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Kein Priestermangel bei Petrus

Quelle: Die genannte Website der FSSPDie in Lehre und Liturgie der Tradition folgende Petrusbruderschaft hat auf ihrer englischsprachigen Website beeindruckende Zahlen zur personellen Entwicklung der letzten Jahre vorgelegt. Danach gehören der Bruderschaft Ende vergangenen Jahres 287 Priester an, die in insgesamt 129 Diözesen tätig sind und weltweit 40 Personalpßfarreien für die Gläubigen der überlieferten Liturgie betreuen. Dazu kommen 21 Diakone, die – so Gott will – in diesem Jahr die Priesterweihe empfangen werden. Daneben bereiten sich 129 weitere junge Männer als Postulanten und Seminaristen auf das Priestertum vor. In den letzten Jahren konnten 2015: 15, 2016: 16 und im vergangenen Jahr sogar 19 Priester neu geweiht werden.

Es wäre verfehlt, diese Zahlen jetzt im Sinne eines Wettbewerbs zu kommentieren und mehr oder weniger mechanisch mit den Zahlen einzelner Diözesen oder ganzer Länder zu kontrastieren. Dazu sind die Bedingungen regional zu unterschiedlich. Auch ist die Bruderschaft in vielen Regionen der Welt praktisch überhaupt nicht vertreten und selbst da, wo sie präsent ist, kann sie nicht überall in gleichem Maße wirksam werden. Aber die Piusbruderschaft hat ähnliche Zahlen zu vermelden, und auch von den viel kleineren Instituten Christus König und hoher Priester sowie Bon Pasteur werden erfreuliche Entwicklungen gemeldet.

Die auf Modernisierung um jeden Preis abzielenden Kräfte werden also zur Kenntnis nehmen müssen, daß der von ihnen seit Jahrzehnten propagierte und in der Fläche weitgehend durchgesetzte Weg nicht nur nach wie vor keine zufriedenstellenden Ergebnisse präsentieren kann, sondern auch in gar keiner Weise „alternativlos“ ist. Daran werden auch die für die „Amazonas-Synode“ längst vorbereiteten Ergebnisse, die sämtlich als vermeintliche Heilmittel noch mehr von dem verordnen, was bereits bisher erfolglos geblieben ist, nichts ändern.

Aufschwung in Lancaster

Bild: www.imschairman.orgDie englische Mittelstadt Preston (150 000 Einwohner) in Lancaster entwickelt sich immer mehr zu einem Schwerpunkt der Tätigkeit des Instituts Christus und Hoher Priester in England. Dabei kann es sich auf die Unterstützung von Ortsbischof Michael Campbell verlassen, der dem Institut seit 2014 bereits an zwei Kirchen der Stadt die Seelsorge übertragen hat. Am Sonntag den 12. 11. wird nun eine Gruppe von Schwestern der Anbetung des heiligsten Herzens Jesu, die einen Zweig des Instituts bilden, nach Preston übersiedeln um dort die spirituelle und pastorale Tätigkeit der Priester zu unterstützen.(Quelle)

Die Schwestern der Anbetung folgen dem Vorbild ihrer Patrone Franz von Sales und des hl. Benedikt. Ihr kontemplatives Leben ist vom traditionellen monastischen Rhytmus der Liturgie und des Ora et labora bestimmt. Sie leben jedoch nicht in der strengen Weltabgeschiedenheit der Klausur, sondern halten sich bereit, auch Aufgaben außerhalb ihres Klosters zu übernehmen - etwa in der Gemeindeseelsorge oder im Schulwesen. Weitere Informationen zur Schwesternschaft finden Sie auf der Website des Instituts.

In, nicht von der Welt

Die „Option Benedikt“ - VII

Es ist Zeit, den Faden der Option Benedikt wieder aufzunehmen. Wir hatten in bisher sechs Abschnitten wesentliche Inhalte des Buches von Rod Dreher dargestellt – hier die Links:

Am Schluß des bisher letzten Teils Mensch-Maschine-Medien hatten wir überdies auf die Beiträge von „King Bear“ aka Tobias Klein auf seinem Blog „Huhn meets Ei“ verlinkt, der dort umfangreiche Abschnitte aus dem Buch in Übersetzung präsentiert und wohl daran gehen möchte, das ganze Buch zu übersetzen. Wenn sich denn ein Verlag findet. Tobias Klein seinerseits hat bereits im Juli ebenfalls eine Liste von Artikeln zum Thema zusammengestellt. Mit diesen Hinweisen ist, wer sich näher informieren möchte, zunächst einmal recht gut bedient. Und das Buch in Originalsprache bleibt natürlich nach wie vor empfehlenswert. Es ist in einem typischen amerikanischen journalistischen Stil geschrieben und stellt keine allzu hohen Anforderungen an die Sprachkompetenz.

