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Der Schlag hat getroffen

Die ungewöhnlich klare Stellungnahme des Präfekten der Gottesdienstkongregation Robert Kardinal Sarah zur reformierten Liturgie Papst Pauls VI. und deren verheerenden Folgen (und Ursachen) im Glaubensleben der Kirche sorgt weiterhin für Diskussionen. Nicht nur dort, wo das Thema schon immer kritisch gesehen worden ist, sondern auch im theologischen Establishment, wo man sich normalerweise zu fein dafür ist, auf Einwände des unerleuchteten Volkes zu reagieren – und wo bekanntlich eine Krähe der anderen...

So hat heute Hans-Joachim Höhn, Professor für Systematische Theologie und Religionsphilosophie an der Universität Köln, auf katholisch.de versucht, den Darlegungen des Kardinals etwas entgegen zu setzen. Die kurze Replik geht weder auf inhaltliche Aspekte noch auf Tatsachenaussagen der Rede des Kardinals ein und beschränkt sicha auf nur ein Argument: Höhn verteidigt den didaktischen Ansatz der Reformtheologie, indem er Kardinal Sarah unterstellt, er verlange von den Gläubigen, „sie sollten vollziehen, was sie nicht verstehen“. Das entspricht zwar in keiner Weise der vorher zitierten Aussage des Liturgiepräfekten, nach der sich in der Liturgie „ein Mysterium … vollzieht, das wir zwar nicht gänzlich verstehen können, doch das wir im Glauben, in der Liebe, im Gehorsam und in einem anbetenden Schweigen annehmen und empfangen müssen“ - aber es erlaubt dem Professor die Schlußfolgerung, Kardinal Sarah mißbrauche seine Machtposition, um den Gläubigen den Mund zu verbieten.

Das ist schon ziemlich kläglich. Statt sich auf Inhaltliches einzulassen, versucht Höhn, von dem, worum es in der Liturgie geht, abzulenken und die Frage zu einer von demokratischer Mitbestimmung und Redefreiheit umzudeuten – also modische Denkfiguren anzusprechen, von denen aus gesehen automatisch im Unrecht ist, wer von Gehorsam“ oder „anbetendem Schweigen“ spricht. Dieses Verfahren erlaubt es dem Religionsphilosophen überdies, auch nicht den kleinsten Gedanken auf den von Kardinal Sarah ebenfalls angesprochenen Aspekt der Praxis zu verschwenden: Daß nämlich trotz des hochfahrend vorgetragenen didaktischen Anspruchs der Liturgiereformer nach zwei Generationen praktiziertem Novus Ordo das Glaubenswissen um das in der Liturgie gefeierte Geheimnis der Eucharistie noch nie so gering, die darüber kursierenden Mißverständnisse und Mißdeutungen noch nie so virulent waren wie seit der gescheiterten Reform.

Diskreditierung der überlieferten Glaubenslehre und Verleugnung der praktischen Realität - postkatholische deutsche Universitätstheologie vom Feinsten.

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