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Wie könnte man da nein sagen?

Bei der Zelebration der überlieferten LiturgieMit der Ernennung des bisherigen Bischofs von Nottingham, Malcolm McMahon OP, zum Erzbischof von Liverpool erhält die größte englische Diözese einen Bischof, der sich in der Vergangenheit durch eine sachlich-freundliche Haltung gegenüber der überlieferten Liturgie ausgezeichnet hat. Er war in Nottingham der erste englische Ortsbischof, der die Liturgie in der überlieferten Form zelebriert hat, und zeigte seine Unterstützung für Summorum Pontificum unter anderem durch Teilnahme an der Jahrestagung der Latin Mass Society im vergangenen Jahr.

Auf einer Pressekonferenz nach seiner Berufung nach Liverpool am 21. März erklärte der Erzbischof seine Bereitschaft, auch künftig die hl. Messe im überlieferten Ritus zu feiern, soweit solche Zelebrationen nicht als Mittel der Spaltung eingesetzt würden. Wörtlich: „Natürlich kann ich mich dazu bereit erklären. Wie könnte man das ablehnen, wenn die hl. Messe - nun, einige sprechen lieber vom 'Traditionellen Ritus' - wenn die außerordentliche Form für Hunderte von Jahren für die Gläubigen eine Quelle der Heiligung war. Wie um alles in der Welt sollte man da Nein sagen?“

Nach der Ernennung des Oratorianers Robert Byrne (bisher Oxford) zum Weihbischof von Birmingham ist das in diesem Jahr für England die zweite Ernennung eines Bischofs, der aktiv freundlich gegenüber der überlieferten Liturgie auftritt.

Traditionsfreundlicher Bischof für San Remo

Episcopus electus SuettaDie norditalienische Diözese Ventimiglia-San Remo bekommt einen neuen Bischof: Am 25. Januar hat Papst Franziskus Msgr. Antonio Suetta, Jahrgang 1962, mit der Leitung des Bistums betraut. Suetta war bislang Direktor des Priesterseminars in der benachbarten Diözese Albenga-Imperia, die zu den wenigen italienischen Diözesen gehört, die Summorum-Pontificum im Sinne von Papst Benedikt umgesetzt haben und der überlieferten Liturgie volles Recht im Leben der Ortskirche und bei der Ausbildung der Priester einräumen. Dort hat er den Kurs von Bischof Mario Oliveri voll unterstützt. Es wird angenommen oder zumindest erhofft, daß Msgr. Suetta in Ventimiglia-San Remo, wo man sich bisher von der katholischen Tradition auf allen Gebieten eher fernhielt, einen ähnlichen Kurs einschlagen wird wie Albenga-Imperia.

Keine alte Messe mehr in S. Maria Maggiore

Seit dem hl. Jahr 2000 wurde an jedem ersten Samstag im Monat in S. Maria Maggiore eine hl. Messe in der überlieferten Liturgie gefeiert. Die Zelebration war bisher von den Franziskanern der Immakulata übernommen worden, denen der gesamte Gottesdienst an der Kirche übertragen ist. Bekanntlich hat der apostolische Kommissar jetzt den Franziskanern die Zelebration nach dem alten Ritus verboten. Der Erzpriester der Basilika, der spanische Kardinal Santos Abrily Castello, war  seinerseits nicht bereit, einem anderen Priester die Erlaubnis zur Zelebration zu erteilen. Daher konnte die Alte Messe am vergangenen Samstag zum ersten Mal seit 13 Jahren nicht stattfinden.

Der Coetus Summorum Romano hat nun ein Gesuch an Papst Franziskus gerichtet, in dem er an das „liebevolle Verständnis“ des Papstes appelliert und darum bittet, die Zelebration wieder zu ermöglichen. Darin heißt es unter anderem: „Unsere ‚Peripherie‘ der Gläubigen, ausgeschlossen und oft sogar ignoriert wenn nicht sogar verachtet, weint und klagt wegen dieser Ausgrenzung einer direkten Apostolischen Tradition, die von Benedikt XVI. mit dem genannten Motu proprio bestätigt wurde“.

Ausführliche Informationen zum Fall und der Text des Bittgesuchs bietet Messa in Latino, Teile davon in deutscher Übersetzung finden sich auf katholisches.info.

