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Wie weiter mit der FSSPX?

Drei Tage vor dem für Sonntag geplanten Treffen zwischen Bischof Fellay von der Piusbruderschaft und Kardinal Müller, dem Präfekten der Glaubenskongregation und Vorsitzenden der ihr angegliederten Kommission Ecclesia Dei, führte Papst Franziskus am Donnerstag ein Gespräch mit dem Sekretär dieser Kommission, Erzbischof Guido Pozzo. (Quelle) Über den Inhalt des Gesprächs mit Pozzo, der zweifellos auch am Treffen von Kardinal Müller mit Fellay teilnehmen wird, wurde nichts Konkretes bekannt.

Stattdessen kursieren in Rom die diverse Prognosen und Meinungen, die übereinstimmend davon ausgehen, daß  ein Aufeinander-Zugehen in welcher Form auch immer äußerst unwahrscheinlich sei. Während einige Beobachter erwarten, daß der seit dem Abbruch der Gespräche 2013 bestehende Schwebezustand auf unbestimmte Zeit verlängert werde, wollen andere erfahren haben, daß Kardinal Müller beauftragt sei, einen harten Schnitt vorzunehmen und bei der zu erwartenden Weigerung, „das Konzil vorbehaltlos anzuerkennen“ und sich einem päpstlichen Kommissar zu unterwerfen, die Bischöfe der Bruderschaft und womöglich auch ihre Priester erneut zu exkommunizieren. Auch Sanktionen gegen Gläubige, die ausschließlich an Gottesdiensten der FSSPX teilnehmen, sind im Gespräch.

Als zusätzliche Variante ist in den vergangenen Tagen die Vermutung aufgetaucht, daß die „Ausstoßung“ der Bruderschaft der letzte Auftrag für den gegenüber der FSSPX auch selbst äußerst kritisch eingestellten Glaubenspräfekten Müller in diesem Amt sei. Danach - und möglicherweise noch vor der Bischofssynode - solle die Glaubenskongregation in ihrer bisherigen Form aufgelöst und durch eine den pastoralen Erfordernissen gegenüber flexiblere Struktur ersetzt werden. Die Zuständigkeit für die Ecclesia-Dei-Gemeinschaften würde demnach der Kleruskongregation übertragen.

Schlechte Nachricht aus Rom

Noch ist es nur ein Gerücht, aber Sandro Magister ist einer der bestinformierten Vaticanistas, und die Mitteilung auf seinem Blog lässt an Detailgenauigkeit wenig Wünsche offen: Raymond Cardinal Burke, einer der profiliertesten Wahrer der überlieferten Liturgie und Lehre, wird nach seinem Amt in der Bischofskongregation auch den Vorsitz der Signatura, des obersten päpstlichen Gerichtshofes, verlieren. Er erhält jedoch weder ein neues „Ministerium“ in Rom noch ein seinem Rang und Ruf entsprechendes Erzbistum in den USA. Der 66-jährige Kardinal soll vielmehr nach dem Wunsch des Bischofs von Rom das Amt eines Patrons des Malteserordens übernehmen - in der Vergangenheit Ehrentitel für Würdenträger nach erfolgter Pensionierung mit 82 oder 83 Jahren.

Tatsache ist jedenfalls, daß S.E. Burke der letzte Leiter einer hochrangigen vatikanischen Behörde ist, der nach dem Pontifikatswechsel immer noch nicht offiziell im Amt bestätigt oder aber abgelöst worden ist. In seiner Person findet die innere Verbindung von der Treue zur überlieferten Liturgie und der überlieferten Lehre besonders sinnfälligen Ausdruck: Er ist nicht allein einer der reisefreudigsten Zelebranten von Pontifikalämtern und Spender von Weihen in der traditionellen Form. Er hat sich insbesondere in Fragen des Lebensrechtes Ungeborener und der christlichen Sexualmoral nie gescheut, die Wahrheit zu bezeugen, komme sie gelegen oder ungelegen. So gehörte er auch zu den wenigen hochrangigen Prälaten, die vor der Bischofssynode klaren Widerspruch gegenüber den Wünschen der Theologen angemeldet haben, die unter Formelkompromissen die Übernahme von Forderungen des Zeitgeist vorbereiten.

Hl. Pius X. - bitte für uns

Nach dem Kalendarium des Missalers von 1962 ist der 3. September der Festtag des hl. Papstes Pius X. - der 3. September war zum Zeitpunkt der Heiligsprechung 1954 der dem Todestag (20. August 1914) nächstgelegene noch „verfügbare“ Gedenktag. Im Kalender des Novus Ordo, für den andere Regeln gelten, wurde der Feiertag Pius X. auf den 21. August herangerückt - der 20. August selbst bleibt als Feiertag dem hl. Bernhard von Clairveaux vorbehalten.

