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Torschlusspanik in Rom

Fast möchte man glauben, daß in Rom die Torschlusspanik ausgebrochen ist – so viele Ansätze zu teilweise tiefgreifenden Änderungen von Lehre und Disziplin der Kirche wurden in den vergangenen Wochen zumindest als Versuchsballon in die römische Herbstluft gepustet. Ob dahinter ein großer Masterplan steht – wer weiß. Eine systematische Ordnung hinter den verschiedenen Vorstößen ist jedenfalls kaum zu erkennen, deshalb soll hier auch gar nicht erst versucht werden, eine solche Ordnung zu erfinden.

Die Liturgie steht zwar keinesfalls im Mittelpunkt des revolutionären Elans von Bergoglio – andere bieten sich an, diese Leerstelle auszufüllen. Es ist ja nicht nur die gerade aktuell ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückte und hier schon ausführlich behandelte Regionalisierung der Messe durch Principium maximum. Schon seit dem Sommer halten sich in Rom hartnäckig Gerüchte, daß es eine ohne Beteiligung der Gottesdienstkongregation geheim tagende Arbeitsgruppe gibt, die eine „ökumenische Messe“ für das „gemeinsame Abendmahl“ von Katholiken und Protestanten schaffen soll, ohne sich von kleinlichen dogmatischen Problemen aufhalten zu lassen. (Quelle) Als Mitglieder werden unter anderem Kardinal Arthur Roche, Erzbischof Piero Marini, und der Liturgiewissenschaftler Andrea Grillo ("Die Transsubstantion ist keine Dogma") genannt – ein fröhliches Zurück in die 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts und zugleich ein beherzter Vorstoß dahin, „wo noch kein Mensch zuvor hingegangen ist“. Zumindest noch kein Katholik - und wo auch nie einer sein wird.

Und dann ist da die ebenfalls jetzt im Oktober angekündigte Amazonas-Synode. Die soll nach dem Willen des Papstes im Herbst 2019 stattfinden – so Gott will – und wenn es nach Leuten wie Missionsbischof Kräutler geht, würde dort für die unter Priestermangel leidenden Eingeborenen des Regenwaldes (wie viele Katholiken sind das eigentlich?) ein neuer Priestertyp geschaffen: „Erprobte“ Männer, die aus ihren Gemeinden heraus gewählt und von den Bischöfen zum Vollzug der Sakramente an Ort und Stelle zu weihen wären. Der Gedanke enthält Erweiterungspotential in zwei Richtungen: Schließlich gibt es auch erprobte Frauen, nicht wahr, und der Mangel an „konventionellen“ Priestern ist ein weltweites Phänomen - die Sache erscheint wie geeignet, um erst auf dem Wege der „Ausnahmeregelung“ weltweit zugänglich und dann zum neuen De-Facto-Standard gemacht zu werden. In beiden Richtungen.

Ebenfalls jetzt im Oktober das Interview mit dem Altkommunisten und Alt-Atheisten Scalfaro, in dem dieser den Papst dahingehend wiedergab, der Glaube an letztes Gericht und ewige Verdammnis sei nicht länger zu halten. Scalfari sprach davon, die Hölle sei „abgeschafft“ - irgend eine Art von Richtigstellung aus dem Vatikan war bisher nicht zu vernehmen.

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Ein Rüffel für den Kardinal

Bild:  Wikimedia, J.LH. Janßen, CC-BY-SAMit strengen Worten hat die Theologieprofessorin Dorothea Sattler den Kölner Kardinal Woelki getadelt, weil der sich zurückhaltend zum aktuellen Stand und den Zukunftsaussichten der Ökumene geäußert habe, ohne dabei die bahnbrechenden Erkenntnisse des münsteraner Lehramtes genügend zu berücksichtigen. Katholisch.de, wo die Dame als Expertin stets gerne gesehen ist, reicht den Rüffel eilfertig weiter und gibt eine Kostprobe der sublimen akademischen Theologie, wie wir sie aus Münster kennen und schätzen:

Sattlers Kritik an Woelkis Verständnis von der Sakramentalität der Kirche bezieht sich offenbar unter anderem auf dessen Aussage, dass es keine gemeinsame Feier des Abendmahls geben könne, solange die Protestanten die "Christusgemeinschaft des je einzelnen Gläubigen von der Bekenntnisgemeinschaft mit Papst und Bischof" trennten. Sattler hingegen verweist in ihrem Aufsatz darauf, dass "nach ökumenischer Lesart gerade die Rede von der eigenartigen Sakramentalität der Kirche " dazu veranlasse, "deutlich zwischen dem Grund der Kirche und ihrer Gestalt zu unterscheiden", als so zwischen Christus und der Kirche in ihrer konkreten Gestalt.

