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Einkleidungen beim IBP

Das Fest Mariä Lichtmess gehört traditionell zu den Tagen, an denen Kleriker geweiht oder Einkleidungen vorgenommen werden. Im Séminaire Saint-Vincent de Paul des Institut du Bon Pasteur im zentralfranzösischen Courtalain nimmt P. Philippe Laguérie als Oberer des Instituts du Bon Pasteur heute die Einkleidung neuer Seminaristen vor und erteilt ihnen die Tonsur.

Das Institut hat sich nach einigen spanungsreichen Jahren mit Hilfe eines wohlwollenden Kommissars aus Rom - so etwas gibt es auch - wieder gefangen und baut seine Tätigkeitsfelder und seinen Personalbestand weiter aus. Im vergangenen Herbst konnte Bischof Athanasius Schneider in der brasilianischen Niederlassung des Instituts zwei Subdiakonen die Diakonsweihe und zwei Diakonen die Priesterweihe erteilen. Ebenfalls im Herbst konnte das Institut in Rom eine neue Niederlassung eröffnen. Im November schließlich weihte der Erzbischof von Bordeaux, Jean-Pierre Cardinal Ricard, die große Orgel in der Pfarrkirche St. Éloi in Bordeaux ein, die von der Bruderschaft in Art einer Personlapfarrei - aber ohne deren Rechtsstellung - betreut wird. Auf der Website des Instituts gibt es weitere Informationen.

Piusbruderschaft: Grund zur Sorge?

Die deutschen Bischöfe (bzw. die in ihrem Namen agierende deutsche Bischofskonferenz) hatten sich im November gemeinsam mit den Bischöfen von England und Wales an die Kommission Ecclesia Dei gewandt, um eine Ersetzung des von Papst Benedikt angeordneten Karfreitagsgebets für die Juden durch die Form des Novus Ordo zu erreichen. Die Angelegenheit wird insbesondere in Deutschland nach wie vor mit größter Diskretion behandelt - es gibt aber Anzeichen dafür, daß die Kommission einen Kompromissweg einschlagen will: Während der Text des Gebetes selbst unverändert bleibt, soll die bisherige Überschrift Pro conversione Iudaeorum „gegen Mißverständnisse geschützt“, also wohl geändert werden.

Es ist eine offenbar für viele schwer erträgliche Vorstellung, daß die Juden, wie und wann auch immer, sich zu Jesus dem Christus bekehren könnten, der doch auch und gerade für für sie als einziger Bereiter des Heils am Kreuz gestorben ist.

Fr. Hunwicke vom Ordinariat unserer lieben Frau von Walsingham hat sich in den vergangenen Wochen in mehreren Beiträgen mit der theologischen Verwirrung um die wenigen Zeilen von Nostra Ætate beschäftigt, bei denen es um das Verhältnis der Kirche zu den Juden geht. Quasi zum Abschluß dieser teilweise sehr eingehenden Überlegungen hat er nun auch eine kirchenpolitische Einschätzung des gesamten Vorgangs vorgenommen. Sie beruht auf seiner von zahlreichen römischen Gerüchten gestützten Vermutung, Papst Franziskus wolle das Problem mit der Pisubruderschaft „vom Tisch“ haben und strebe im kommenden Jahr eine Regularisierung der FSSPX zu auch von dieser akzeptierbaren Konditionen an. Dazu schreibt er unter anderem:

Die Deutschen Bischöfe haben 2009 ihr Bestes zur Verhinderung einer Wiedereingliederung getan und sind zweifellos sehr aufgebracht, daß sie nun, da sie den Ball doch glücklich ins gegenwärtige Pontifikat geschlagen haben, zu ihrem Entsetzen erkennen müssen, daß eine Einigung jetzt vielleicht sogar noch wahrscheinlicher ist als unter Benedikt.

In ihrer Panik haben sie etwas gesucht, um den guten Willen und die pastoralen Neigungen unseres geliebten Heiligen Vaters daran zu hindern, während seines Jubiläumsjahres der Barmherzigkeit konkrete Ergebnisse einer Aussöhnung auch zwischen einander entfremdeten Christen herbeizuführen.

Dieser deutsche Plan hinsichtlich der Karfreitagsfürbitte von Papst Benedikt zielt meiner Ansicht nach ganz eindeutig darauf ab, der Piusbruderschaft Grund zu der Sorge zu geben, daß sie nach einer Einigung mit Rom willkürlichen Eingriffen aller möglichen feindselig eingestillten Gruppen von Bischöfen rechnen müssen, denen es gelingt, im Vatikan Stimmung für sich zu machen. Es wäre zwar höchst traurig, aber doch verständlich, wenn sich einige Priester der Bruderschaft daher jetzt an Bischof Fellay wenden würden und warnten: Vorsicht! Hier siehst Du, was uns blühen kann!

