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Wofür der Zölibat steht

Bild: ISPN BerlinDas war zu erwarten: Noch bevor die „Amazonassynode“ zusammengetreten ist, um eine Lockerung der Zölibatspflicht für die Priesterkandidaten der südamerikanischen Urwaldregion zu beschließen, meldet sich Franz-Josef Bode, Bischof von Osnabrück und stellvertretender Vorsitzender der NeuKatholischen Bischofskonferenz zu Wort: „Das wollen wir dann aber auch haben“.

Wird die Institution des „Pflichtzölibats“ - wie die erklärten Gegner aller „Pflichten“ von Menschen gegenüber Gott und Gesellschaft das gerne nennen, fallen? Und was wird, muß das bedeuten?

Bei der Betrachtung der Sache sind zwei deutlich unterscheidbare Aspekte zu unterscheiden: Der sakramentale und der rechtliche/ oder kirchenpolitische. Das Sakrament der Priesterweihe kann grundsätzlich seit alters her auch verheirateten Männern gültig erteilt werden. Das ist in den Kirchen des Ostens die Regel und in der Katholischen Kirche eine Ausnahme, die nach Jahrhunderten der Vergessenheit und der damit einhergehenden Unordnung 1950 durch Papst Pius XII in eine regulierte Form überführt wurde. Dabei handelt es sich um die sogenannte „Zölibatsdispens“, die auf Anfrage eines Bischofs vom Papst in Einzelfällen gewährt werden kann. Nach der aktuellen Praxis wird diese Dispens fast ausschließlich verheirateten Männern gewährt, die bereits als ordinierte Geistliche einer protestantischen Denomination tätig sind. Besondere Bedeutung gewann dieses Verfahren im Rahmen der Errichtung der Ordinariate für ehemalige Anglikaner. In diesem Zusammenhang wurden um die 200 verheiratete anglikanische bzw. episkopale Geistliche zu Priestern geweiht. Sie sind vollgültige Priester, können aber als verheiratete Männer nach dem übereinstimmenden Verständnis der Kirche im Osten wie im Westen nicht zu Bischöfen geweiht werden.

Eine Veränderung der Dispenspraxis würde zunächst also keine Veränderung der Lehre der Kirche zum Weihesakrament – oder auch zu dem der Ehe – bedeuten. Das heißt aber nicht, daß eine solche Veränderung, sollte sie, wie Bode das will, größere praktische Bedeutung erlangen, keine spirituellen und letztlich auch theologischen Änderungen mit sich bringen würde. Sie wäre das äußere Zeichen für die in den vergangenen Jahrzehnten erfolgte Aufgabe der Forderung nach „Ganzhingabe“ des Priesters als menschliche Voraussetzung dafür, „in Persona Christi“ an den Altar zu treten und in Christi „Ganzhingabe“ beim Erlösungsopfer auf Golgotha einzutreten und es zu vergegenwärtigen.

Die Abschaffung des „Pflichtzelibats“ wäre unter den aktuellen Umständen der Westkirche ein weiterer und vielleicht der entscheidende Schritt zur Desakralisierung des Priestertums, wie sie von der modernen Theologie seit Jahrzehnten betrieben wird.

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Aus dem Martyrologium zum 18.4.

Bild: Toni Castillo Quero/WikimediaDie Heiligenliste des Martyrologium Romanum für den 18. März liest sich – wieder einmal – wie ein Kommentar zur aktuellen Wirrnis in der Kirche. An erster Stelle stehen die Gründer des Servitenordens, die im 13. Jahrhundert eine Eremitage auf dem Monte Senario bei Florenz errichteten und ihr Leben der frommen Betrachtung des Lebens Mariae widmeten. Später wurde der daraus entstandene Mönchsorden auch in der Heidenmission aktiv. Heute ist er aus Deutschland ganz verschwunden, es gibt noch einige Niederlassungen in Österreich, die sich unter anderem einen Namen in der Umwelterziehung gemacht haben.

An zweiter Stelle folgen eine Reihe von Märtyrern der Verfolgungen in der römischen Kaiserzeit, wie sie an buchstäblich jedem Tag genannt werden. Das spannungsvolle Verhältnis zur weltlichen Gewalt und ihrer Ideologie, das oft zu blutigen Verfolgungen führte, gehört seit jeher „zur DNA“ des Christentum, wie man heute sagen könnte.

