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Evangelium des Anfangs

Bild: Wikimedia CommonsDer Vortrag des Schöpfungsberichtes als Lesung in der heiligen Messe, wie er für den Montag nach dem 5. Sonntag im Jahreskreis vorgesehen ist, provoziert gleich mehrere Verständnisprobleme. Die Tatsache, daß im Bewußtsein der meisten Gläubigen ein „irgendwie“ naturwissenschaftlich fundiertes Weltverständnis vorherrscht, führt zunächst einmal dazu, diesen Bericht als eine fromme Erzählung zu betrachten, die nicht mehr sagen will, als daß Gott der Schöpfer dieser unserer Welt ist – und nicht wir selbst. Das ist immerhin schon etwas. Aber wer genauer hingehört hat, wird zu diesem Bericht zahlreiche Fragen haben, die weit über die Diskrepanzen gegenüber einem naturwissenschaftlichen Verständnis hinausgehen. Um ein paar davon zu nennen:

  • Wo ist in diesem Bericht das „Wort Gottes“, die Zweite Person, durch die nach dem Johannesevangelium alles geworden ist? Ist es verdeckt vorhanden in der vielfach wiederholten Wendung „Gott sprach“?
  • Und wer oder was ist der Geist Gottes, der über dem Wasser schwebt? Haben wir hier etwa ebenfalls in verdeckter Form bereits in den ersten Worten der Bibel einen Hinweis auf den dreifaltigen Gott? Aber wie hätten die gottesfürchtigen Juden einen solchen Hinweis übersehen können?
  • Wer oder was ist das Licht, mit dem alles anfängt, wenn die Sonne erst am 4. Tag erschaffen wird?
  • Der Mensch wird als Mann und als Frau erschaffen – so bildet er das Bild Gottes. Was sagt dieses Bild über Gott – von dem wir uns doch kein Bild machen sollen?

Außerdem gibt es in diesem Bericht zwei bemerkenswerte Leerstellen: Wer ist der Berichterstatter, wer hat die Schöpfung beobachtet, wem wurde dieser Bericht offenbart? Und die zweite: Kein Wort über die Erschaffung der „unsichtbaren Welt“ der Engel und Geisteswesen, die dann im dritten Kapitel wie selbstverständlich erscheinen: Die Cherubim und das Flammenschwert (nicht: mit dem Flammenschwert) und schon zuvor ein anderes Geisteswesen, wenn auch in entstellter Gestalt: Die Schlange der Versuchung, in einigen Übersetzungen auch sehr treffend als „der Schleicher“ wiedergegeben.

Die Benennung der Fragen genügt, um die Weisheit der überlieferten Theologie zu erahnen, die die Thora als wenig geeignet für die Verlesung im Gottesdienst betrachtet hat und sie selbst im Tagesgebet der Menschen, die ein gottgeweihtes Leben führen, nur zurückhaltend verwendet. Und sie mag andeutungsweise einen Hinweis darauf geben, warum unter den streng orthodoxen Juden Israels mehr als die Hälfte der Männer keiner Berufstätigkeit nachgeht, sondern Tag und Leben dem Studium der heiligen Schrift und deren Kommentierung im Talmud widmet. Dieses Studium ist nichts für Faulenzer, sondern ein hartes Brot.

Die oben punktierten Fragen müssen daher hier unbehandelt bleiben - aber auf die beiden genannten Leerstellen soll etwas ausführlicher eingegangen werden, weil beide zumindest teilweise durch andere Passagen der hl. Schrift erläutert werden, teilweise auch in der Liturgie der Kirche.

Einen ersten Hinweis auf die Offenbarung der Schöpfungsgeschichte kann man aus dem 2. Buch Moses im Bericht von der Übergabe des Gesetzes auf dem Berg Horeb erschließen. Sechs Tage lang hatte Moses dort auszuharren, bevor der Herr ihn zu sich rief, und dann blieb er noch einmal 40 Tage dort. Das 2. Buch Moses geht danach gleich zum Inhalt des dem Mose erteilten Gesetzes über – alte außerbiblische Überlieferungen glauben mehr zu wissen. In dieser Zeit zeigte der Herr dem Moses in einer Vision die ganze Geschichte Israels von der Erschaffung der Welt bis zur Zukunft der Besitznahme des gelobten Landes. (Buch d. Jubiläen 2. Kapitel) Im Volksglauben des vorchristlichen Judentums, das noch keinen festgefügten Kanon heiliger Schriften kannte, scheint diese Überlieferung einen festen Platz gehabt zu haben: Danach habe Moses den Schöpfungsbericht neben den anderen Offenbarungen und Weisungen vom Sinai mitgebracht – eine noch größere Autorität war im Weltbild des Alten Testaments kaum denkbar.

