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Gaudete in Domino semper

Bild: http://sthughofcluny.org/Der dritte Adventssonntag, an dem das „rosacea“ der Gewänder die Folge der violetten Advents- (und Buß-)Sonntage durchbricht, gibt Dom Gueranger in seinem „Kirchenjahr“ den Anstoß zu einem großen Freudengesang, einer wahren „Ode auf die Kirche“.

Es beginnt ein langes ZitatO heilige römische Kirche, du Burg unserer Kraft. Siehe uns versammelt in deinen Mauern um das Grab jenes Fischers, dessen Asche dich auf Erden beschützt, solange seine unverrückbare Lehre von der Höhe des Himmels herab dich durchstrahlt. Aber wenn du stark bist, so ist dies durch den Heiland, der zu kommen im Begriffe steht. Er ist die Umfassungsmauer, dernn er ist es, der alle deine Kinder in seine Barmherzigkeit einschließt. Er ist dein unüberwindlicher Rückhalt; denn durch ihn vermögen die Pforten der Hölle niemals etwas wider dich.Öffne weit deine Pforten, damit alle Völker sich in deine heiligen Räume drängen können: Denn du bist die Herrin der Heiligkeit, die Hüterin der Wahrheit. Könnte doch der alte Irrtum, der sich dem Glauben entgegenstellt, ein Ende nehmen, und der Friede sich über die ganze Herde lagern!

O heilige römische Kirche! Du hast allezeit deine Hoffnung auf den Herrn gesetzt, und er, treu seiner Verheißung, hat die Stolzen auf den Höhen, die Burgen ihres Hochmuts, vor dir gedemütigt. Wo sind sie, jene Cäsaren, die in deinem eigenen Blute dich erstickt zu haben glaubten?Wo sind sie, jene Kaiser, welche die jungfräuliche Reinheit deines Glaubens bezwingen wollten? Wo sind die Sektierer, die fast jedes Jahrhundert gesehen hat, wie sie sich nacheinander voll Wut auf alle deine Glaubenslehren stürzten? Wo sind die undankbaren Fürsten, die versuchten, dich dienstbar zu machen – dich – ihnen, die du zu dem gemacht hast, was sie waren? Wo ist das Reich des Halbmondes, das so oft gegen dich wütete, wenn du, die Waffenlose, den Stolz seiner Eroberungen niederwarfst? Wo sind die Reformatoren, welche ein Christentum begründen wollten ohne dich? Wo sind die modernen Sophisten, in deren Augen du nur noch ein ohnmächtiges, von Würmern zerfressenes Phantom bist? Und wo werden in Hundert Jahren die Herrscher sein, die heute gegen dich ihre Hand erheben? Die Völker, die heute die Freiheit außerhalb der Wahrheit suchen? Sie werden vorübergegangen sein wie die schäumende Woge des Bergstroms, und du, o heilige römische Kirche, wirst ewig ruhi, ewig jung, ewig unbenagt vom Zahn der Zeit, auf deinem unerschütterlichen Felsen stehen.

Dein Gang durch so viele Jahrhunderte hindurch war stets gerade, wie der Schritt des Gerechten; du wirst dich überall dir gleich finden, während achtzehn Jahrhunderten, unter einer Sonne, die außer dir, nur den Wechsel alles Menschlichen bescheint. Woher kommt dir diese Festigkeit, wenn nicht von jenem, der da die Wahrheit und Gerechtigkeit selbst ist? Ehre sei Ihm in dir!

Jedes Jahr sucht er dich heim, jedes Jahr bringt er dir neue Gaben, um dich bei Vollendung deiner Pilgerfahrt zu stärken. So wird er dich heimsuchen bis ans Ende der Zeiten; er wird dich erneuern nicht nur mit der Kraft jenes Blickes, mit welchem er Petrus erneuerte, sondern indem er dich mit sich erfüllt, wie er die glorreiche Jungfrau erfüllt, die du nach deinem Bräutigam am zärtlichsten liebst. Mit dir, o unsere Mutter, beten wir und sprechen: „Komme, Herr Jesus! Dein Name und dein Andenken sind die Wonne unserer Seelen. Sie verlangen nach Dir bei Nacht, und wenn der Tag anbricht, erwachen wir, um an Dich zu denken.“

Soweit Dom Gueranger 1847, 50 Jahre nach der großen Revolution. Was für ein Kontrast zu dem jämmerlichen Bild, das uns heute die Bergoglianer als das zeitgemäße Bild der Kirche für das dritte Jahrtausend aufzwingen wollen.

