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Fr. Anthony Cekada RIP

Bild: Wikimedia Commons/DizzynessOfFreedomGestern verstarb in seinem 70. Lebensjahr der Liturgiewissenschaftler Anthoy Cekada, prominenter Sedisvakantist und leitender Priester der „autonomen“ Gemeinde St. Gertrude the Great in West Chester, Ohio. Er bedarf unseres dringenden Gebetes - der Herr sei seiner Seele gnädig.

Cekadas wissenschaftliche Hauptwerke Work of Human Hands: A Theological Critique of the Mass of Paul VI. und The Problems with the Prayers of the Modern Mass gehören unabhängig von den sedisvakantistischen Positionen ihres Autors zu den aussagekräftigsten Werken über die Liturgiereform. Zum wissenschaftlichen Rang Cekadas schrieb der Liturgiewissenschaftler und Prior  des in Gemeinschaft mit Rom stehenden Monastère Saint-Benoît Alcuin Reid vor 10 Jahren in einer Besprechung von Work of Human Hands:

Einige werden diese Arbeit verwerfen, weil Fr. Cekada ein Sedisvakantist mit irregulärem kanonischem Status ist. Das ist mehr als beklagenswert, doch diese ad hominem stehenden Realitäten reichen nicht aus, sein gründlich argumentierendes und auf solider Forschung beruhendes Werk abzutun. Wir müssen seine Argumente nach ihrem Wert würdigen. Es ist Fr. Cekadas großes Verdienst, jene große Fage hervorgehoben zu haben, der wir uns bisher weithin noch nicht gestellt haben: Während es sicher gut ist, die moderne Liturgie in einer an die Tradition angenäherten Weise und mit besseren Übersetzungen zu feiern, ist das doch nicht ausreichend. Denn wenn das Missale Pauls VI. tatsächlich in wesentlichen Punkten mit der vorhergehenden liturgischen und theologischen Tradition bricht, ist das ein ernster Mangel, der korrigiert werden muß.“

Priesterweihe in Rhode Island

Bild: Aus einem der genannten Artikel auf New Liturgical MovementErst in dieser Woche erreichten uns Bilder von der Priesterweihe und der Primiz von Fr. William Rock von der Petrusbruderschaft in Providence, Rhode Island am 26. und 27. Oktober. Weihender Bischof war S.E. Athanasius Schneider vom Erzbistum der Allerheiligsten Jungfrau Maria zu Astana. Die Bilder der Zeremonien, die in St. Mary‘s, einer der ältesten neogotischen Kirchen des Staates aufgenommen wurden, gehören zu den eindrucksvollsten, die wir in letzter Zeit von einer Priesterweihe gesehen haben. Eine Besonderheit: die Website von St. Mary‘s zeigt auch eine Serie von Aufnahmen der Segnung der Paramente und der liturgischen Geräte für den Neupriester, die Bischof Schneider am Vortag der Priesterweihe vorgenommen hatte.

St. Marys wurde im August des vergangenen Jahres von Bischof Tobin der FSSP als Pfarrei für die Seelsorge der Katholiken errichtet, die sich der überlieferten Liturgie verpflichtet sehen. Sie hat sich innerhalb kurzer Zeit zu einem lebendigen Zentrum über Stadt und Bistum hinaus entwickelt. In diesen Tagen wird dort eine Novene für priesterliche Berufungen und insbesondere für die Seminaristen der Petrusbruderschaft abgehalten, die im Seminar von Denton am 23. November Niedere Weihen empfangen werden.

Einen ausführlichen Bericht von der Priesterweihe mit Informationen zum bisherigen Lebens- und Berufungsweg von Fr. Rock brachte auch die Website des Bistums Rhode Island Catholic.

Eine gute Nachricht...

...kommt in dieser Woche aus Waterbury in Connectitut, von dem wir zuvor nie gehört hatten: Dort wird am kommenden Sonntag, nach dem traditionellen Kalender am Fest Christus König, die Patrickskirche dem Apostolat des Instituts Christus König und Hoherprister übergeben. Erzbischof Leonard Blair, der die Diözese Hartford seit Oktober 2013 leitet, hat St. Patricks als Personalpfarrei nach Summorum-Pontificum errichtet und dem ICK anvertraut. Wie New Liturgical Movement mitteilt, wird der Generalvikar des Instituts, Msgr Michael Schmitz, in der neogotischen Kirche, die die Wirren der Kulturrevolution weitgehend unbeschädigt überstanden hat, am sonntag zur Eröffnung ein feierliches Hochamt zelebrieren.

