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Eine Gemeinde für das ICRSS

Im vergangenen April hatte Bischof Campbell von Lancaster das Institut Christus König und Hoher Priester (ICRSS) gebeten, die Seelsorge in der von Schließung bedrohten Kirche der hl. Walburga in Preston zu übernehmen. (Bericht) Am vergangenen Sonntag hat das Institut nun mit einem feierlichen Levitenamt, dem Bischof Campbell in choro beiwohnte,  seinen Tätigkeit in Preston offiziell aufgenommen. In St. Walburge's wird künftig Werktags wie Sonn- und Feiertags mindestens eine hl. Messe im überlieferten Ritus zelebriert. Zusätzlich soll solange die personelle Situation der Diözese es erlaubt an Sonntagen auch eine hl. Messe nach den Büchern von 1970 gefeiert werden - die Mitglieder der Gemeinde von Preston haben also die Wahl.

Einen ausführlicheren Bericht aus Preston mit weiteren Bildern vom Hochamt am Sonntag bringt die Website der Gemeinde St. Wilfrids in York, die mit dem Oratorium in Oxford verbunden ist.

„Ars Celebrandi“ in Polen

Anfang dieses Monats hat im polnischen Marienwallfahrtsort Lichen ein Workshop zur ars celebrandi in der überlieferte Liturgie stattgefunden. Insgesamt haben über 150 Priester, Seminaristen, Kirchenmusiker und Ministranten an der einwöchigen Veranstaltung unter dem Patronat von Ortsbischof Wieslaw Mehring teilgenommen. Teilnehmer kamen nicht nur aus Polen, sondern auch aus Nachbarländern wie Tschechien, Litauen und Lettland. Sogar aus Frankreich, dem die polnischen Traditionalisten durch das Institut Bon Pasteuer besonders verbunden sind, waren zwei Priester angereist. Zehn Priester - einige von ihnen schon vor vielen Jahren geweiht - feierten während des Workshops ihre erste Heilige Messe in der überlieferten Form.

Die Veranstaltung, die auch im kommenden Jahr wieder stattfinden wird, hat ihre eigene Website - die Google-Übersetzung ins Englische ist gut lesbar. Ganz ohne Übersetzung kann man die Bildergalerie bewundern, auf der die Veranstalter über 600 Bilder vom diesjährigen Workshop zusammengetragen haben. 

Schlechte Nachricht aus England

Mit Beginn dieses Monats wurde „his Hermeneuticalness“, der auch unseren Lesern wohlbekannte Fr Timothy Finigan, von Blackfen, einer westlichen Teilstadt von London, nach Margate an der Küste versetzt.  Sein Nachfolger wurde Fr. Steven Fisher, der - s. Photo - zu Ratzinger-Zeiten einen durchaus traditionsnahen Eindruck erweckte und auch gelegentlich die „außerordentliche Form“ zelebrierte. Deshalb war man allgemein guter Hoffnung, Fisher werde die von Finegan über Jahre hinweg entwickelte Praxis beibehalten, eine von mehreren Sonntagsmessen und auch einzelne Werktagsmessen weiterhin in der überlieferten Form zu zelebrieren.

Das war ein krasser Irrtum. Nach aktuellen Meldungen aus Blackfen brauchte Fisher keine 14 Tage im neuen Amt, um in der hl. Messe in der überlieferten Liturgie ein Element der Spaltung zu erkennen, das darüberhinaus ortsfremde Elemente in die Kirche von Blackfen locke. Ende des Monats sei Schluss damit, ordnete der neue Pfarrer an, und wenn es in Zukunft überhaupt noch gelegentich lateinische Messen am Ort geben solle, dann nach seinem, Fishers, Ritus - mit Kommunionhelferinnen, Handkommunion und allem, was das Konzil an segensreichen Gaben beschert hat.

FSSPX im Petersdom

Am 9. August dieses Jahres konnte P. Michel de Sivry vom franösischen Distrikt der Piusbruderschaft mit Erlaubnis der zuständigen römischen Stellen eine hl. Messe in der Peterskirche feiern. Ort der Zelebration war der Altar mit den Gebeinen des hl. Papstes, dessen 100. Todestages (20. August) in diesem Jahr gefeiert wird. P. de Sivry war aus Anlass dieses Gedenkjahres mit einer Gruppe von Gläubigen von der Gemeinde Saint-Martin-des-Gaules in Noisy-le-Grand nahe von Paris nach Rom gekommen.

Es wäre sicher eine Übertreibung, dieses erfreuliche Ereignis als Indiz für eine bevorstehende Überwindung der tiefgreifenden Meinungsverschiedenheiten zwischen der Bruderschaft und maßgeblichen römischen Kongregationen sehen zu wollen. Andererseits setzt es doch die teilweise hochrangigen Würdenträger ins Unrecht, die keine Gelegenheit versäumen, die Bruderschaft als "schismatische Gruppierung" zu bezeichnen.

Weitere Information sowie ein Video von der Messfeier finden sich auf der offiziellen Seite des französischen Distrikts der Bruderschaft La Porte Latine.

Karmeliter der Tradition in Italien

P. Konrad Löwenstein - ein Sohn des vor kurzem verstorbenen Prinz Rupert Löwenstein, des langjährigen Vorsitzenden der Latin Mass Society von England und Wales - hat in einem Schreiben an das traditionsorientierte Blog „cordialiter“ eine bemerkenswerte Mitteilung gemacht:

Ich habe Informationen über eine Initiative, die im Herbst eine kontemplative Gemeinschaft karmelitischer Spiritualität mit dem überlieferten Ritus errichten will.

Wie aus anderen Quellen zu erfahren war, ist P. Löwenstein selbst maßgeblich an der Gründung der neuen Vereinigung beteiligt. Als Kontakt für junge Männer, die sich für die Petrusbruderschaft oder die Neugründung interessieren, hat er auf „cordialiter“ eine Mailadresse angegeben: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

Die Petrusbruderschaft, deren Kommunität in Venedig P. Löwenstein derzeit angehört, ist bis jetzt in Italien wenig verbreitet. Klösterliche Gemeinschaften, die der überlieferten Liturgie verpflichtet sind, scheint es allerdings mehrere zu geben. Wohlbekannt sind die Benediktiner von Norcia und die Benediktiner der Immaculata von Villa Talla in der Diözese Albenga-Imperia. Die meisten anderen traditionsorientierten Konvente in Italien gehören allerdings dem weiteren Umfeld der Piusbruderschaft an oder haben gänzlich irregulären Status. Eine ungute Folge der auch in Italien vorherrschenden Tendenz, die traditionsorientierten Katholiken mit allen Mitteln auszugrenzen, statt ihnen den Raum in der Kirche zu geben, auf den die zweitausendjährige Tradition selbstverständlichen Anspruch hat.

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