Bereichsnavigation Meldungen:

17. Kölner Liturgische Tagung

Mit über 200 Teilnehmern, darunter 70 Priestern, war die Kölner Liturgische Tagung in diesem Jahr noch einmal spürbar besser besucht als im vergangenen Jahr. Auf der Website der Veranstaltung finden Sie das Programm und eine Kollektion von Bildern. Höhepunkte der Tagung mit dem Thema: „Die Liturgie der Sakramente“ waren die beiden Pontifkalämter am Donnerstag in Lüttich (S.E. Bischof Delville) und am Samstag in Herzogenrath (S.E. Kardinal Burke) und selbstverständlich auch der mit Spannung erwartete Beitrag des Kardinals zur Ehe-Theologie. Der Vortrag ist als Video auf Bonifatius-TV abrufbar (Link); weitere Vorträge  bzw. Auszüge sollen dort und auf EWTN in den kommenden Tagen folgen. In schriftlicher Form sollen Beiträge in den kommenden Ausgaben der Una Voce Korrespondenz zugänglich gemacht werden. Einen ersten Bericht eines Teilnehmers fanden wir hier.

Die Veranstaltung ist durch die Zahl der Referenten und der Teilnehmer inzwischen in eine Größenordnung hineingewachsen, die den Trägern enorme Kraftanstrengungen abverlangt. Die nächste Kölner Liturgische Tagung wird daher erst 2017 (29. März - 1. April) stattfinden; Thema wird passenderweise sein: „Wahrheit und Form - 10 Jahre Motu Proprio Summorum Pontificum“.

Diktatur und Diktatoren des Relativismus

Die Kritik, die an der Bildungsplanung Baden-Württemberg vor allem einen Auswuchs des Genderwahns wahrnimmt, greift zu kurz. Die jetzt vorliegenden Papiere zu einem „Aktionsplan für Akzeptanz & gleiche Rechte“ aus dem Haus der Sozialministerin Altpeter – also aus einer Behörde, die Zuständigkeit weit über die Schulen hinaus beansprucht  lassen keinen Zweifel daran, daß es um die Errichtung einer Diktatur geht. Allerdings nicht um eine Diktatur eines Relativismus, dem alles einerlei wäre, sondern um die Diktatur einer Ideologie, die alle Bereiche des Lebens ihren lebensfeindlichen Ansprüchen unterwerfen und Gott und sein Gesetz endgültig aus der Gesellschaft verbannen will. Wer die Protagonisten der schönen neuen Welt auch nur „schräg anschaut“, soll zukünftig mit Denunziation rechnen müssen und Objekt verschärfter Fürsorge durch eine im Geist eines Orwellschen „Ministeriums für Wohlanständigkeit“ agierende Staatsgewalt werden.

In zwei Punkten kommt der totalitäre (und nebenbei bemerkt auch gegen die Verfassungen von Land und Bund verstoßende) Ansatz der Planungen besonders drastisch zum Ausdruck. Um wirklich alle Lebensbreiche zu unterwerfen, soll

  • das Kirchenrecht „unter das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz geordnet“ werden. Ade Religionsfreiheit.
  • Wissenschaftlern und wissenschaftlichen Institutionen, die sich an „einem veralteten Menschenbild“ orientieren, die Finanzierung gestrichen werden. Ade Wissenschaftsfreiheit.

Das lässt an Deutlichkeit nichts mehr zu wünschen übrig. Die Erben der jakobinischen Revolution, die ihrerzeit den Gegnern der von ihr verfügten Vernunftreligion im großindustriellen Maßstab die Köpfe abschneiden ließ, erneuern ihren totalitären Machtanspruch übner Gesellschaft und Kirche. Die Parteien der Studienabbrecher und falschen Doktoren maßen sich an, ihr defektives Menschenbilld zum einzig wahren und wissenschaftlich zulässigen zu erklären. Die Kultur des Todes greift unter der Ministerpräsidentschaft von Wilfried Kreztzschmann nach der Macht. Wikipedia: Winfried Kretschmann ist Mitglied im Diözesanrat der Erzdiözese Freiburg, im Verein der Freunde der Erzabtei St. Martin e.V. und im Zentralkomitee der deutschen Katholiken.

Schöne neue Welt.

Den Teilnehmer der Demonstration am Samstag rufen wir das alte Streitgebet der Christenheit in Erinnerung:

Heiliger Erzengel Michael,
verteidige uns im Kampfe;
gegen die Bosheit und die Nachstellungen
des Teufels, sei unser Schutz.
Gott gebiete ihm, so bitten wir flehentlich;
du aber, Fürst der himmlischen Heerscharen,
stoße den Satan und die anderen bösen Geister,
die in der Welt umhergehen,
um die Seelen zu verderben,
durch die Kraft Gottes in die Hölle.

Amen.“

Liturgische Tagung im März

Mit dem Jahreswechsel ist die 17. Kölner liturgische Tagung, die im letzten Herbst noch weit entfernt zu sein schien, in greifbare Nähe gerückt. Das Thema der Veranstaltung vom 18. bis 21. März, die auch in diesem Jahr wieder in Herzogenrath stattfindet, sind die Sieben Sakramente, ihre göttliche Stiftung, ihr geistiger Inhalt und ihre liturgische Formen. Das Thema ist von brennender Aktualität, gibt es doch auch in der römischen Kirche starke Bestrebungen, rechtzeitig zum 500. Jahrestag der lutherischen Kirchenspaltung die Lehre von den Sakramenten dem in der protestantischen Reformation siegreichen Verständnis anzupassen. Auf besonderes Interesse können daher auch die Vorträge von S.E. Raymond Cardinal Burke und Hw. Yuriy Kolasa rechnen. Der Kardinal spricht über „Die Ehe-Theologie der römischen Kirche im Nachgang zur Bischofssynode zu Ehe und Familie“, dem wird sich eine Diskussionsrunde anschließen. Hw. Kolasa ist Generalvikar für den byzantinischen Ritus in Österreich, er referiert über „Das Spezifikum der Theologie und Liturgie des Ehesakraments im byzantinischen Ritus“.

