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San Benedetto in Trümmern

Bild: Website des KlostersDie beiden ersten schweren Erdbeben dieses Jahres hatte die Kathedrale des hl. Benedikt in Norcia - wenn auch schwer beschädigt - überstanden. Das dritte Beben vom 30./31. November brachte Turm, Gewölbe und Mauern dann endgültig zum Einsturz. Nicht nur bei der Kathedrale - alle historischen Kirchen des Ortes sind zerstört. Das dritte Beben forderte - Gott sei Dank - keine Menschenleben in der schwer geprüften Stadt. Die meisten Einwohner waren schon vorher geflohen oder verließen ihre Häuser bei den ersten Anzeichen neuer Erschütterungen. Aber der Ort ist nun auf viele Monate, wenn nicht Jahre, unbewohnbar. 

Das gilt auch für das Kloster der Mönche in der Innenstadt. Es war nach dem ersten Beben zwar sicherheitshalber geräumt worden, die Schäden galten jedoch als behebbar. Davon kann jetzt keine Rede mehr sein. Wie bei fast allen anderen Gebäuden der Stadt ist ein vollständiger Neu-Aufbau erforderlich. Bis auf weiteres haben sich die Mönche daher in das zunächst provisorisch eingerichtete „Bergkloster“ außerhalb der Stadt zurückgezogen, von wo aus sie das Geschehen mit Gebet und geistlicher Unterstützung begleiten. Die Gemeinschaft ist auch entschlossen, in oder zumindest bei Norcia zu bleiben - aber wie sich die Zukunft des Ortes gestalten wird, ist gegenwärtig noch völlig offen.

Aktuelle Informationen zum Geschehen in Norcia bietet - wenn auch derzeit mit verringerter Frequenz - die Website der Mönche. Dort findet man auch Zugang zu Spendenmöglichkeiten.

Die Brüche werden tiefer

Die aktuelle Entwicklung in der Diözese Albenga-Imperia, wo nach der Entlassung des traditionsverbundenen Bischofs Oliveri ein Rom genehmerer Nachfolger auf entschlossenen Modernisierungskurs geht, betrifft nicht nur den Kreis der an der überlieferten Lehre und Liturgie festhaltenden Katholiken des kleinen Norditalienischen Bistums. Sie – ebenso die für liturgische Fragen weniger sensibilisierten Gläubigen des Bistums – müssen sich nun darauf einstellen, daß der Wechsel im Bischofsamt tiefgreifende Änderungen in der seelsorgerischen Praxis und der Art der Lehrverkündigung mit sich bringt - von einem Tag auf den anderen. Da ist nichts zu spüren von der sonst so gerne eingeklagten „pastoralen Behutsamkeit“. Der Begriff erweist sich ein weiteres Mal als Codewort, mit dem verborgen werden soll, daß alles erwünscht und gewollt ist, was in Richtung Säkularisierung geht – während immer mehr von dem, was schon in der Vergangenheit das Wesen des Katholischen ausmachte, zur Disposition gestellt oder wo möglich aktiv bekämpft wird.

Die Vorgänge betreffen jedoch über Albenga-Imperia hinaus letztlich die Weltkirche insgesamt, deren Zusammenhalt mit jedem Tag des gegenwärtigen Pontifikats stärker bedroht erscheint. In der Reaktion verschiedener Ortsbischöfe und Bischofskonferenzen auf Amoris Laetitia erleben wir gerade, wie einzelne Oberhirten die Unklarheiten und Widersprüche eines päpstlichen Dokuments ausnutzen, um in theologisch überaus bedeutenden Fragen gegensätzliche Positionen zur Geltung zu bringen. Die um Klärung der offenen Fragen gebetene oberste Autorität hüllt sich derweil in sibyllinisches Schweigen, läßt jedoch durch Personalentscheidungen erkennen, daß ihre Sympathie denen gehört, die vom bisher Gültigen abgehen wollen.

