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Liturgie, Lehre und Leben

Eine in den USA durchgeführte Untersuchung zum Verständnis zentraler Elemente von Moral und Glaubenspraxis hat gravierende Unterschiede zwischen den Katholiken, die regelmäßig die überlieferte Liturgie mitfeiern, und denen zu Tage gebracht, die sich im Novus Ordo zuhause fühlen. Für die Teilnehmer an der modernisierten Liturgie wurden Zahlen zu Grunde gelegt, die in den letzten Jahren von renommierten Umfrage-Institituten wie „Pew-Research“ ermittelt worden waren. Für die Anhänger der überlieferten Liturgie haben die Autoren der Untersuchung zwischen 1700 und 1800 regelmäßige Kirchgänger traditioneller Gemeinden befragt. Das ist eine Größenordnung, die für viele Zwecke repräsentative Ergebnisse erwarten läßt.

Erfasst wurden danach folgende Parameter:

  1. Grad der Zustimmung zur Anwendung empfängnisverhütender Mittel
  2. Grad der Aktzeptanz von Abtreibung
  3. Teilnahme am Sonntagsgottesdienst
  4. Grad der Zustimmung zur „Schwulenehe“
  5. Größe des der Kirche gespendeten Einkommensanteils
  6. Anteil der Gottesdienstbesucher, die mindestens einmal im Jahr zur Beichte gehen
  7. Durchschnittliche Kinderzahl der befragten Frauen

Für die Ergebnisse übernehmen wir die von den Autoren der Untersuchung gegebene Tabelle (TLM="Tridentine Latin Mass", überlieferte Liturgie):

Tabelle aus der im Artikel genannten Quelle

 

Der hier zu Tage tretende Mangel an Übereinstimmung ist mehr als erschreckend. Die Zahlen machen zum einen deutlich, warum bedeutende Stimmen in der Kirche immer lautstärker die Abkehr von überlieferten Moralvorstellungen verlangen. Sie zeigen zum anderen, daß die Gruppe der Traditionsorientierten in diesen Fragen so entschieden an den traditionellen Positionen festhält, daß Kompromisse auch taktischer Art praktisch nicht vorstellbar sind. Kein Wunder, daß auch die „Theologien“ beider Flügel sich immer weiter voneinander entfernen. Es ist schwer vorstellbar, wie diese beiden Gruppen auf Dauer zusammengehalten werden können. Die Wahrheit des Satzes „Lex orandi - lex credendi“ läßt sich auf Dauer nicht hintergehen.

Die Autoren der Studie haben angekündigt, in weiteren Befragungen auch zu ermitteln, in welchem Umfang sich Traditionalisten zur Ehe oder zu einem geistlichen Beruf berufen fühlen. Erste Schätzungen gehen dahin, daß die Zahl der Berufungen zum Priestertum oder einem Leben im Ordensstand bei den Teilnehmern an der überlieferten Liturgie 7-8 mal größer ist als bei den Gemeindemitgliedern aus der „neuen Ordnung“. Weitere geplante Untersuchungsgegenstände sind die Bereitschaft zur Eheschließung nach dem überlieferten Grundsatz: „Bis daß der Tod euch scheidet“ und die Fähigkeit traditionsorientierter Elternhäuser, Glauben und Glaubenspraxis an die nächste Generation weiterzugeben.

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