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Priesterweihen in Omaha

Bild: PinterestAm heutigen Quatembersamstag der Pfingstwoche wird Erzbischof Alexander Sample von Portland 10 Diakonen der Petrusbruderschaft aus dem Seminar Unserer Lieben Frau von Guadalupe die Priesterweihe erteilen. Das ist einer der stärksten Weihejahrgänge der letzten Jahre. Die Quatembersamstage sind traditionell Weihetage in der römischen Kirche .

Ort der Weihe ist die Cecilia-Kathedrale im  (für amerikanische Verhältnisse) nahegelegenen Omaha. Die Weihe beginnt um 10:00 Ortszeit Omaha - das ist 17:00 mitteleuropäische Sommerzeit. Es ist angekündigt, die gesamte Weihemesse auf der von der amerikanischen Petrusbruderschaft unterhaltenen Website livemass.net zu übertragen.

So sieht katholisch aus

Bild: Illustration aus dem Im Text genannten Beitrag auf LAJ

Die Renovierung der Kirche des hl. Markus in Peoria, einer Bischofsstadt mit 100 000 Einwohnern im US-Staat Illinois, ist abgeschlossen. Nun sieht die Kirche wieder fast so aus wie in der Zeit bis zum Konzil, in dessen Folge modernistische Bilderstürmer erst die Bilder der Heiligen und dann die Mehrzahl der Gläubigen aus den Kirchen vertrieben. St. Marcus ist dabei nur eine aus einer größeren Zahl von "Rück-Renovierungen",  mit denen Gemeinden in den Vereinigten Staaten ihre Kirchen von der Häresie und Diktatur der Formlosigkeit reinigten.

Warum das in den USA verhältnismäßig oft und in Deutschland extrem selten vorkommt, kann nur gemutmaßt werden. Ein Unterschied liegt im freieren Verhältnis von Gläubigen und Bevölkerung zur staatlichen und kirchlichen Obrigkeit. Wo hier ein Bündnis zwischen einem modernistischen Pfarrer, einem Kunstprofessor und einem Lokalredakteur ausreicht, die abenteuerlichsten und manchmal gotteslästerlichsten Konzepte durchzusetzen, ist man in den USA abseits der großen Metropolen weitaus weniger bereit, sich von Zeitgeistern für dumm verkaufen zu lassen. Zumindest nicht auf Dauer und wenn sich herausstellt, daß die phantastischen Neuerungen nicht nur ohne den versprochenen Erfolg blieben, sondern auch schon nach kurzer Zeit altbacken und angestaubt wirken.

Eine Rolle dabei spielt die Tatsache, daß es in den USA keine Kirchensteuer gibt: Gemeindepfarrer, die mit ihrer Seelsorge zu weit an den Gläubigen vorbe agieren, müssen nach einiger Zeit mit empfindlichen Einbußen im Finanzaufkommen rechnen. Der Mechanismus hat freilich auch seine Schattenseiten: Er treibt die Separierung der unterschiedlichen Richtungen gnadenlos voran und stellt auf diese Weise mehr Klarheit her, als vielen lieb ist, denen Einheit „in (angeblich) versöhnter Verschiedenheit“ als höchster Wert gilt.

Doch zurück nach Peoria. Die Gemeinde dort hatte nicht nur das Glück, Künstler zu finden, die in der Lage waren, die Ausmalung im Stil von Fra Angelico aus dem 15. Jahrhundert zu gestalten. Sie fand auch heraus, daß die Originalaltäre aus weißem Marmor, die nach der Renovierung anfangs der 70er Jahre „irgendwie verschwunden“ waren, noch existierten - und daß der jetzige Besitzer gerne bereit war, sie in das Wiederherstellungsprojekt einzubringen. Weitere Informationen und beeindruckende Bilder bringt das Liturgical Arts Journal.

Tausende beim Pontifikalamt in Washington

Am gestrigen Samstag zelebrierte Erzbischof Alexander Sample von Portland ein feierliches Hochamt zum 10. Jahrestag von Summorum Pontificum in der Basilika des National Shrine von Washington. Das ist eine Kirche mit über 3000 – gestern weitgehend gefüllten – Plätzen, deren Status und symbolische Bedeutung für die USA ungefähr der Kombination von Kölner Dom und Berliner Hedwigskirche entspricht. Die Wahl dieses hervorgehobenen Ortes war auch der Grund, warum der Dankgottesdienst fast ein Jahr nach dem eigentlichen Jahrestag stattfand: Die Veranstalter von der Gesellschaft des Hl. Paulus zur Verbreitung der heiligen Liturgie wollten warten, bis das das große Mosaik in der Dreifaltigkeitskuppel der Basilika fertiggestellt war, das oben abgebildet ist.