Beruf: Totengräber

„Heute morgen trat nach der Messe ein Herr an mich heran und sagte: Exzellenz, ich bin nicht aus Ihrer Diözese, aber als vor einiger Zeit das Begräbnis meiner Mutter war, konnte kein Priester anwesend sein. Ich verstehe das nicht, das ist unerträglich. Warum soll ich noch weiter meine Kirchenabgabe leisten?“ So dieser Tage Msgr. Yves Patenotre, Erzbischof von Sens-Auxerre, im Editorial seiner Kirchenzeitung

Zur Antwort verwies der Erzbischof auf den Priestermangel und nannte dem Fragenden ein paar Zahlen, die seiner Meinung nach wohl als Erklärung ausreichten: „In fast zwanzig Jahren als Bischof habe ich 120 Priester beerdigt, aber nur einen neu geweiht.“

Hier ist nicht der Ort, die nachfolgenden Worte des Bischofs zur Notwendigkeit verstärkten Laienengagements und zur Neueinrichtung eines Dienstes für Berufungen kritisch zu bewerten. Die nackten Zahlen müssen genügen: 20 Jahre, 120 Abgänge, 1 Neuzugang.

Wir ersparen uns die beliebte Feststellung, das sei alles eine Folge des 2. Vatikanischen Konzils bzw. dessen verfehlter Umsetzung. Sie wäre genauso wenig belegbar wie die ebenso beliebte  umgekehrte Behauptung, ohne „Gaudium et Spes“ wäre alles noch viel schlimmer gekommen. Bleibt nur die Frage: Was kann man sich eigentlich noch Schlimmeres vorstellen?

Hochämter in Paris und Wien

Die Petrusbruderschaft feiert in diesen Wochen den 25. Jahrestages ihrer offiziellen Errichtung. Sie tut das, insbesondere in Deutschland, eher im Stillen. Immerhin hat sie im vergangenen Monat eine recht interessante Statistik veröffentlicht, aus der hervorgeht, daß der Gemeinschaft derzeit 244 Priester, 10 Diakone und 153 Seminaristen angehören.

In Frankreich hat die Bruderschaft ihren Jahrestag am 16. November mit einem feierlichen Levitenamt in der Pariser Kirche St Sulpice gefeiert; Zelebrant war der französische Distriktsvorsitzende Abbé Ribeton. Nun haben es sogar einige Bilder von dieser Messe ins Internet geschafft - zu sehen auf der Website der Niederlassung von Versailles.

Bereits am 4. November hatte der Churer Bischof Huonder auf Einladung von Una Voce Austria in der Wiener Karlskirche ein Pontifikalamt zum Jahrestag des hl. Karl Borromäus zelebriert. Die barocke Karlskirche ist eine der prächtigsten Kirchen der alten Kaiserstadt, und das Hochamt am 4. November entfaltete in diesem Umfeld allen Glanz, den die überlieferte Liturgie entfalten kann, um wenigstens einen Abglanz der Liturgie des himmlischen Jerusalem auf der Erde aufscheinen zu lassen.

Nicht vertraut mit den Feinheiten des Wiener Usus, der schon ein Levitenamt als „Fünfherrenamt“ zu feiern weiß, erblicken wir auf den Fotos neben den für ein Pontifikalamt üblichen beiden Ehrendiakonen (Dalmatik ohne Albe über der Soutane) und Diakon /Subdiakon (Dalmatik und Tunicella mit Albe) sowie dem Zeremoniar im Pluviale noch mehrere Mitfeiernde unbekannter Funktion: Zwei weitere Träger von Dalmatik oder Tunicella mit Albe sowie mindestens einen weiteren Träger eines Pluviale. Einfachere Chormäntel trugen auch die Verwahrer von Mitra, Bischofsstab und der Träger der Bugia - das ist der Leuchter für die besondere Kerze, die dem Bischof beim Pontifikalamt zukommt. Dann gab es am Thron noch ein Ehrengeleit aus zwei Mercedarier-Rittern und zweier weiterer Thron-Assistenten, dazu natürlich Akolythen (auf einigen Bildern deren zehn), Thuriferare, weitere Altardiener sowie einige Prälaten in Choro.

In einem Satz: Eine Liturgie, wie man sie selbst in der Peterskirche zu Rom seit Jahrzehnten nicht mehr erleben konnte. 75 eindrucksvolle Bilder vom Pontifikalamt gibt es auf der Website von Una Voce Austria. Dann noch einmal 27 Bilder von der ebenfalls von Bischof Huonder zelebrierten „Bischöflichen Stillmesse“ am folgenden 5. November in der Rudolfsheimer Kirche. Ebenfalls sehr sehenswert. Und dann noch den Hinweis, daß am 5. Mai des kommenden Jahres ebenfalls wieder in der Karlskirche ein „Fünfherrenamt“ zelebriert werden wird.

Zusätzliche Informationen