Mit Blick auf den von Kardinal Woelki konstatierten "zunehmenden Dissens in moral- und sozialethischen Fragen" schreibt Sattler, es sei "sehr bedauerlich", das der Kardinal nicht die Ergebnisse einer von der Deutschen Bischofskonferenz und der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands zu diesem Thema eingesetzten Arbeitsgruppe würdige. Diese sei 2017 zu einem "höchst differenzierten Urteil in einzelnen Sachfragen" gekommen.

Aus diesen Sätzen schaut uns aber nicht nur das ganze Elend der deutschen Universitätstheologie an, sondern das der ganzen deutschkatholischen Kirche, den kritisierten Kardinal eingeschlossen. Hätten deren Oberhirten nicht das Lehramt seit Jahrzehnten an akademische Karrieristen abgetreten und würden sie nicht unentwegt Arbeitsgruppen einsetzen, deren einziger Daseinszweck der Dauerdialog ohne fassbare Ergebnisse ist – dann bliebe uns manches erspart.

Ginge es nur um das Geplänkel zwischen einer Vertreterin des (auftrumpfenden) akademischen und des (weitgehend verstummten) episkopalen Lehramtes, wäre der Auftritt Sattlers nicht der Beachtung wert. Interesse verdient er im Zusammenhang mit dem von Papst Franziskus durch die schallende Ohrfeige für Kardinal Sarah bekräftigten Willen des gegenwärtigen Pontifikats, die Gestaltung der Liturgie einschließlich der nationalsprachlichen Übersetzungen weitestgehend in die Hand der örtlichen Bischofskonferenzen zu geben.

Das bedeutet, daß wir in Zukunft nicht nur verstörende Unterschiede im Äußerlichen haben werden, wie sie heute schon oft genug zwischen benachbarten Pfarreien festzustellen sind. Auch die Differenzen zwischen den nationalen Bischofskonferenz, deren Aufbrechen wir jetzt z.B. am Fall der widerstreitenden Interpretation von Amoris Laetita durch die Bischöfe Polens oder Argentiniens beobachten können, werden sich auf die Liturgie auswirken. Und das nicht nur in Äußerlichkeiten, sondern wie schon beim Verständnis des Sakramentes der Ehe und der Eucharistie auch im innersten Kern. Außerdem werden wir – die Rüge Sattlers für den Kardinal gibt einen Vorgeschmack – erleben, wie es auf der nationalen/sprachgemeinschaftlichen Ebene zu erbitterten Auseinandersetzungen zwischen konkurrierenden akademischen Schulen untereinander und mit einzelnen Bischöfen oder Fraktionen in den Bischofskonferenzen kommt.

Und weder auf nationaler noch auf gesamtkirchlicher Ebene wird es eine Autorität geben, die für ein Lehramt sprechen könnte, das sich in der Kapitulation vor dem antiautoritären Zeitgeist selbst aufgegeben hat. Solange dieses Lehramt nicht wiederhergestellt ist, bleibt als einzige verläßliche Autorität die Tradition.