Gleichzeitig ist zu beobachten – und hier kommt denn auch wieder Albenga-Imperia ins Bild – wie Fragen, die theoretisch längst geklärt und von der zuständigen Autorität der Kirche eindeutig beantwortet sind – beispielsweise die der Zelebrationsrichtung – auf lokaler Ebene nach Gusto abweichend geregelt werden. Kardinal Sarah als Präfekt der Gottesdienstkongregation hat wiederholt darauf hingewiesen, daß die Zelebration „ad populum“ zwar erlaubt ist, daß aber die Zelebration in gemeinsamer Orientierung von Priester und Volk nicht nur ebenso zulässig ist, sondern aus vielerlei Gründen auch vorzuziehen wäre – und zwar ohne jede besondere Genehmigung. Deshalb hat er in diesem Jahr die Priester mehrfach dazu aufgerufen, ab dem 1. Advent zu geeigneten Gelegenheiten auf diese Weise zu zelebrieren, um das Bewußtsein der Gläubigen für das liturgische Geschehen zu stärken.

Da ist es schon mehr als ein persönlicher Affront, wenn der vom Papst soeben eingesetzte Bischof von Albenga Imperia verlautbaren läßt, er halte die von seinem Vorgänger als Möglichkeit empfohlene Zelebrationsrichtung „ad Dominum“ für verfehlt und seinen Klerus anweist, in Zukunft „richtig“, also nach seinem höchsteigenen Empfinden, ausschließlich „ad populum“ zu zelebrieren. So macht man die Liturgie zu einem Kampffeld des modernistischen Suprematieanspruchs – und erklärt nebenher den Präfekten der Gottesdienstkongregation zum bedeutungslosen Grüßaugust, dessen Worte und dessen Amt einen nichts angehen.

So etwas ist ja kein Einzelfall. Wir beobachten ähnliche Fälle lokaler Selbstherrlichkeit, exekutiert gegen die geltende Gesetzlichkeit, aber mit klammheimlicher Billigung und Unterstützung römischer Stellen, auch auf anderen Gebieten. Verfälschende Übersetzungen von Messtexten wären ein zusätzliches Beispiel, die deutsche Regelung, die unter allen denkbaren Verfehlungen alleine die Verweigerung der Kirchensteuerzahlung zum Anlass einer Quasi-Exkommunikation erklärt, ein weiteres.

Hier zeichnen sich Bruchlinien ab, die von denen, die das traditionelle Element ganz aus der Kirche herausdrängen wollen, eines Tages genutzt werden können, um der Tradition das Verbleiben unter dem gemeinsamen Dach unmöglich zu machen.

Gebet (und Geld) für Norcia

Das Erdbeben vom 24. August in Mittelitalien hat in den Dörfern rund um das Epizentrum bis jetzt an die 300 Todesopfer gefordert; immer noch werden Menschen vermisst. In einigen Ortschaften steht buchstäblich kein Haus mehr – die Jahrzehnte, teils Jahrhunderte alte Substanz der einfachen Bauten hatte den Erschütterungen keinen Widerstand entgegen zu setzen. In der Kleinstadt Norcia, 20 km vom Ort der schlimmsten Verwüstungen entfernt, sind zwar keine Häuser eingestürzt. Viele wurden aber mehr oder weniger stark beschädigt und von den Behörden als vorläufig unbewohnbar deklariert – die Bewohner, soweit sie nicht andernorts bei Freunden oder Verwandten Unterkunft gefunden haben – leben in Zelten unmittelbar neben der Stadt.

Zu den Zeltbewohnern gehören auch die Mönche der altrituellen Benediktinergemeinschaft von Norcia, die mit ihrem Prior Dom Cassian Folsom dort seit Jahren in der allgemeinen Seelsorge tätig sind und daran arbeiten, die baulichen und wirtschaftlichen Grundlagen für ihr Kloster am Geburtsort des Heiligen Benedikt zu schaffen. Ihr Kloster ist jetzt teilweise einsturzgefährdet, so daß sie es verlassen mussten. Die in den vergangenen Jahren unter großen Anstrengungen restaurierte Basilika ist schwer beschädigt und ebenfalls gesperrt. Nur die Brauerei und einige andere moderne Teile der Klosteranlage sind weitgehend unbeschädigt und haben den Betrieb wohl bereits wieder aufgenommen.

Unmittelbar nach dem Erdbeben waren nur zwei Brüder als „Stallwache“ in Norcia zurückgeblieben. Der größere Teil der Gemeinschaft hatte für eine Woche Unterschlupf bei den Benediktinern von San Anselmo in Rom gefunden. Inzwischen wurden mit großartiger Unterstützung von Gläubigen aus Norcia und Umgebung ein Zeltkloster hergerichtet; dabei ist ein Zelt für die Feier von Gottesdiensten, so daß die Gemeinschaft ihr klösterliches Leben – so gut unter diesen Umständen möglich – wieder aufgenommen hat. Ihre Hauptaufgaben neben dem auch in dieser Situation keinesfalls zu vernachlässigenden Gebet: Geistlicher Beistand für die Menschen, und Sicherungsarbeiten an Kirche und Klostergebäuden, um möglichst bald mit der Wiederherstellung beginnen zu können.

