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Rückkehr zum Hochaltar

Nurt das Fehlen der Kanontafeln markiert den RitusDie Gemeinde von Assumption Grotto in Detroit gehört zu den - leider auch in den USA noch verhältnismäßig seltenen- Gemeinden, die seit vielen Jahren große Sorgfalt auf die Pflege der Liturgie legen. Die Orientierung an der Tradition ist in Katechese, Predigt und Liturgie unverkennbar. Die Kirche ist in den letzten Jahren durch verschiedene kleinere Renovierungen wieder in einen Stand versetzt worden, der dem der Erbauungszeit (1929) nahekommt. Seit Summorum Pontificum werden regelmäßig hl. Messen in der überlieferten Liturgie zelebriert. Die Messen nach dem Missale von 1970 werden schon seit Jahren fast nur noch am wiederhergestellten Hochaltar gefeiert. Die Gemeinde hat diese schonende Rückwendung zu den Wurzeln teils klaglos, teils durchaus freudig mitgetragen, und auch Gäste wie z.B. Ortsbischof Allen Vigneron sahen beim Besuch der Gemeinde kein Problem darin, im Novus Ordo „ad dominum“ zu zelebrieren. Hier ein Bildbericht.

Jetzt ist der Volksaltar ganz verschwunden

Eine bemerkenswerte Auskunft von Ecclesia Dei

Priester und Gläubige bilden einen Kreis um den AltarIm vergangenen Mai erteilte die päpstliche Kommission Ecclesia Dei eine Antwort auf eine bereits 2009 erstmals eingereichte und anscheinend später im Licht von Universæ Ecclesiæ mpodifizierte Frage:

Ist der Begriff „legitim“, wie er in Artikel 19 von UE verwandt wird, zu verstehen

a) als in ordentlichem Verfahren entsprechend dem Kirchenrecht (ius ecclesiasticum) zustande gekommen oder

b) in Übereinstimmung mit kirchlichem und göttlichem Recht (ius divinum), so daß darin nichts lehrmäßig falsches oder anderswie nicht gottgefälliges zu sehen ist.

Antwort der Kommission nach über dreijähriger Bedenkzeit erteilt unter der Protokollnummer 156/2009 am 23. Mai 2012:

Diese päpstliche Kommission möchte sich auf die Aussage beschränken, daß „legitim“ hier im Sinne von a) zu verstehen ist.

Die Implikationen dieser Antwort sind zweifellos erst nach ausführlichen rechtlichen Erwägungen vollständig zu bestimmen. Allerdings erscheint jetzt schon sicher, daß eine grundsätzliche Kritik an der Zulässigkeit und Gottgefälligkeit einzelner Bestimmungen der Liturgiereform, wie sie z.B. in der Ablehnung weiblicher Altardiener oder der Handkommunion zum Ausdruck kommen kann, in Zukunft von progressistischer Seite nicht mehr angeführt werden kann, um Befürwortern der überlieferten Liturgie zu unterstellen, sie bestritten die „Legitimität“ der Liturgiereform und erfüllten deshalb nicht die in Summorum Pontificum und Universæ Ecclesiæ aufgestellten Bedingungen für die Feier der hl. Messe in Einheit mit Papst und Kirche.

Oder weniger juristisch gewunden ausgedrückt: Die Lituirgiereform ist zwar rechtlich korrekt zustandegekommen und daher gültig - aber das bedeutet noch nicht, daß sie in allen Einzelheiten und Ausdrucksformen voll der unwandelbaren Lehre der Kirche und dem Willen Gottes entspricht.

Einzelheiten zur Anfrage und der Einschätzung der Antwort von Ecclesia Dei bei Fr. Zuhlsdorf.

Zurück zur katholischen Weltanschauung

Foto des BuchumschlagsNicola Bux – über den hier schon des öfteren zu lesen war – gehört zu den vatikanischen Prälaten, die Papst Benedikt bei seinem Kurs einer Versöhnung der Kirche mit ihrer Tradition uneingeschränkt unterstützen. Im amerikanischen Verlag „Ignatius Press“ ist jetzt sein Buch „Benedict XVI‛s Reform - The Liturgy Between Innovation and Tradition“ in englischer Sprache erschienen. Das Vorwort dazu schrieb der als Agnostiker aufgewachsene italienische Journalist und Autor Vittorio Messori, weltweit bekannt geworden durch seinen im Jahr 1985 erschienenen „Ratzinger-Report“, den ersten großen Interviewband mit dem damaligen Präfekten der Glaubenskongregation. Wir übersetzen in leicht gestraffter Form wesentliche Passagen dieses Vorworts, die sich unmittelbar auf die Liturgiereform der 60er Jahre und deren Auswirkungen beziehen.

