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Weihen beim Institut Christus König

Bild: aus der genannten Meldung auf Riposte CatholiqueDie Aktivitäten des Instituts Christus König und Hohepriester bleiben für uns meistens ein wenig unter dem Radar – erstens, weil es in Deutschland bisher nur einen größeren Stützpunkt im etwas abgelegenen Kloster Maria Engelport in der Eifel etablieren konnte und zweitens, weil die im Institut gepflegte Spiritualität sich teilweise in Formen manifestiert, die vielen Mitteleuropäern des 21. Jahrhunderts etwas fremd erscheinen. Das soll keine abwertende Kritik sein: Die Kirche hat über ein Jahrtausend lang viele zum Teil sehr unterschiedliche Spiritualitäten zugelassen und gefördert und kam nie auf den Gedanken, sie habe nur Platz entweder für die geistigen Söhne und Töchter des hl. Franziskus oder die des hl. Ignatius – obwohl man manchmal wünschen möchte, sie würde einige Söhne des letzteren mindestens ebenso weit von sich weisen wie die Erben des finster-despotischen Johannes Calvin. Zu diesem jedenfalls bilden die Leute vom ICKSP oder wie auch immer man das abkürzen soll einen Gegensatz, wie man ihn sich katholischer nicht wünschen kann.

Und weil das so ist, kann das erst 1990 gegründete und 2008 kanonisch als Gesellschaft apostolischen Lebens päpstlichen Rechts errichtete Institut auch eine überaus erfreuliche personelle Entwicklung vorweisen. Gegenwärtig gehören ihm etwa 120 Priester an, während sich an die hundert Seminaristen auf die Priesterweihe vorbereiten. Das Bild oben zeigt in der Mitte Cardinal Burke und Weihbischof Schneider in Begleitung der Leitung des Instituts und umgeben von 16 Diakonen und Subdiakonen, die am 14. September von Kardinal Raimond Burke in der Kirche SS. Michele e Gaetano in Florenz die entsprechende Weihe erhalten hatten. Einen Tag zuvor hatte Bischof Schneider im Seminar von Gricigliano einer gleich großen Zahl von Seminaristen die ihrem Ausbildungsstand und Weg zum Priestertum entsprechenden niederen Weihestufen erteilt.

Das Bild und zwei weitere und die wesentlichen Informationen zu den Weihefeierlichkeiten in fanden wir auf Riposte-catholique vom 16. September. 

Neuer Anfang für alte Messe

^Bild: Archiv OldendorfClemens Victor Oldendorf zur regelmäßigen überlieferten Liturgie im Tiroler Wallfahrtsort Rietz

Wie hier bereits berichtet, hat der Bischof von Innsbruck, Hermann Glettler, sich ein originelles Konzept zurechtgelegt, um dem Priester Stephan Müller, der sich in den zurückliegenden Jahren immer entschiedener der überlieferten Liturgie verpflichtet gefühlt hat, dabei aber als Weltgeistlicher im Dienst der Diözese Innsbruck steht und in sie inkardiniert ist, auch weiterhin eine sinnvolle Aufgabe geben zu können: Er hat ihn als priesterlichen Ansprechpartner und Seelsorgsbeauftragten für die Gläubigen installiert, die im Bistum Innsbruck in den Genuss des Motuproprio Summorum Pontificum kommen möchten. Dieses Apostolische Schreiben und Spezialgesetz Benedikts XVI. zugunsten der überlieferten Römischen Liturgie nach der Editio typica von 1962 und der zugehörigen Instruktion Universae Ecclesiae sieht vor (1), daß der Bischof dann, wenn die Gläubigen aus verschiedenen Pfarrgemeinden stammen und ihre Zahl an den einzelnen Orten nur gering ist, eine zentral gelegene Kirche bestimmt, wo insbesondere an den Sonn- und Feiertagen alle miteinander als eine größere Gemeinde zusammen die heilige Messe in der aufwendigeren äußeren Gestalt eines Hochamts nach den liturgischen Büchern von 1962 feiern können. Dann kann beispielsweise auch die Kirchenmusik mit der Liturgie eine harmonisches Einheit bilden, anstatt zur liturgischen Gestalt des Gottesdienst in Spannung und Kontrast zu stehen: Was nützt eine Choralschola oder Orchestermesse, wenn es keine oder nicht genügend Ministranten gibt, um eine gesungene heilige Messe mit Weihrauch rein organisatorisch auf die Beine zu stellen? Da ist es sinnvoll, wenn mehrere kleinere Gruppen sich sonntags an einem zentralen Ort zusammenfinden und dort wirklich ein Hochamt zelebrieren, statt in vielen einzelnen Kirchen voneinander getrennt unbeholfen mehrere Hochämtchen zu improvisieren.