Die Nachricht aus den Vereinigten Staaten erinnert uns wieder einmal schmerzlich daran, daß die deutsche Bischofskonferenz mit der Mehrheit ihrer Mitglieder das Kirchengesetz Summorum Pontificum nach wie vor ignoriert bzw. bekämpft. Damit hat sie bisher verhinder, daß einer der dem überlieferten Ritus wohlgesonnenen Bischöfe von der in diesem Gesetz gegebenen Möglichkeit zur Einrichtung einer regulären Personalpfarrei Gebrauch macht. Stattdessen brüstet der Deutschkatholizismus sich der rechtswidrigen Ernennung von Frauen zu Gemeindeleiterinnen. Keine der bisher in Deutschland eingeräumten Möglichkeiten zur Feier der Liturgie nach der überlieferten Lehre und Liturgie bietet einen vollwertigen Ersatz für ordentliche Personalpfarreien, weil alle anderen Einrichtungen vollständig vom guten Willen oder der Willkür des gerade amtierenden Bischofs abhängig sind.

Hier erscheint hinsichtlich der Situation in Waterbury eine Präzisierung erforderlich. Wenn wir die Mitteilung der Erzdiözese genauer lesen, ergibt sich folgendes Bild: Der Erzbischof hat St. Patricks als Territorialpfarrei wiedererrichtet  und dort gleichzeitig ein Oratorium für die überörtliche Seelsorge in der überlieferten Liturgie errichtet. Das Oratorium hat er dem Institut Christus König anvertraut und dessen Angehörigen  Can. Joel Estrada auch zum Ortspfarrer eingesetzt. Damit bleibt St. Patricks von Waterbury eine Stufe unterhalb der Personalpfarrei. Praktisch wirkt das Oratorium überörtlich mit bischöflicher Rückendeckung im alten Ritus. Die Pfarrei kann jedoch nur Kirchenbücher für die eigene Wohnbevölkerung führen und muß z.B. für die Eintragung von Taufen oder Eheschließungen mit den jeweiligen Ursprungspfarreien zusammenwirken. Das verursacht zusätzlichen bürokratischen Aufwand, der jedoch zu bewältigen sein dürfte. Gravierender ist der Umstand, daß die rechtliche Bindungswirkung beider Maßnahmen für einen eventuellen Nachfolger im Bischofsamt deutlich geringer ist. 

Primizen im alten Ritus

Bild: Erzdiözese BostonAm Sonntag, den 19. 5. feierte Fr. Michael Rocha, Diözesanpriester des Erzbistums San Francisco, seine Primiz in der Kirche Maria Meerstern – als gesungenes feierliches Hochamt in der überlieferten Liturgie. Fr. Rocha hatte zusamen mit zwei weiteren Diakonen die Priesterweihe am Tag zuvor von Erzbischof Cordileone von San Franzisco empfangen. Rocha ist Absolvent des diözesanen Priesterseminars, in dessen Hauskapelle einmal wöchentlich auch im alten Ritus zelebriert wird. Das Seminar bietet auch Kurse zum Erlernen der lateinischen Sprache, an denen teilzunehmen jedoch nicht verpflichtend ist. Die Vorbereitung auf die Zelebration in der außerordentlichen Form erfordert daher ein zusätzliches Engagement im Rahmen der schon so recht anspruchsvollen Studienordnung.

Ebenfalls am Sonntag den 19. feierte Fr. Brian O‘Hanlon unter Assistenz von Rev. Juan Carlos Rivera SJ seine Primizmesse in der überlieferten Liturgie. Er war am Vortag von Kardinal O‘Malley zusammen mit 12 weiteren Diakonen in der hl. Kreuz-Kathedrale von Boston zum Priester geweiht worden – das war der stärkste Weihejahrgang seit über 20 Jahren. Fr. O‘Hanlon hat seine Ausbildung am St. John‘s-Seminary der Diözese erhalten, das im Geist von Pastores Dabo vobis von Papst Johannes Paul II. geführt wird. In der Diözese gibt es noch zwei weitere Priesterseminare – das Redemptoris Mater-Semnary des Katechumenalen Weges und das Nationale Seminar hl. Papst Johannes XXIII., in dem Männer im Alter von 30-60 Jahren (und älter!) ausgebildet werden. Allein für Boston wurden dort in den letzten 50 Jahren immerhin 115 Männer zur Priesterweihe geführt. Insgesamt hat die Priesterausbildung in der Erzdiözese seit der Amtsübernahme von Erzbischof Kardinal O‘Malley (Jahrgang 1944, in Boston seit 2003) einen erfreulichen Aufschwung genommen. Eine besondere Ausbildung für den überlieferten Ritus scheint es an keinem dieser Seminary zu geben, allerdings gibt es in der Diözese etwa 10 Orte mit mehr oder weniger regelmäßigen „alten Messen“, darunter eine regelmäßige Sonntagsmesse in der Kathedrale des Erzbischofs.

