der Häresie beschuldigt wird, sein Amt verliert oder es abgesprochen bekommen kann. Er warnt nachdrücklich vor der gelegentlich zu beobachtenden Tendenz, sich selbst oder einzelne Gruppen zum Richter zu machen und verweist darauf, daß alle dahingehenden Theorien Privatmeinungen einzelner – darunter auch heiliger – Theologen waren und sind. Kein Katholik ist verpflichtet, einem Papst in Lehren zu folgen, die nicht der Tradition der Kirche entsprechen. Widerspruch kann erlaubt und sogar geboten sein. Doch die Entfernung eines rechtsgültig auf den Stuhl Petri gewählten Papstes aus dem Amt liegt alleine in der Macht dessen, der das eigentliche Haupt der Kirche ist.

Das Verschwinden der Väter

(26. 2.)

Bild: Aus dem genannten Artikel auch Crisis/Shutterstock

...betrifft alle Ebenen. Vom Patriotismus in der Gesellschaft, von den Ämtern in Kirche und Gemeinde bis zur Familie. Männlichkeit ist als „toxisch“ erkannt und wird entsprechend bekämpft, desinfiziert und exorziert. Jungen, die sich wie Jungen benehmen, haben in der Schule einen schweren Stand. Ihre Chancen, sich zu Vätern zu entwickeln, die diesen Namen über biologische Grundfunktionen hinaus verdienen, werden von Jahr zu Jahr geringer. Was nicht heißt, daß Mädchen oder Frauen dadurch etwas gewönnen - im Gegenteil.

Anthony Esolen hat das Phänomen im Crisis Magazine etwas genauer betrachtet und lenkt dabei die Aufmerksamkeit auf die Verweiblichung des Lehrer-Berufes, die inzwischen über jede Parität oder Quotierung hinausgeht und zu einer ideologischen Feminisierung des Bildungswesens geführt hat, die - zweifellos von interessierter Seite gefördert - gesellschaftssprengende Folgen hervorbringt.

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Herrscher oder Regent?

(25. 2.)

eigene Montage

Unter dieser Fragestellung vergleicht Andrea Gagliarducci in dieser Woche die Pontifikate von Paul VI. und Franziskus. Deutsch beim Beiboot Petri. Nicht alles kann uns überzeugen - beide haben auch manches gemeinsam, so daß sie nicht nur für einen Gegensatz stehen. Am meisten lernten wir aus Gagliarducis Artikel da, wo er sich vom Vergleich löst und das Spezifische in den Blick bekommt:

Papst Franziskus´ Weg zur Reform besteht aus Schritten vorwärts und rückwärts, weil Papst Franziskus der alleinige Kommandant ist. ... Seinem Pontifikat fehlt jedoch vielleicht die große Vision der Herausforderungen des Glaubens und nicht nur der Kirche. Papst Franziskus hat die Idee einer Kirche als "Feldlazarett" lanciert, das immer auf Notfälle antwortet. Das Feldlazarett ist am Ende die Frucht eines Notfalls, es liefert keine Langzeitlösungen. (...)

Die Vision von Papst Franziskus ist in der Tat sehr stark an die Lateinamerikanische Welt gebunden. Wahrscheinlich hat Papst Franziskus seine Wahl als eine Wiedergutmachung für Lateinamerika interpretiert. Papst Franziskus verkörpert den Traum Simón Bolivars, der wollte, daß Lateinamerika sich zu einem starken und erneuerten Kontinent vereint.

Am Rande - Woche 8

Vorsicht - keine Satire!

(22. 2.)

Bild: von der genannten Website

Unter der Überschrift „Der Dienstleistungsgedanke ist die Zukunft der Kirche“ lesen wir auf katholisch.de in einem Kommentar von Redakteurin Höfling zur Vorstellung eines Freiburger Web-Projektes unter anderem folgendes:

Im Dienstleistungsgedanken, der hinter Einfach-kirchlich-heiraten.de steht, zeigt sich ein Paradigmenwechsel, ein ganz neues Verständnis von Kirche: Sie begibt sich explizit mit anderen, weltlichen Anbietern in einen Wettbewerb um das Interesse der Menschen. Dieser Grundgedanke der Kirche als einer Art "Service-Agentur" ist neu und ungewohnt.

Wie auch die Initiatoren vermuten, wird er wohl nicht jedem gefallen. Schließlich ist die katholische Kirche eine heilige Institution, die sich auf Gott gründet und kein x-beliebiges Unternehmen. Das Projekt des Erzbistums Freiburg steigt jetzt von diesem hohen Ross herunter: Es fragt bescheiden und selbstkritisch, wo die Kirche den Gläubigen wirklich etwas NÜTZEN kann.

Und Gott samt seiner Heiligkeit haben dazu nun wirklich nichts mehr beizutragen.

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Thema: Diakoninnen

(21. 2.)