Geht es also um einen Querschuss, um Unruhe zu erzeugen und so Einheit und Eintracht im Mystischen Leib Christi zu verhindern? Da wäre - wenn es denn so ist - wahrhaftig eine häßliche Einstellung am Werk, deren letzter Ursprung offensichtlich wäre. Aber alles könnte sich auch zum Guten wenden. Wenn Ecclesia Dei - und so sieht es derzeit aus - sich weigert, das Gebet von Papst Benedikt abzuändern, würde das zeigen, daß die imperialen Ambitionen von Kardinal Marx sich zumindest gegenüber einem römischen Dikasterium nicht durchsetzen konnten. Das könnte und sollte der FSSPX Grund zur Zuversicht geben.

Die Illustration ist eine von acht Grußkarten des israelisch-messianischen Künstlers Elechanan Ben Avraham. Wir haben sie auf der Website Vision für Israel gefunden, über die man sie auch bestellen kann.

Wie weiter mit der Piusbruderschaft?

Wieder einmal ist davon die Rede, „Rom“ (wer oder was auch immer das gerade sei) habe der Priesterbruderschaft einen neuen Vorschlag zur Regulierung ihres Status unterbreitet. Die Tatsache selbst kann nach einer Bestätigung durch P. Schmidtberger als sicher gelten - über den Inhalt und die Bedingungen im Einzelnen ist derzeit noch nichts bekannt. Wirklich überraschend kommt das nicht, seit Rom den de jure immer noch suspendierten Priestern der Gemeinschaft für das Jahr der Barmherzigkeit eine von der Zustimmung der Ortsbischöfe unabhängige Erlaubnis zum Beichthören gewährte.

Tatsächlich wurde ein neuer Vorschlag mit einem neuen, über das bisherige hinausgehenden Entgegenkommen durchaus dem Stil des aktuellen Pontifikats entsprechen. Soweit hinter den schwer deutbaren und oft widersprüchlichen Reden, Gesten und Aktionen des Papstes überhaupt eine Richtung erkennbar ist, deuten diese auf eine Absicht zu einer weitgehenden „Pluralisierung“ der Kirche: Hier ein Kontinent mit Partnerschaftssegnung ungeachtet des Geschlechts - dort einer mit Polygamie. Hier eine Volkskirche mit demokratischen Bischofswahlen durch die Gemeindebasis - dort Einsetzung von Bischöfen durch die zu nationalen Bischofssynoden aufgewerteten Bischofskonferenzen. Dort eine Sakramentenlehre in Reduktion auf die Taufe mit der Möglichkeit, auch Frauen zum Vorsitz in der eucharistischen Gemeindeversammlung zu betrauen - dort offenes Abendmahl mit Zutritt für jeden unabhängig von Konfession und Religion. Und alles ohne formelle Veränderung der Lehre, versteht sich.

Da könnte man durchaus auf den Gedanken kommen, den Pluralismus etwas ausgewogener erscheinen zu lassen, indem man hier ein Priesterseminar auf Grundlage der Summa des hl. Thomas und dort ein tridentinisches Levitenamt mit Diakon und Subdiakon hinzunimmt. „Lasst hundert Blumen blühen, lasst hundert Schulen miteinander wetteifern“ wurde schon einmal als Begleitmotto für eine große Revolution angestimmt.

Was „Rom“ zu Zugeständnissen geneigt stimmen könnte, lässt sich insoweit begründbar vermuten. Schwerer fällt es, Argumente zu finden, die eindeutig für oder gegen die Annahme einer solchen „Lösung“ sprechen könnten. Sicher, Einheit ist ein hohes Gut - aber wieviel Verschiedenheit im Grundsätzlichen verträgt eine Einheit, ohne zur bedeutungslosen Phrase zu werden? Und umgekehrt: Wenn jeder „sein Ding“ macht und dennoch alle „drin“ sind - welchen Sinn hat es dann noch, „draußen“ zu stehen? Und überhaupt: Was bedeutet „Regulierung“ in der Regellosigkeit?

Merkwürdige Fragen, von denen man sich bislang nicht vorstellen konnte, daß sie jemals im Zusammenhang mit „katholische Kirche" eine Rolle spielen könnten.

Nun auch die Franziskanerinnen der Immakulata

Nach über einjähriger „Visitation", die freilich keinerlei Ergebnisse für rechtlich benennbares Fehlverhalten erbrachte, hat die Ordenskongregation jetzt auch die Franziskanerinnen der Immakulata durch Ernennung einer Kommissarin unter Kuratel gestellt. Wenn es dem weiblichen Zweig der FFI nun ähnlich ergeht wie den Mönchen – und alles spricht dafür – bedeutet das die Zerschlagung des Ordens in seiner bisherigen Form und die Unterwerfung seiner Mitglieder unter ein Zwangsregime, dem sie sich ohne äußerste Gewissensqualen weder fügen noch entziehen können. Ein würdiger Beginn für das vom gegenwärtig glücklos herrschenden Papst ausgerufene Jahr der Barmherzigkeit.

Kommissarin wird mit Noris Adriana Calzavara ausweislich ihrer Facebook-Seite Repräsentantin einer Haltung und Praxis, die der Spiritualität der Franziskannerinnen der Immakulata völlig entgegengesetzt ist. Im Unterschied zu den Franziskanern, für deren Zerschlagung bis heute keine konkreten Gründe genannt worden sind, gibt es hinsichtlich der Franziskanerinnen nun zumindest einen deutlichen Hinweis. Im Dekret der Ordenskongregation heißt es, daß es den Franziskanerinnen „nicht gelungen ist, die Reichtümer der Konzilslehre und des folgenden päpstlichen Lehramtes in ihrem geweihten Leben auf angemessene Weise zu assimilieren und im Kontext ihres apostolischen Leben und Auftrags anzuwenden".

