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Summorum Pontificum in USA

In den Vereinigten Staaten konnten die Anhänger der überlieferten Lehre und Liturgie der Kirche zum siebten Jahrestag des Motu Proprio eine relativ erfreuliche Bilanz vorlegen. In den Jahren nach der Durchsetzung der Liturgiereform und vor der Errichtung der Ecclesia Dei-Gemeinschaften war die Zahl der Sonntagsmessen nach altem Ritus auf 20 geschrumpft, teilt Peter Kwasniewski auf New Liturgical Movement mit. Bis zum Jahr vor Summorum Pontificum war die Zahl dann wieder auf 220 angestiegen und liegt heute bei über 500. Wie gesagt - das ist die Zahl der Sonntagsmessen. Dazu kommen noch zahlreiche Messtermine an Wochentagen. Und die Zukunft erscheint gesichert: Die altrituellen Klöster und Gemeinschaften kennen keine Berufungskrise, die stattliche Zahl der Neueintritte und Priesterweihen steht in keinem Verhältnis zu ihrer letztlich doch noch bescheidenen Größe.

Von der Situation in Deutschland unterscheidet sich die in den USA auch dadurch, daß mehrere amtierende Bischöfe keine Berührungsängste gegenüber der Tradition der Kirche an den Tag legen. Es gibt insgesamt 25 Personalpfarreien und zahlreiche weitere Apostolate, die von Priestern der Ecclesia Dei-Gemeinschaften geleitet werden. (Hier gibt es noch mehr Zahlen.) Mehrere Ortsbischöfe sind auch immer wieder bereit, Firmungen oder Weihen zu spenden und Pontifikalämter zu zelebrieren. So wird Erzbischof Alexander Sample von Portland, Oregon, am kommenden Sonntag in der Pfarrkirche der Petrusbruderschaft in Coeur d'Alene das Sakrament der Firmung spenden und anschließend ein Pontifikalamt zelebrieren.

Überfall auf Pfarrhaus der FSSP

Bei einem Überfall auf das Pfarrhaus der Mater Misericordia Mission - das ist eine von der Petrusbruderschaft geführte Pfarrei in Phoenix, Arizona - wurde in der vergangenen Nacht der dort als Kaplan tätige Fr. Kenneth Walker, FSSP, erschossen. Pfarrer Joseph Terra wurde zusammengeschlagen und liegt mit schweren, aber nicht mehr lebensbedrohlichen Verletzungen im Krankenhaus. Wie es heißt, konnte er Fr. Walker vor dessen Tod noch die Sterbesakramente spenden.

Über die Motive des Überfalls gibt es noch keine näheren Informationen. Im Pfarrhaus scheint nichts gestohlen worden zu sein; die Täter flüchteten mit einem vor dem Haus entwendeten Fahrzeug, das später verlassen aufgefunden wurde. Mater Misericordia liegt in einem nachts als unsicher geltenden innerstädtischen Bezirk.

Gedenken Sie bitte der beiden Opfer des Überfalls und ihren Angehörigen sowie der von der Bluttat entsetzten Gemeinde im Gebet.

News aus dem wilden Westen

Wenn ein Konvent der Karmeliterinnen mehr als 20 Mitglieder hat, geht es ans Teilen: dann wird eine Gruppe von Nonnen ausgesandt, um eine neue Niederlassung zu gründen. Der Karmel von Valparaiso in Nebraska hat schon zwei solche Aussendungen hinter sich – mit der jüngsten gingen Ende 2012 fünf Ordensfrauen nach Oakland, Californien. Die Schwestern wohnen und beten dort in einem ihnen für begrenzte Zeit überlassenen Jagdhaus, und die provisorisch eingerichtete Kapelle sieht in weiten Teilen mehr nach western style als nach Frömmigkeit aus. Eben dort feierte jetzt P. Peter Junipero Hannah, O.P , einer von vier am 31. Mai geweihten Neupriestern in der Westprovinz der amerikanischen Dominikaner, seine Primiz im traditionellen Eigenritus der Dominikaner. New Liturgical Movement bringt eine Reihe bewegende Bilder von dieser Messfeier; mehr über die Karmeliterinnen von Oakland findet man auf The Catholic Voice – das ist die Online-Ausgabe der Diözesanzeitung von Oakland.

