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„Wieder mehr vom hl. Messopfer sprechen“

Der Erzbischof am RednerpultErzbischof Alexander Sample von Portland, Oregon, hat auf dem Kolloquium der Vereinigung katholischer Kirchenmusiker der USA im Juni diesen Jahres eine bemerkenswerte Ansprache zu Wesen und Gestalt der Liturgie der hl. Messe gehalten. Wir bringen heute mit starken Kürzungen die Hauptgedanken des Teils seines Vortrags, die den wesentlichen Inhalt der hl. Liturgie darlegen. Die unblutige Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers auf dem Altar. Selten zuvor haben wir dieses Kernstück unseres Glaubens so klar, so umfassend und gleichzeitig so verständlich ausgedrückt gefunden. Die Hauptgedanken des zweiten Teils seines Vortrages über Gestalt und Bedeutung der Kirchenmusik werden wir an einem der kommenden Tage präsentieren. Den ganzen Text im englischen Original können Sie auf der Website von Musica Sacra herunterladen. PDF 280 KB.

Es beginnt ein langes ZitatViel zu lange haben wir versucht, die hl. Liturgie zu etwas zu machen, das sie nicht ist. Das Zweite Vatikanische Konzil hat uns – dabei die ganze lange Tradition der Kirche aufführend – daran erinnert, daß der Zweck des Gottesdienstes in der hl. Liturgie darin besteht, Gott zu ehren und die Gläubigen zu heiligen.

Statt die heilige Liturgie selbst in Wort, Ritual, Schönheit, Kunst, Schmuck und Musik ihre wahre innere Bedeutung zum Ausdruck bringen zu lassen, haben wir ihr viel zu oft von außen eine Bedeutung, einen Zweck, ja vielleicht sogar persönliche Absichten übergestülpt.

Das ist heute meine zentrale These: Wir müssen für die Kirche den wahren „Geist der Liturgie" wieder entdecken – für viele heißt das wohl, ihn überhaupt erst einmal zu entdecken. Wenn wir dann einmal tiefer und gründlicher verstehen, was die Liturgie tatsächlich ist, dann werden wir auch erkennen, wie wir sie feiern sollen. [...]

Die weiteren Ausführungen des Erzbischofs

„Geistliche Musik muß heilig sein“

Der Erzbischof am RednerpultErzbischof Alexander Sample von Portland, Oregon, hat auf dem Kolloquium der Vereinigung katholischer Kirchenmusiker der USA im Juni diesen Jahres eine bemerkenswerte Ansprache zu Wesen und Gestalt der Liturgie der hl. Messe gehalten. Im zweiten Teil dieses Vortrages, den wir heute leicht gekürzt präsentieren, geht der Erzbischof auf die Anforderungen an die geistliche Musik ein, die sich aus dem Inhalt der hl. Messe ergeben. Seinen Ausgangspunkt bilden die Feststellungen:

Bei jeder Messe sind wir im Obergemach, am Fuß des Kreuzes und im leeren Grab, da diese Ereignisse auf sakramentale und geheimnisvolle Weise über Zeit und Raum zu uns kommen.

Aber in der heiligen Liturgie nehmen wir auch auf mystische Weise das voraus, was erst noch geschehen wird. In freudiger Erwartung schauen wir voraus auf Christi glorreiche Wiederkehr am Ende der Zeit.

Und Schließlich: Während wir das feiern, das bereits bewirkt wurde, und uns dem zuwenden, was noch kommen wird, nehmen wir gleichzeitig am ewigen Hochzeitsmahl des Lammes teil, an der Liturgie des Himmels.“

Die Konsequenz liegt auf der Hand:

Deshalb muß alles an der heiligen Liturgie so schön gestaltet sein, wie es uns nur irgend möglich ist. Dabei machen wir uns die Gaben des Volkes Gottes zu eigen, besonders der Künstler im Bereich der kirchlichen Kunst, und dazu gehört natürlich auch die geistliche Musik. Die Architektur des Kirchengebäudes, die Kunstwerke und die Ikonographie zum Schmuck des Gotteshauses, die Ausstattung des Altarraums, die Gewänder der Zelebranten und Altardiener, die heiligen Gefäße und anderen Gegenstände, die bei der heiligen Liturgie gebraucht werden, und die Musik, die mit der liturgischen Handlung einhergeht – all das muß schön sein und die unendliche Schönheit und Güte Gottes widerspiegeln, an den sich unser Gottesdienst richtet.

Aber all diese Dinge dürfen kein Selbstzweck werden – Schönheit um der Schönheit willen – sondern müssen als Mittel zu einem Zweck angesehen werden, um uns hinein zu ziehen und des Geheimnisses, das wir feiern, tiefer bewußt zu machen. Sie müssen – zur Ehre Gottes und zum Heil der Gläubigen – das Geheimnis der heiligen Messe selbst ausdrücken und zum Vorschein bringen.“

Hier nun zum zweiten Teil des Vortrages als Fortsetzung unser damit abgeschlossenen Übersetzung.

