Bereichsnavigation Meldungen:

Don Giuseppe Vallauri R.I.P.

Bild: aus dem Nachruf auf Liturgical Arts JournalAm Vormittag von Allerseelentages starb in Rom in seinem 75. Lebensjahr Don Giuseppe Vallauri – während der der Feier einer heiligen Messe für die Verstorbenen und noch angekleidet mit den Paramenten zur Zelebration. P. Vallauri, der der Missionsgemeinschaft der Söhne der göttlichen Vorsehung angehörte, war einer der kleinen Zahl von Priestern, die sich im nachkonziliaren Tumult für die Erhaltung der überlieferten Liturgie einsetzten. Immer wieder erreichte er es gegen viele Widerstände, Gläubigen seines Umfeldes zumindest eine gelegentliche Teilnahme an der Liturgie des römischen Ritus, wie sie seit weit über tausend Jahren gefeiert worden war, zu ermöglichen.

Dabei war P. Vallauri kein Liturgie-Spezialist, sondern wollte eigentlich als Missionar tätig sein. Er hatte in England studiert und wurde dort nach der Priesterweihe 1972 – als Mission plötzlich nicht mehr hich im Kurs stand - auch fast zwei Jahrzehnte in der Gemeindeseelsorge eingesetzt. Später schaffte er dann doch noch entsprechend der missionarischen und sozialen Orientierung seiner Gemeinschaft für einige Jahre den Sprung nach Afrika. In all diesen Jahren blieb seine Liebe für die überlieferte Liturgie wach und aktiv – ein von ihm mitgestaltetes Video „The Most Beautiful Thing This Side of Heaven The Tridentine Mass - How to Say/Pray It“ (1991) war für viele jüngere anglophone Gläubige und auch Priester der erste Berührungspunkt mit dem römischen Ritus überhaupt. Nach seiner Rückkehr nach Italien 1999 ermöglichte er neben seiner regulären Tätigkeit für die „Söhne der göttlichen Vorsehung“ als eine Art „Wanderpriester kleinen Gemeinden und Familien in ganz Mittelitalien die Feier der hl. Messe und den Empfang der Sakramente nach dem Ritus ihrer Vorfahren.

Einen ausführlicheren Nachruf auf P. Vallauri, dem wir diese Angaben und das Bild entnommen haben, hat J. P. Sonnen auf „Liturgical Art Journal“ veröffentlicht.

Feldhospital - bei Bedarf geschlossen

Bild: Andrew Medichini/APAm Donnerstagabend veröffentlichte der Generalvikar der Diözese Rom einen Erlass, nach dem die Kirchen des Bistums, in denen bereits zuvor schon keine öffentlichen Messen mehr stattfanden, bis in den April hinein ganz geschlossen werden sollten. Das scheint dem Ortsordinarius, der die Kirche gerne als Feldhospital für alle Bedrängten und Verwundeten bezeichnet, denn doch mißfallen zu haben: Am Freitagmorgen warnte er in seiner Predigt in der leeren Hauskapelle von Sta. Marta vor allzu drastischen Maßnahmen, am Freitagmittag wurde der Erlaß weitgehend zurückgenommen. Was nichts daran ändert, daß in anderen Diözesen oder ganzen Ländern wie z.B. Belgien oder Österreich weiterhin Beschlüsse gelten, wonach keine öffentlichen Gottesdienste stattfinden oder die Kirchen ganz geschlossen bleiben. Auch viele deutsche Bischöfe tendieren zu solchen Maßnahmen.

Man muß Franziskus‘ Charakterisierung der Kirche als Feldhospital nicht als besonders glücklich betrachten, um schmerzhaft den Widerspruch zwischen dem Anspruch des Papstes und dem Handeln einer großen Zahl seiner Bischöfe zu empfinden. Die Kirche ist viel mehr als ein Feldhospital – aber es war immer auch eine Funktion der Kirche als Institution, ihre Kirchengebäude in Zeiten der Not als Schutzräume, als Räume des Gebets und der Sakramentenspendung sowie der Vermittlung von Trost in der Gemeinschaft oder im stillen Gebet der Einzelnen offen zu halten. In vorwissenschaftlichen Zeiten war das das einzige, das den Menschen Hoffnung geben konnte. Das hat sich inzwischen insoweit geändert, als wir uns in vieler Hinsicht auch selbst helfen können – aber ist das, was wir selbst run können (und auch sollen) wirklich die einzige Hilfe und Hoffnung, die die Kirche zu geben vermag?