Wenn Festtage kollidieren

Bild: Aus dem Kölner DomEntsprechend den aktuell gültigen Büchern der überlieferten Liturgie wurde gestern die Feier des 2. Adventssonntags durch das Fest der unbefleckten Empfängnis Mariens „verdrängt“. Nach den Büchern der Reformliturgie behält dagegen der 2. Adventssonntag seinen Platz, und das am 8. Dezember fällige Marienfest wird auf den folgenden Montag „verschoben“. Als Teilnehmer an der Sonntagsmesse der überlieferten Form mag man den mit der „Verdrängung“ einhergehenden Verlust des Evangeliums vom 2. Adventssonntag bedauern: Die Anfrage des inhaftierten Taufpredigers Johannes „Bist Du es, der da kommen soll“ und die Antwort Jesu, in der er seinen Anspruch bekräftigt, der verheißene Messias zu sein.

Auf der anderen Seite passt sich gerade dieses Hochfest Mariens organisch ein in die Zeit der Vorbereitung auf die erste Ankunft des Herrn: So, wie Johannes den Weg des Kommenden in der Welt vorbereitete, hat der Ratschluss Gottes Maria dazu vorbereitet, würdige Pforte für den Eintritt des Herrn in die von der Ursünde befleckte Menschenwelt zu sein. Kein Grund zum Streit hier also.

Die Frage, welche Feste den Sonntag verdrängen oder von ihm verdrängt oder verschoben werden, ist im Lauf der Kirchengeschichte unterschiedlich beantwortet worden. Gregory Dipippo gibt auf New Liturgical Movement einen ausführlichen Überblick. Und auch die gegenwärtig zu beobachtende „Zweigleisigkeit“ hat ihre historischen Vorbilder: Während die Reformen von Trient zunächst generell den Vorrang des Sonntags bekräftigen – auch gegenüber dem Fest der unbefleckten Empfängnis – blieben die Franziskaner stets bei ihrer Tradition, dem Marienfest den Vorrang zu geben.
Die überlieferte Liturgie verfügt im Gegensatz zur auch hier stromlinienförmig vereinfachten Reformliturgie über einen Mechanismus, der solchen kalendarisch Kollisionen da, wo es inhaltlich nicht so gut passt wie bei Mariä Empfängnis, die Schärfe nehmen kann: Die Kommemoration. Dabei wird das Messformular des höherrangigen Festes durch die Kollekte, die Sekret und die Postcommunio des verdrängten Tages ergänzt. Eine im Prinzip höchst sinnvolle Einrichtung, deren Praxis allerdings etwas unübersichtlich werden konnte, wenn In komplizierten Fällen dadurch Ketten von drei oder mehr solchen Tagesgebeten entstanden. Mit der Neuordnung der Rubriken von 1960 wurde die Zahl der Kommemorationen auf zwei begrenzt, im sonst so optionsfreudigen Missale von 1969 ist nichts entsprechendes mehr vorgesehen.

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Fast das gleiche Thema hat am gleichen Tag Fr. Hunwicke in seinen Liturgical Notes behandelt - hier auf Deutsch beim Beiboot Petri.

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Es ist extrem schwierig, Bilder zu finden, die tatsächlich die Unbefleckte Empfängnis Mariens darstellen wollen – also nicht die jungfräuliche Gottesmutter, sondern deren Mutter Anna zeigen. Fündig wurden wir schließlich auf koelner-dom.de, wo die Kunstwerke der Kathedrale vorgestellt werden.

Die Fülle der Weiheämter

Bild: Screenshot aus dem verlinkten VideoIn den letzten Wochen des Kirchenjahres empfingen an verschiedenen Orten der Vereinigten Staaten junge Männer die Weihen der Kirche nach dem überlieferten Ritus.

Im Kloster der Benediktiner von Clear Creek erteilte der amtierende Bischof von Tulsa, David Konderla, in dessen Diözese Clear Creek liegt, einem der Mönche der Abtei die Priester- und einem weiteren die Diakonenweihe. Ein kurzes Video fasst die eindrucksvollsten Momente der Weihezeremonie zusammen.