Zwar weiß in der seit Jahrzehnten herrschenden äußersten Verwirrung niemand mehr genau, was unter den Reichtümern der Konzilslehre oder unter dem gelegentlich auch von einem senilen Altkommunisten vorgetragenen päpstlichen Lehramt zu verstehen sei – aber der Punkt ist dennoch klar: Wer den Bruch mit der Vergangenheit der Kirche nicht nachvollziehen und an der überlieferten Lehre und Liturgie festhalten will, soll im amtlichen Gefüge der Nachkonzilskirche keinen Platz mehr haben. Und das, obwohl die Ordenskongregation, die seit Jahrzehnten nur noch den Zusammenbruch des Ordenslebens und die Auflösung zahlreicher Gemeinschaften verwaltet, besser als viele andere die faulen „Früchte" der praktischen Anwendung dessen kennen sollte, was gemeinhin als Konzilslehren ausgegeben wird.

Freilich fehlt es innerhalb und außerhalb der Kirche nicht an Stimmen, die das Ordensleben überhaupt für ein zu überwindendendes Relikt mittelalterlichen Irrglaubens halten und „religiöse" Gemeinschaften nur noch insoweit dulden wollen, wie diese sich gesellschaftlich nützlichen, verwertbaren und anerkannten Aufgaben widmen – bis hin zu einer zeitgemäßen „Sexualerziehung" und der Erteilung von Abtreibungslizenzen. So gesehen entbehrt es nicht der Logik, daß Ordensgemeinschaften wie die der Franziskaner und Franziskanerinnen der Immakulata, zumal sie auf beunruhigende Weise die Lebenskraft und Zeitgemäßheit der Ideale des traditionellen Ordenslebens verkörpern, in allerhöchstem Auftrag zerstört werden.

Aufwärts mit der Petrusbruderschaft

Die Website der amerikanischen Petrusbruderschaft hat Anfang der Woche die neuesten Statistiken zur zahlenmäßigen Entwicklung der Priesterbruderschaft veröffentlicht. Die Zahlen führen - für die heutige Kirche ine absolute Seltenheit - auf erfreuliche Weise nach oben. Mit 15 Priesterweihen war das zu Ende gehende Jahr das zweitstärkste Jahr in der Geschichte der Bruderschaft. Der jähjrliche Durchschnitt liegt bei 11. Weihen. Derzeit sind neben 262 Priestern 14 Diakone und 145 Seminaristen Mitglieder oder Anwärter der Bruderschaft. Das läßt erwarten, daß die Zahl der Priesterweihen auch in den kommenden Jahren über dem bisherigen Durchschnitt liegen wird. In diesem Jahr sind 34 junge Männer in die Seminare der Bruderschaft eingetreten, um ihre Berufung zu prüfen und sich auf den Weg zum Priestertum zu machen.

Mit Stand von diesem Jahr betreut die FSSP 34 Personalpfarreien und ist in weltweit 121 Diözesen mit 220 „Messzentren“ vertreten, in denen in der Regel mindestens einmal wöchentlich, nach Möglichkeit natürlich am Sonntag, eine hl. Messe im überlieferten Ritus stattfindet. Daneben werden in diesen Zentren Katechesen, Konvertitenkurse und andere Veranstaltungen zur Neuevangelisierung angeboten.

Die oben wiedergegebene Statistik zeigt einen bemerkenswerten Knick für die Jahre nach 2000. Danach ging die Mitgliederzahl für drei Jahre zurück, bei den Neueintritten dauerte es sogar 10 Jahre, bis der ursprüngliche Stand wieder erreicht wurde. Das Jahr 2000 war das Jahr der „Protokoll 1411/99-Krise“. Hinter dem Aktenzeichen verbirgt sich ein römischer Erlass, der von vielen Mitgliedern und Freunden der Bruderschaft als ein Versuch angesehen wurde, die Mitglieder generell zur (Kon-)Zelebration im neuen Ritus zu verpflichten. Erst durch das Pontifikat Papst Benedikts und vor allem durch das Motu Proprio Summorum Pontificum konnten diese Befürchtungen weitgehend ausgeräumt werden. Allerdings begründen seitdem viele Diözesanbischöfe ihre Weigerung, die FSSP zur Seelsorge in ihren vom Priestermangel geplagten Bistümern heranzuziehen, mit der Behauptung, für Priester, die im alten Ritus zelebrieren, gäbe es keinen Bedarf. Lieber setzen sie Laien für „Wortgottesfeiern“ ein oder unterstützen die Lobby für ein „Frauenpriestertum“.

So spiegelt sich die allgemeine Krise der nachkonziliaren Kirche auch in den ansonsten überaus erfreulichen Zahlen zur Entwicklung der Petrusbruderschaft.

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