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Diakonenweihe für FSSP in Lindenberg

Bild: PMT, Monika RheinschmittAm Samstag den 28. 5. hat Bischof Bertram Meier von Augsburg in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Lindenberg/Allgäu 10 Subdiakonen aus dem Seminar der Bruderschaft in Wigratzbad die Diakonenweihe erteilt. Die prächtige neubarocke (geweiht 1914) Kirche mit 1200 Sitzplätzen war etwa zu zwei Dritteln gefüllt. Neben den Familienangehörigen der Weihekandidaten aus mehreren mitteleuropäischen Ländern und Angehörigen der Gemeinde in Wigratzbad hatten auch zahlreiche Ortsansässige die Möglichkeit wahrgenommen, ein Pontifikalamt ihres Bischofs, dazu noch zelebriert im überlieferten Ritus, mitzufeiern. Die Weihe in Lindenberg war die erste Weihe im überlieferten Ritus, die von einem amtierenden Ortsbischof in Deutschland für Angehörige einer altrituellen Gemeinschaft erteilt worden sind.

Die Predigt von Bischof Meier findet sich im Wortlauf auf der Website der Diözese. Eine frühere Erklärung des Bischofs zu seiner Bereitschaft, für die FSSP zu weihen, haben wir hier bereits Anfangs des Monats veröffentlicht. Bildergalerien zur Weihe finden Sie auf der Website des Seminars von Wigratzbad und bei Pro Missa Tridentina, dort auch weitere Informationen und Links zur Weihe vom 28. Mai.

Zahlen und Tendenzen zur überlieferten Liturgie

Scan des HeftumschlagsDie Ergänzungen des Messbuchs von 1962 durch einige Präfationen und Heiligenmessen aus dem Missale 69 in diesem Frühjahr hatten nicht nur in Rom heftige Diskussionen (Pandemie-Pandämonium) über die Zukunft der überlieferten Liturgieausgelöst. Möglicherweise waren diese auch der Auslöser für eine von der Glaubenskongregation angeordnete Umfrage im Weltepiskopat. Sie sollte ermitteln, in welchem Umfang in den Diözesen Messfeiern und die Spendung der Sakramente im alten Ritus durchgeführt werden und welche Erfahrungen in den Bistümern in dieser Hinsicht gemacht worden sind. Bei den Anhängern der Tradition hatte die Anordnung dieser Umfrage einigen Argwohn ausgelöst – spätestens die Auflösung von Ecclesia Dei hat das während des Pontifikats von Benedikt XVI. aufgebaute Vertrauen vielfach erschüttert. Inzwischen liegen die Antworten aus den Bistümern bei der Glaubenskongregation vor. Offizielle Informationen zu Zahl und Inhalt dieser Berichte gibt es bisher nicht, aber im Umfeld der Ende Oktober in coronamäßig stark reduziertem Umfang  durchgeführten Summorum-Pontificum-Konferenz in Rom konnten einige aufschlußreiche Gespräche geführt werden. Joseph Shaw, der Vorsitzende des englischen Zweigs der internationalen Una-Voce-Konföderation, der zusammen mit der deutschen Vorsitzenden von Pro Missa Tridentina, Monika Rheinschmitt, mit in Rom war, hat auf Rorate Cæli seinen dort gewonnen Eindruck mitgeteilt, daß die eingegangenen Berichte jedenfalls nicht generell negativ gewesen wären und daß nicht mit irgendwelchen unerfreulichen Auswirkungen zu rechnen sei.

Neben den Umfrageergebnissen aus den Bistümern liegt der Glaubenskongregation jetzt zusätzlich auch ein umfangreicher Bericht der Internationalen Una Voce vor, den die Vereinigung zeitgleich mit der vatikanischen Umfrage erstellt hat. Er enthält aus 368 Diözesen in 52 Ländern Erfahrungsberichte und Zahlenmaterial zur Erreichbarkeit von Zelebrationen im alten Ritus aus der Sicht der Gläubigen und einiger sie betreuender Priester. Die beträchtliche Arbeit, einen solchen Bericht zusammenzustellen, hatte die „Latin Mass Society of England and Wales“ übernommen, und in ihrem zweimal jährlich erscheinenden Mitteilungsblatt „Gregorius Magnus“ ist jetzt auch ein Überblicksartikel erschienen, der wichtige Informationen aus dem Bericht zusammenfasst. Die aktuelle Ausgabe von „Gregorius Magnus“ ist auch als PDF abrufbar.

Etwa gleichzeitig mit dieser Ausgabe der englischen Veröffentlichung hat die deutsche „Pro Missa Tridentina“ ihr ebenfalls zweimal jährlich erscheinendes Magazin herausgebracht - „Dominus Vobiscum“. Im Rahmen eines Artikels über die nunmehr 30-jährige Tätigkeit dieses deutschen Zweiges der Una-Voce-Vereinigung werden hier auch Zahlen über die Entwicklung der Meßorte für den überlieferten Ritus in den deutschsprachigen Ländern geboten. Unerwartetes Ergebnis einer ersten Durchsicht der gezeigten Zahlen: Den Spitzenplatz in diesem Jahr hat das Bistum Basel mit 17 Messorten; Schlußlichter in Deutschland sind u.a.Essen mit nur 1 und Fulda mit nur 2 Plätzen. Für Deutschland zeigt die Zahl der erfassten Meßorte nach einem deutlichen Anstieg nach Erlaß von Summorum Pontificum eine gewisse Stagnation, teilweise auch einen leichten Rückgang in den Jahren nach 2010. Die Zahl der Teilnehmer an den Meßfeiern wurde nicht ermittelt, sie ist nach hier vorliegenden Einzelinformationen jedoch generell auch weiterhin deutlich ansteigend.

