Am Rande - Woche 13

Eucharistischer Segen

(28. 3.)

Bild: Screenshot aus dem verlinkten Video auf Youtube

Am Nachmittag des 26. März betete Papst Franziskus auf dem Petersplatz um Gottes Gnade und Hilfe bei der Abwehr der weltweit grassierenden Corona-Seuche. Die Zeremonie begann bei sehr schlechtem Wetter mit einer Ansprache des Papstes unter dem Audienz-Baldachin auf dem menschenleeren Petersplatz und wurde später mit einer eucharistischen Andacht vor ausgesetztem Sakrament an einem provisorisch in der Vorhalle der Peterskirche errichteten Altar fortgesetzt.

Nach dem Gesang des Eucharistischen Hymnus Adoro te devoto von Thomas von Aquin und Bittgebeten zur Befreiung von der Seuche sangen die wenigen Versammelten wie in der Eucharistischen Andacht vorgesehen das Tantum Ergo. Anschließend begab sich Franziskus mit der allerheiligsten Sakrament in der Monstranz in das Hauptportal, wo er bei inzwischen strömendem Regen den Eucharistischen Segen erteilte. Ein beeindruckendes Bild: Links das in den Vatikan gebrachte „Pestkreuz“ aus S.Marcello, recht das Bild der „Salus Populi Romani“ aus Maria Maggiore - in der Mitte der Papst mit der Monstranz. Die Zeremonie endete mit einer Litanei in italienischer Sprache und dem gregorianischen Gesang von Psalm 117 (116) „Laudate Dominum omnes Gentes, laudate eum omnes populi...“

Eine leider in den Minuten 6 - 14 der Ansprache technisch gestörte Aufzeichnung der insgesamt gut einstündigen Zeremonie gibt es bei Youtube. Eine deutsch Übersetzung der Ansprache des Papstes hat kath.net. Einen lesenswerten Kommentar von Guido Horst zur Segenszeremonie bringt die Tagespost.

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Geschlossene Kirchen, verbotene Gottesdienste

(25. 3.)

Bild: Aus dem angeführten Artikel von Nuova Bussola

Die Diskussion über die staatlich angeordnete Einstellung der Gottesdienste, über die Reaktion der Kirche darauf sowie über alternative Möglichkeiten zur „virtuellen“ Beteiligung am gemeinschaftlichen Gebet  hält an. Sie erhält zusätzlich Nahrung durch einen ersten Berichte vom polizeilich durchgesetzten Abbruch eines Gottesdienstes

Wir werden auf das Thema zurückkommen, begnügen uns für heute jedoch mit einigen Links auf aktuelle Artikel zum Thema.

Clemens Viktor Oldendorf wirft auf katholisches.info die Frage auf, inwieweit ein durch Medien vermitteltes Ansehen und Anhören einer Messe auch als „Teilnahme“ angesehen werden kann. Mit dem gleichen Thema beschäftigt sich Frankfurts Stadtdekan zu Eltz auf kath.net. Auch katholisch.de stellt Überlegungen zur Medienvermittlung an und plädiert für neue Gottesdienstformen, die den besonderen Bedingungen der elektronischen Medien entgegen kommen. In eine ähnliche Richtung geht – ebenfalls auf katholisch.de – ein Beitrag, der sich mit dem „Internet als Raum der Pastoral“ beschäftigt.

Einige amerikanische Webseiten fassen auch die grundsätzliche Dimension der Entwicklung ins Auge. LifesiteNews, das bereits am 18. ausführlich über den Vorfall in Marina die Ceteri berichtet hatte, gibt am 24. 3. einen Überblick über den Stand weltweit. National Catholic Register diskutiert am Beispiel der Situation in England die Frage der Angemessenheit der staatlichen Maßnahmen bzw. deren bereitwilliger Hinnahme durch die Hierarchie. Eine ähnliche Diskussion findet sich bereits unter Datum vom 18. 3. bei CatholicWorlReport

Viel Material zum Nachdenken also - und täglich kommen Beiträge dazu.

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Die „Seuche leerer Rhetorik“

(23. 3.)

Bild: von der Website des Autors

In seinem Blog Settimo Cielo schreibt Sandro Magister über die bemerkenswerte Erscheinung, daß die Bischöfe und andere Oberhirten sich fast ausschließlich im Ton von Politikern und unter säkularen Aspekten zur aktuellen Pandemie äußern. Er beginnt:

Da gibt es keine Spur von der Kirche als Mater et magistra , die ihrer universellen Mutterrolle und ihrem Lehramt gerecht würde. ... Jahren von frommen Gerede vom Sauerteig, der Neuevangelisierung und des Prophetenamtes enden abrupt an dem unerwarteten Hindernis einer Epidemie, die auf unerwartete Weise alles unter einer neuen Vertikalen von Leben und Tod dramatisiert.

Nach einem Überblick über wenige positive Beiträge prominenter Kirchenführer fährt er fort:

Wer hat sich denn bisher fähig gezeigt, die vertikale Dimension in den Blick zu nehmen? Wer hat den Mut, Worte von Reue und Buße zu gebrauchen, wo doch auch die Fastenzeit ihre tägliche Übung nahelegt? Das machen vielleicht einige einfache Leute, die fähig sind, Gottes Schutz, die Fürsprache Mariens und der Heiligen und göttlichen Schutz zu erbitten. Das machen auch einige Ordensgemeinschaften, die sich treu geblieben sind und in abgeschlossenen Klöstern Widerstand leisten. (...) Aber im großen Ganzen nehmen wir eine weit verbreitete Unwilligkeit zu beten wahr. Die Christen, die sich ganz dem Leben oder der Nichtigkeit von Mystizismen hingegeben haben oder einfach unsichtbar geworden sind, finden keine Worte des Gebetes - und niemanden, an den sie sie richten könnten.

Sehr lesenswert - hier leider nur auf Englisch