Wir wollen bei diesem Stand der Dinge noch weiter als bisher schon von Drehers Buch lösen und darüber nachdenken, wie sein Grundgedanke der Bildung von spirituell und sozial überlebensfähigen katholischen Gemeinden (communities, nicht parishes) wohl unter europäischen, speziell unter deutschen, Verhältnissen, anzugehen sein könnte. Schließlich gibt es bedeutende Unterschiede in den Rahmenbedingungen.

Die vielleicht wichtigste betrifft die unterschiedlichen Regelung zur Schulpflicht. In den USA haben Eltern wesentlich mehr Freiheit, zu bestimmen, welche Schule ihre Kinder besuchen sollen, wie an dieser Schule unterrichtet wird oder ob sie den Unterricht nicht sogar ganz oder teilweise in eigener Regie übernehmen wollen. Zwar gibt es auch dort im Zeichen des neuen Totalitarismus Bestrebungen, diese Rechte einzuschränken – aber das ist alles noch meilenweit entfernt von der deutschen Ausgestaltung einer allgemeinen Schulpflicht, die auf preussische Ursprünge zurückgeht, von den Nazis erheblich verschärft wurde und gegenwärtig durch eine Amok-laufende Kultusbürokratie immer stärker unter das Diktat von Relativismus und Genderismus gestellt wird. Anders als in den USA gibt es da praktisch kein Entrinnen. Und vielleicht – darüber wird noch nachzudenken sein – hat das unter den spezifischen deutschen Bedingungen auch positive Seiten.

Ein zweiter großer Unterschied betrifft die Stellung des Religiösen im öffentlichen Leben. Religion ist, auch wenn dort ebenfalls gewisse Säkularisierungstendenzen unverkennbar sind, im Leben vieler US-Amerikaner ein wichtiges Thema, und das Gespräch über religiöse Überzeugungen und Praktiken ist nicht wie in Deutschland mit starken Tabus aus vielen Lebensbereichen praktisch verbannt. Das macht es Amerikanern leichter, über den Rahmen bestehender Gemeinden hinaus Kontakte aufzunehmen und Netze zu knüpfen, die im Sinne eines „Community buildung“ genutzt werden können. Hier kommen dann auch die modernen Kommunikationsmedien positiv ins Spiel: Nie war es so leicht, gleichgesinnte Fremde ausfindig zu machen, wie mit Hilfe des Internets. Was keinesfalls dazu führen darf, die negativen Seiten der stürmischen „Dikgitalisierung“ aller Lebensbereiche auszublenden. Sowohl in den USA als auch in Deutschland und in vielen anderen Ländern ist mit den modernen digitalen Medien ein mächtiger „Miterzieher“ auf den Plan getreten, dessen Einfluß gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

„Schule“ und „Medien“ - diese beiden Stichworten verweisen auf eine der Hauptaufgaben, an denen sich jedes Konzept der Option Benedikt in der Praxis bewähren muß: Es muß den Eltern die Möglichkeit bieten, ihre Vorstellungen vom christlichen Leben sowie von der Gesellschaft und deren Wertorientierung an die nächste Generation, zuerst natürlich an die eigenen Kinder, weiterzugeben.

Völliger Abschluß von einer nicht ohne Gründe als feindlich angesehenen Umwelt wird dazu in der Praxis wenig hilfreich sein, und das nicht nur wegen der Schulpflicht, der man ja immerhin noch durch Auswanderung in ein (noch) weniger autoritär geprägtes Umfeld entrinnen könnte. Die fernab der Welt isoliert lebende Landkommune ist nicht die Zielvorstellung der „Option Benedikt“. Die meisten dahingehenden Versuche sind denn auch kläglich bis katastrophal gescheitert, und wir kennen nur eine einzige Form, die sich als lebensfähig erwiesen hat: Das Leben im Kloster nach der Regel des heiligen Benedikt und deren traditionellen Varianten.

Das ist hier aber nicht das Thema. Drehers „Option Benedikt“ richtet sich ausdrücklich an die Menschen, die sich dazu berufen fühlen, als Christen in der Welt zu leben – in der Welt, aber doch nicht von dieser Welt. Die „Option Benedikt“ verlangt es, diesen Widerspruch aufzulösen und fruchtbar zu machen – für sich selbst und die Familie, aber auch für andere. Sektenhafte Abschließung ist dazu kein geeignetes Mittel – dazu mehr in weiteren Beiträgen.

Eine blühende Gemeinschaft

Bild: New Liturgical MovementAm Sonntag, den 20. August - wir erfahren erst jetzt davon - sind im Priorat unserer Lieben Frau von Epehsus in St. Joseph, Missouri (80 000 Einwohner), sechs junge Frauen als Novizinnen der Benediktinerinnen Mariens, Königin der Apostel, eingekleidet worden. Zwei weitere Schwestern, die der Gemeinschaft schon länger angehören, legten ihre einfachen Gelübde ab. Die junge Gemeinschaft, die das Stundengebet und die gesamte Liturgie in ihrer überlieferten Form pflegen, ist 1995 mit Unterstützung der Petrusbruderschaft gegründet worden. Sie wurde 2014 von Bischof Finn im Rahmen von Ecclesia Dei als Einrichtung diözesanen Rechts offiziell errichtet. Die Gemeinschaft mit im vergangenen Jahr über 10 Profess-Schwestern hat außerhalb von St. Joseph mit dem Bau eines Klosters, begonnen, in dem die Schwestern in klassischer benediktinischer Tradition ein Leben des Gebets und der Arbeit, größtenteils in der Landwirtschaft, führen. Wie die Zahl von sechs Neuaufnahmen anzeigt, finden Spiritualität und Lebensweise der Nonnen, die die „Option Benedikt“ in ihrer konsequentesten Form verwirklichen, erfreulichen Anklang.