Paraphrasen des Schöpfungsberichtes finden sich an mehreren Stellen der Heiligen Schrift. Etwa in Psalm 148, der leicht erweitert im Anschluss an Genesis 1 die Schöpfungstaten Gottes aufzählt – die Menschen dabei konkretisiert als Könige und Völker, Fürsten und Richter der Erde, junge Männer und junge Frauen, Kinder und Greise. In einem Punkt allerdings geht Psalm 148 über den Bericht der Genesis hinaus: An erster Stelle nennt er die Engel und die himmlischen Heerscharen.

Ganz ähnlich im Lobgesang der drei Jünglinge aus dem 3. Buch Daniel, dessen Aufzählung der Werke des Herrn ebenfalls mit den Engeln beginnt und dann mit einer konkretisierten Aufzählung der Menschen endet: Hier wird zunächst die Menschheit insgesamt genannt, dann wird Israel besonders hervorgehoben samt der Priester und Diener des Herrn und allen gottesfürchtigen Menschen (Israels). Beide Gesänge spielen eine bedeutende Rolle in den Laudes des Breviers.

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Septuagesima - Sonntag des Anfangs

Bild: Holzschnitt von Andreas Bernhard, 17. Jh. gemeinfreiMit dem Sonntag Septuagesima, der in diesem Jahr auf den 17. Februar fällt, beginnt nach dem überlieferten Kalender die Vorfastenzeit: Noch 70 Tage bis Ostern, ungefähr. Im Vor Beginn der Neuzeit, als es noch keine Unterscheidung zwischen kirchlichem und säkularem Jahr gab, begann das neue Jahr nach römischem Brauch, aber auch nach jüdischen Gewohnheit, im Frühjahr. Vielfach markierte der Abschluß der Weihnachtszeit – der vom Ostertermin abhängt - den Beginn des neuen Jahres. Aber auch Ostern selbst kam als Jahresanfang vor, ein anderer Termin war der Beginn der vorösterlichen Fastenzeit. Die Fastenzeit wurde teils mit 40 und teils mit 70 Fasttagen gerechnet – von daher entstand als eine Art Kompromiß die Unterscheidung einer Vor-Fastenzeit von der eigentlichen Fastenzeit.

Unter den möglichen Terminen für den Jahresbeginn zwischen dem Abschluß der Weihnachtszeit und Ostern war der Sonntag Septuagesima noch dadurch besonders hervorgehoben, daß vielfach die Unterrichtung der Katechumenen, die in der Osternacht getauft werden sollten, an diesem Tag in die entscheidende Phase trat. So ist dieser Sonntag seit der frühesten Zeit auf verschiedene Weise mit dem Charakter des Neuen Anfangs verbunden. Im römischen Brevier kommt das bis auf den heutigen Tag dadurch zum Ausdruck, das die (theoretisch) kontinuierliche Lesung des Bibel in der Matutin am Sonntag Septuagesima mit der Verlesung des Schöpfungsberichtes aus dem 1. Buches Moses eröffnet wird : Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde... Diese Lesung aus dem alten Testament wird auch in den folgenden Tagen und Wochen bis zum Dienstag vor Aschermittwoch fortgesetzt – dann geht das Brevier mit Lesungen aus dem Evangelium zum Thema der Fastenzeit und zur Vorbereitung auf das Leiden des Herrn über.

Soweit das Brevier – im Missale Romanum spielen Lesungen aus den Büchern Moses praktisch keine Rolle; lediglich der Schöpfungsbericht hat in der Liturgie der Osternacht einen Platz erhalten. Da Brevier und Missale liturgisch eine Eineit bildeten, war das auch kein Problem.

