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Glaube ist keine Sache der Zeitumstände

Bild: Screenshot der im Text genannten WebsiteIm Interview mit dem „Catholic World Report“ hat Kardinal Müller sein Manifest des Glaubens gegen Angriffe in Schutz genommen. Dabei hat er seinerseits schwere Vorwürfe gegen die Umstürzler innerhalb und außerhalb der Kirche erhoben, die die Fälle von Mißbrauch durch Priester ihrerseits dazu mißbrauchen, zentrale Punkte der kirchlichen Lehre und Disziplin auszuhebeln. Wir übersetzen hier einige Passagen, die das Anliegen des Kardinals und die Stoßrichtung seiner Argumentation besonders deutlich erkennen lassen.

Es beginnt ein langes ZitatReform bedeutet geistliche und moralische Erneuerung in Christus und nicht die Entchristlichung der Kirche oder ihre Umformung in eine NGO, der die Erderwärmung wichtiger ist als das Bewußtsein, daß Gott der Ursprung und das Ziel des Menschen und der ganzen Schöpfung ist.

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Ein Kommentator der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat geschrieben, das Manifest sei eine vormoderne Angelegenheit, , während die Erklärung der Frankfurter Jesuiten zur Homosexualität, zur Abschaffung des Zölibats und zur Priesterweihe von Frauen für die Moderne stünden. Nach diesem Journalisten überhöht ihn jeder, der von Jesus als dem Sohn Gottes spricht, der moderne Mensch könne ihn nur noch als einen Prediger der Moral des Umweltschutzes wahrnehmen – aber natürlich nicht der Sexualmoral.

Schon im 3. Jahrhundert hat die Kirche die Lehre des Paul von Somosarta, nach der Jesus nur ein Mensch gewesen sei, zurückgewiesen. Die Theorien der liberalen Theologie seit dem 18. Jahrhundert, die Jesus nur als einen Menschen von religiöser Inbrunst oder gefühligem Kitsch, verbunden mit einer Pflichtmoral im Sinne Kants, anerkennen, sind vielleicht imstande, einen Rest von bürgerlichem Christentum für unsere säkularisierten Zeitgenossen zu bewahren – aber mit dem ursprünglichen Zeugnis der apostolischen Kirche über Jesus den Christus, den Sohn des lebendigen Gottes, haben sie nichts zu tun. Glaube ist keine Sache der jeweiligen Zeitumstände oder der geistesgeschichtlichen Epoche, sondern der Wahrheit.

Jesus ist entweder der Sohn des Vaters – oder er ist nicht. Entweder glauben wir an ihn – oder hören auf, uns als Christen zu bezeichnen, wenn wir doch keine Christen mehr sind. Was bedeutet schon eine Weinflasche mit dem Etikett „Höchste Qualität“ - wenn die Flasche leer ist.

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Die selben Leute, die so kritisch, ja sogar feindselig, gegenüber den Päpsten Johannes-Paul II. und Benedikt XVI.waren, die sie als Verräter am Geist des Konzils hinstellten, berufen sich nun ständig auf Papst Franziskus.

Aber das tun sie nicht, weil sie ihn als Papst im Sinne des katholischen Dogmas anerkennen, sondern weil sie in ihm ein Werkzeug sehen, um ihre linksliberalen Pläne zur Entsakramentalisierung der Kirche voranzubringen. Und wenn es um die sexuellen Vergehen einiger Priester geht, schieben sie die Schuld auf den priesterlichen Zölibat oder den sakramentalen Charakter des Priester- und Bischofsamtes – statt den Zusammenbruch des priesterlichen Ethos und der Sexualmoral in den 80er Jahren ins Auge zu fassen, für die doch die intellektuellen Vorfahren dieser Kritiker verantwortlich sind.

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