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Marienwallfahrt Kleinenberg

Bild: F.J.MehringVon der diesjährigen Marienwallfahrt Kleinenberg (Nähe Paderborn) schickt uns Franz-Josef Mehring den folgenden Bericht samt dem rechts wiedergegebenen Photo:

Schon zum 9. Mal machten sich am 8. Mai 2016 Gläubige aus dem Paderborner und Warburger Land zur nunmehr schon regelmäßig am Sonntag zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten stattfindenden Wallfahrt der Tradition in den westfälischen Marienwallfahrtsort Kleinenberg auf. Die Pilger kamen sowohl zu Fuß aus Paderborn als auch mit Auto aus den verschiedensten Orten zusammen. Die längste Anreise hatten dabei einige Pilger aus dem hessischen Kassel.

In seiner Predigt beim Festhochamt in der festlich geschmückten barocken Wallfahrtskirche verglich der Zelebrant H.H.Pastor Scholz das Leben eines gläubigen Christen mit einem großen Pilgerweg, bei dem bei allen irdischen Mühen, Sorgen und Nöten der Blick auf das ewige Ziel, himmlische Herrlichkeit, die einem jeden Gläubigen verheißen sei, nicht aus dem Auge verloren werden dürfe. Dies gelinge am besten und einfachsten durch den Blick auf Maria und an ihrer Hand, da sie ja von Jesus am Kreuz uns allen in der Gestalt des Johannes stellvertretend zur Mutter gegeben worden sei.

Die Wallfahrt am Muttertag fand dann ihren feierlichen Abschluss bei einer nachmittäglichen Andacht an der Lourdes-Grotte, von der die Wallfahrer singend und betend in Prozession über den Rosenkranzweg und durch die Kreuzwegallee zur Wallfahrtskirche zogen, wo nochmals Gelegenheit bestand vor dem ausgesetzten Allerheiligsten Gott mit dem Lied "Großer Gott, wir loben Dich..." Dank zu sagen und den Sakramentalen Segen zu empfangen.

In Vorfreude auf das 10jährige Jubiläum dieser Wallfahrt im nächsten Jahr klang die Wallfahrt dann aus.

Kleine Lichtblicke

Bild: PMTDie bedenklichen Entwicklungen und Verwerfungen der letzten Tage in der Weltwoche sollen uns nicht ganz den Blick auf Erfreuliches verstellen, das trotz allem zu verzeichnen ist - auch in Deutschland, dem Mutterland der ersten und vielleicht auch einer zweiten „Reformation“.

Am 2. April konnte Pfarrer Hendrick Jolie, „Landpfarrer“ von Nieder-Ramstadt,  in der Memorienkapelle des Doms seiner Weihe eine hl. Messe im überlieferten Ritus zelebrieren. Etwa 50 Gläubige - das ist angesichts einer sehr kurzfristigen Bekanntmachung eine erfreuliche Zahl - nahmen an der Feier teil. Einen kleinen Bericht (PDF) sowie einige Bilder gibt es auf der Website von Pro Missa Tridentina.

Noch weiter südlich fand in diesem Jahr die Hauptversammlung von Pro Missa Tridentina statt, aus deren Anlass Weihbischof Athanasius Schneider am 16. April im Konstanzer Münster unserer Lieben Frau ein Pontifikalamt zelebrierte. Eine anderthalbstündige Filmaufzeichnung des Hauptteils der Zelebration gibt es auf Youtube. Inzwischen ist auch eine Bildergalerie auf der PMT-Website hinzugekommen, sie soll in den nächsten Tagen noch durch weitere Aufnahmen ergänzht werden.

Unterdessen sind die Vorbereitungen für die im nächsten Jahr stattfindende 18. Internationale Kölner liturgische Tagung in ein so konkretes Stadium getreten, daß Kernpunkte des Programms festgelegt und veröffentlicht werden konnten. Der Präfekt der Gottesdienstkongregation, S. Em. Robert Cardinal Sarah, wird über die Bedeutung von Papst Benedikts Motu Proprio Summorum Pontificum für die lateinische Kirche sprechen. Bischof Stephon Lopez als Sekretär der päpstlichen Kommission Anglicanæ Traditiones wird das Missale Divine Worship - The Missal der Ordinariate sprechen und ein Pontifikalamt nach dessen Ritus zelebrieren. Weitere Informationen, die sich im Lauf der kommenden Monate konkretisieren werden, sind der Website der Konferenz zu entnehmen.

Mitten ins Getümmel...