Bild: Wikimedia Commons

Uwe C. Lay hat sich in einem 4-teiligen Beitrag seiner Nachtgedanken, den er selbst seiner Sprödigkeit entsprechend nicht unzutreffend als „Hausarbeit“ bezeichnet, mit den hauptsächlichen Argumenten für und gegen die Weihe von Frauen zu Diakonen beschäftigt. Er konstatiert eine bereits in der traditionellen Lehre angelegte und durch das II. Vatikanum vertiefte Unschärfe in den Begriffen von der Einheit des Weihesakraments einerseits und der Beschreibung eines spezifischen sakramentalen Charakters für den Diakonat. Erst diese Unschärfe ermöglicht es den Befürwortern des Frauendiakonats, ihre Forderung zumindest oberflächlich als in Einklang mit der Lehre der Kirche stehend darzustellen. Lay plädiert folglich für die Überwindung dieser Denkunschärfen und macht erste dahingehende Vorschläge.

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Unter Beobachtung

(20. 2.)

Bild: Vatican Media

Seit Ausrufung des Synodalen Weges steht die katholische Kirche in Deutschland unter verschärfter internationaler Beobachtung. Man muß nicht so weit gehen wie Fr. Zuhlsdorf, der die deutsche Kirchenorganisation routinemäßig als „caput malorum omnium“ anspricht (z.B. hier). Aber es reicht schon, die Berichte von Maike Hickson auf LifesiteNews zu verfolgen, um zu sehen, wie genau man in USA auf den Rhein schaut - und auf seine unselige Angewohnheit, in alle möglichen anderen Flüsse zu fließen, selbst wenn sie so weit weg sind wie der Amazonas.

Einzelberichte und -beobachtungen sind das eine - umfassende Analyse sind eher selten. Genau eine solche oder zumindest einen wertvollen Ansatz dazu hat jetzt Sandro Magister in seinem Blog Settimo Cielo veröffentlicht: „Francesco e lo scisma di Germania - cronistoria di un incubo“ - die „Geschichte eines Albtraums“ also. Magister veröffentlicht seine Artikel „nur“ in Italienisch, Englisch, Spanisch und Französisch. Eine deutsche Übersetzung hat das Beiboot Petri ins Netz gehoben. Hier werden Ross und Reiter schön im Zusammenhang aufgezählt - sehr zur Lektüre empfohlen.

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Die Dreckschleuder

(19. 2.)

In theologischen Dingen betrachten wir katholisches.de und seine akademischen Stichwortgeber als nicht satisfaktionsfähig. Kein Wort mehr darüber – solange wir uns beherrschen können. Kirchenpolitisch ist dieses offiziöse Sprachrohr der deutschen Bischöfe (oder deren bösen Geistes Langendörfer) freilich immer noch der Rede wert – auch wenn es längst zu einer ordinären Dreckschleuder verkommen ist. Unter der denunziatorischen Überschrift „Neue Fragen zur Rolle Joseph Ratzingers in einem Missbrauchsfall“ werden, gestützt auf ein journalistisches „Rechercheteam“, alte Beschuldigungen über angeblich mangelhafte Aufsicht in einem Fall aus dem Jahre 1980 aufgewärmt. Ergänzt durch einen brisanten Vorwurf: Als der damalige Kardinal Ratzinger 2000 einen Studienfreund an dessen Sterbebett besuchte, soll er dort auch den (10 Jahre später tatsächlich wegen Mißbrauchstaten laisierten ) Geistlichen angetroffen haben. „Ob Ratzinger ihn erkannte, ist nicht bekannt.“ Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Am gleichen Tag reportiert die Dreckschleuder unter der Überschrift „Stopp des Seligsprechungsverfahrens für Pius XII. gefordert“ eine Frankfurter Podiumsdiskussion, wo eben diese Forderung „aus Respekt vor unseren jüdischen Freunden“ erhoben worden war. Gestützt auf die sattsam bekannten „fake-news“ des sowjetischen Geheimdienstes der 50er Jahre und trotz vielfacher Wiederlegung endlos wiedergekäut, wann immer opportun. Für diesen Bericht handelte sich die federführende KNA sogar eine als „Aktualisierung“ getarnte Richtigstellung eines Diskussionsteilnehmers ein, die freilich die verleumderische Gesamttendenz kaum entschärfen konnte.

Enttäuschung und Wut der innerkirchlichen Kirchenfeinde über den ausgebliebenen Rückenwind für ihre Vorhaben in „Querida Amazonia“ sind groß.

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Das Amazonas-Dokument II

(17. 2.)

Bild: Vatican Madiai/CPP/IPA/dpa aus einem der angeführten Artikel von katholisch.de

Die Diskussion über das Dokument zur Synode bringt weiterhin wenig Neues: Die Progressiven sind weltweit bitter enttäuscht und suchen verzweifelt nach Lichtblicken zu ihren Lieblingsthemen, die Traditionsorientierten sind erleichtert, erliegen jedoch teilweise der Versuchung, die pontifikatstypische mangelnde Präzision als Vorbote kommenden Unheils oder gar als Ausdruck gezielter Täuschung zu interpretieren. An alledem ist auch etwas dran - aber es verfehlt doch die Hauptsache: Das Dokument enthält keine Festlegungen, die unerträglich wären, und es biete den Vorkämpfern des Synodalen Weges mehr Hindernisse als Treibsätze für ihre Vorhaben. Ob die Synode damit bereits gescheitert ist, bleibt abzuwarten.