Die Einkleidung und Profess am 20. August erfolgte im Rahmen eines feierlichen „Hochamtes in Anwesenheit eines höheren Prälaten“, das P. Mark Bachmann OSB von der Abtei Clear Creek mit Assistenz von Priestern der Petrusbruderschaft zelebriert. Der „höhere Prälat“ war der Nachfolger von Bischof Finn, in Kansas City-St. Hoseph, Bischof James Johnston. Er nahm auch die einfachen Gelübde der beiden Novizinnen entgegen. Die von ihm zum Hochamt gehaltene Predigt ist zusammen mit mehreren Bildern von Hochamt und Profess auf New Liturgical Movement wiedergegeben.

Das Missale der Ordinariate

Bild: Personalordinariat des Stuhles PetriDen größten „Neuigkeitswert“ der in Ausgabe 2017-II der UVK präsentierten Vorträge auf der 18. Kölner Liturgischen Tagung im Frühjahr hat für uns die Vorstellung des Messbuchs der Personalordinariate der anglikanischen Tradition. Übernommen hatte diese Vorstellung Bischof Steven Lopes vom Personalordinariat des Stuhles Petri in Nordamerika, der selbst maßgeblichen Anteil an der an der Erarbeitung dieses Missales hatte, das seit 2015 unter dem Titel „Divine Worship: The Missal“ offiziell in Kraft ist. Dieser Titel ist der offizielle Titel, die Sprache dieses Missales ist Englisch in einer leicht altertümlichen, vom Alltag unterschiedenen aber dennoch ohne größere Mühe verständlichen Form.

Wir haben hier bisher über die Liturgie der Ordinariate hauptsächlich unter dem Aspekt berichtet, daß diese Liturgie eine Form der Meßfeier ermöglicht, die dem überlieferten Ritus sehr nahe kommt. Das ist richtig – aber nur ein Teil der Wahrheit. Bischof Lopes legt – sicher nicht ganz ohne nachvollziehbare kirchenpolitische Motivation – großen Wert auf die Feststellung, daß The Missal einerseits auf die aus dem 11. Jahrhundert stammenden spezifisch englischen liturgischen Traditionen von Sarum/Salisbury zurückgeht, andererseits aber „sein theologischer und den Rubriken entsprechender Kontext eindeutig die ordentliche Form des römischen Ritus“ ist. Tatsächlich gilt die „General Instruction of the Roman Missal“ des modernen Ritus auch für die Liturgie des Ordinariats, wobei The Missal freilich einen rubrizistischen Anhang für die zahlreichen Fälle enthält, in denen diese Liturgie vom aktuellen „Missale Romanum“ abweicht.

Eine dieser Abweichungen ist überaus bezeichnend: The Missal enthält neben dem Römischen Kanon nur noch einen weiteren, nämlich das sogenannte 2. Hochgebet – und zu dem ist ganz im Sinne der General Instruction angemerkt, daß er nur für Messen an Werktagen, für Kinder oder unter anderen besonderen pastoralen Notwendigkeiten zu verwenden ist. Ein anderes besteht darin, daß die Ordnung von The Missal in Übereinstimmung mit den Gewohnheiten der Anglikaner in Nordamerika die Feier der hl. Messe „ad Dominum“ zur Regel macht – ohne dabei zu verhindern, daß dort, wo sich wie vielfach in England die Richtung „ad Populum“ durchgesetzt hat, weiterhin entsprechend verfahren wird. Derlei ist wohl darunter zu verstehen, wenn Lopes von Beispielen spricht, „wie Divine Worship zur Erneuerung und Weiterentwicklung des Römischen Ritus beitragen kann“ - wenn man nicht auf Bruch, sondern auf Kontinuität setzt.

In seinen sehr materialreichen Ausführungen behandelt Bischof Lopes im Wesentlichen 4 Bereiche. Zunächst bestimmt er in einigen Grundelementen den Umfang und die Charakteristik des „anglican patrimony“, das die Katholiken des Ordinariats in die Einheit einbringen. Vor diesem Hintergrund beschreibt er dann in einiger Ausführlichkeit das, was er als „die Ordinariatsform des Römischen Ritus“ bezeichnet. Dabei macht er erneut deutlich, daß mit „Römischer Ritus“ hier die „ordentliche Form“ gemeint ist – freilich nur um später ausführlich die Elemente vorzustellen, bei denen sich die Ordinariate an der überlieferten Liturgie orientieren.

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