Zentrale Kirche, geeigneten Zelebranten und Seelsorger gefunden

Mit der Wallfahrtskirche Rietz hat Bischof Hermann Glettler diese zentrale Kirche und mit Pfarrer Stephan Müller in den Reihen des Diözesanklerus einen geeigneten Priester gefunden, der sich mit dem Anliegen der katholischen Tradition und überlieferten Liturgie voll identifizieren kann, ja, dem beides selbst ein Herzensanliegen ist. Über einen solchen Priester im Presbyterium des eigenen Bistums zu verfügen, ist an sich ein Glücksfall, den der Bischof von Innsbruck frei von ideologischen Scheuklappen und Berührungsängsten erkannt hat, anstatt, wie es die in Imsterberg aufgebrachte und medial aufgebauschte Gegnerschaft wohl lieber gesehen hätte, den tatkräftigen und idealistischen Priester frühzeitig kaltzustellen oder auf das Abstellgleis zu schieben. 

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Priesterweihen beim Institut Christus König

Bild: ICKS, https://institut-christus-koenig.de/neues/2018-priesterweihe-in-gricigliano/Am Donnerstag der vergangenen Woche, dem 2. Juli, hat S. E. Kardinal Burke in der Florentinischen Kirche Santi Michele e Gaetano neun Diakonen des Instituts Christus König und Hoher Priester das Sakrament der Priesterweihe erteilt. Wegen der Corona-bedingt verordneten Einschränkungen konnten die Weihen allerdings nur quasi hinter verschlossenen Türen stattfinden.

Das Institut Christus König und hoher Priester hat in Deutschland nur zwei Stützpunkte und ist dementsprechend auch in Kreisen der Tradition nicht sehr bekannt. Dazu mag auch die stark französisch ausgerichtete kulturelle Prägung des Instituts beitragen, die freilich nicht darüber hinwegtäuschen sollte, daß die Gemeinschaft nicht nur dem Anspruch nach, sondern auch tatsächlich international ausgerichtet ist. Das „Generalhaus“ und das Priesterseminar befinden sich im italienischen Gricigliano; das Institut betreut in Frankreich an die 40 Apostolate; in den USA sind es 16, die ihm von den Diözesen übertragen worden sind, in England sind es sechs, in Italien vier. Im afrikanischen Gabun gibt es zwei Missionsschwerpunkte. Inzwischen existiert auch eine dem Institut angegliederte Schwesterngemeinschaft – einer ihrer Konvente ist Maria Engelport in Deutschland.

Vor allem in den USA und England übergeben Bischöfe dem Institut gerne „Problempfarreien“ mit historisch oder architektonisch bedeutenden Kirchen in Gemeinden, die durch den demographischen Wandel vor dem Aussterben stehen. Vielfach gelingt es den sanierungserfahrenen „Kanonikern“ (so nennen sich die Priester-Mitglieder der Gemeinschaft) in erstaunlich kurzer Zeit, diese wieder in lebendige Zentren des katholischen Lebens zu verwandeln.