Nur wenige Monate (nachdem ich zur Kirche gefunden hatte) später fand ich die Altäre herumgedreht und sah, daß irgend ein kitschiges Stück Schund aus Aluminium oder Plastik an die Stelle des als „zu triumphalistisch“ entsorgten alten Altars – oft von einem berühmten Bildhauer und mit Gold und Marmor verziert – gesetzt worden war. Schon einige Zeit zuvor hatte ich – in meiner Neubekehrten-Arglosigkeit voller Überraschung – beobachtet, wie Gitarren die Orgel verdrängten und die Jeans des Kaplans unter Gewändern hervorlugten, die nach „Armut“ und „sozialer Verantwortung“, vielleicht verbunden mit einer Diskussion, aussehen sollten. Dazu die Abschaffung von Dingen, die man als „überfromm“ bezeichnete: Sich mit Weihwasser zu bekreuzigen, Kniebänke, Kerzen, Weihrauch. Ich erlebte das gelegentliche Verschwinden der Statuen populärer Heiliger, auch die Beichtstühle wurden entfernt und manchmal wurden sie im Zuge einer neuen Mode zur Hausbar in Designer-Wohnungen umgebaut.

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Kardinal Burke zur „Reform der Reform“

Der Kardinal in der Cappa MagnaIn einem Hintergrundgespräch mit Francis Rocca vom Catholic News Service hat sich Kardinal Burke zum 5. Jahrestag von Summorum-Pontificum zum aktuellen Stand der Liturgie in der Kirche geäußert. Dabei bezeichnete es der Kardinal als eine betrübliche Tatsache, daß es immer noch vielerorts Widerstand gegenüber dem vom Papst gewünschten Kurs gebe. „Teilweise zeigt sich darin sogar offener Wwiderspruch gegenüber den Anordnungen des Papstes, und das ist wirklich schädlich für die Kirche“. Der Kardinal stellte klar, daß es dem Papst bei Summorum Pontificum zwar auch darum gegangen sei, der Priesterbruderschaft Pius X: entgegenzukommen, daß er aber auch das weitergehende Ziel verfolgt habe, „die Schätze zu bewahren, die sich im Glauben und im Gebet der Kirche entwickelt haben, und die wieder den ihnen zustehenden Platz erhalten sollen“.

In seinen Überlegungen äußerte der Kardinal die Ansicht, daß die im Gefolge des 2. Vatikanums erfolgte Liturgiereform zu radikal gewesen sei und „stellenweise nicht nur über das hinausging, was die Konzilsväter vorgegeben hatten, sondern auch nicht mehr vollständig mit diesen Bestimmungen zu vereinbaren“ sei. Daraus folgt für Kardinal Burke die Notwendigkeit einer „Reform der Reform“, die über die Behebung von Mißständen hinausgeht und einige Elemente des alten Missales wieder in die reformierte Liturgie aufnimmt. Wir bieten einen Überblick.

Die Hauptpunkte aus dem Gespräch mit Kardinal Burke

50 Jahre Missale Johannes' XXIII.

Der Papst mit der TiaraHeute vor 50 Jahren, am 23. Juni 1962, promulgierte Papst Johannes XXIII. mit dem Decretum Novo Rubricarum Corpore das Missale, das nach Summorum Pontificum heute die verbindliche Grundlage für die Feier der außerordentlichen Form des römischen Ritus darstellt. Damit fand eine umfangfreiche Revisionsarbeit ihren Abschluss, die zwei Jahre zuvor bereits zur Promulgation des neuen Rubrikenwerkes in Rubricarum Instructum geführt hatte.

Schwer vorstellbar, daß der Papst nach diesen mehrjährigen Arbeiten an einer schonenden Vereinfachung und Modernisierung der Riten von dem wenige Monate später beginnenden II. Vatikanum eine so tiefgreifende erneute Veränderung erwartete, wie sie dann unter seinem Nachfolger Paul VI. unter Berufung auf eben dieses Konzil durchgesetzt wurde.

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