Eine ins Einzelne gehende Tabelle der für Deutschland erfaßten Entwicklung bei den Meßorten, die zwischen Orten mit mindestens 1 Messfeier pro Monat und solchen mit überlieferter Liturgie an jedem Sonntag unterscheidet, steht auf der Website von PMT als PDF zum Download.

Die aktuelle Ausgabe von Dominus Vobiscum (Bild oben) enthält neben Informationen und Zahlen zu „30 Jahre Pro Missa Tridentina“ einen Auszug in Übersetzung aus dem 1. Kapitel des Buches von Peter Kwasniewski „Reclaiming Our Roman Catholic Birthright – The Genius and Timeliness of the Traditional Latin Mass (Angelico-Press 2020); einen Text über den „Norden in der Liturgie“ von Jeremy Holmes und einen Beitrag von Kanonikus Richard von Menshengen (Institut Christus König) zur 800-jährigen Geschichte des Klosters Maria Engelport (fast) an der Mosel. Bezugsmöglichkeiten für die aktuelle Ausgabe von „Dominus vobiscum“ werden auf der Website von Pro Missa Tridentina mitgeteilt; viele Artikel aus früheren Ausgaben sind dort auch als PDF verfügbar.

Die nächste Kathedrale brennt: Nantes

Das Feuer wurde Samstag vormittag gegen 7:45 gemeldet und erfasste in kurzer Zeit den vorderen Bereich der Kirche unter den Türmen. Aktuelle Berichterstattung auf kath.net.

In den vergangenen Tagen wurde aus den USA eine ganze Serie von Brandstiftungen in Kirchen, Zerstörung von Heiligenfiguren und ähnlichen Aktionen gemeldet.

6. „Ars Celebrandi“ in Licheń

Bild: Von der Website der BasilikaIm polnischen Licheń findet vom 11. bis zum 18. Juli die„Ars Celebrandi“ statt, die sich in den vergangenen 6 Jahren zur größten Veranstaltung dieser Art in Europa entwickelt hat. Im Unterschied zu eher historisch oder theologisch orientierten Konferenzen, wie wir sie aus anderen Ländern kennen, legt die Veranstaltung in Licheń das Schwergewicht auf Workshops, bei denen die Teilnehmer praktische Erfahrungen in der Feier der überlieferten Liturgie erwerben können. Es gibt – für Kleriker ebenso wie für Ministranten und Sakristane – Workshops für alle Formen der Liturgie von der Stillen Messe bis zum levitierten Hochamt. In diesem Jahr auch zumindest einen in Englisch – obwohl die Sprache für die Praxis nicht wirklich ein Problem darstellt. Auch die täglich angebotenen Vorträge haben überwiegend praktische Zielsetzung und bieten z.B. eine Einführung in den korrekten Umgang mit dem Kalendarium, den Besonderheiten der Liturgie des Triduums oder der Vorbereitung und Durchführung von sakramentalen Riten. Ein besonderer Strang von Veranstaltungen dient der Einübung in verschiedene Formen der Kirchenmusik von der Gregorianik über die klassische Polyphonie bis zum Volksgesang. Selbstverständlich finden an allen Tagen auch tatsächliche Gottesdienste in den verschiedenen Formen statt – neben hl. Messen und Ämtern auch Teile des Offiziums.

Organisator der Veranstaltung, zu der in diesem Jahr etwa 200 Teilnehmer, darunter über 50 Kleriker, erwartet werden, ist die Una Voce Polonia. Wir sind in diesem Jahr erst recht spät auf die „Ars Celebrandi“ aufmerksam geworden. Wer vielleicht Interesse an einer Teilnahme im kommenden Jahr hat, tut gut daran, die allerdings bis jetzt nur auf Polnisch veröffentlichte Website im Auge zu behalten. In den vergangenen Jahren hat die „Ars Celebrandi“ stets im Juli oder August stattgefunden.

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Licheń liegt ziemlich in der Mitte Polens. Das auf eine Marienerscheinung im 19. Jahrhundert zurückgehende Wallfahrtszentrum steht in Polen an Bedeutung nur wenig hinter Tschenstochau. Der gewaltige Komplex der Kirche mit zahlreichen Nebengebäuden für die Erfordernisse großer Wallfahrten wurde in den Jahren 1994 bis 2005 erbaut.

Die Zeichen mehren sich

 

Live Stream auf Youtube

 

Wie so oft: Das Feuer ist im Zusammenhang mit Reparaturarbeiten am Dachstuhl ausgebrochen. Hier zum Lifestream auf Youtube. Die gute Nachricht vom Dienstag Morgen: Das Gewölbe hat gehalten - bis auf die Stelle, an der der massive Dachreiter in die Tiefe gestürzt ist. Hoffen wir, daß es seine Stabilität behält.

Zusätzliche Informationen