Ebenso symbolisch wie die Wahl von Ort und Zeitpunkt war die Auswahl der Offizianten für das Pontifikalamt: Pater Pendergraft von der Petrusbruderschaft amtierte als Diakon, Kanoniker Todd vom Institut Christus König war Subdiakon. Die Zeremoniare kamen von der Petrusbruderschaft, von da kam auch ein Ehrendiakon, der zweite wieder von Christus-König. Als Assistenzpriester am Altar und Subdiakon für das Tragekreuz amtierten zwei Diözesanprister. Das ganze Spektrum der lebendigen Gemeinschaft der überlieferten Liturgie und Lehre in den USA war vertreten.

In seiner Predigt betonte Erzbischof Sample die weit über diese Gemeinschaft hinausgehende Bedeutung der Feier der überlieferten Liturgie für die ganze Kirche. Er warnte vor der weitverbreiteten Versuchung, anzunehmen, die Kirche habe mit dem zweiten Vatikanum einen völligen Neubeginn (er sprach von ‚restart‘) vollzogen, so daß man sich mit dem, was vorher war, insbesondere auch der alten Liturgie, nicht mehr befassen müsse. Er betonte, daß die Kenntnis der überlieferten Liturgie auch für die Katholiken wichtig sei, die normalerweise an der Feier im novus ordo teilnehmen, und verlangte eine Interpretation des letzten Konzils im Sinne einer „Hermeneutik der Kontinuität“.

Der Erzbischof erklärte, die Ideen und Reformen des Konzils nicht zu bestreiten, die Art ihrer Umsetzung hätte jedoch zu vielen Problemen geführt, die der Kirche heute zusetzten. Darunter benante er ausdrücklich er die vielen Mißbräuche, zu denen die Praxis der neuen Liturgie neige. Als besonders positiv an der überlieferten Liturgie hob er die auch gestern in Washington wieder deutlich sichtbare Tatsache hervor, daß diese Liturgie starke Anziehungskraft auf jüngere Menschen ausübt.

Einen ausführlichen Bericht zur Jubiläumsmesse bietet The Remnant. Auf Youtube ist eine über zweistündige Videoaufzeichnung der gesamten Liturgie abrufbar.

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Die Neukatholiken in Deutschland begingen gestern den „Tag der Diakonin“. Was es damit auf sich hat, erklärt Pastoraltheologe Martin Lösch einfühlsam auf katholisch.de.

USA: Neue Personalpfarrei für Petrus

Bild: Von der im Beitrag genannten WebsiteAm 8. April hat die Erzdiözese Philadelphia bekanntgegeben, daß Erzbischof Charles Chaput im März die Errichtung einer neuen „Quasi-Pfarrei“ (nach Canon 516.1) in Conshohoken (Philadelphia) für die Gläubigen des überlieferten Ritus beschlossen hat. Das Dekret wird am 1. August in Kraft treten und soll bis dahin allen Gläubigen der Diözese auf geeignete Weise bekannt gegeben werden. In den umliegenden Gemeinden ist diese Bekanntmachung bereits am vergangenen Sonntag erfolgt.

Conshohoken ist ein Vorort von Philadelphia – 20 km vom Stadtzentrum entfernt. Als Kirche hat der Erzbischof der neuen Pfarrei St. Mary's zugewiesen. Mit der Seelsorge der neuen Gemeinde hat er die Petrusbruderschaft beauftragt. Die um die Wende um 20. Jh. von polnischen Einwanderern des Industriegebiets um Philadelphia erbaute Kirche St. Mary‘s war jahrzehntelang Sitz einer polnischen Personalpfarrei. Sie wurde 2014 mit der Pfarrei des hl. Matthäus im gleichen Ort zusammengelegt und ist seitdem nur noch selten für Gottesdienste genutzt worden.

St. Mary's hat wie viele ursprünglich von polnischen oder deutschen Gläubigen errichtete Kirchen in den USA den nachkonziliaren Bildersturm fast unbeschadet überstanden und ist liebevoll im ursprünglichen Stil restauriert worden. Die Kirche kann – mit wenigen Änderungen – praktisch vom ersten Tag an für die würdige Feier der überlieferten Liturgie genutzt werden. Wie erste Wortmeldungen auf der Facebook-Seite der polnischen Gemeinde von Conshohoken zeigen, ist die Nachricht von der Neubelebung der Kirche für die Alte Messe von vielen polnischstämmigen Bürgern mit großer Freude aufgenommen worden. Auf dieser Website fanden wir auch die oben gezeigte Abbildung des Kircheninneren.