Wir fragen uns manchmal, warum auf Summorum Ponrificum so viel mehr Nachrichten aus Nordamerika erscheinen als aus allen anderen Teilen der Welt. Natürlich ist die Netz-Afffinität in USA und Kanada größer als anderswo – wer etwas zu sagen oder zu zeigen hat, geht ins Netz. (Die Karmeliterinnen selbst übrigens nicht – die konzentrieren sich aufs Beten.) Dann gibt es die Sprachbarrieren, Französisch geht ja noch, aber bei Italienisch wird es schon schwierig. Aber das ist es nicht alleine, und auch die relativ hohe Zahl von Katholiken, 78 Millionen in USA, 13 Millionen in Kanada, zusammen also mehr als 90 Millionen und damit gut drei mal soviel wie in Deutschland und Österreich mit zusammen knapp 30 Millionen, ist sicher nicht der entscheidende Faktor. Die Amerikaner tun einfach mehr, im guten wie im schlechten übrigens. Die Missbräuche und Verirrungen dort sind glücklicherweise nicht unsere Sorge, wir halten uns an die guten Vorbilder. Im deutschen Sprachraum regiert bei denen, die uns nahestehen, oft eine solche Lethargie und eine solche Atmosphäre der Mutlosigkeit und Einschüchterung, daß man selbst dann, wenn etwas Berichtenswertes geschieht, außerhalb des Kreises der Mitwirkenden nichts davon erfährt.

Überlieferte Liturgie am PNAC

Diese großartige Bild wurde in der Kapelle der Casa Sa Maria, des Priester-Wohnhauses des Nordamerikanischen Kollegs (Pontifical North American College, PNAC)in Rom aufgenommen - und eben dort wurde dieser Tage ein feierliches Hochamt in der überlieferte Form des Römischen Ritus zelebriert.

Natürlich war das eine Ausnahme, vielleicht sogar ein „erstmals“ seit Jahrzehnten. Aber immerhin: Es ist möglich, und sogar der Hochaltar ist noch vorhanden.

Gänzlich undenkbar, daß Ähnliches im römischen Machtbereich des Generalsekretärs des ZK der Deutschen Bischofskonferenz geschähe. Dort bekommen die am Germanicum, in der Maria dell'Anima oder am Campo Santo herrschenden Konzilsgespenster schon Schweißausbrüche, wenn sie auf ihrem Hoheitsgebiet eines Klerikers in Soutane ansichtig werden oder ein Gast das Konzelebrationsgebot dankend ablehnt. Der Wunsch, an einer Messe in der anderthalbtausendjährigen Liturgie der Kirche teilzunehmen, kann dort nach wie vor eine Priesterlaufbahn beenden, bevor sie begonnen hat. Ihre Feier ist in den heiligen Hallen der Teutonen undenkbar; da sei „unser gemeinsamer Lehrer“ Martin Luther vor.

Im Unterschied zu den USA, wo man mit viel modernistischem Gedankengut auch einiges von moderner Pluralität und Liberalität angenommen hat, regiert im Machtbereich der deutschen Bischofskonferenz, deren Zentralverwaltung sich nur zufällig im Rheinland befindet, nach wie vor die totalitaristische Variante. Denn man hat es nötig.

Griechisch sprechen wie Paulus

Was auf dem Bild wie ein ganz gewöhnlicher Sprachkurs aussieht, ist auch ein Bild aus einem ganz gewöhnlichen Tele-Learning-Sprachkurs: Methode und Technik sind die gleichen wie bei Tausenden anderen Kursen, mit denen sich täglich Kinder und Erwachsene in aller Welt Fremdsprachen aneignen. Ungewöhnlich ist das Angebot der Academy of Classical Languages nach seinen Inhalten: Hier kann man Latein und Griechisch lernen, und zwar nicht nur, wie der Name zunächst andeutet, in den klassischen Hochformen, sondern auch als „Kirchenlatein“ oder „Koine-Griechisch“, also in der Umgangssprache des östlichen Mittelmeerraums - Rom eingeschlossen - zur Zeit Christi und der Kirchenväter.

Ob man nach Absolvierung eines kompletten Kursprogramms wirklich so gut Griechisch kann wie der Apostel Paulus - oder doch eher auf dem Stand des Verfassers der Geheimen Offenbarung ist, der bei Graecisten einen weniger guten Ruf genießt, hängt wohl hauptsächlich vom persönlichen Einsatz ab. Und natürlich ist es auch eine sehr persönliche Entscheidung, wie weit man dabei gehen will, Texte aus Liturgie und Lehre der Kirche zumindest gelegentlich in der Ursprungssprache zu Rate ziehen zu können. In jedem Fall ist es bemerkenswert, daß das dahingehende Interesse in den USA offenbar stark genug ist, ein derartiges kommerzielles Angebot ins Netz zu bringen.

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