Das Missale des Novus Ordo sieht demgegenüber für Lesungen aus dem alten Testament an allen Tagen einen eigenen Platz vor. Für dies Lesungen an den Werktagen gibt es einen zweijährigen Lesezyklus, dessen erstes Jahr ausschließlich Texten aus den fünf Büchern Moses, d.h. der jüdischen Tora, vorbehalten ist. Dieser Lesezyklus beginnt am Montag nach dem 5. Sonntag im Jahreskreis – also in ungefährer zeitlicher Nähe zum Sonntag Septuagesima – ebenfalls mit dem Schöpfungsbericht. In diesem Jahr war das der Montag der nun zu Ende gehenden Woche.

In der Theorie erfüllt das neue Missale mit dieser Leseordnung den Auftrag der Konzilskonstitution über die Liturgie, den Gläubigen „den Tisch des Wortes reicher zu bereiten“. In der Praxis kann davon kaum die Rede sein, da der Besuch der Werktagsmessen stark zurückgegangen ist – wenn eine solche Messe überhaupt noch regelmäßig „angeboten“ wird. Der Montag ist vielerorts ohnehin LiFT - „liturgiefreier Tag“. Vielerorts läßt man auch nicht nur am Werktag, sonden auch am Sonntag, die eigentlich vorgeschriebene Lesung aus dem alten Testament ganz ausfallen.

So unerfreulich diese Entwicklung ist, so ist sie doch auch eine verständliche Folge der Tatsache, daß die Liturgie sich anders, als die Liturgiekonstitution das wohl annahm, nicht wirklich dazu eignet, die Kenntnis des alten Testamentes durch bloßes Vorlesen von Textausschnitten zu verbreiten. Selbst das traditionelle Brevier, das aus der Gebetspraxis theologisch vorgebildeter Beter in Klöstern und Stiften entstanden ist, konfrontierte diese ja nicht einfach so mit diesen Textern, sondern begleitet sie seit alters her mit Kommentaren aus den Schriften der Kirchenväter. Diese sind freilich heute in vielen Fällen ebenfalls erklärungsbedürftig.

Unangenehm auffallen

Bild: aus dem genannten Artikel, © Joseph ShawWir haben hier schon gelegentlich darauf hingewiesen: Das Problem des Kommunionempfangs durch sog. „Wiederverheiratete Geschiedene“ oder „protestantische Ehepartner“ wäre keines oder zumindest wesentlich entschärft, wenn der Novus Ordo nicht den Gang zum Kommunionempfang als „Kommunionprozession“ so betont zu einem Gemeinschaftsbegängnis gemacht hätte, dem sich der Einzelne nur schwer entziehen kann, ohne „unangenehm aufzufallen“.

Joseph Shaw hat dieser Tage in einem Artikel unter der Überschrift „Sünder in der Kommuniponprozession“ darauf aufmerksam gemacht, daß das Problem auch eine Folge der hier kürzlich angesprochenen „Verarmung“ der Liturgie ist, die bereits im Anschluss an das Konzil von Trient einsetzte und nach dem 2. Vatikanum ihren von Bilderstürmen begleiteten Höhepunkt erlebte.

Das starke Bewußtsein des mittelalterlichen Menschen von seiner Sündhaftigkeit hatte dazu geführt, daß viele nur selten zur Kommunion gingen – die Kirche sah sich veranlaßt, wenigstens einmal jährlichen Kommunionempfang vorzuschreiben. Das eliminierte das Problem des „unangenehm Auffallens“ zwar nicht vollständig, machte es aber alleine aufgrund des selteneren Auftretens leichter beherrschbar – womit hier nicht dem seltenen Kommunionempfang das Wort geredet sein soll. Aber die Teilnahme an der hl. Messe war insgesamt weniger auf den Gang zur Kommunion ausgerichtet, und es gab in Ritus und Ritual andere Elemente, die auch eine Einbeziehung der Gläubigen gestatteten, die sich nicht zum Kommunionempfang disponiert sahen.

Als Beispiele nennt Shaw das Procedere des Asperges vor dem sonntäglichen Hochamt, die mit großer Andacht vorgenommene Verehrung der allerheiligsten Gestalten nach der Wandlung und den Friedensgruß, der anders als die heute übliche Händeschüttelei vielfach in Form der Pax-Tafel sichtbar vom Altar ausging und von dort aus die ganze Gemeinde erfasste. Vielfach sei es üblich gewesen, nach der Messe gesegnetes Brot oder gesegneten Wein zu verteilen – ein Gemeinschaftserlebnis, an dem jeder teilnehmen konnte, ohne in Gefahr eines Sakrilegs zu kommen. Auch in der Gewohnheit, die Kommunion nicht an der „liturgisch richtigen“ Stelle innerhalb der Messe zu spenden, sondern sie in eher ungeregelter Form zwischen den Messen auszuteilen, sieht Shaw einen Mechanismus, der den Einzelnen vom Druck des Kollektivs entlastete. Viel stärker als heute wäre die Teilnahme am liturgischen Geschehen Sache des Einzelnen und seiner Fähigkeit zum andächtigen Gebet gewesen – bis hin zur verbreiteten „geistigen Kommunion“ der Gläubigen während der Kommunion des Priesters.