St. Alphonsus in Baltimore

Bild: Screenshot aus einem Video im genannten Artikel der SunIm vergangenen Mai haben wir über die Entscheidung der Erzdiözese Baltimore berichtet, die Gemeinde St. Alphonsus als Personalpfarrei für die Katholiken des alten Ritus zu etablieren und die Seelsorge dort der Petrusbruderschaft anzuvertrauen.

Die Baltimore Sun hat in der vergangenen Woche in ihrem Lokalteil einen bemerkenswerten Bericht über die Entwicklung in dieser Pfarrei gebracht, in der die überlieferte Liturgie zwar nie ganz untergegangen war, seit der Übernahme durch einen jungen und anscheinen überaus tatkräftigen Pfarrer – der Vorgänger war im Mai mit 90 in Pension gegangen – aber noch einmal deutlich steigende Zahlen bei den Messteilnehmern aufzuweisen hat. Bemerkenswert ist der Bericht wegen seiner Länge von 1500 Worten, bemerkenswert auch wegen seines sachlichen und vorurteilsfreien Tons.

Baltimore ist eine Stadt mit etwas mehr als 600 000 Einwohnern, davon sind für amerikanische Verhältnisse relativ viele katholisch. Die Hauptstadt des Ostküstenstaates Maryland ist die älteste Diözese in den USA – das Bistum wurde bereits 1789 errichtet und umfasste zur Zeit seiner Gründung große Teile der nördlichen Ostküste; heute besteht es nur noch aus der Großstadt Baltimore selbst und einigen umgebenden Counties. Die kirchliche Entwicklung in Baltimore entspricht im großen Ganzen dem allgemeinen Trend in den USA, d.h. seit Mitte der 60er Jahre geht es in jeder Beziehung abwärts. Seit dem Frühjahr wird die Diözese zusätzlich belastet durch eine Netflix-Serie über den bislang unaufgeklärten Mord an einer Schul-Schwester im Jahr 1969, die diesen Kriminalfall auf reißerische Weise mit angeblichen oder tatsächlichen Mißbrauchsfällen an einer Mädchenschule des Bistums in Verbindung bringt.

Die Veröffentlichung eines Artikels, der die katholische Tradition mit Sympathie betrachtet, ist da keine Selbstverständlichkeit. Der Artikel läßt einige Gemeindemitglieder berichten, was sie an der dort gefeierten Liturgie anzieht. Es ist nicht gerade das, was eine Pastoral, die sich auf der Höhe der Zeit wähnt, zu ihren Dogmen gemacht hat. Eine Endvierzigerin, die die Faszination beschreibt, die von dem neugotischen Bauwerk mit seinen Pfeilern, Gewölben, Heiligenfiguren und bunten Fenstern ausgeht: „Ich komme hierhin und schaue mich um wie ein Kind. Hier spüre ich etwas, das tief in die Vergangenheit zurückreicht, es ist wie ein Schatz, den ich wieder neu entdecke. Ich muß nicht gleich jedes Wort verstehen – ich nehme das alles nach und nach auf. Ich merke einfach, wie es mich voranbringt.“ Und ihre 13-jährige Tochter: „Der Priester schaut nicht uns an – er wendet sich Gott zu, und darin liegt die Kraft. Ich denke, für junge Leute ist das cool, wie das alles schon seit so langer Zeit auf uns gekommen ist.“

Nostalgie? Aber doch nicht bei einer 13-Jährigen. Und die Mutter wurde auch erst geboren, als das Konzil schon vorbei war. Die Kraft der Tradition ist weitaus mehr als Nostalgie oder Sentimentalität. Tatsächlich hat die Gemeinde St. Alphonsus eine höchst beeindruckende Vergangenheit, die bestens geeignet ist, als Kraftquelle auf die Gegenwart auszustrahlen. Einer ihrer ersten Pfarrer war Mitte des 19. Jh. der Deutschböhme John Neumann – heiliggesprochen 1977. Sein Nachfolger Francis Xavier Seelos wurde im Jahr 2000 selig gesprochen, und eine frühere Schulschwester der Gemeinde, Sr. Casimira Caupas, trägt seit 2010 den Titel einer Verehrungswürdigen Dienerin Gottes. Der neue Pfarrer Joel Kiefer (48) bringt jedenfalls eine Voraussetzung mit, die es ihm erleichtern könnte, sich in diese Reihe zu stellen: In seinem Leben vor der Petrusbruderschaft war er Berufsoffizier. Daß das Leben auch aus Kampf besteht, auch für einen Pfarrer, muß er nicht erst mühsam im „training on the Job“ lernen.

Es lohnt sich, den Artikel der Baltimore Sun im Original anzuschauen.

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