Alsdann der im 9. Jahrhundert lebende hispanische Priester Perfectus, der auch nach der Errichtung des islamischen Emirats in Cordoba fest zu seinem Glauben stand und daher von den überaus toleranten und friedliebenden Invasoren um 850 öffentlich geköpft wurde.

Und schließlich der im überaus unruhigen 12. Jahrhundert als Erzbischof von Mailand amtierende Galdino della Sala, der als Kardinal treu zum exilierten Papst Alexander III. stand und schließlich, wie das Martyrologium schreibt: „vom ständigen Einschreiten gegen die Irrlehrer erschöpft“ gestorben ist.

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Die Kathedrale von Cordoba wurde im 16. Jahrhundert nach der Rückgewinnung Spaniens im Zentrum der von den Emiren von Cordoba - nach Abriß einer dort bereits seit Jahrhunderten stehenden Kirche - errichteten „Freitagsmoschee“ erbaut. In den letzten Jahren verlangen neu nach Spanien endringende Moslems lautstark die „Rückgabe“ oder zumindest „Neutralisierung“ des Bauwerks. Sie finden dabei immer öfter die Unterstützung kirchenfeindlicher Kräfte in Spanien und internationaler „Kulturorganisationen“. Diese Position wird auch in Deutschland von Kirchenfeinden propagiert.

Vidi Aquam

Bild: eigene AufnahmeNoch an vier Sonntagen wird zum Asperges vor dem sonntäglichen Hochamt die Antiphon Vidi aquam gesungen. Zumindest in den Gemeinden, die das sonntägliche Taufgedächtnis beibehalten haben und sich auch von der etwas schwierigen Melodie dieser Antiphon nicht abschrecken lassen.

„Vidi aquam egredientem de templo, a latere dextro, alleluja:
et omnes ad quos pervenit aqua ista, salvi facti sunt,
et dicent: alleluja, alleluja.“
„Ich sah Wasser fließen aus der rechten Seite des Tempels, Halleluja,
und alle, zu denen es kam, wurden heil,
und sie werden sagen: Halleluja, Halleluja.“

Die heilende und rettende Wirkung des Wassers, jeden Wassers, gehört im alten Orient und seinen weiten Wüstenregionen zu den ältesten Bildern für Leben und Erlösung. Es wird auch im Alten Testament und da besonders in den Psalmen immer wieder verwandt. Unmittelbar bezieht sich die Antiphon der römischen Liturgie auf die Tempelvision des Propheten Ezechiel im Kapitel 47, in der es zunächst heißt: (Der Engel)

...führte mich hinaus durch das Tor gegen Mitternacht und brachte mich auf den äußeren Weg zum äußeren Tor gegen Morgen; und siehe das Wasser quoll reichlich hervor zur rechten Seite“. (Vers 2) und später heißt es dann „Alles, was lebt und kriecht, bleibt bei Leben, wo immer der Strom hinkommt, und sehr viele Fische wird‘s geben, wenn dies Wasser dahin gekommen; alles, wohin der Strom kommt, wird heil und lebt.(...)Am Ufer des Stromes werden auf beiden Seiten allerlei fruchtbare Bäume wachsen; kein Blatt wird davon abfallen, und nimmer wird es ihnen an Früchten mangeln; alle Monate werden sie neue Früchte bringen, denn ihr Wasser fließt aus dem Heiligtum, ihre Frucht wird zur Speise dienen und ihre Blätter zur Arznei.“ (Vers 9,12)

Vom heilspenden Wasser ist auch im Neuen Testament immer wieder die Rede, insbesondere im Johannesevangelium, wo sich Jesus gegenüber der samaritanischen Frau selbst als die Quelle des lebendigen Wassers zu erkennen gibt:

Wenn du die Gabe Gottes erkenntest und wer der ist, der zu dir spricht: Gib mir zu trinken; so würdest Du ihn etwa gebeten haben, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben. (…) Jeder, der von dem Wasser (dieses Brunnens) trinkt, dürstet wieder. Wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm geben werde, den wird nicht mehr dürsten in Ewigkeit.“ (Johannes 4; 10,13)

Das Bild Ezechiels wird besonders eindrucksvoll aufgegriffen im neutestamentlichen Buch der Offenbarung, wo der Engel dem Seher das Himmlische Jerusalem zeigt, in dem es keinen Tempel gibt, weil die ganze Stadt der Tempel ist, in dessen Mitte der Thron des Lammes steht:

Und er zeigte mir einen Strom lebendigen Wassers, glänzend wie Kristall, der vom Throne Gottes und des Lammes hervorkam. In der Mitte ihres Platzes und von beiden Seiten des Stromes war der Baum des Lebens, der zwölf Früchte trägt, jeden Monat seine Frucht, und die Blätter des Baumes dienen zur Gesundheit der Völker. Und nichts verfluchtes wird mehr sein, sondern der Thron Gottes und des Lammes wird in ihr sein, und seine Knechte werden ihm dienen. (22, 1-3).