Die Titelseite... geht die soeben erschienene 1. Ausgabe 2016 der Una Voce Korrespondenz mit mehreren ihrer Beiträge. Direkt ins Zentrum aktueller Auseinandersetzungen wagt sich Norbert Classen mit dem Beitrag „Sind Zweifel am Islam als einer toleranten Religion nur Islamophobie? - zur islamischen Toleranz in Geschichte und Gegenwart“. Mit vielen Fakten verweist er den Mythos von der angeblich so toleranten Vielvölkerkultur des arabischen Mittelalters in das reich ideologisch gesteuerter Legenden und skizziert das der Realität viel näherkommende Gegenbild einer Ausbeuterkultur, die in vielem auf Sklavenarbeit, Eroberung und Raub beruhte. „Toleranz“ gegenüber Andersgläubigen ließen die Zwingherren bestenfalls da walten, wo und solange die „Ungläubigen“ als Träger wichtiger Kulturtechniken unentbehrlich waren. Im übrigen machten sie diese zu vielfältig ausgepressten Steuerzahlen mit stark reduzierten Bürgerrechten. Den islamischen Gesellschaften der Gegenwart fehlt zwar die militärische Kraft, heute ebenso zu verfahren – die Unterwerfungsbereitschaft eines in Dekadenz versinkenden Europa bietet sich jedoch immer öfter an, diesen Mangel zu kompensieren.

Christoph Münch, als Religionslehrer nahe an Bewußtseinsstand der jungen Generation, behandelt „Das Individualitätsproblem und die Zukunft der Kirche“ und prognostiziert einigermaßen überraschend, daß „der katholische Glaube in Deutschland trotz seines Bedeutungsverlustes eine vielversprechende Zukunft“ habe. Sofern dazu einige Bedingungen erfüllt sind. Eine von lebendigem Glauben getragene besondere Kinder- und Jugendarbeit nennt er als die eine, das Angebot „erfüllter Gemeinschaftserfahrungen“ in gläubigen Familien und aus dem Evangelium aktiven Gemeindenn als eine weitere. In beidem ist ihm uneingeschränkt zuzustimmen, freilich zeigt die verfasste Kirchensteuerkirche praktisch keine Ansätze in dieser Richtung, und auch die traditionstreuen Kräfte lassen viele Chancen ungenutzt. 

UVK-Redakteur Thomas Jatzkowski hat George Weigels jetzt auch auf deutsch vorliegendes Buch „Evangelikaler Katholizismus“ kritisch gesichtet. Weigel gilt als einer der führende „Neocons“ im amerikanischen Katholizismus; in seinen Äußerungen während der Amtszeit von Papst Benedikt konnte man ihn durchaus als einen Hoffnungsträger für die Überwindung der Kluft zwischen den Hermeneutiken des Bruches und der Reform betrachten. In dem, was in seinem neuesten Buch so anspruchsvoll, revolutionär und als „alternativlos“ gepredigt daherkommt erkennt Jatzkowski nun freilich bei genauerem Hinschauen die gute alte hegelianische Dialektik, die Kirche und Tradition nur noch als Steinbruch verwendet, um daraus etwas Neues, vermeintlich Zeitgemäßes zu schaffen. „Das Problem einer solchen Dialektik ist, daß durch die dialektische Denkweise Versatzstücke aus einer (…) instrumentalisierten Tradition miteinander in einer relativierenden Weise synthetisiert werden, so daß am Ende Probleme mit der Integrität der Wahrheit als Ganzes vorprogrammiert sein müssen. Auf weiten Strecken vermischen sich Bruchstücke mit Halbwahrheiten. Oftmals sind einzelne Aussagen in ihrer Pauschalisierung schlichtweg falsch oder irreführend formuliert (…) Auf weite Strecken wird wissenschaftlich unsauber gearbeitet , so daß sich sehr bald ideologische Verzerrungen einstellen müssen.“

Besonders schmerzhaft fallen diese Verzerrungen hinsichtlich Weigels Haltung gegenüber der überlieferten Liturgie ins Auge. Es gehört schon einige Borniertheit dazu, die traditionelle Liturgie als „während der Gegenreformation entstanden“ zu beschreiben und damit für anrüchig unzeitgemäß zu erklären. Zusammen mit der Blindheit gegenüber den vielfältigen Missbräuchen in der Praxis des Novus Ordo und den damit einhergehenden theologischen Zweifelhaftigkeiten wirft das kein gutes Licht auf den von Weigel als den „einzig möglichen Katholizismus des 21. Jahrhunderts“ empfohlenmen „Evangelikalen Katholizismus“ .

Aktuelle Themen in den Miszellen sind der Stand der Gespräche zwischen Rom und der SSPX und die von der päpstlichen Praxis bereits überholte päpstliche Neuordnung der Fußwaschung am Gründonnerstag. Buchvorstellungen bzw. -besprechungen unter anderem zum Neuen Volksmissale von P. Martin Ramm, zur Neu-Herausgabe von Brinktrines Buch über der Heilige Messe und zur Rezeption des zweiten vatikanischen Konzils durch die deutshen Bischöfe runden das Bild ab.

Zu bekommen - am besten im Abonnement, ist die UVK über die Website der deutschen Una Voce.