Die Kirche verpflichtet niemanden, eine Kirche (oder auch den Sonntagsgottesdienst) zu besuchen, wenn er fürchten mußt, sich dort zu infizieren und seine Angehörigen zu gefährden. Im Gegenteil: Wer Grund zu der Annahme hat, selbst infiziert zu sein, ist vor seinem Gewissen verpflichtet, Räume und Verhalten zu meiden, wo er für andere zur Gefahr werden kann. Aber den öffentlichen Gottesdienst einzustellen oder die Kirchen ganz zu schließen eröffnet eine ganz andere Dimension. Diese Maßnahme ist ihrem Wesen nach unbarmherzig und autoritär, weil sie den Menschen, die ihre Zuflucht bei Gott suchen, das in einer nicht zu rechtfertigenden Weise erschwert und sie entmündigt. Aber die mit der Kirchenschließung einhergehenden Signale reichen noch weiter: Richtet eure Augen nicht nach oben,  Hilfe kommt Euch im Namen des wohltätigen Staates, der Weisheit der Wissenschaft und der eigenen Kraft. Psalm 120 war gestern. Setzt eure Hoffnung nicht auf Gott, seine Sakramente oder die Heiligen – das passt nicht mehr in unsere Zeit.

Die Schließung der Kirchen in der Zeit der Seuche ist quasi die Ratifikationsurkunde der abgeschlossenen Selbstsäkularisierung der Institution, die einst das Reich Gottes auf Erden verkünden wollte.

Burke: Keine Entwarnung am Amazonas

Bild: Daniel Ibanez/CNA aus dem zitierten Artikel in NCRIm Interview mit dem National Catholic Register hat sich jetzt auch Kardinal Burke ausführlich zur Veröffentlichung von Querida Amazonia geäußert. Im Unterschied zu einigen anderen Verteidigung von Lehre und Tradition der Kirche kann er jedoch nur begrenzt Erleichterung darüber empfinden, daß das Dokument zuvor lautstark geäußerte Reformforderungen in Sachen Zölibat und Frauendiakonat schweigend übergeht. Die Dankbarkeit darüber, daß diese Punkte nicht erwähnt werden, könne nicht darüber hinwegtäuschen, daß der Text in vielen und eben auch zu diesen Fragen unentschiedene und vieldeutige Formulierungen enthalte, die ungeeignet seien, der Kirche eine Richtung zu weisen. Aber auch da, wo das Dokument auf den ersten Blick zu schweigen scheint, trifft es in anderen Kapiteln Aussagen, die geeignet sind, die Lücken auszufüllen. Wir übersetzen einen Abschnitt, der die nach wie vor bestehende Gefahr einer Umdeutung und Umdefinierung des Priesteramtes in protestantischem Sinne beleuchtet.

Es beginnt ein langes ZitatKardinal Müller sagt, hochgelehrte Theologen sollten nun nicht anfangen, das Dokument auseinanderzunehmen, es sei pastoral und hoch poetisch. Ich nehme keinen Anstoß daran, wenn der Papst einen poetischen Stil schreibt – aber die Poesie und der pastorale Inhalt können nur dann solide sein, wenn sie mit der theologischen Wahrheit übereinstimmen.