Zeitgeister in Heiligenkreuz

Bild: Reidlinger, WikimediaDas Stift Heiligenkreuz hat sich dieser Tage in starken Worten von der Unterschriftenaktion „Correctio filialis“ distanziert, die auch von einem Wissenschaftler unterzeichnet worden ist, der dort als Gastprofessor tätig ist. In der Erklärung heißt es:

(Wir) distanzieren uns entschieden davon, dass ein an unserer Hochschule zeitweise wirkender Gelehrter die öffentliche Kritik an Papst Franziskus, die sich euphemistisch „Correctio filialis de haeresibus propagatis“ nennt, unterzeichnet hat. Auch wenn der Betreffende nur als Gastprofessor tätig ist und seine Unterschrift einzig und allein in seinem Namen geleistet hat, so können wir es nicht hinnehmen, dass dies einen Schatten auf unsere Hochschule wirft. Wir stellen daher klar, dass die Hochschule Heiligenkreuz dem römischen Lehramt in allem aufs engste verbunden ist und wir es als unsere größte Ehre und erste Pflicht ansehen, dem jeweiligen Petrusnachfolger, das heißt unserem Heiligen Vater Papst Franziskus, die Treue zu halten."

Nun, diese Treue hätten wir uns auch gewünscht, als 2007 nach dem Erlass von Summorum Pontificum Studenten der Hochschule darum baten, auch die überlieferte Liturgie in den Ausbildungsplan aufzunehmen. Der damalige Rektor Karl Wallner hat die Bittsteller dann hochfahrend abgefertigt:

Es ist ein betrübliches Missverständnis von Summorum Pontificum wenn man daraus ableitet, dass es eine Ausbildung zum Alten Ritus geben sollte. Das Dokument dient der Versöhnung mit den Gestrigen und nicht einer Auflage des Gestrigen. (…) Wir sind nicht nach hinten verkorkst und nicht nach vorne vermurkst, sondern leben aus dem, was die Kirche uns durch das 2. Vatikanische Konzil WIRKLICH geschenkt hat. (…) Zelebrationsübungen im tridentinischen Ritus kann es daher nicht im Fächerkanon geben, weil wir die Liturgie der Kirche so feiern wollen, wie sie im Anschluss an das 2. Vatikanische Konzil durch die oberste Leitung der Kirche vorgegeben wurde. Und weil wir nicht wollen, dass unsere Absolventen zu einem Ritus erzogen werden, der zwar wieder erlaubt, aber nicht im großen Atem der Kirche liegt...

Glücklich, wer diesen „großen Atem“ zu erkennen weiß – selbst dann, wenn in einem päpstlichen Gesetz etwas ganz anderes steht, und das in jener Klarheit der Sprache, für die Papst Benedikt zu recht gerühmt wird.

Im gegenwärtigen Pontifikat, zu dessen Kennzeichen unter anderem auch eine bis zur Selbstwidersprüchlichkeit gehende Unklarheit der Aussageweisen in Worten und Gesten gehört, liegen die Dinge freilich anders. Das ist gerade in diesen Tagen, in denen die polnischen Bischöfe ( ) Amoris laetitia ganz anders auslegen als etwa ihre deutschen Kollegen, wieder schmerzlich deutlich geworden. Wer hier so argumentiert, wie die offizielle Erklärung von Heiligenkreuz, muß sich schon die Frage gefallen lassen, worin er denn das Wesen der Kirche erkennt, wenn „der jeweilige Petrusnachfolger“ etwas deutlich anderes zu sagen scheint als seine Vorgänger im gleichen Amt.

Die Kirche hatte bisher das große Glück und die große Gnade, daß solche Widersprüche und Unklarheiten nur selten vorgekommen sind, weil die jeweiligen Inhaber des Petrusamtes fähig waren, den Sinn ihrer hohen Stellung zu erkennen und in Demut zu erfüllen: Getreulich die empfangene Lehre weiterzugeben und entschlossen gegen Entstellungen zu schützen, die Brüder zu stärken und die Herde zu leiten. Auch die großen lehramtlichen Dokumente der unmittelbaren Vorgänger Franziskus' – selbst wenn einzelne Punkte ihrer Amtsführung Fragen aufwerfen mögen – sind von diesem Bewußtsein geprägt und verleihen ihm in großer Entschiedenheit Ausdruck: Pius XII. in Mediator Dei, Paul VI. in Humanæ Vitæ, Johannes-Paul II in Familiaris Consortio oder Dominus Jesus, Benedikt XVI. in Caritas in Veritate.