Barmherzigkeit - im zweiten Anlauf

Am letzten Freitag starb der Priester der Diözese Trier Adolf Mohr aus Rheinböllen im Alter von 86 Jahren. Der ehemalige Pfarrer von Buchholz und Herschwiesen war nach seiner Pensionierung zur Zelebration der hl. Messe im überlieferten Ritus zurückgekehrt und hatte in seinem Testament verfügt, nach dem Ritus der Tradition begraben zu werden. Der zuständige Ortspfarrer hatte dieser Bitte bereits schriftlich zugestimmt, aber das Ordinariat - veranwortlich ist Ortsbischof Stephan Ackermann - hat das Requiem im Alten Ritus untersagt.

Das Verbot geht wahrscheinlich auf den Umstand zurück, daß Pfarrer Mohr einen Priester der Piusbruderschaft als Zelebranten vorgesehen hatte, dem er als Beichtvater verbunden war. Ob es rechtlich haltbar ist, ist von hier aus nicht zu entscheiden, spielt aber vermutlich in einer gesamtkirchlichen Atmosphäre, in der das Recht als „Pharisäerkram“ betrachtet wird, auch keine ausschlaggebende Roll. Auf spontane „Barmherzigkeit“, Wertschätzung oder Respekt können generell nur diejenigen rechnen, die die Kirche von dem, was sie zu allen Zeiten geglaubt, verkündet und getan hat, abbringen wollen.

Wie zu erfahren ist, zeichnet sich inzwischen aber ein Kompromiss ab. Das Requiem und die Beisetzung von Pfarrer Mohr im überlieferten Ritus können am kommenden Freitag stattfinden, wenn als Zelebrant ein Priester der Petrusbruderschaft amtiert.  Falls Sie an Informationan aus erster Hand zum weiteren Gang der Dinge interessiert sind oder ihrer Sorge um die Achtung des Letzten Willens von Pfarrer Mohr Ausdruck geben wollen, hier die Mailadresse der bischöflichen Administration: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Nachtrag:Die Exequien und die Beisetzung von Pfarrer Mohr werden heute wie vom Verstorbenen verfügt nach dem usus antiquor stattfinden; Totenamt am Freitag, um 14:00 Uhr in Herschwiesen, die  Beisetzung um 16:00 Uhr in Buchholz. Offiziant ist P. Hahn von der Petrusbruderschaft. Beten wir für das Seelenheil des verstorbenen Priesters und aller an der unerfreulichen Sache als Akteure oder Berichterstatter Beteiligten.

Alte Messe in St. Hedwig, Berlin

Am kommenden Donnerstag, den 5. November, findet in Berlin die 2. Bernhard Lichtenberg Wallfahrt statt. In ihrem Rahmen feiert ein Priester des Instituts St. Philipp Neri in der Berliner Bischofskirche eine hl. Messe im überlieferten Ritus - damit wird zum ersten Mal seit vielen Jahren dort wiedereine Messe in der Liturgie gefeiert, die der  1996 selig gesprochene ehemalige Berliner Dompropst als den einzigen Ritus seines priesterlichen Lebens kannte.

Bernhard Lichtenberg wurde 1875 wurde in Ohlau/Schlesien geboren und 1899 in Breslau zum Priester geweiht. Seit 1900 wirkte er in Berlin. 1931 rief ihn der erste Bischof von Berlin, Dr. Christian Schreiber, in das Domkapitel und ernannte ihn 1932 zum Dompfarrer. 1938 wurde er Dompropst bei St. Hedwig. Bischof Konrad von Preysing beauftragte ihn später mit der Sorge um die getauften Juden in seiner Diözese an. Obwohl schon seit 1933 im Visier der Gestapo, betete er seit dem Judenpogrom am 9. November 1938 an jedem Abend in St. Hedwig - tausend Meter von der Reichskanzlei Hitlers entfernt - öffentlich für die verfolgten Juden. 1941 protestierte er in einem Brief an Reichsgesundheitsführer Leonardo Conti gegen die systematische Ermordung unheilbar Kranker und geistig oder körperlich Behinderter im „Euthanasieprogramm", das der Münsteraner Bischof Clemens August Graf von Galen der Öffentlichkeit bekanntgemacht hatte. Bernhard Lichtenberg wurde kurz danach verhaftet und am 22. Mai 1942 wurde der damals bereits schwer kranke Mann zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Nach der Verbüßung der Strafe wurde er als Unverbesserlicher eingestuft. Auf dem Transport in das Konzentrationslager Dachau starb er am 5. November 1943 in Hof/Saale. Sein Grab ist jetzt in der Unterkirche eben dort wo die hl. Messe am kommenden Donnerstag gefeiert wird.

Das vollständige Programm des Wallfahrtstages finden Sie auf der Website des Erzbistums.

Zusätzliche Informationen