Den ganzen Text im englischen Original können Sie auf der Website von Musica Sacra herunterladen. PDF 280 KB.

Das Mysterium der Liturgie

CNS hat mit S. E. Malcolm Cardinal Ranjith, der sich zur Liturgia Sacra-Konferenz in Rom aufhielt, ein kleines Interview geführt. Darin betont der Kardinal aus Sri Lanka die Bedeutung der sakralen und mystischen Elemente der Liturgie, wie sie in den Religionen seines Heimatkontinents und in den Kirchen des Ostens hoch geschätzt werden. Nur die Westkirche hat sie in fehlverstandener Umsetzung von Impulsen des vergangenen Konzils verloren und damit der Banalisierung ihrer Feiern Tür und Tor geöffnet.

Ein Goldstück von unten

Mit dem Laserschwert spendete Hochwürden Christioph Nobs den Schlussegen im Erstkommunionsgottesdienst, den sein Gemeindereferent Nicolas Gkotses nach Motiven von Star Wars gestaltet hatte. Das Publikum im Pfarrverband Vier Brunnen (Giesing-Harlaching im Erzbistum München) war begeistert. (Quelle Information und Bild: Hallo München)

In einem Webforum wurde heute über die (vermutete) Unterstützung von Papst Franziskus für die Praxis nach Summorum-Pontificum diskutiert, was eine Teilnehmerin zu dem leicht unwilligen Zwischenruf veranlasste „Die alte Messe sollte außerordentlich bleiben!“

Dem mag sein, wie es wolle. Jedenfalls wäre schon viel gewonnen, wenn die neue Messe ordentlich würde.

„Pompöser Zeremonialismus“ oder „Schatz der Tradition“?

Der unkonventionelle Arbeits- und Sprechstil von Papst Franziskus und die  gelegentlich erstaunliche Informationspolitik seines Pressebüros haben es bislang nicht vermocht, die Lust der römischen Gerüchteküche zur Hervorbringung ihrer manchmal abenteuerlichen Kreationen zu dämpfen. In der Regel wollen wir diese Produkte ignorieren. Nun hat aber der Vaticanista Sandro Magister zwei (angebliche) Äußerungen des Papstes zur liturgischen Tradition kolportiert, die hier mit allem Vorbehalt weitergereicht werden sollen. Auf seinem Blog bei der Tageszeitung l'Espresso wußte er am vergangenen Samstag aus den aktuell stattfindenden Gesprächen des Papstes mit der italienischen Bischofskonferenz folgendes zu berichten:

Es gab auch einige Indiskretionen in Sachen Liturgie. Das beginnt mit dem Erzbischof von Bari, Francesco Cacucci, der Radio Vatikan gegenüber sagte, Papst Franziskus habe die Bischöfe dazu ermahnt, „die Beziehung zur Liturgie in Schlichtheit und ohne Überbau zu leben“.

Dann war der Bischof von Conversano und Monopoli Domenico Padovano an der Reihe, der dem Klerus seiner Diözese berichtete, die Bischöfe Apuliens häten dem Papst gegenüber beklagt, die Vorkämpfer der Messe im alten Ritus würden Spaltungen in die Kirche tragen.

Und was hat der Papst ihnen dazu geantwortet?

Nach dem Bericht von Monsignore Padovano hat der Papst die Bischöfe aufgefordert, gegenüber dem Extremismus bestimmter traditioneller Gruppierungen wachsam zu sein, aber auch den Schatz der Tradition zu nutzen und ihn zusammen mit den Neuerungen in der Kirche bestehen zu lassen.

Um den letzten Punkt zu verdeutlichen, habe der Papst ein Beispiel aus dem eigenen Bereich vorgetragen:

„Seht, man hat mir gesagt, daß mein Zeremonienmeister (also Guido Marini) eine traditionalistische Prägung habe, und nach meiner Wahl haben viele mich angesprochen, ihn aus seinem Amt zu entlassen und zu ersetzen. Dazu habe ich Nein gesagt, weil ich aus seiner traditionellen Vorbildung Nutzen ziehen kann, und weil gleichzeitig er Vorteile aus meiner mehr fortschrittlicheren Herangehensweise ziehen kann.“

Wenn das korrekt berichtet ist, wäre das sehr aufschlußreich für die liturgische Haltung und den Zelebrationsstil des gegenwärtigen Papstes.“

Diese Einschränkung kann gar nicht genug betont werden. Die kurzen Äußerungen von Papst Franziskus zu den komplexesten Themen laden dazu ein, nach Lust und Laune interpretiert zu werden, und tatsächlich hat Bischof di Molfetta von Cerignola, einer der apulischen Bischöfe und begeisterter Liturgiereformator, die Gelegenheit auch sofort in seinem Sinne genutzt: Er hat - so berichtet es Magister - den kurzen Hinweis des Papstes wortreich als Absage auf einen angeblich „in neuerer Zeit zu beobachtenden pompösen Zeremonialismus“ dargestellt - und die Aufforderung, „den Schatz der Tradition zu nutzen“ ganz unter den Tisch fallen lassen.

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