Auch diese Dokumente stießen innerhalb und außerhalb der Kirche auf zum Teil wütende Kritik und Ablehnung – aber nicht, weil sie sich von der überlieferten Lehre der Kirche entfernten, sondern weil sie diese Lehre im Widerspruch zum immer herrischer auftretenden Zeitgeist bekräftigten und entfalteten. Das hat sich unter Franziskus geändert: Die Zeitgeister in Welt und Kirche jubeln – aber glaubenstreue Theologen und Seelsorger schweigen mehrheitlich betreten. Einige wenige tragen Zweifel vor, um deren Zerstreuung sie bitten, oder mahnen, keine Anlässe zu geben, aus dem sich Abweichungen und Widersprüche von der Lehre entwickeln können.

Soll das unzulässsig sein, muß man sich davon distanzieren? Zählt nur noch das „jeweilige“ und der „große Atem“ des Zeitgeistes? Wie unterscheidet sich dieser Hyperpapalismus von einem Ultranationalismus nach der Art „right or wrong – my country!“

Die Heiligenkreuzer haben natürlich in einem Recht: Die Einheit der Kirche unter dem Papst ist ein hohes Gut und größter Anstrengungen zur Verteidigung wert. Aber die Einheit in der Kirche, darauf hat gerade Benedikt XVI. immer wieder hingewiesen, findet nicht nur im Raum der Gleichzeitigkeit statt, sondern erstreckt sich durch Zeit und Ewigkeit – sichtbar und wirksam durch die Kette von den Aposteln über die Kirchenväter und Kirchenlehrer bis zu den Dokumenten des lebendigen, aber in sich widerspruchsfreien Lehramts der Kirche. Der Papst mag Souverän des Kirchenstaates sein – hinsichtlich der Lehre ist er nicht Herr, sondern Diener. Wenn sein Reden und Schreiben Zweifel aufkommen läßt, daß er diesen Dienst erfüllt und die Einheit durch die Zeit bewahrt, hilft keine Berufung auf die Treue zum jeweiligen Papst. Christus, dessen mystischer Leib die Kirche ist, ist gestern, heute und morgen nicht nur der gleiche, sondern der selbe.

Der Papst - Treuhänder der Lehre

Eigene Montage unter Verwendung eines Photos von Max Rossi, ReutersLetzte Woche überraschte seine glückhaft regierende Heiligkeit Franziskus I. das fromme Volk mit der Ankündigung einer Neufassung des Kirchenrechtes, das sich „permanent dem Kirchenbild anpassen müsse“, wie es sich durch das zweite Vatikanische Konzil weiterentwickelt habe. In dieser Woche hat er verlangt, den Katechismus zu ändern, um die strikte Ablehnung der Todesstrafe darin zu verankern: Diese widerspreche dem Evangelium und sei absolut unzulässig. Zwischendurch hat sein bevorzugter Gesprächspartner Eugenio Scalfari frohgemut verkündet, der Papst habe die Hölle abgeschafft. Nur die Seelen in der Gnade hätten Bestand – die anderen hörten im Tode auf zu existieren. Franziskus selbst hat die Kirche aufgerufen, sich der am Horizont sichtbaren kommenden Kulturrevolution anzuschließen und sich dazu selbstkritisch mit ihren bisherigen Fehlern zu beschäftigen – hier im Video.

Dazu paßt es, daß letzte Woche der Chefkarikaturist der kommunistischen Parteizeitung L‘Unita und bekennende Atheist Sergio Staino die Aufgabe eines Wochen-Karikaturisten für die Zeitung der italienischen Bischofskonferenz Avvenire übernommen hat. Sehr zur Überraschung des eigentlich für die Zeitung zuständigen Generalsekretärs der Bischofskonferenz, der 2013 von Franziskus eingesetzt worden war, inzwischen aber in Ungnade gefallen zu sein scheint. Und der Verlag der linksradikalen Postille Il Manifesto hat zum 100. Jahrestag der Oktoberrevolution am 5. 10. einen Band mit Reden des Papstes herausgegeben, „weil wir der Meinung sind, daß diese Botschaften des Papstes unserer Botschaft entsprechen und wir unseren Lesern die Radikalität und die Schlichtheit dieser Worte nahebringen wollen“. (Quelle)