Einen guten Überblick über die Rezeption in Deutschland aus offiziöser Sicht biete katholisch.de; wie man anderswo die deutsche Reaktion beurteilt, ist auf LifesiteNews nachzulesen. Einen Eindruck von der Stimmungslage bei den Vertretern des Gleichstellungsdogmas geben eine wütende Regina Laudage-Kleeberg unter der Überschrift „Papst Franziskus' Aussagen zementieren Geschlechterrollen“ und ein Bericht der Tagespost über die aus dem Kathfeminismus tönenden Stimmen. Nicht Neues dabei, nirgends.

Am Rande - Woche 7

Das Amazonas-Dokument I

(14. 2.)

Marco Tosatti hat die Exhortation bereits gelesen und gibt Entwarnung: Keine Festlegungen irgendwelcher Art.

Das Beiboot Petri hat Tossattis Kurzmeldung übersetzt und wird im Lauf des Tages zweifellos auf weitere Kommentar verweisen. 

Wir können uns dann ja den Tagesgeschäften zuwenden.

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Nachtrag zu Lichtmess

(13. 2.)

Bild: aus der zitierten Serie auf NLM

Auch in diesem Jahr hat New Liturgical Movement wieder eine große Zahl Photos von Feiern zum Fest Mariä Lichtmess veröffentlicht. Die Bilder kommen aus Melbourne (1. Serie) oder Jakarta (3. Serie) ebenso wie von den Philippinen (Serie2) oder aus Kalifornien (3. Serie), Kroatien oder Italien (1. Serie). Auch Bilder von Feiern im ordentlichen „Ordentlichen Ritus“ sind dabei (Serie 2; Kalamazoo, Michigan, oder Taylors, SC, Bild oben!), und auf den Bildern aus einer Kirche des Instituts Christus König in Belgien (2. Serie) ist zu sehen, daß dort die Rubriken von vor 1950 befolgt werden.

Etwas ganz Besonderes bietet ein über einstündiges Video von einer Lichtmess-Vesper im Ritus von Sarum, die am Vorabend des Festes (.d.h. zu dessen Anfang) in St. Patrick in Philadelphia gefeiert wurde.

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Glaubenstreu in Aachen

(11. 2.)

Bild: Domkaitel Aachen/Andreas Schmitter, Website des Bistums

Daß das Bistum Aachen versuchte, eine Informationsveranstaltung mit Alexander „Pachamama in den Tiber“ Tschugguel in der Pfarrei in Herzogenrath zu verhindern, ist inzwischen bekannt – ebenso, daß sie dennoch stattgefunden hat, eben in zivilgesellschaftlichem Rahmen. (Mehr auf kath.net) Voll den Anforderungen der Zeit entsprechend fanden wir, daß „Misereor“ im Zusammenhang mit der Veranstaltung an Auschwitz erinnerte und mahnte: „Wer religiöse Symbole versenkt, ist bald eventuell auch gewillt Menschen zu versenken.“ Und geradezu herzerwärmend das im bischöflichen Auftrag verfasste Schreiben von Generalvikar Cremer an den Herzogenrather Pfarrer Rodheudt, streng darauf zu achten, daß in Sälen seiner Pfarrei nicht hinter das 2. Vatikanum zurückgegangen werde und das Schreiben Maximum Illud von Papst Benedikt XV. Von 1919 beachtet werde, in dem dieser die Abkehr vonPraktiken der Kolonialzeit gefordert habe.

Es gibt noch glaubenstreue Katholiken im Lande – sogar unter den Generalvikaren!

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Priesteramt, dreigeteilt

(10. 2.)

Bild: aus dem zitierten Artikel von katholisch.de

Warum es eine Dreiteilung des Priesteramts braucht - Mit diesem Vorschlag wären die Debatten um Zölibat und Frauenordination beendet, der Gegensatz zwischen Geweihten und Laien aufgehoben: Basierend auf Ideen des Zweiten Vatikanischen Konzils plädiert der Dortmunder Theologe Thomas Ruster für ein dreigeteiltes Priestertum. Es würde sogar demokratischen Grundsätzen genügen.

Unter diesem Vorspann propagiert heute katholisches.de eine Idee zur zeitgeistkompatiblen Dekonstruktion und völligen Neukonstruktion des Priestertums, die die Kirche endgültig von ihren apostolischen Wurzeln abschneiden und ihres sakramentalen Charakters entkleiden würde. 

Wir haben Verständnis für den Autor: Er amtiert an einer technischen Universität und ist in seinem Verständnis wohl nie über ein mechanistisches Weltbild hinausgekommen.