Kein Zweifel: Die Betonung des gemeinschaftlichen Charakters der Messfeier und die nachgerade passgenauen Begleitung des Geschehens am Altar und der Gebete des Priesters durch die Gläubigen sind Errungenschaften eines liturgischen Bewußtseins und der liturgischen Bewegung, die man nicht geringschätzen sollte. Aber heute ist zu sehen, daß auch dieser Fortschritt seinen Preis gefordert hat und allsonntäglich neu fordert. In den Fällen, wo der betonte Kollektivismus zum sakrilegischen Empfang der Kommunion führt oder dazu, daß das Bewußtsein des damit verbundenen Mysteriums praktisch erloschen ist, war der Preis zu hoch.

Thomas von Aquino

Bild: Carlo Crivelli, 1476; AusschnittHeute ist der Gedenktag des hl. Thomas v. Aquin - allerdings nicht der Tag der „Geburt für den Himmel“ (Sterbetag), sondern der Tag der Übertragung der Gebeine des Heiligen in die Kathedrale von Toulouse heute vor 650 Jahren. Zu diesem Anlaß dichtete der Dominikaner Aldobrandini Ferrarensis einen Hymnus auf Thomas, in dem es zu dessen Lehre heißt:

Um die Zweifel zu zerstreuen,
sendet Mutter Kirche
dieses Lichtes Strahl und ermuntert
zum Studium des heiligen Thomas.

Den ganzen Text mitsamt weiteren Anmerkungen zu Leben und Werk bringt heute das Hymnarium.

Das Licht und die Lehre des hl. Thomas haben in der Tat jahrhundertelang die Kirche erhellt - und seit das Studium seiner Werke in den Hintergrund gedrängt worden ist, nehmen die Zweifel allerorten mächtig zu. 

Dabei war Thomas, was seine überragende Stellung manchmal aus dem Blick geraten ließ, auch selbst nicht gänzlich frei von Zweifeln und Fragwürdigkeiten. In der lange offenen Frage der unbefleckten (.d.h. von der Erbsünde ausgenommenen) Empfängnis Mariens vertrat er eine andere Ansicht als die schließlich 1854 verbindlich gemachte Lehre der Kirche, und eine nicht selten engstirnige Anwendung und Übertragung seiner Arbeitsweise führte im späten Mittelalter zu einer Erstarrung des theologischen Denkens. Die im 19. Jh. auf breiter Front einsetzende Überwindung dieser Erstarrung hat allerdings vielfach nicht zu einer Neubelebung des Geistes der Theologie geführt, sondern deren „Verflüssigung“ begünstigt, deren katastrophale Folgen wir derzeit nicht nur in der deutschen Universitätstheologie beklagen müssen.

Die darin zum Ausdruck kommenden Widersprüche in der Kirche der Gegenwart sind im deutschkatholischen Zentralorgan katholisch.de heute in krasser Form zu besichtigen. Ein kurzer Gedenkartikel von Markus Schüppen läßt die historisch Bedeutung und auch die Aktualität des Kirchenlehrers erfreulich klar hervortreten. Und in einem gleichzeitig veröffentlichten Gespräch mit einer ehemaligen Ordensfrau erhält diese ausführlich Gelegenheit, die kirchliche Verkündigung verbindlicher Glaubensinhalte als Verstoß gegen die Selbstbestimmung des Menschen, ja tatsächlich als „geistlichen Mißbrauch“ anzuprangern. Was die gescheiterte Nonnensfrau zu einem Werk des hl. Thomas wie z.B. der Summa contra gentiles zu sagen hätte - wenn sie davon jemals gehört hat - wagt man sich gar nicht vorzustellen.

Die Tora lesen?

