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Ein Auge auf den Tiber

Toronto, Kanada. Pfarrer Ben Gregory von der Katholischen St. Gwendens-Kirche in Toronto  musste am vergangenen Sonntag die Konsekration für fast zwei Stunden aufschieben, da es dem Oberküster Kevin Sarkosy nicht gelang, jemanden aufzutreiben, der bereit war, Brot und Wein für die Gabenbereitung zum Altar zu bringen. „Dabei weiß doch jedermann, daß die Bereitung der Gaben für die Messe ebenso wichtig ist wie die Konsekration“ erklärte uns Sarkosy, nachdem er mit drei Kollegen mit größtem Einsatz nach einer Familie gefandet hatten, die diese Aufgabe hätte übernehmen wollen. „Tatsächlich möchte ich sagen, daß die Rolle der Laienschaft bei der Bereitung der Gaben ebenso wichtig ist wie die Konsekration durch Fr. Gregory. Wenn man es recht bedenkt: Ohne das Fiat Marias wäre schließlich Jesus nie geboren worden, und ohne das Fiat der Laien bei der Bereitung der Gaben gibt es kein Brot, aus dem Jesus werden kann.“ Sarkosy berichtete weiter, daß alle sich recht merkwürdig verhielten, als er sie darauf ansprach, ob sie sich aktiv beteiligen wollten. „Sie saßen da mit geneigten Köpfen, als ob sie beten würden oder so“, lachte er, „natürlich hätten meine Frau und ich das auch übernehmen können, aber wir waren ja schon mit den Klingelbeuteln zugange“.

Mit solchen Geschichten unterhälter der Blogger hinter „Eye of the Tiber“ seit einigen Monaten seine amerikanischen Leser – und immer ist der eine oder die andere dabei, der die satirischen Einfälle für bare Münze nimmt und sich in einer bitterbösen Replik über den beschriebenen Misstand entrüstet. Nicht nur in liturgicis ist die Realität vielerorts so sehr vom Wahnsinn durchdrungen, daß alles denkbar erscheint. „Difficile est saturam non scribere“ schrieb Juvenal vor fast 2000 Jahren – eine zu schreiben, ist heute noch viel schwieriger.

Zur geneigten Lektüre nicht nur in der Karnevalszeit durchaus empfohlen.

Bischof Schneider in USA

Standbild aus dem VideoWeihbischof Athanasius Schneider aus Kasachstan hält sich derzeit in den USA auf. Am 5. Januar feierte er auf Einladung der dem alten Ritus verpflichteten Society of St. Hugh of Cluny in der New Yorker St. James-Kathedrale ein feierliches Pontifikalamt in der überlieferten Form der lateinischen Liturgie. Auf Youtube gibt es ein kurzes (8 Minuten) Video vom Hochamt und ein weiteres von einer Predigt, die der Bischof am 8. Januar im Rahmen einer von EWTN übertragenen Messe nach dem Novus Ordo gehalten hat. Man beachte übrigens auch die liturgischen Formen und die Altargestaltung bei dieser Liturgie.

Rückkehr zum Hochaltar

Blick in den Altarraum von St. MarysDen Bildersturm der 70er Jahre hatte St. Marys von Pine Bluff bei Madison einigermaßen unbeschadet überstanden, aber natürlich war auch hier die Kommunionbank entfernt und ein Volksaltar aufgestellt worden, „um die Liturgie den Menschen näher zu bringen“, wie es so schön heißt. Das hat in Pine Bluff natürlich genausowenig funktioniert wie anderswo, und deshalb hat Pfarrer Heilman dort schon seit längerem die hl. Messe auch nach dem Novus Ordo immer öfter am alten Hauptalter gefeiert. Für die Gläubigen, die davon Gebrauch machen wollten, wurde außerdem nach dem Beispiel der Praxis von  Papst Benedikt eine Kniebank zum kniedenden Empfang der hl. Kommunion bereitgestellt.