In diesem Jahr trifft der Gedenktag des hl. Papstes mit der Nachricht zusammen, daß es am 21. September in Rom zu einem Treffen zwischen dem Präfekten der Glaubenskongregation, Gerhard Kardinal Müller, und Bischof Fellay von der Piusbruderschaft kommen werde. Absicht und Ziel des Treffens sind ungewiss - die der Bruderschaft 2012 zur Unterzeichnung vorgelegte (und bis heute im Wortlaut unveröffentlichte) Erklärung kann von der Bruderschaft nach allen bisherigen Verlautbarungen nicht akzeptiert werden. Und um ganz sicher zu sein, daß sich daran nichts ändert, soll Bischof Fellay dem Vernehmen nach bei seinem Gespräch in der Glaubenskongregation von Bischof Tissier de Mallerais begleitet werden, der Kardinal Müller in tiefempfundener Abneigung verbunden ist und zu den strikten Gegnern einer Aussöhnung mit Rom zu den bisherigen Bedingungen zählt.

3000 Jahre Klage des Gottesvolkes

Lehigh-Valley ist eine Region etwa 120 km östlich von New York mit knapp 1 Million Einwohner. Die größeren Städte dort heißen Allentown, Nazareth und Bethlehem, und es gibt eine Regionalgruppe von Juventutem Foederatio internationalis, der in den letzten Jahren etwas in den Hintergrund getretenen Jugendorganisation zur Unterstützung der überlieferten Liturgie. Am heutigen Donnerstag wird dort auf Initiative der Gruppe ein gesungenes Amt für die Opfer der Christenverfolgung in den islamischen Ländern gefeiert. Die Zelebration folgt der Votivmesse „Zur Verteidigung der Kirche“ (bis 1962: „Zum Schutz gegen die Heiden“), die in dieser Form auf die Zeit der Türkenkriege im 15. Jahrhundert zurückgeht. In Wirklichkeit ist sie natürlich viel älter: wesentliche Teile des Propriums bestehen wie meist in der überlieferten Liturgie aus Versen der Psalmen.

Introitus ist das Exsurge vom Sonntag Sexagesima, das aus dem 43. Psalm genommen ist:

Wach auf, was schläfst Du, Herr. Verstoß uns nicht auf ewig! Was wendest Du Dein Antlitz ab, vergissest unsere Not. Es klebt am Boden unser Leib, Wach auf o Herr, hilf uns, erlöse uns! - O Gott, mit eigenen Ohren hörten wir es, unsere Väter erzählten uns davon.“

Die Oratio fleht:

Allmächtiger ewiger Gott, in Deiner Hand ruhen die Gewalten und die Rechte aller Reiche, so sei denn darauf bedacht, den Christen zu helfen, damit die Heidenvölker, die auf ihre rohe Kraft verrtrauen, durch die Macht Deiner Hand niedergezwungen werden.“

Das Graduale folgt wieder dem Sonntag Sexagesima:

Biete Deine Macht auf, o Herr, und komm uns zu erlösen!“ Dem folgt in der Fastenzeit ein Tractus aus dem 78. Pslam: „Hilf uns O Gott, Du unser Heil; Herr, um der Ehre Deines Namens willen mach uns frei; um Deines Namens willen übe Nachsicht mit unseren Sünden. Auf daß nicht die Heiden sagen: Wo ist denn ihr Gott? Kund soll es werden vor unseren Augen unter den Völkern. Nimm Rache, o Herr, für das auf der Erde vergossene Blut Deiner Heiligen; der Schrei der Gefangene dringe zu Dir.“

Das Oratorium ist aus dem Psalm 17 genommen:

Dem gedemütigten Volk bringst Du Rettung, o Herr, und demütigst die Blicke der Stolzen. Denn wer ist Gott außer Dir, o Herr?“

Die Communio reiht mehrere Verse aus dem Psalm 118 aneinander:

In Deiner Gnade ruht meine Seele, ich setze meine Hoffnung auf Dein Wort. Wann hälts Du Gericht über meine Verfolger? Böse Menschen verfolgen mich, o hilf mir Herr, mein Gott.“

Die Postcommunio faßt alles noch einmal in den Worten der Kirche zusammen:

Gott unser Schirmherr, blicke her und verteidige Deine Streiter gegen die Bedrohungen, die von Seiten der Heiden drohen, damit sie nach Unterdrückung aller Beunruhigungen Dir mit freiem Sinne dienen können.“

Die erste Lesung der Messe ist das Flehgebet Mardochais aus dem Buch Esther angesichts der vom Perserkönig Artaxerxes befohlenen Vernichtung aller Juden seines Reiches. Als Evangelium wird das Gleichnis vom barmherzigen Nachbarn aus Lucas 11 quis vestrum genommen, mit dem der Herr seine Jünger zum Vertrauen auf Gott ermahnt: „Bittet, so wird euch gegeben werden.“

Haben sie mich verfolgt, so werden sie euch auch verfolgen.

„Die Pforten der Hölle haben sich geöffnet und alle Teufel sind herausgekommen. Die Lage ist wirklich ganz schlimm. Die Christen leben in einer prekären Lage. Diese Teufel haben sie aus ihren Häusern und Dörfern vertrieben. Sie haben sie zur Flucht gezwungen mit den Worten: ‚Zwischen uns und euch ist das Schwert‘. In Mosul gibt es keine Christen mehr.“ (Jshlemon Warduni, der Weihbischof des Patriarchats von Babylon)

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