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Bischof Oliveri kaltgestellt

Am 10. Januar hat Papst Franziskus einen Koadjuter mit dem Recht der Nachfolge für die norditalienische Diözese Albenga-Imperia ernannt und damit Bischof Olivieri und die diözesanen Organe faktisch entmachtet. Damit wird ein weiteres Mal einer der ohnehin wenigen Bischöfe kaltgestellt, die sich um die Wahrung der liturgischen und lehrmäßigen Kontinuität über die Brüche des vergangenen Jahrhunderts hinweg bemühen. Vorbereitet wurde die Entmachtung Oliveris durch eine Kampagne in der Lokalpresse, der gerne auch internationale „Leitmedien“ hinterherliefen. Etwa die ganz im Stile der 30er Jahre des 20. Jh. antiklerikale Süddeutsche Zeitung, die unter dem Titel „Sündenpfuhl Albenga-Imperia“ unter anderem kolportierte: „So wurde ein Priester versetzt, weil er eine Geliebte gehabt haben soll ... Am Strand einer anderen Kommune sollen Touristinnen vom örtlichen Pfarrer unsittlich angefasst worden sein, einen Ort weiter soll der Pfarrer die Ehefrau eines Hafenkommandanten während einer Prozession eindeutig angeflirtet haben.“ Und: „Eine Vorliebe des 70-jährigen Bischofs sind dreistündige Messen - bevorzugt in lateinischer Sprache.“

Auweia. Aber offenbar schwerwiegend genug, um die bei modernistischen Bischöfen und deren lehrmäßigen ebenso wie moralischen Eskapaden angestrengt in die andere Richtung schauenden vatikanischen Instanzen zu Höchstleistungen zu befähigen. 

Katholisches.info zitiert dazu trotz einiger Überspitzungen bedenkenswerte überlegungen aus dem spanischen Blog Secretum meum mihi: Papst Franziskus „demonstrativ gezeigte Toleranz und Barmherzigkeit“ gelte erstens für alle, aber nicht für traditionsverbundene Katholiken, ihnen gegenüber hege er eine „tiefsitzende innere Abneigung“. Zweites scheine der Papst es nicht zu ertragen, daß Bischöfe volle Seminare und zahlreiche Priesterberufungen haben, sobald sie sich der Tradition zuwenden. Die Tradition werde nur innerhalb des abgesonderten, überschaubaren und kontrollierbaren Geheges von „Ecclesia Dei“ geduldet. Wo die Tradition dieses Gehege verläßt und in die neurituelle Kirche hineinstrahle, werde sie unerbittlich bekämpft, wie die Behandlung der Franziskaner der Immakulata, Bischof Livieres und nun Bischof Oliveri belegen. „Warum haben selbst hohe Kirchenvertreter, einschließlich dem Papst, solche Angst vor der Tradition? Warum lassen sie nicht ihre sprichwörtlich gehegte Toleranz walten? Ist es, weil sie auch ihnen den Spiegel vorhält und damit ihr eigenes Lebenswerk und Kirchenverständnis in Frage stellt? 

Neue Kirche für „Ambrosianer“

Um das neue Kalenderjahr mit einer guten Nachricht zu beginnen: S.E. Angelo Cardinal Scola, der Erzbischof von Mailand, hat den Gläubigen, die an der überlieferten Form des ambrosianischen Ritus festhalten, eine neue und überaus geeignete Kirche zugewiesen. Die Kirche S Maria della Consolazione war im 16. Jahrhundert als Kirche für das am Stadtzentrum gelegene Castello Sforza erbaut worden  Die Kirche ist mit Fresken und Tafelbildern einiger der bedeutendsten Mailänder Maler der Entstehungszeit ausgestattet und eignet sich hervorragend für den überlieferten Mailänder Ritus, der in seiner Vollform, dem Pontifikalamt, deutlich mehr Prozessionen und „Stellungswechsel“ aufweist als der römische.

Bisher hatte der überlieferte ambrosianische Ritus seine offizielle Heimstatt in einem vorstädtischen Beton-Kirchenbau der 60er Jahre. Allerdings wird die überlieferte Form gelegentlich auch „inoffiziell“ und unregelmäßig in anderen historischen Kirchen der Stadt gefeiert. In S Maria della Consolazione wird künftig an allen Sonn- und Feiertagen um 10 Uhr vormittags ein Hochamt zelebriert.

Advent in Kursk

Gerne geben wir die folgende Meldung weiter, die uns Gregor Huber, Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft vom Heiligsten Herzen Jesu in Moskau mitgeteilt hat. Vielleicht haben wir ja noch mehr Leser in der Gegend:

Vom 12. - 14. Dezember 2014 finden zum zweiten mal traditionelle Einkehrtage in der südrussischen Stadt Kursk statt.

Pater Mikhail Ermaschkevitch OP (Vitebsk, Weissrussland) wird zum Thema “Advent: die Kirche erwartet die Geburt ihres Herrn und seine Wiederkunft zu richten die Lebenden und die Toten” sprechen.

Organisiert wird die Verantstaltung von der “Gesellschaft vom Heiligsten Herzen Jesu”.