Die sichtbaren Erfolge der Institutstätigkeit haben dazu geführt, daß die Zahl der Bewerber für das Priesterseminar in Gricigliano erheblich angestiegen ist und auch ein hoher Anteil der Seminaristen das Studium erfolgreich abschließen und geweiht werden kann. So kommt es, daß dem erst 1990 begründete und 2008 als Gesellschaft Apostolischen Lebens unter dem Dach von Ecclesia Dei errichtete Institut derzeit bereits etwa 120 Priester angehören und in Gricigliano über 100 Seminaristen studieren. Dementsprechend erfreulich hat sich in den vergangenen Jahren auch die Zahl der jährlichen Priesterweihen entwickelt. Im Jahr 2019 waren es sieben, 2018 waren es acht und in 2017 immerhin sechs – 30 neue Priester innerhalb von 4 Jahren. Was diese Zahlen wirklich bedeuten, erschließt sich bei einem vergleichenden Blick auf die Lage großer europäischer Länder wie Deutschland oder Frankreich, wo in den letzten Jahren jährlich nur um die 60 (Deutschland) Priester geweiht werden konnten, oder in Frankreich, wo es in der Mehrzahl der Diözesen überhaupt keine Weihen gab.

Ein Film von der Weihewoche 2019 (https://www.youtube.com/watch?v=Qoha2WLTmWU ) gibt einen lebhaften Eindruck davon, wie das Institut in den Jahren vor Corona und staatlicher Reglementierung seine Weihetage begangen hat.

Und wieder eine Auflösung

Bild: Aus dem genannten Artikel auf Church MilitantAm 5. Dezember 2018 hatten wir unter der Überschrift „Und wieder ein Kommissar" gemeldet, daß die kleine traditionsorientierte Priesterbruderschaft Famiglia Christi vom Heiligen Stuhl unter kommissarische Verwaltung gestellt worden war. Verantwortlich war der Chef der Glaubenskongregation, der Jesuit Kardinal Luis Ladaria, der damals als Kommissar einen weiteren Jesuiten, den römischen Weihbischof Daniele Libanori, einsetzte. Dieser hat nun seine Tätigkeit im Sinne der in diesem Orden besonders zahlreich vertretenen Kirchenverderber erfolgreich abgeschlossen, und am 28. Februar – die Corana-Krise hatte Italien schon fest im Griff – konnte der als Ortsordinarius zuständige Erzbischof von Ferrara – Commachio die von Rom beschlossene Auflösung der Famiglia verkünden.

Die Bruderschaft selbst war erst 2014 vom damaligen Erzbischof Luigi Negri als Gemeinschaft diözesanen Rechts errichtet und dann 2016 auch von Ecclesia Dei anerkannt worden. Die Einsetzung eines Kommissars bereits so kurz nach Gründung und Anerkennung hat einen höchst einfachen Grund: Der eher traditionsorientierte Erzbischof Negri hatte 2017 nach Erreichen des 75. Lebensjahres seinen Rücktritt anbieten müssen, der von Franziskus unverzüglich angenommen wurde. Als Nachfolger wurde der ausgewiesene Progressist Gian Carlo Perego eingesetzt – mit dem offen oder stillschweigend erteilten Auftrag, den vorkonziliaren Umtrieben in Ferrara-Commachio ein Ende zu bereiten. Was dieser mit der von dieser Bande gewohnten Tatkraft denn auch sogleich anging.

Das Auflösungsdekret bzw. die Presseerklärung des Bistums nennt wie üblich keine nachvollziehbaren Gründe für die Aufhebung der Gemeinschaft. Ausdrücklich zieht es die canones 693 und 701 des Kirchenrechtes heran, um den Priester der Famiglia jede priesterliche Tätigkeit zu untersagen und ihre Inkardination in einer anderen Diözese an die vorherige Zustimmung der Glaubenskongregation zu binden. Damit haben die ehemaligen Mitglieder der Gruppe einen ähnlich rechtlosen Status wie die bereits zu Anfang des Pontifikats aufgelösten Franziskaner der Immakulata. Das ist vielleicht kein Zufall, denn einer der – hinter vorgehaltener Hand erhobenen und nie belegten – Vorwürfe gegen die Famiglia war, daß sie auch Mitgliedern dieser Gemeinschaft Zuflucht gewährt hätten.