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Für die Zitate aus der Heiligen Schrift haben wir auf die Allioli-Übersetzung des 19. Jahrhunders zurückgegriffen, nachdem uns die Einheitsübersetzung des Jahres 2016 für Ezechiel 47 folgendes zumuten wollte:

Dann führte er mich durch das Nordtor hinaus und ließ mich außen herum zum äußeren Osttor gehen. Und siehe, das Wasser rieselte an der Südseite hervor.“

„Rieseln“ und „Südseite“ sind Verfälschungen des von der Vulgata (auch noch der Neo-Vulgata!) in Übereinstimmung mit der Septuaginta gebrachten Wortlautes, der eindeutig von „hervorströmen“ und „rechte Seite“ spricht. Das war die Prophezeiung: Der Strom der Gnade fließt aus der durchbohrten Rechten des Erlösers. Mag sein, daß die 500-800 Jahre nach der griechisch-jüdischen Septuaginta vielfach in Abgrenzung vom Christentum redigierte masoretisch-hebräische Fassung des AT die Wiedergabe „rieseln“ und „Südseite“ nahelegt. Diese Version in einer katholischen Bibelübersetzung aufzugreifen, kann nur als Ausdruck des Willens zur Verfälschung der biblischen Grundlagen des christlichen Glaubens verstanden werden.

Form und Inhalt

Bild: Website Goldschmiede BalesDie zunehmende Polarisierung unter den Katholiken führt zumindest in den USA dazu, den oft als „Debatte um Äußerlichkeiten“ mißverstandenen liturgischen Fragen wieder größere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Auf Lifesite, wo man sich in dieser Hinsicht zugunsten der angestrebten „breiten Bündnisse“ in den vergangenen Jahren eher zurückgehalten hat, konnte dieser Tage Peter Kwasniewski die Bedeutung, die einer würdigen Feier der Liturgie gerade unter den gegenwärtigen Belastungen zukommt, eingehender begründen.

Er beginnt bei dem grundlegenden Mißverständlich „das sind doch nur Äußerlichkeiten“ und setzt der in angelsächsischen Ländern verbreiteten Redensart: „Man kann ein Buch doch nicht seinem Einband beurteilen“ die Erinnerung an die Evangeliare und Bibeln des Mittelalters entgegen: Unsere Vorfahren gaben enorme Beträge aus, um die Heilige Schrift in Gold, Silber und Edelsteine einzubinden, so daß unmittelbar einsichtig wurde, daß solch ein Buch das Wort Gottes selbst enthielt und höchste Ehrerbietung verdiente“. Dann fährt er fort:

Die heilige Liturgie enthält ebenfalls das Wort Gottes selbst, ja, erstaunlicherweise ist Gott selbst, das Fleisch gewordene Wort, in der heiligen Messe präsent. Es ist mit diesem inneren Gehalt absolut unvereinbar, dem eine äußere Form zu geben, die nicht prächtig, majestätisch, überaus schön, feierlich und ehrfürchtig ist. Wir sollten fähig sein, dieses „Buch“ nach seinem glanzvollen Inhalt zu bewerten. Also die hl. Messe nach ihrem Erscheinungsbild und ihrer Musik, ihren Texten und Zeremonien. Wir sollten fähig sein, im äußeren Ablauf den Wesenskern wahrzunehmen.“ (…)

Die Liturgie dient nicht Gott oder Christus in dem Sinne, als ob sie ihnen etwas hinzufügen könnte – sie sind bereits so gut, heilig und glorreich wie nur irgend möglich. Letztlich dient sie uns, die ihm das Lobopfer darbringen, indem sie unsere Seelen auf ihn als das letzte Ziel hin ausrichten und unsere Herzen mit dem Feuer seiner Liebe erfüllen. Und das gelingt am besten mit einer Liturgie in eindrucksvoller Form und Gestaltung, Gesten und Gewändern, Chorälen und Riten – also mit einer Liturgie, die von Anfang bis zum Ende von Zeichen der Nähe und der Andersartigkeit Gottes durchdrungen ist. Eine wirklich sakrale Liturgie widersetzt sich der Einbindung in weltliche Zielsetzungen und ruft bei denen, die sie wahrnehmen, Ehrerbietung, Staunen und Gebet hervor.“