Es gibt Passagen in dem Dokument, die theologischen Wahrheiten auf schwerwiegende Weise widersprechen. Es gibt da zum Beispiel eine sehr poetisch klingende Passage, in der der Papst anscheinend die Königsherrschaft Christi hervorhebt, um dann auszusagen, Christus sei im Fluss, in den Bäumen usw. Das ist klassischer Animismus und Heidentum, das ist einfach nicht wahr. Von da aus gesehen ist es äußerst fragwürdig, das Papier als rundum positiv einzustufen, denn in Wirklichkeit kan es die Gläubigen in die Irre führen.“

(Zur Frage der Position der Laien in der Kirche führt Kardinal Burke aus:)

Es beginnt ein langes ZitatDas Dokument geht von einem starken Gegensatz zwischen Laien und Geweihten im pastoralen Handeln der Kirche aus, während beide Elemente in Wirklichkeit aufeinander bezogen sind.

Weiterlesen...

St. Georg wird den Drachen besiegen

Bild: picture alliance/ciceroKommentar von Franz N. Otterbeck, Kevelaer/Köln

Man muss bei unserem unglücklich regierenden Papst mit Fallen und Hinterhalt rechnen. Doch zunächst einmal ist festzuhalten: Der Heilige Vater riskiert mit Querida Amanzonia (QA) keine zweite Tragikomödie wie um Amoris laetitia geschehen. Wir erinnern uns: Es fanden zwei Synoden statt, angeblich um die Familienwerte wieder in der Weltöffentlichkeit zu etablieren und zuvörderst in der Weltkirche. Effekt: Ein fast grenzenloser Krieg um 1-2 Fußnoten. Es ist weiterhin davon auszugehen, dass Papst Franziskus „nur“ Einzelfälle im Blick hatte, bei den Wiederverheirateten, nicht aber die Ehe- und Familienmoral der Kirche „ändern“ wollte. Oder doch? Explizit geändert hat er während seines Pontifikats allein die Aussagen des Katechismus zur Todesstrafe.

Chefredakteur des Weltkatechismus zu sein ist allerdings eine innovative Stellenbeschreibung für den Petrusdienst. Früher sprach man offen von Jurisdiktionsprimat. Doch der setzt iurisdictio voraus. Im Übrigen gibt es bis heute kein einziges Lehrurteil des Papstes der Barmherzigkeit. Jedoch hat der „revolutionäre Papst“ reichlich viel Chaos zu verantworten. Währenddessen bestand die 2013 in Aussicht genommene „Revolution“ (die (kirchlich) identisch hätte sein müssen mit der Neuevangelisierung Europas, hin zu einer ,Zivilisation der Liebe') nur aus Ankündigungen, bisweilen höchst irritierenden Gelegenheitsäußerungen. Der Pontifikat, der verheißungsvoll begann, könnte selber zur Fußnote der Kirchengeschichte herabsinken - je nachdem wer bald Nachfolger wird. Ich rechne übrigens mit einem Benedikt XVII., nicht mit Franz II.

Die Öffentlichkeit weiß wenig darüber, was sich zwischen ,Pope Francis’ und dem Präfekten des Päpstlichen Hauses, Erzbischof Gänswein, im Einzelnen zugetragen hat. Es soll irgendeine Degradierung stattgefunden haben. Georg Gänswein bleibt aber ein zentraler Hoffnungsträger für fromme Katholiken in Deutschland, die stetig darauf hoffen, er werde bald Nachfolger von Murx in München. Jedenfalls wird Sankt Georg den Drachen besiegen, will sagen: Der Synodale Weg wird von Papst Franziskus „am Ende“ dann gestoppt werden. Vielleicht sendet QA - nebenbei - bereits dieses Signal aus. Der breiteste und röteste Kardinal deutscher Zunge ahnt es wohl bereits und flieht aus der Schusslinie, indem er den DBK-Vorsitz an ,Laienkardinal’ Sternberg übergeben wird, ganz gleich ob im formellen Vorsitz (der lila Langendörfer-Jubelpersertruppe namens ,DBK’) etwa Kellner Koch aus Berlin oder Adveniat-Geldsack Overbeck aus Essen nachfolgen soll.

Weiterlesen...