Die Entwicklung in Ferrara-Commachio wirft erneut ein Schlaglicht auf den unsicheren Status von Gemeinschaften diözesanen Rechts, die völlig von Gnade oder Ungnade des jeweiligen Bischofs abhängig sind und – sofern sie traditionstreu und rechtgläubig sind – auf keinerlei Schutz durch römische Behörden rechnen können. Eher im Gegenteil.

Eine Rituskirche für die Lateiner - II

Bild: Vo der Website der Apostolischen AdministraturDas Schweigen von Querida Amazonia zu den reformatorischen Dauerthemen wie Zölibat oder Frauenweihe hat nicht dazu geführt, daß die Propagandisten dieser Forderungen nun ihrerseits erst einmal Ruhe gegeben hätten. Eher im Gegenteil: Einige wollen in dem von anderen lautstark beklagten Schweigen des Dokuments sogar eine Ermutigung sehen, die „Diskussion“ verstärkt fortzusetzen – zwei schöne Beispiele hier zur „Machtfrage“ und zum Zölibat. Sollen sie ruhig – mit expliziten Neuerungsversuchen zu diesen Themen ist im aktuellen Pontifikat eher nicht mehr zu rechnen, und mit den Ambivalenzen Franz'scher Dokumente lernen wir zu leben.

Interessanter erscheint ein anderes Thema, das in der Öffentlichkeit weitaus weniger Aufmerksamkeit findet: Die Frage eines eigenen Ritus oder gar einer eigenen Rituskirche für den Amazonas. Sie war auf der Synode von Kurienerzbischof Fisichella recht ausführlich zur Sprache gebracht worden und hat uns damals dazu geführt, darüber nachzudenken, ob eine eigene Rituskirche für die Lateiner nicht einen anzustrebenden Weg böte, Fortbestand und Weiterentwicklung der überlieferten Liturgie in Einheit mit dem Stuhl Petri zu ermöglichen. Eine „Rituskirche“ zeichnet sich nicht nur durch den Besitz eines eigenen Ritus, also vornehmlich in der Liturgie, aus. Sie verfügt auch über ein eigenes Kirchenrecht, eigene Disziplinarregeln und in Grenzen sogar über einen eigenen Katechismus – wobei in allen Punkten durch römische Rekognoszierung sichergestellt wird, daß die Einheit der Kirche im Grundsätzlichen gewahrt bleibt. Die in Einheit mit dem Papst stehenden Ostkirchen (die z.B. keinen Priesterzölibat kennen), sind solche Rituskirchen, und die Ordinariate der anglikanischen Tradition kommen in ihrer gegenwärtigen Rechtsstellung nahe an den Status einer Rituskirche heran.

Die Errichtung einer begrenzt eigentständigen Rituskirche für die überlieferte Lehre und Liturgie könnte für die der Tradition anhängenden Katholiken eine große Erleichterung mit sich bringen. Natürlich würde sie aus vielen Gründen auf den erbitterten Widerstand der bisher in Westeuropa konkurrenzlos da stehenden „Novus-Ordo-Kirche“ stoßen. Der zähe Widerstand der englischen Hierarchie gegen die Errichtung der Ordinariate spricht Bände und hat den Prozess nicht nur verzögert, sondern auch das Ergebnis beeinträchtigt. Allerdings ist die Machtstellung dieser auf dem Weg der Säkulartisierung weit vorangeschritenen Ortskirchen in Rom selbst im chaotischen Pontifikat Franziskus‘ erschüttert, wie an den zunehmenden Spannungen zwischen Kurie und Mehrheit der deutschen Bischofskonferenz erkennbar wird. Der Gedanke einer „Pluralisierung“ der Kirche ist vielen Vertretern dieses Pontifikates durchaus nicht fremd – bisher haben wir nur meistens eher die verhängnisvollen als die denkbaren positiven Seiten dieses vor Augen gehabt.

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