Weitere Vorträge behandeln die Entwicklung von Lehre und Ritus der Taufe, der Firmung und der Krankensalbung. S. E. Dr. Jean-Pierre Delville, Bischof von Lüttich, spricht über „Geschichte und Theologie des Fronleichnamsfestes“, dessen Ursprünge bekanntlich eng mit seiner Stadt verbunden sind. Prof. Peter Stephan zeichnet die Erneuerung Roms unter Sixtus V. als „Gegenreformatorische Stadtplanung im Zeichen der Eucharistie“ nach.

Liturgische Höhepunkte der Tage sind eine musikalische Passionsandacht mit „Le Chemin des La Croix“ von Marcel Dupre sowie ein Pontifikalamt zum Hochfest des hl. Joseph in der Stiftskirche St. Jacques in Lüttich, zelebriert von Bischof Delville, und ein Pontifikalamt in der Pfarrkirche St. Gertrud in Herzogenrath, zelebriert von S.E. Cardinal Burke. Das vollständige Programm und ein Anmeldeformular finden Sie auf der Website der Tagung.

Christkönig in Innsbruck

Der 26. Oktober ist der österreichische Nationalfeiertag, und dieser fiel heuer mit dem Christkönigsfest, das im Liturgischen Kalender nach den Büchern von 1962 am letzten Oktobersonntag begangen wird, zusammen. Grund für die in der Tiroler Landeshauptstadt von der Priesterbruderschaft St. Petrus betreute Gottesdienstgemeinde, das Sonntagshochamt besonders festlich zu feiern.

Jeden Sonn- und Feiertag kommen die in Innsbruck dem Usus antiquior verbundenen Gläubigen in der barocken Schloss- und Wallfahrtskirche Mentlberg, die den Sieben Schmerzen Mariens geweiht ist, um 10 Uhr zum Gottesdienst zusammen. Das Ziel der Wallfahrt ist ein zweifaches, einmal und ursprünglich die sieben heiligen Schläfer, seit 1638 zusätzlich und inzwischen vorrangig eine Pièta, die um 1500 entstand und einst in Holzheim bei Ulm als Gnadenbild verehrt wurde. In der heutigen Wallfahrtskirche, die 1770 konsekriert worden ist, thront die Gnadenmutter über dem Hochaltar und erwartet die Pilger.

Einen besonderen Stellenwert räumt die Innsbrucker Gemeinde der Petrusbruderschaft der Kirchenmusik ein. So auch wieder am Fest des Christkönigs. Das Ensemble Sonoritas, das sich  in der Gemeinde schon vor Jahren gebildet hat, brachte die Missa in G von Franz Schubert für Soli und Chor, Streicher,Naturtrompeten, Barockpauken und Orgel zu Gehör, die dem Ensemble angegliederte Schola Sonoritatis Cantorumsang das Proprium.

Erfreulich war der rege Besuch des Festgottesdienstes, den Hw. Pater Gerald Gesch FSSP vor dichtbesetzten Kirchenbänken zelebrierte. In der Regel betreut er die Innsbrucker Gemeinde und tut dies im Wechsel mit seinem Oberen, Hw. Pater Christoph Fuisting FSSP, von der Mittenwalder Niederlassung der Petrusbruderschaft aus.

Im Anschluss an das Festhochamt folgte eine Agape und klang ein erhebender Vormittag im Höttinger Traditionsgasthaus Burenwirt gut katholisch in gelöster Runde aus.

Missale 62 zwischen Tradition und Umsturz

Das ist das Thema eines Vortrags, zu dem die Arche Potsdam mich als Referenten für den 28. Oktober eingeladen hat.

Das Missale von 1962 und die anderen in diesem Jahr verbindlichen liturgischen Bücher bilden seit Quattuor abhinc annos von 1984 die Grundlage für alle Zelebrationen der alten Messe nach geltendem Recht und „in Gemeinschaft mit dem Papst“. 

Der Vortrag geht zunächst der Frage nach, warum ausgerechnet das Jahr 1962 zum Stichjahr gemacht werden konnte. Schließlich hatte damals der stürmische Umbau der Liturgie längst begonnen. Er zeichnet sodann die Entwicklung in den Jahren von 1945 bis 1970 in ihren wichtigsten Schritten nach, um festzustellen, wo das 62er Missale in dieser Entwicklung steht. Wie weit repräsentiert es noch den überlieferten Ritus? Und wo und wie tiefgehend ist es bereits von den kulturrevolutionären Veränderungen dieser Jahre betroffen?

Im abschließenden Teil stellt der Referent auf dieser Grundlage einige Überlegungen dazu an, welchen Stellenwert das Festhalten an den Büchern von 1962 in der aktuellen Kirchenkrise hat und ob es Möglichkeiten gibt, die „ordentliche Form“ von 1962 (nicht die gemeinhin anzutreffende „unordentliche“ Form) mit der liturgischen Tradition der Kirche zu versöhnen.

Ort und Zeit: Dienstag um 19.30 Uhr im Pfarrhaus, Am Bassin 2

Michael Charlier

Zusätzliche Informationen