Nach einer Phase katechetischer Vorbereitung hat Pfarrer Heilman zu Weihnachten dieses Jahres den zweiten Schritt getan und den Volksaltar abbauen lassen. Ab jetzt finden alle Zelebrationen in St. Marys wieder am alten Hochaltar und in Richtung liturgischer Osten statt. Der Auftrag für die Wiederherstellung der Kommunionbank - und damit des traditionellen Allerheiligsten - ist bereits ausgeschrieben.

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Amerikanische Prämonstratenser pflegen die Gregorianik

Umschlagbild der CDZum vierten Mal haben die Prämonstratenser der Abtei St. Michael im kalifornischen Orange County eine CD mit gregorianischem Choral herausgebracht - und ebenso wie die Platten der Zisterzienser von Heiligenkreuz in Europa sind ihre Aufnahmen in Nordamerika in den Hitlisten ganz vorne zu finden. Vielleicht merkt ja mal jemand etwas...

Allerdings gibt es einen wichtigen Unterschied zwischen Heiligenkreuz und St. Michael: Während man in Heiligenkreuz ein, sagen wir mal, höchst distanziertes Verhältnis zur überlieferten Liturgie der Kirche pflegt (s. dazu unseren Bericht: Rektor von Heiligenkreuz verweigert Aufnahme der „Alten Messe“ in die Priesterausbildung) von 2007), feiern die Regularkanoniker von St. Michael die lateinische Liturgie in beiden Formen: In der Gemeindeseelsorge überwiegend nach dem Novus Ordo und in englischer Sprache, in der Abtei selbst ausschließlich auf Latein und überwiegend nach der überlieferten Liturgie. Dabei sind sie bemüht, vor allem im Stundengebet auch Elemente des schon lange untergegangenen Eigenritus der Prämonstratenserliturgie wieder zu beleben.

Die Abtei, die in den 50 Jahren nach dem Volksaufstand in Ungarn von geflohenen ungarischen Prämonstratensern gegründet worden war, hat in den vergangenen Jahren einen enormen personellen Zuwachs erfahren. Die Gemeinschaft hat heute 73 Mitglieder, davon sind 24 Seminaristen, allein 5 davon kamen im vergangenen Jahr. Da die alten Räumlichkeiten infolgedessen nicht mehr ausreichen, wird derzeit ein Neubau geplant. Er soll sich - anders als die in modernem Stil errichteten Gebäude der 50er Jahre - wieder stärker an der traditionellen Bauweise von Klöstern orientieren.

Leider ist die Website von St. Michael derzeit - möglicherrweise aufgrund eines Hackerangriffs - nicht erreichbar.

Am Ende des Weges

Die Parolen der 'Koalition fortschrittlicher Katholiken'Diese angebliche Konzelebration mit einer angeblichen Frauen-Priesterin (vergangenen November in Columbus, US-Bundesstaat Georgia) brachte dem amerikanischen Jesuiten P. Bill Brennan jetzt eine Suspendierung seiner priesterlichen Aufgaben und Pflichten ein. (Quelle) Die Maßnahme erfolgte allerdings nicht auf Initiative seiner Ordensoberen, sondern ging auf eine Anordnung des zuständigen Metropoliten Erzbischof Jerome Listecki von Milwaukee, zurück.

Interessanter als der Vorfall selbst, der uns bei einem Jesuiten dieser Generation (geb. 1920) nur begrenzt überrascht, erscheint uns das in der „Dekoration“ des Altartisches zum Ausdruck kommende Liturgieverständnis: Hier handelt es sich offenbar nicht mehr um den Mahltisch eines verkürzten Eucharistieverständnisses, wie er sich in der Folge häretisierender Entwicklungen in der Kirche weithin etabliert hat. Hier sehen wir nur noch den Vorstandstisch des Präsidiums einer Versammlung, der mit den Losungen und Parolen des Tages beschriftet ist:

  • Priesterweihe für Frauen und Verheiratete
  • Kommunion für alle
  • Stärkung der Laien
  • Schluss mit dem Rassismus
  • Akademische Freiheit!
  • Gleiche Rechte für Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender!

Verweltlichung von Kirche im Endstadium.

 

 

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