Am Rande - Woche 4

Na endlich!

24.01.

Screenshot mit Bild von Arne Immanuel Bänsch/dpa

Da freut sich die Redaktion von katholisch.de: Der Modedesigner Glööckler, auch sonst wie berichtet wird eine fromme Haut, darf sich „in Bleiglas verwirklichen“ - wozu Vehikel zu sein bekanntlich die letzte und höchste Bestimmung eines Kirchenfensters ist. Vorerst nur in einer evangelischen Kirche und nur bei einem bislang zugemauerten Fenster. Aber mit ein wenig Einsatz finden die Kollegen von katholisch.de sicher auch einen in ihrer Konfession firmierenden Bischof, der so alte Scherben aus dem 14. Jahrhundert mal ein wenig aufglööckeln will. Muß man bringen im Showgeschäft!

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Den Erzketzer Markion...

22.01.

... hat Peter Winnenmöller zum Beginn einer Serie auf CNA über die Häresiarchen des Altertums vorgestellt. Für Markion war der Gott des Alten Testaments nicht „lieb“ genug – und deshalb verwarf er gleich das ganze AT. Damit findet er durchaus auch in der Gegenwart Anklang, wenn der Gott der Frohbotschaft gegen den der Drohbotschaft in Stellung gebracht wird.

Dabei greifen die modernen Markioniten meist zu einem Trick. Statt das AT explizit abzuschaffen, wenden sie sich dagegen, es in der Perspektive seiner Erfüllung im Neuen Bund zu lesen. Nur die rabbinisch-jüdische Perspektive soll gelten – auf diese Weise will die maßgeblich mit dem Namen Erich Zenger verbundene Sekte das von den Christen angeblich zu Unrecht angeeignete AT seinen wahren Besitzern „zurückerstatten“. Und verdrängt es damit noch wirkungsvoller, als Markion das je hoffen konnte.

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Abschaffer und Abbrecher

21. 01

In seinem Monday Vatican (deutsch beim Beiboot Petri) setzt Andrea Gagliarducci heute die Rodung des Weinbergs in Castel Gandolfo in Bezug zu der ohne Rücksicht auf jede Tradition vorangetriebenen Umgestaltung der Kirche durch Franziskus und seine Hintermänner. Dabei gelingt ihm eine bemerkenswerte Feststellung:

Am Ende scheint es, dass heutzutage nur eine Darstellung der Kirche geduldet wird: das Narrativ von Veränderung und Revolution. Alle anderen müssen schweigen. Dies ist der Grund, warum die Zerstörung des Weinbergs von Benedikt XVI symbolisch ist. Sie dramatisiert die Idee, daß alles, was im Pontifikat von Benedikt XVI geschah, beiseite gelegt werden muss. Alles, von den Ideen bis zu den Männern.

Damit enthüllt er ganz nebenbei auch das Konzept, an dem sich Berichterstattung und Kommentierung von (deutsch)-katholisch.de und der „Synodale Weg“ der deutschen Bischöfe orientieren. In vielen Zielen mag es Unterschiede geben zwischen Rom und München. Darin, daß erst mal alles Alte weg muß, entweder offiziell „abgeschafft“ oder hintenrum delegitimiert werden, sind sie sich einig.

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Acies ordinata

19. 1.

Bild: Lifesite News

„Acies Ordinata“ - geordnete Schlachtreihe - ist die Bezeichnung, unter der eine Gruppe um Roberto de Mattei gestern eine einstündige „Gebetsdemonstration“ vor der Münchener Theatinerkirche durchgeführt hat. Erstmals war auch der „abgetauchte“ ehemalige Nuntius in den USA Vigano in der Öffentlichkeit zu sehen. Auf einer anschließenden Pressekonferenz erklärten Sprecher der Beteiligten die Stoßrichtung: Es geht darum, die deutschen Bischöfe von ihrem „synodalen Weg“ in die Kirchenspaltung abzuhalten.

Michael Matt vom Remnant geißelte den autoritären Klerikalismus, in dem Bischofskonferenz und ZDK ihre Ziele durchsetzen. Alexander 'Pachamamaschreck' Tschugguel warnte vor dem Weg der Kirche zur NGO, John Henry Weston von Lifesite News beschuldigte Kardinal Marx, als „falscher Apostel“ Wolf im Schafspelz geworden zu sein. Roberto de Mattei rief zum Austritt aus dem Kirchensteuersystem aus und forderte dessen Abschaffung. Diese und weitere Erklärungen im kompletten Wortlaut auf Englisch in Lifesite-News, einige Auszüge übersetzt und zahlreiche Bilder beim Beiboot Petri.

Inzwischen sind beim Beiboot auch die Beiträge von Michael Matt und Alexander Tschuguell sowie ein ausführliches Interview mit Prof. de Mattei auf Deutsch erschienen.