Ebenfalls Ende November gab es im nordamerikanischen Seminar der Petrusbruderschaft eine Weihezeremonie, während der sämtliche sog. „niederen Weihen“ erteilt wurden. Hier amtierte Bischof Fabian Bruskewitz, Emeritus der Diözese von Lincoln, in der das Seminar angesiedelt ist. Eine Woche zuvor hatte dort bereits der emeritierte Bischof von Kansas City, Robert Finn, einem neuen Jahrgang von 8 Seminaristen die Tonsur erteilt. Die Tonsur gehört ebenso wie die Einkleidung nicht zu den niederen Weihen. Im traditionellen Verständnis der Kirche markiert sie die Aufnahme in den Klerikerstand; nach dem aktuellen Kirchenrecht erfolgt dieser Schritt erst weitaus später, nä,lich mit der Weihe zum Diakon.

New Liturgical Movement veröffentlicht zwei schönen Bilderserien von beiden Zeremonien. Der Bericht von der Erteilung der niederen Weihen zeigt sehr eindrucksvoll die ursprüngliche Verbindung der jeweiligen Weihestufe zu ganz konkreten Aufgaben: Die Ostiarier beim Öffnen der Kirchentür und beim Läuten, die Lektoren berühren das Evangelienbuch und die Akolythen eine Kerze sowie die Gefäße für Wein und Wasser. Exorzisten scheinen diesmal keine geweiht worden zu sein, wenigstens gibt es keine Bilder. Nach dem römischen Pontificale berühren sie ebenfalls Missale und Evangeliar, während ihnen das Buch mit den Exorzismus-Gebeten tatsächlich überreicht wird.

„Die Liturgie beten“

Bild: Aus dem genannten Artikel auf New Liturgical MovementAuf einer liturgischen Konferenz im Thomas-Aquinas-College hat Dom Alcuin Reid im November einen Vortrag „Praying the Liturgy“ gehalten. Das Audio ist im Netz abrufbar. Eine von Reid selbst verfaßte Zusammenfassung wurde am 3. Dezember auf New Liturgical Movement veröffentlicht – wie haben sie ins Deutsche übersetzt:

Es beginnt ein langes ZitatDie heilige Liturgie ist keine Aktivität wie andere. Sie hat ihre eigene Sprache – zumindest hatte sie das einmal. Aber diese Sprache besteht nicht zuerst und hauptsächlich aus Worten. Es ist eine der Paradoxien unserer Zeit, daß die Einführung der Umgangssprache dazu geführt hat, daß wir die Liturgie in erster Linie als gesprochenen und unmittelbar verständlichen Text betrachten. Ganze Generationen haben so die Erwartung entwickelt, daß alles in der Liturgie so verständlich und unmittelbar wäre wie all die Nachrichten oder Information, die sie im Druck oder auf dem Bildschirm und ihren Smartphones erhalten.

Sicher, die Riten der Liturgie sind mit Worten verbunden, und ihre Bedeutung sollte letztlich von unserer Verständnisfähigkeit erfasst werden können – im Fall der Verwendung des Latein mit Hilfe eines muttersprachlichen Missales oder Messbegleiters. Aber in unserer mit Sprache durchtränkten Gesellschaft haben wir vielleicht vergessen, daß die Liturgie primär ein Tun und nicht ein Gespräch ist. Die Liturgie ist nicht die Menge der Wörter, die man uns vorliest, oder die wir selber lesen. Sie ist ein Ritus, ein Komplex von Handlungen, Gesten und Tönen in einer bestimmten Ordnung. Ja – da ist auch Sprache beteiligt – aber der liturgische Gebrauch der Sprache übersteigt die zielgerichtete Mitteilung von Informationen und Ideen, wie wir sie gewohnt sind.

In der Liturgie ist nicht allein das, was gesagt wird, von Bedeutung – eher kommt es darauf an, was getan wird.

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Zur Lage der Kirche in Japan

Bild: Aus dem genannten Artikel des CatholicWorldReportDer Japanbesuch von Franziskus an diesesm Wochenende führt den Papst in ein Land, in dem das Christentum nie Fuß fassen konnte und in dem die Kirche heute praktisch vor dem zahlenmäßigen Verschwinden steht. Etwa 440 000 Japaner größtenteils höheren Alters sind derzeit noch Angehörige der katholischen Kirche – von 120 Millionen. Damit liegt ihre Zahl sogar noch unter der der in Japan lebenden ausländischen Katholiken, die mit 520 000 angegeben wird.