Geliebtes Amazonien

Bild: AsiaNews.itDie progressiven Kreise in und außerhalb der Kirche haben tief enttäuscht auf die „Apostolische Exhortation“ von Franziskus im Nachklang der Amazonas-Synode reagiert. „Nicht einmal eine hoffnungsvolle Fußnote“ findet Björn Odendal vom bischöflichen Portal „katholisch.de“ in dem ganzen Text. Statt dessen sieht er hier und da sogar Anzeichen für eine Bekräftigung bisheriger Positionen. Mit seiner lebhaften Klage über diese „Mut- und Ideenlosigkeit“ des Papstes spricht er in der entstehenden deutschen Nationalkirche vielen aus der Seele.

Bei den traditionsorientierten Katholiken ist die Einschätzung uneinheitlich. OnePeterFive  nimmt eine negative Perspektive ein und vermutet, das ganze sei nur Teil eines geschickten Täuschungsmanövers, um die an der überlieferten Lehre und Disziplin festhaltenden Gläubigen einzulullen. Damit stehen die unsererseits hoch geschätzten Kollegen nicht allein, aber mehrheitlich sehen wir eine eher positive Einschätzung – gut und kenntnisreich präsentiert auf katholisches.info. Unter der Überschrift „Das Scheitern einer Synode und eines Kardinals“ wird dort nicht nur der angekündigte Amtsverzicht von Kardinal Marx als Chef der DBK im Zusammenhang mit der wenig zu „Reformen“ auf dem synodalen Weg ermutigenden Exhortatio gesehen; die Verfasser stellen auch Spekulationen darüber an, ob und wie weit das Buch von Expapst Benedikt und Kardinal Sarah dazu beigetragen haben könnten, dem Schlußpapier der Synode die schlimmsten Spitzen zu nehmen. Das alles ist nicht von der Hand zu weisen, bleibt aber ungewiss.

Noch positiver ist die Aufnahme des Dokuments bei Kardinal Müller, der in einer ersten lesenswerten Analyse des Textes im National Catholic Register viele Argumente dafür findet, darin ein „Dokument der Versöhnung“ zu sehen. Wieder mehr auf der kritischen Seite steht demgegenüber ein Beitrag auf LifesiteNews, der – gestützt auf einige dahingehend auslegbare Aussagen – die Frage stellt: „Hat Papst Franziskus in seiner Exhortatio die götzendienerische Verehrung der Pachamama verteidigt?“

Außerordentlich gut informiert und sehr nüchtern kommt der Bericht Edward Pentins zur Vorstellung der Exhortatio im National Catholic Register daher. Die Überschrift sagt eigentlich schon alles: „Widersprüchliche Signale aus dem Vatikan zur Vorstellung von ‚Querida Amazonia‘“. In einem Satz zusammengefasst: Der Text enthält keinerlei beunruhigende Neuerungen – ist aber auch weit davon entfernt, den aktuellen Debatten und der daraus entstehenden Unruhe in der Kirche einen Schlußpunkt zu setzen und hat wohl auch gar nicht die Absicht.

Dieser Sicht können wir uns vorbehaltlos anschließen. Nicht nur Kardinal Marx hat bereits klar ausgesprochen, daß die Debatten auf allen Ebenen und zu allen Themen weitergehen werden. Das würden sie – und das relativiert den Stellenwert der Exhortatio überhaupt – selbst dann, wenn Franziskus die bisherige Lehre und Disziplin in stärkeren Worten ausdrücklich bekräftigt hätte. An „starken Worten“ – und das ist hier keinesfalls abschätzig gemeint – hat es weder in Humanae Vitae von Papst Paul VI. noch in Presbyterium Ordinis von Johannes Paul II. noch in Ansprachen und Enzykliken von Benedikt XVI. gefehlt.

Die Progressisten, die sich mehr als Vollstrecker des Hegelschen Weltgeistes denn als Verkünder der apostolischen Tradition sehen, hat das nie gestört. Sie werden weiter kämpfen – bis zum endgültigen Sieg oder zur endgültigen Spaltung.

Unterkategorien

Zusätzliche Informationen