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Kleider machen Leute

Photo: Roel van Koppenhagen auf katholisch.deDas letzte Mal, daß wir etwas von den niederländischen Dominikanern hörten, war anläßlich der Publikation ihres Manifests „Kirche und Amt“. Darin hatten sie das gesamte traditionelle katholische Verständnis vom Priestertum abgeräumt. Sie wollten nicht etwa nur das Priesteramt auch für Frauen und überhaupt jedes von 62 Geschlechtern öffnen – in Zukunft sollte es überhaupt keiner besonderen Weihe mehr bedürfen, den „Vorsitz bei der Eucharistiefeier“ zu übernehmen.

Nach 10 Jahren ist der Orden – über die Zahl seiner Angehörigen und Niederlassungen in NL war leider nichts in Erfahrung zu bringen – nun mit einer weiteren genialen Idee an die Öffentlichkeit getreten: Zusammen mit dem „bekannten Modelabel Byborre“ haben die Söhne des hl. Dominikus einen neuen Habit entwickelt, um auszutesten, auf welche Weise man die Mönche besser in der heutigen Gesellschaft sichtbar machen könne. Apostatisch.de, pardon, katholisch.de ist begeistert versäumt freilich nicht, gleich zweimal zu betonen, daß der neue Entwurf keinesfalls zur tatsächlichen Verwendung bestimmt sei, sondern nur die Diskussion über ein zeitgemäßes Charisma des öffentlichen Auftritts beflügeln solle. 

Das glauben wir aufs Wort.

Kleider machen Leute – das war schon immer so. Der andere Spruch, der einem hierzu einfallen könnte, wäre eine dominikanische Abwandlung von: Der Kaiser ist nackt. Das verkneifen wir uns aber. Nicht nur, weil es uns irgendwie unziemlich vorkäme, sondern weil die Verhältnisse ja wohl eher umgekehrt sind: Das neue Kleid, das beweisen die auf katholisch.de gezeigten Photos des im Habit posenden professionellen Models, gibt es zweifellos. Aber wie lange gibt es auch noch jemanden, der es tragen könnte?

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