Die Hl. Messen finden im überlieferten Ritus statt.
Ort: Römisch-Katholische Gemeinde “Mariä Himmelfahrt”, Kursk, ulitza Marta, 31.

12 Dezember, Freitag

17.00-18.00 Anbetung, Beichtgelegenheit
18.00-19.00 Stille Messe
19.00-19.45 1. Vortragsteil

13 Dezember, Samstag, Hl. Lucia

15.15-16.00 Beichtgelegenheit
16.00-17.00 2. Vortragsteil
17.00-18.00 Stille Messe

14 Dezember, 3. Advent

08.30-09.00 Beichtgelegenheit
09.00-10.30 Gesungenes Amt

Zweierlei aus Österreich

Das Pontifikalamt im überlieferten Ritus zum Patronatsfest der Karlskirche ist inzwischen bereits eine Wiener Tradition. Im vergangenen Jahr zelebrierte dort am 4. November der Churer Bischof Msgr. Dr. Vitus Huonder. In diesem Jahr konnte Una Voce Austria mitteilen, daß S.E. Leo Cardinal Burke, Präfekt der Apostolischen Signatur, das Pontifikalamt in der Karlskirche zelebrieren wird.

Ort: Kirche St. Karl Borromäus, Wien 4
Zeit: 4. November 2014, 18:00 Uhr (feierlicher Empfang und Ankleidung: 17:30
Uhr)

Wie gestern aus Österreich bekannt wurde, gibt es gleichzeitig eine äußerst unerfreuliche Meldung aus Österreich: Die von Kardinal Raymond Burke für den kommenden 5. November angekündigte Votivmesse im überlieferten Ritus in der Pfarrkirche St. Leopold Donaufeld in Wien-Floridsdorf wurde abgesagt. Wie katholisches.info wohl nicht ganz ohne Grund annimmt, dürfte der Grund für die Absage in kirchenpolitischen Überlegungen liegen: Die Pfarrei in Florisdorf untersteht dem Abtprimas von Klosterneuburg, wo man allem zur Schau getragenen Konservatismus zum Trotz in Sachen überlieferte Liturgie eine eher ablehnende Position einnimmt.

Aus für die alte Liturgie in Blackfen

Mehrere Beiträge in englischsprachigen Blocks haben es zu Anfang dieser Woche zur Gewissheit werden lassen: In der Pfarrei unserer lieben Frau vom Rosenkranz in Blackfen, die unter „his hermeneuticalness“ Fr. Tim Finigan ein wunderbares Beispiel für das - von wenigen Ausnahmen abgesehen - konfliktfreie Neben- und Miteinander der beiden Formen des römischen Ritus gegeben hat, wird es künftig keine hl. Messe im überlieferten Ritus mehr geben. In Absprache mit Bischof und Generalvikar hat der neue Pfarrer innerhalb weniger Tage abgerissen, was sein Vorgänger in jahrelanger mustergültiger Arbeit aufgebaut hatte. Da die Kollegen von katholisches.de die entsprechenden Beiträge bereits ausgewertet und zusammengefasst haben, ersparen wir uns den hier für heute geplanten ausführlichen Bericht. Für diejenigen, die es wirklich in allen unappetitlichen Einzelheiten wissen wollen, verweisen wir auf die Blogbeiträge von Mulier fortis und Joseph Shaw, bei letzterem auch ganz besonders auf die in der zeitlichen Reihenfolge ihrer Aufnahme präsentierten Photos.

Der Fall Blackfen scheint insoweit von besonderer Bedeutung zu sein, als es auch hier wieder einen Pfarrer und eine Gemeinde trifft, wo praktisch gelebt wird, was nach Papst Benedikt XVI. doch eine Selbstverständlichkeit sollte: Die theologische Kontinuität und das örtliche/zeitliche Nebeneinander von altem und neuem Ritus. Für alle, die den neuen Ritus nur als Vehikel zur Durchsetzung ihres Zieles auf Errichtung einer neuen Kirche sehen, ist das eine schwer erträgliche Provokation. Sie wollen keine Kontinuität, sie sehen „Ansteckungsgefahr“ auf den verschiedenesten Gebieten, und sie wollen auf gar keinen Fall, daß die Gemeinden und Priester, die an der überlieferten Liturgie und Lehre festhalten, aus der ihnen zugewiesenen Außenseiterrolle ausbrechen. Eine Spielwiese für Nostalgiker und die Freunde des liturgischen Ballets - das können sie noch hinnehmen. Zumal sich in solchen Reservaten oft genug auch die unangenehmen Begleiterscheinungen des Lebens in der Isolation entwickeln: Besserwisserei und Hochmut, Geistige Verengung, Gründerkult und was derlei sektirerische Tendenzen mehr sind. Den Verwaltern des Mainstreams sind solche Entwicklungen durchaus willkommen: Sie helfen, die Quarantäne aufrecht zu erhalten. Aber alles, was diese Quarantäne überschreitet, wird von den herrschenden Revolutionären in Liturgie und Lehre konsequent bekämpft.

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