Kwasniewski widersteht in diesem Beitrag für eine sehr breite und weit über den katholischen Bereich hinausgehende Leserschaft der Versuchung, die überlieferte Liturgie als die einzige Form des Gottesdienstes darzustellen, die diese Ziele fördern kann. Aber er verweist auf die besondere Fähigkeit dieser Liturgie, Herz und Verstand der Menschen zu Gott zu erheben, und darauf, daß diese Einsicht sich in den Vereinigten Staaten an immer mehr Orten durchsetzt. Das ist vermutlich fruchtbarer als der vergebliche Versuch, der in der allgemeinen Tendenz ansteigenden Flut der Mißbräuche und Entstellungen durch Detailkritik entgegenzutreten.

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Bei der Suche nach einer Illustration für diesen Beitrag stießen wir auf die oben gezeigte Abbildung eines Evangeliars aus Groß-Umstadt, dessen Einband der Goldschmied Karlheinz Bales vor einigen Jahren als „zweites Meisterstück“ aus Silber, Gold und Edelsteinen angefertigt hat. Vielleicht findet ein solches Meisterwerk auch wieder einmal den Weg in den liturgischen Gebrauch einer Bischofskirche oder Kathedrale.

Aufbruch aus der Hölle

Wo sich heute unser Blick an Ostern vor allem auf das leere Grab und den Auferstandenen in seiner Glorie richtet, stand den Gläubigen im Mittelalter mindestens ebenso deutlich ein anderes und vielleicht noch stärkeres Bild vor Augen. „Hinabgestiegen in die Hölle“ sprengt der Auferstandene die Pforten der Vorhölle, in der die Gerechten des Alten Bundes auf die ihnen verheißene Erlösung warteten. Zahllose Buchmalereien vor allem aus dem angelsächsischen Raum geben ein plastisches Bild davon, wie Christus den Rachen der Unterwelt aufreißt, um die Seelen der Gerechten als Siegesbeute mit sich in das Paradies zu führen. In den Kirchen des Ostens wird das Motiv auch in der Ausmalung von Kirchen verwandt, im Western eher selten.

Die Evangelien berichten – wenn überhaupt – nichts Eindeutiges von dieser Höllenfahrt. Hauptquelle sind bis in das zweite Jahrhundert zurückreichende Teile der apokryphen „Pilatusakten“, die bei aller späteren romanhaften Ausschmückung wertvolle Informationen zu den allerfrühesten Überlieferungen enthalten und als solche auch von den Kirchenvätern anerkannt und genutzt wurden. Das „descendit ad inferos“ des apostolischen Glaubensbekenntnisses, in modernen Übersetzungen durchaus vertretbar wiedergegeben mit „hinabgestiegen in das Reich des Todes", gehört deshalb unbestreitbar zu den frühesten Glaubensaussagen der Christenheit.

Die „Pilatusakten“ bzw. deren spätere (aus dem frühen 4. Jahrhundert stammende erweiterte) Version, das „Nikodemus-Evangelium“, bieten von dieser Höllenfahrt einen über 350 Zeilen langen hochdramatischen Bericht (hier in Griechisch mit deutscher Übersetzung im Netz) in dessen Zentrum der Dialog zwischen Satan, dem „Erben der Finsternis“, und seinem unterirdischen Statthalter Hades steht.

Das Erdbeben, das den Tod Jesu am Kreuz begleitet, ist auch in der Unterwelt vernommen worden. Hades zeigt sich erschüttert und fürchtet um den Bestand seiner (geliehenen) Macht. Satan macht ihm Mut:

Allesverschlingender und unersättlicher Hades, du bist in solche Angst geraten, da du von unserem gemeinsamen Feind hörtest? Ich hatte keine Angst vor ihm, sondern wirkte auf die Juden ein, und diese kreuzigten Ihn und gaben ihm zu trinken Galle mit Essig. Sei also bereit, nun, wenn er kommt, dich sicher seiner zu bemächtigen.“

Damit kann er aber den Hades, dem erst kurz zuvor auf unerhörte Weise ein gewisser Lazarus entrissen worden war - das dünkt ihm ein übles Vorzeichen - nicht recht überzeugen. So streiten und beratschlagen sie lange hin und her. Doch dann ertönt von draußen der Ruf:

Öffnet, ihr Herrscher, eure Tore, gehet auf ewige Pforten! Einziehen wird der König der Herrlichkeit.“(Ps 23,7)

Daraufhin läßt Hades die Pforten der Hölle für den Sturm befestigen. Aber die von ihm gefangen gehaltenen Vorväter halten ihm die Schrift vor, in der dazu seit David und Jesaia vorhergesagt ist:

Die Toten werden auferstehen, und die in den Gräbern werden auferweckt werden, freuen werden sich die unter der Erde (Ps 26,19). Tod, wo ist dein Stachel, Wo ist, Hades, dein Sieg?“

So fragt schließlich Hades: Wer ist dieser, der König der Herrlichkeit? Und der Einlass verlangende Engel des Herrn vor dem Tor erwidert:

Der Herr, gewaltig und mächtig, der Herr, mächtig im Krieg! (Ps 24).Und zugleich mit diesem Bescheid wurden die ehernen Tore zerschlagen und die eisernen Querbalken zerbrochen und die gefesselten Toten alle von ihren Banden gelöst und wir mit ihnen. Und es kam herein der König der Herrlichkeit wie ein Mensch, und alle dunklen Winkel des Hades wurden licht.“

Der Auferstandene läßt sich dann nicht in lange Dialoge verwickeln, sondern packt alsgleich den Satan am Hals und läßt ihn von seinen Engeln mit Eisenketten an Händen und Füßen fesseln. Darauf kommt es zu einer uns Heutigen eher unerwarteten, in der Antike aber unmittelbar einleuchtenden Wendung:

Dann übergab er ihn Hades und sprach: Nimm Ihn und halte Ihn fest bis zu meiner zweiten Ankunft! Und Hades nahm Satan in Empfang und sprach zu ihm: Beelzebul, Erbe des Feuers und der Pein, Feind der Heiligen, was zwang dich, den Kreuzestod des Königs der Herrlichkeit ins Werk zu setzen, so daß er hierhin kam und uns entmachtete? Wende dich um und schaue, daß kein Toter bei mir zurückgeblieben ist und daß du alles, was du durch das Holz der Erkenntnis gewonnen, durch das Holz des Kreuzes verloren hast!

Christus aber nimmt den Urvater Adam bei der Hand und führt ihn zusammen mit den anderen Vorvätern, Propheten, Märtyrern und Urmüttern aus der Hölle hinaus zum Paradies. Dabei singen die Erlösten Psalm 118: Gesegnet, der da kommt im Namen des Herrn, Alleluja. Ihm gebührt die Herrlichkeit von allen Heiligen.

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  • Stationskirchen

    Die römischen Stationskirchen

    Kupferstich von Giusepppe Lauro aus dem Jahr 1599

    In der Fastenzeit 2013 haben wir zu jedem Tag die entsprechende Stationskirche kurz vorgestellt. Damit sind zwar alle gegenwärtigen Stationskirchen erfasst, aber nicht alle Tage mit einer Statio, von denen es auch etliche außerhalb der Fastenzeit gibt.

    Bei der Vorstellung der Stationskirchen orientierten wir uns im wesentlichen an „Die Stationskirchen des Missale Romanum“ von Johann Peter Kirch, Freiburg 1926. Zu Ergänzungen haben wir Hartmann Grisar „Das Missale im Licht römischer Stadtgeschichte“, Freiburg 1925, und Anton de Waals „Roma Sacra - Die ewige Stadt“ von 1905 in der Überarbeitung Johann Peter Kirchs von 1925 (Regensburg 1933) herangezogen. Daneben haben wir auch auf Informationen aus Internetquellen zurückgegriffen. Die Illustrationen stammen, soweit nicht anders angegeben, von eigenen Aufnahmen.

    Wie der gegenwertige Nachfolger de Waals und Kirchs als Direktor des römischen Instituts der Görres-Gesellschaft, Prof. Msgr. Stefan Heid, uns mitteilte ist diese älter Literatur insbesondere in Sachen der Datierungen vielfach überholt. Nach seinen Untersuchungen geht die Institution der Stationes nicht wesentlich vor die Zeit Gregors d. Großen zurück. Was natürlich nicht bedeutet, daß die Stationskirchen bzw. deren Vorgängerbauten nicht wesentlich älter sein können.

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