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Kann Erzbischof DiNoia die Rekonziliation retten?

Kardinäle in RückenansichtIm Vatikan, zumindest in einigen Abteilungen, geht es derzeit zu wie im Tollhaus - die „Kollegialität“ feiert traurige Triumphe. Die Kräfte in der Kurie, die eine Rekonziliation der Piusbruderschaft um jeden Preis verhindern wollen, scheinen in der Glaubenskongregation das Übergewicht gewonnen zu haben - vorläufig. Und nun hat auch die Bruderschaft ihre Maulwurfs-Affäre. Kaum geschrieben, war gestern ein vertrauliches Dokument, das - unter anderem - die Ablehnung der aktuellen Fassung der zum x-ten Male umformulierten „Doktrinären-Präambel“ ausdrückte, schon im Internet verbreitet.

Zusammen mit der gestern erfolgten überraschenden Ernennung von Erzbischof DiNoia zum Vizepräsidenten der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei (als Präsident figuriert der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Levada) und den anschließend veröffentlichten offiziellen Erklärungen zu diesem Schritt und einem ebenfalls gestern veröffentlichten Interview des neuen Vizepräsidenten beim Catholic News Service ergibt sich nun das Bild eines auf beiden Seiten von erbitterten Auseinandersetzungen begleitenden Kampfes um die Rückkehr der Piusbruderschaft in die volle Einheit mit dem Papst, in dem die vorgeblich „liberalen“ Kräfte in der Kurie und der zum Schisma und Sedisvakantismus neigende Teil der Bruderschaft im engen Bündnis gegen Papst Benedikt (und Bischof Fellay) vereint sind.

Auszüge und Analyse von Erklärungen und Interviews

Neuer Vizepräsident für „Ecclesia Dei“

Der Erzbischof als PredigerDas vatikanische Bollettino hat heute die Ernennung des amerikanischen Dominikaners Erzbischof Augustin DiNoia zum neuen Vizepräsidenten der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei bekanntgegeben. Diese Ernennung ist insoweit bemerkenswert, als die Position des Vizepräsidenten, die bis 2009 Msgr Camille Perl innehatte, seit der Eingliederung in die Glaubenskongregation nicht besetzt war. Die Geschäfte der Kommission führte seitdem ihr Sekretär Msgr. Guido Pozzo, der direkt dem Präfekten der Kongregation, Kardinal Levada, zugeordnet war. Die in diesen Tagen besonders produktive römische Gerüchteküche erwartet daher, daß Msgr. Pozzo schon bald eine andere Aufgabe übertragen bekommt.

Mehr zum bisherigen Wirken von Erzbischof DiNoia

Noch mehr Firmungen im überlieferten Ritus

Der Bischof bei der FirmungIn den vergangenen Wochen haben in  traditionsorientierten Gemeinden mehrfach Firmungen stattgefunden. In einigen Fällen wurde dabei das Sakrament von den Ortsbischöfen selbst entsprechend den Büchern von 1962 gespendet. Hier eine kurze Übersicht der uns bekannt gewordenen Termine:

  • Am 3. Juni spendete P. Antonius Maria von den Söhnen des allerheiligsten Erlösers (Transalpine Redemptoristen) auf Papa Stronsay im Auftrag des Bischofs von Aberdeen das Sakrament der Firmung einer Frau aus dem Freundeskreis der Klostergemeinde.
  • Am 6. Juni erteilte der Bischof von Raleigh in Nordth Carolina, Michael Burbidge, 20 jungen Leuten in seiner Bischofskirche das Sakrament der Firmung nach der überlieferten Liturgie. Die Diözese Raleigh plant wegen des starken Wachstums der Gläubigenzahlen derzeit den Bau einer neuen Kathedrale mit mehr als 2000 Plätzen, deren Architektur sich auf bemerkenswerte Weise an traditionellen Vorbildern orientiert.
  • Am 19. Juni firmte der Erzbischof von Vancouver, J. Michael Miller, in der Kirche zur Heiligen Familie in Vancouver, an der die von der Petrusbruderschaft betreuten Personalpfarrei für die Gläubigen des alten Ritus ihren Sitz hat.
  • Der amtierende Bischof von Lucon, Alain Castet, der kürzlich Diakone in Wigratzbad geweiht hatte, spendete am 22. Juni im traditionsorientierten Chavagnes International College sechs Kollegiaten das Sakrament der Firmung.

Zwei weitere Termine stehen unmittelbar bevor:

  • Der emeritierte Erzbischof von Guadalajara, Juan Cardinal Sandoval Iniguez, firmt  am 27. Juni in der Kirche Nuestra Señora del Pilar de Guadalajara.
  • Bischof Davies von Shrewsbury in England wird in der kürzlich dem ICKS anvertrauten Kirche SS Peter an Paul and St. Philomena in Brighton am 29. Juni firmen.

Zum Jahr des Glaubens

Eine stilisierte Darstellung der Petrus-BarkeZum „Jahr des Glaubens“, das zur Erinnerung an die Eröffnung des II. vatikanischen Konzils vor 50 Jahren am 11. Oktober beginnt, hat der Vatikan ein eigenes Webangebot www.annusfidei.va online gestellt. Die Seite, die zunächst nur in englischer Sprache verfügbar ist, präsentiert in leicht erreichbarer Form die Originaldokumente des Konzils, den Katechismus der Katholischen Kirche in Vollfassung und als Kompendium sowie zahlreiche weitere grundlegende Dokumente. Ein großer Teil des weiteren Inhaltes besteht aus den katechetischen Ansprachen des Papstes aus den vergangenen Jahren - so seine Katechesen über die Apostel, über die Kirchenväter und über die Kirchenlehrer.

Die Website ist für vatikanische Verhältnisse überraschend übersichtlich und zeitgemäß gestaltet, läßt aber für Besucher mit mobilen Geräten oder mit Sehschwächen noch viele Wünsche offen.

In deutscher Sprache hat eine private Initiative unter www.jahrdesglaubens.de ein recht interessantes Angebot ins Netz gestellt. Seitens der deutschen Bischofskonferenz sind uns entsprechende Initiativen bisher noch nicht ins Augegefallen.

Was sonst noch geschah

Porträtphoto HunwickeAus der heute zu Ende gehenden ereignisreichen Woche seien noch vier Ereignisse genannt, die wir nicht einzeln berücksichtigen konnten - vielleicht ist auf das eine oder andere davon noch zurückzukommen. Die Themen:

  1. Neuer liturgischer Kalender für die alter Liturgie,
  2. „Keine doktrinellen Probleme“ mit der FSSPX,
  3. Anglikanisches Ordinariat für Australien,
  4. Endlich: Fr. John Hunwicke auf dem Weg zur Weihe.

Hier zu Einzelheiten und Links

Zusätzliche Informationen