Seitdem Japan mehr ausländische Arbeitskräfte – Rekordzahl dieses Jahres waren 2,8 Millionen – ins Land holt, hat es hier einen beträchtlichen Aufschwung gegeben, da vor allem die Philippinos, aber auch Koreaner und Vietnamesen zu einem beträchtlichen Teil Katholiken sind. Soweit sie ihren Glauben praktizieren, tun sie das in eigenen Gemeinden, die praktisch keinen Bezug zur japanischen Gesellschaft haben.

Die Gründe für das Versagen der Mission in Japan sind vielfältig und hier nur anzudeuten. Das Verhältnis der Japaner zur Religion unterscheidet sich von dem vieler anderer Völker durch eine gewisse Bindungsfremdheit – und „religio“ heißt nun einmal „Bindung“. Ein Japaner mit religiösen Bedürfnissen (das mag knapp die Hälfte sein) heiratet schintoistisch, lebt weitgehend animistisch-abergläubisch und läßt sich buddhistisch beisetzen. Für ein „Konkurrenzangebot“ bleibt da wenig Raum, und gravierende Fehler der stets auf Inkulturation versessenen Jesuitenmission haben es zusätzlich erschwert, diesen Raum zu nutzen. Der ostasiatische Buddhismus hat – in völligem Gegensatz zu seinen indischen Ursprüngen – eine reiche Götterwelt mit höchst populären Heilbringern hervorgebracht, die der tiefverwurzelten Erlösungssehnsucht der Menschen entgegenkommen. Da war es keine gute Idee, den wahren Erlöser Jesus Christus zunächst zumindest dem Namen nach mit einer der bedeutendsten buddhistischen Erlösergestalten, Dainichi-Nyorai (Das von oben auf uns zukommende große Licht), zu identifizieren. Die stets praktisch denkenden Japaner meinten, das kennten sie schon und wandten sich wieder ihren Alltagsgeschäften zu.

Die moderne Liturgiereform hat - nebenbei bemerkt - den Gottesdienst der Kirche ein gutes Stück von dem entfernt, was die japanische Kultur unter Gottes/Götterdienst versteht, in dem sich „Gemeinde“ und „Priester“ in der Regel gemeinsam den Gottheiten bzw. ihren Abbildern zuwenden. Hier wurde eine potentielle Kontaktstelle inkulturierender Anknüpfung ohne Not aufgegeben.

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  • Stationskirchen

    Die römischen Stationskirchen

    Kupferstich von Giusepppe Lauro aus dem Jahr 1599

    In der Fastenzeit 2013 haben wir zu jedem Tag die entsprechende Stationskirche kurz vorgestellt. Damit sind zwar alle gegenwärtigen Stationskirchen erfasst, aber nicht alle Tage mit einer Statio, von denen es auch etliche außerhalb der Fastenzeit gibt.

    Bei der Vorstellung der Stationskirchen orientierten wir uns im wesentlichen an „Die Stationskirchen des Missale Romanum“ von Johann Peter Kirch, Freiburg 1926. Zu Ergänzungen haben wir Hartmann Grisar „Das Missale im Licht römischer Stadtgeschichte“, Freiburg 1925, und Anton de Waals „Roma Sacra - Die ewige Stadt“ von 1905 in der Überarbeitung Johann Peter Kirchs von 1925 (Regensburg 1933) herangezogen. Daneben haben wir auch auf Informationen aus Internetquellen zurückgegriffen. Die Illustrationen stammen, soweit nicht anders angegeben, von eigenen Aufnahmen.

    Wie der gegenwertige Nachfolger de Waals und Kirchs als Direktor des römischen Instituts der Görres-Gesellschaft, Prof. Msgr. Stefan Heid, uns mitteilte ist diese älter Literatur insbesondere in Sachen der Datierungen vielfach überholt. Nach seinen Untersuchungen geht die Institution der Stationes nicht wesentlich vor die Zeit Gregors d. Großen zurück. Was natürlich nicht bedeutet, daß die Stationskirchen bzw. deren Vorgängerbauten nicht wesentlich älter sein können.

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