Bild: Wikimedia commons, gemeinfreiGleich zwei kirchliche Meldungen dieser Tage haben das Verhältnis von Judentum und Christentum zum Gegenstand – und beide beziehen sich auf je einen der zwei Päpste, mit denen sich die Kirche derzeit gesegnet oder geschlagen sieht, je nachdem. Papst Benedikt, so erfahren wir, hat am Mittwoch eine Delegation jüdischer Oberrabiner empfangen und mit ihnen über „Mißverständnisse“ gesprochen, die über einen von ihm letzten Jahr erschienenen Artikel entstanden waren. Es ging unter anderem darum, ob die Kirche die Rolle des Bundesvolkes „geerbt“ hat, die einst dem Volk Israel zugekommen war. Wenn Genaueres über den Inhalt des Gespräches bekannt wird, ist dazu vielleicht noch das eine oder andere zu sagen.

Gleichzeitig hat  der Osservatore Romano anläßlich des neuerdings in manchen Diözesen begangenen „Tag des Judentums“ auf einen Text von Papst Franziskus hingewiesen, in dem sich dieser zum Verhältnis zwischen Juden und Christen und dessen künftiger Entwicklung geäußert hat. Tenor: „Die Werte, Traditionen und großen Ideen, die das Judentum und das Christentum gemeinsam haben, müssen in den Dienst der Menschheit gestellt werden.“ Aber gewiß doch. „Werte und Ideen, Menschheit“ – darüber wird man sich doch verständigen können.

War da sonst noch was? Laut der österreichischen Agentur Kathpress hat Franziskus „die Christen ausdrücklich zu einem Studium jüdischer Texte, etwa der Thora, aufgefordert.“ Franziskus wollen wir einmal unterstellen, das er weiß, was die Thora ist – bei dem Berichterstatter von Kathpress (und dem Redakteur, der dessen Text für kath.net übernommen hat) sind wir uns da nicht so sicher. Die Thora ist nämlich kein „jüdischer Text“, bezüglich dessen man Christen sozusagen zum Blick über den Zaum zum Nachbarn ermutigen könnte - und schon stehen wir mitten im Problem zwischen Christen und Juden.

„Thora“ ist der bei den Juden gebräuchliche Name für die „Fünf Bücher Moses“, auf Griechisch auch „Pentateuch“ genannt, und die sind integraler Bestandteil des „Alten Testaments“ – also einer der beiden großen Sammlungen der heiligen Schriften des Christentums. Der heiligen Schrift der Juden, dem Tanach, gehören neben der Thora auch noch die Propheten (Neviim) und die Schriften (Ketuvim) an – auch sie sind ausnahmslos Bestandteil des christlichen „Alten Testaments“, das zusätzlich einige weitere Schriften aus altjüdischer Tradition als kanonisch anerkennt.

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  • Stationskirchen

    Die römischen Stationskirchen

    Kupferstich von Giusepppe Lauro aus dem Jahr 1599

    In der Fastenzeit 2013 haben wir zu jedem Tag die entsprechende Stationskirche kurz vorgestellt. Damit sind zwar alle gegenwärtigen Stationskirchen erfasst, aber nicht alle Tage mit einer Statio, von denen es auch etliche außerhalb der Fastenzeit gibt.

    Bei der Vorstellung der Stationskirchen orientierten wir uns im wesentlichen an „Die Stationskirchen des Missale Romanum“ von Johann Peter Kirch, Freiburg 1926. Zu Ergänzungen haben wir Hartmann Grisar „Das Missale im Licht römischer Stadtgeschichte“, Freiburg 1925, und Anton de Waals „Roma Sacra - Die ewige Stadt“ von 1905 in der Überarbeitung Johann Peter Kirchs von 1925 (Regensburg 1933) herangezogen. Daneben haben wir auch auf Informationen aus Internetquellen zurückgegriffen. Die Illustrationen stammen, soweit nicht anders angegeben, von eigenen Aufnahmen.

    Wie der gegenwertige Nachfolger de Waals und Kirchs als Direktor des römischen Instituts der Görres-Gesellschaft, Prof. Msgr. Stefan Heid, uns mitteilte ist diese älter Literatur insbesondere in Sachen der Datierungen vielfach überholt. Nach seinen Untersuchungen geht die Institution der Stationes nicht wesentlich vor die Zeit Gregors d. Großen zurück. Was natürlich nicht bedeutet, daß die Stationskirchen bzw. deren Vorgängerbauten nicht wesentlich älter sein können.

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