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Dringende Bitte aus Russland

Ausnahmsweise, aber gerne, geben wir heute diesen Hilferuf weiter, der uns aus Russland erreicht hat. Einmal, weil wir die Sache unterstützen wollen, dann aber auch, um zu zeigen, welche Anstrengungen Andere auf sich nehmen, um die Liturgie in der überlieferten Form feiern zu können.

Es beginnt ein langes ZitatLiebe Gläubige, Freunde und Wohltäter der Katholischen Tradition in Russland!

Heute wende ich mich mit einer großen Bitte an Sie alle! Im Juli werden an zwei Sonntagen die Heiligen Messen aufgrund finanzieller Schwierigkeiten ausfallen.

Aber: die Heilige Messe ist das wichtigste und schönste Gebet!

Bisher gelang es der Gesellschaft vom Heiligsten Herzen Jesu stets, rechtschaffene und alleine der wahren Tradition ergebene Katholische Priester als Urlaubsaushilfe zu gewinnen und zu bezahlen. Diese Priester kommen von weit her: aus Weißrussland. Andere Priester gibt es nicht.

In diesem Jahr kann die Gesellschaft vom Heiligsten Herzen Jesu für die ersten drei Julisonntage die Urlaubsaushilfen bezahlen. Dabei fallen erhebliche Reise- und Unterbringungskosten an. Wir sind jedoch damit an unseren finanziellen Grenzen angelangt.

Die zwei letzten Sonntage im Juli wäre die katholische Herde in Moskau alleine und ohne Hl. Messe.

Ich bitte Sie, zweckgebunden für diese beiden Juliwochenenden zu spenden. 

Sie können über diesen PAYPAL-Link spenden oder mit einer Banküberweisung mit dem Betreff "Urlaubsaushilfe":

Empfängerbank: Postbank AG München
IBAN: DE89 7001 0080 0785 5428 08
SWIFT-BIC: PBNKDEFF
Empfänger: Ges. v. Hl. Herzen Jesu

Bitte helfen Sie. Die Gesellschaft vom Heiligsten Herzen Jesu vertraut auf Ihren Opfergeist. Der Herr wird Ihre Liebe zur Heiligen Messe überreich vergelten.

Ihr
Gregor Huber

S. Maria Antiqua, Roma

Bild: WikimediaSeit März ist die in großem Umfang erhaltene Ruine der römischen Kirche Santa Maria Antiqua auf dem Palatin wieder (mit Einschränkungen) für die Öffentlichkeit zugänglich. Der in seinen Fundamenten in das erste nachchristliche Jahrhundert zurückreichende Bau, der zur Zeit Domitians wegen seiner Lage an der in den den eigentlichen Palast führenden Rampe als Empfangshalle gedient hatte, war bereits im 5. Jahrhundert in eine Kirche umgewandelt worden. In den folgenden Jahrhunderten ist er dann reich mit Fresken ausgeschmückt worden. Schon in der Mitte des 9. Jahrhunderts wurde die Kirche vermutlich durch ein Erdbeben stark beschädigt und aufgegeben. Die Ruine wurde mit Bauschutt aus den darüber liegenden Palastteilen aufgefüllt, darüber entstand im späten Mittelalter eine neue Kirche. Auf diese Weise blieb die Raumaufteilung der spätantiken Kirche vollständig erhalten - auch für römische Verhältnisse eine absolute Seltenheit. Auch die Fresken wurden durch die Auffüllung mit Schutt und Erde in relativ großem Umfang konserviert. Sie können jetzt, nachdem die Antikenbehörde über 30 Jahre lang an der Sicherung des Gebäudes und der Gemälde gearbeitet hat, wieder besichtigt werden.

Der Wikimedia-Artikel zu Santa Maria Antiqua enthält weitere Informationen und verweist auf teilweise auch im Internet zugängliche Literatur zu Geschichte und Restaurierung dieses bemerkenswerten Bauwerks.

Zusätzliche Informationen