Die überlieferte Liturgie nimmt bei weitem nicht in allen amerikanischen Diözesen eine so unproblematische Stellung ein wie in Boston oder San Francisco; die verklemmte Duldung oder die offene Feindseligkeit, die in Deutschland den Normalfall bildet, ist in den USA jedoch nur in Ausnahmefällen anzutreffen.

Niedere Weihen in Toronto

Bild: Jacquie Fournier, aus dem genannten Artikel auf NLMIn der Pfarrkirche St. Clement der Petrusbruderschaft in Toronto hat der amtierende Erzbischof von Toronto Terrence Prendergast SJ im vergangenen Februar einem Seminaristen die niederen Weihen erteilt. Die Weihe fand im Rahmen einer „stillen Messe eines höheren Prälaten“ statt – das ist in der überlieferten Liturgie die einzige zulässige Alternative zum Pontifikalamt.

Diese Weihezeremonie war durch zwei Besonderheiten gekennzeichnet: Der Weihekandidat Theodore Avram SJ ist, wie das Kürzel anzeigt, Angehöriger des Jesuitenordens, in dem normalerweise die niederen Weihen nicht erteilt werden – diese waren bekanntlich 1972 von Paul VI mit Ministeria Quaedam „abgeschafft“ worden. Avram hatte ausdrücklich um den Empfang dieser Sakramentalien gebeten und offenbar auch die Genehmigung seiner Ordensoberen erhalten – der Umstand, daß der zuständige und der Tradition gegenüber wohlwollend eingestellte Ortsbischof Prendergast ebenfalls dem Jesuitenorden angehört, dürfte dabei hilfreich gewesen sein.

Die zweite Besonderheit liegt in dem Umstand, daß die Weihen im konkreten Fall anscheinend (der Bericht ist da nicht ganz eindeutig) alle auf einmal gespendet wurden. Das war zwar auch in der Vergangenheit nicht völlig unüblich, der Normalfall war jedoch der, daß diese Weihen einzeln oder zu zweien oder dreien zusammengefasst über die Dauer der Seminarszeit hinweg gestreckt erteilt wurden. So wird es gegenwärtig normalerweise auch in den Gemeinschaften der überlieferten Liturgie gehandhabt.

Diese zeitliche Streckung ist – das soll jetzt keine Kritik des aktuellen Vorgehens in Ottawa sein, das viele gute Gründe haben kann – generell auch höchst sinnvoll. Dafür gibt es natürliche ebenso wie übernatürliche Begründungen. Als Sakramentalien verleihen diese Weihen den Männern, die sie empfangen, besondere Gnaden und unterstützen sie damit auf dem schweren Weg ihrer Berufung. Gleichzeitig sind sie aber auch psychologisch eine wichtige Stütze auf diesem Weg, den sie in kurze und überschaubare Etappen zerlegen und dazu auch noch – quasi als Zwischenprüfungen – immer wieder Gelegenheit und Ansporn bieten, sich der Berufung zu vergewissern und diese durch eigene Anstrengungen zu festigen.

Es ist sicher keine Übertreibung, anzunehmen, daß die Abschaffung dieser Zwischenschritte eine wesentliche Ursache dafür ist, daß heute viele Priester so durch und durch säkular geprägt sind: Die nachkonziliare Kirche wollte Priester, die ganz von dieser Welt sind – und allzu oft hat sie welche bekommen, deren Blick auch nicht mehr über diese Welt hinausreicht.

Die Weihezeremonie von Ottawa ist von daher ein ermutigendes Zeichen, daß es – sogar innerhalb des immer stärker in moderne Häresien abgleitenden Jesuitenordens – auch Priesteramtsanwärter gibt, die diese Mechanismen durchschauen und versuchen, ihnen entgegenzuwirken.

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