Mit theologischen Einzelheiten können wir uns später befassen. Hier zunächst nur soviel: Die Verwirrung in der Kirche unter dem Papst der Überraschungen hat ein Ausmaß erreicht, für das es in der zweitausendjährigen Geschichte der Kirche kein Beispiel gibt. Kein Wunder, daß an vielen Stellen und auf die merkwürdigste Weise darüber nachgedacht wird, wie mit der unkoordinierten Flut von Texten, Weisungen, Andeutungen und Gerüchten aus dem Palast von Sa Martha umzugehen ist. Nur als Beispiele seien genannt ein Artikel auf dem von uns geschätzten onepeterfive, der sich fragt „Hat der Papst soeben indirekt auf Prof. Seifert und eines der Dubia geantwortet?“. Und ein nur in Grenzen ernstgemeinter Beitrag des noch höher geschätzten Fr. Hunwicke, der ein Verfahren vorschlägt, wie eine von dem Nachfolger Franzens einzuberufende Synode die authentische Lehre der Kirche wiederherstellen könnte.

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Lepanto 2017

Bild: Facebook-Seite des Bistums MainzAuf der Website des evangelischen Pressedienstes "idea"  fanden wir folgende Meldung:

Es beginnt ein langes ZitatKritik am ökumenischen Gottesdienst zum Tag der deutschen Einheit (3. Oktober) im Mainzer Dom hat die Konferenz Bekennender Gemeinschaften in den evangelischen Kirchen Deutschlands geübt. An der Feier nahmen führende staatliche Repräsentanten teil, darunter Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundestagspräsident Norbert Lammert und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz, Christian Schad (Speyer), sagte in seiner Predigt: „Was wir überall brauchen, ist wechselseitige Achtung – eine Kultur, die sicherstellt, dass unterschiedliche Überzeugungen nicht in Gewalt gipfeln, vielmehr in einer Atmosphäre der Toleranz und des Respekts ausgehalten werden.“ Daneben kamen Vertreter von Organisationen zu Wort, darunter Gülbahar Erdem von der Initiative „Muslimische Seelsorge“ (Wiesbaden). Sie sagte: „Ich bin eine Muslima und glaube an die Freiheit, Würde und Verantwortung, die mir mein Schöpfer in dieses Leben mitgegeben hat. Daran eng geknüpft ist für mich der Auftrag, meinen Mitmenschen Gutes zu tun.“ Sie gestalte ihre Arbeit „im Vertrauen auf die Barmherzigkeit und die allumfassende Liebe Allahs zu uns Menschen“, so die Seelsorgerin.

Der Vorsitzende der Konferenz Bekennender Gemeinschaften, Pastor Ulrich Rüß (Hamburg), beklagte, dass die Beiträge im Gottesdienst die Zuhörer in politisch korrekter Weise „moralpolitisch belehren sollten“. Es habe jedoch weder Anbetung noch Gotteslob gegeben. Vor allem habe das Evangelium gefehlt. Jesus Christus sei „so gut wie nicht vorgekommen“, erklärte Rüß gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Er fragt: „Warum legten die Veranstalter Wert darauf, dass ausgerechnet eine Muslima den Ein- und Auszug anführte und in ihrem Votum Allahs Barmherzigkeit pries?“ Ökumene meine „doch die Einheit der Christen“. Wenn dieser „sogenannte ökumenische Gottesdienst“ das Profil von Kirche widerspiegele, dann habe sie sich aufgegeben und „relativiert in eine dem Zeitgeist angepasste Beliebigkeit“.

Soweit die Meldung von idea, der nur noch wenig hinzuzufügen ist: Anläßlich eines Staatsaktes im Rathaussaal wäre gegen das beschriebene Arrangement wenig einzuwenden - man muß ja nicht hingehen. Für einen katholischen Bischof besteht wenig Grund, sich an einer derartigen Selbstfeier eines gottlosen Staates zu beteiligen. Als „ökumenischen Gottesdienst“ kann man eine derartige Veranstaltung der Grenzen- und Inhaltslosigkeit unter keinen Umständen bezeichnen. In einer katholischen Kirche ist sie völlig fehl am Platz und muß die Frage aufwerfen, ob die Verantwortlichen sich der Apostasie und des Glaubensverrates schuldig gemacht haben.

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