Am Rande Woche 27

Wir entschuldigen uns...

(4. 7.)

...daß wir eine Woche lang unsere Freunde von katholisch.de vernachlässigt haben. Erinnern sie uns doch täglich daran, warum die Kirche damit aufhören muß, das II. Vatikanum zum Superkonzil zu überhöhen. Also - Ein paar Links aus den letzten acht Tagen:

Bischof Meier: Talente sind nicht ans Mannsein gebunden 

Anselm Grün: Keine theologischen Gründe gegen Frauenpriestertum 

Priester dürfen nicht das Maß aller Dinge sein 

Ellen Ammann: Eine Diakonin in der katholischen Kirche 

"Dienst" oder Befreiungstat? Wir brauchen eine Theologie der Macht 

Erzbischof Welby: "Jesus war kein Weißer" 

US-Bischöfe fordern Reformen gegen Rassismus und Polizeigewalt 

Theologe zu Rassismus-Debatte: Kirchenlieder auf den Prüfstand 

Moraltheologe für bewussten Fleischkonsum: 400 Gramm pro Woche 

Wie aus einem katholischen Mädchen ein evangelischer Pfarrer wurde 

Sonst noch Fragen?

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Msgr. Georg Ratzinger R.I.P.

(1. 7.)

Bild: Wikimedia Commons by Ricardo.ciccone, CC BY-SA 4.0

 

Msgr. Georg Ratzinger ist am heutigen Mittwoch im Alter von 96 Jahren in Regensburg gestorben. 

Deus, qui inter apostolicos sacerdotes famulum tuum Georgium sacerdotali fecisti dignitate vigere: praesta quaesumus: ut eorum quoque perpetuo aggregetur consortio. Per Christum, Dominum nostrum. Amen.

Eine Zusammenstellung von Nachrufen bringt das Beiboot Petri.

Auf Youtube gibt es zahlreiche Filme aus der Zeit des Wirkens von Georg Ratzinger als "Chef" der Regensburger Domspatzen. Hier ein kurzer Film, der einen Eindruck von seinem damaligen Wirken vermittelt:

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Vatikan II am Ende

(29. 6.)

Bild: KNA_132695

 

Die Diskussion über Stellenwert und Verbindlichkeit der Texte des 2. Vatikanums hatte eingesetzt, bevor das Konzil überhaupt abgeschlossen war, und hat seitdem nicht wieder aufgehört. In den letzten Wochen – sei es wegen des allgemeinen Corona-Stresses, sei es wegen der immer unerträglicher werdenden Entwicklung in wichtigen Ortskirchen wie der deutschen – hat sich die Debatte enorm zugespitzt. Die kirchliche Linke hält sich bei alledem vornehm zurück – im gegenwärtigen Pontifikat scheint zwar nicht alles, aber doch vieles nach ihren Wünschen zu laufen.

Umso heftiger werden die Auseinandersetzungen innerhalb des traditionsorientierten Bereichs – dramatisch zugespitzt durch eine Replik Viganos auf einen ihm zu gemäßigt erscheinenden Beitrag von Weihbischof Schneider zu den Konzilsaussagen über die Religionsfreiheit und einen Briefwechsel des Erzbischofs mit dem italienischen Rechtsprofessor Paolo Pasqualucci. In letzterem scheint Vigano die vollständige Verwerfung des II. Vatikanums zu fordern – so versteht es zumindest Sandro Magister in einer soeben veröffentlichten Intervention, und sieht darin Anlaß, vor einem Abdriften in Sedisvakantismus und Schisma zu warnen. Dem will sich Peter Kwasniewski so nicht anschließen: Auch er hält das II. Vatikanum für „nicht zu retten“ und schlägt vor, nach Wegen zu suchen, seine Dokumente als historisch überholt und nicht mehr relevant zu erklären, ohne dabei in die Irrtümer zu verfallen, vor denen Sandro Magister zu Recht gewarnt hat.