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Die Madonna von Nagasaki

Phot des von Brandspuren gezeichneten Kopfes der MadonnaAls am 9. August 1945 die japanische Großsstadt Nagasaki mit damals etwa 200 000 Einwohnern von der zweiten amerikanischen Atombombe zerstört wurde, verbrannnte auch die unweit des „point zero“ im Stadtteil Murakami gelegene Kathedrale der Stadt. Nagasaki hatte seit dem 16. Jahrhundert eine starke christliche Gemeinde, die während der wütenden Christenverfolgungen des 16. und 17. Jahrhunderts zahlreiche Märtyrer hervorgebracht hat. Zum Zeitpunkt des Bombenabwurfs befanden sich mehrere Priester und einige Dutzend Gläubige in der Kirche, um sich mit der Beichte auf das bevorstehende Fest Mariä Himmelfahrt vorzubereiten. Von ihnen überlebte keiner die Explosion und den anschließenden Feuersturm, der die überwiegend aus Holzhäusern bestehende Stadt vernichtete. Die Pfarrei der Kathedrale hatte damals etwa 12 000 Gläubige, von denen an die 9000 an diesem Tag umkamen.

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Fünf Jahre „Summorum-Pontificum“

SymbolbildDer 5. Jahrestag der Veröffentlichung von Summorum-Pontificum am 7. Juli 2007 – in Kraft getreten ist das motu-proprio am 15. September – ist ein Tag dankbarer Freude, aber auch der Ernüchterung. Es wurde viel erreicht in diesen Jahren, auch in Deutschland. In den meisten Gebieten unseres Landes ist die hl. Messe im überlieferten Ritus weitaus besser erreichbar als vor dem Erlass des Papstes, wenn auch oft immer noch nicht als Sonntagsmesse. Wer die „alte Messe“ mitfeiern will, hat dazu vielfache Möglichkeiten, und insbesondere in Großstädten und Ballungsräumen bilden sich Gemeinden, deren ganzes sakramentale Leben von der überlieferten Liturgie und Lehre bestimmt wird.

Auf der anderen Seite ist die Ablehnung gegenüber der traditionellen Liturgie in den meisten Ordinariaten und in vielen Gemeinden kaum geringer geworden. Diese Ablehnung erstreckt sich auf die gesamte Absicht von Papst Benedikt, die Kirche mit ihrer vermeintlich „nach dem Konzil“ abgestoßenen Tradition wieder zu versöhnen.

Hier der ganze Artikel zu „Fünf Jahre Summorum-Pontificum“

Die Eiserne Faust des Säkularismus

Porträtphoto des BischofsMit dem jetzt bekanntgewordenen Urteil des Kölner Landgerichts, das die aus religiösen Gründen vorgenommene Beschneidung von Jungen im Kindesalter in zweiter Instanz zur strafbaren Körperverletzung erklärt, überschreitet nun auch in Deutschland die Staatsgewalt eine Grenze, die sie bisher aus Achtung der Religionsfreiheit gewahrt hatte. Die „Frankfurter Allgemeine“ erklärt gleich an drei Tagen hintereinander die grundsätzliche Dimension des Schrittes. Am 27. Juni heißt es im im politischen Kommentar: „Das Credo des Rechtsstaates: Der Staat gewährt die Religionsfreiheit“. Er „gewährt“ sie und kann sie demnach auch begrenzen oder entziehen. Am folgenden Tag legt der Kulturkommentar nach: „Was also spricht dagegen, dass die Religion nachgibt, wenn ein hohes Rechtsgut dadurch geschützt würde?“ Und am 29. Juni schließlich befindet das Blatt geradezu lehramtlich auf der ersten Seite: „Die Wertentscheidung des Staates hat Vorrang vor den Wertentscheidungen von Glaubensgemeinschaften und ist im Falle eines Wertekonfliktes keinerlei traszendentalen Überordnungen unterworfen“.

Das ist eindeutig: Der moderne Staat beansprucht danach nicht nur das letzte Wort in allen Wertentscheidungen, auch gegenüber der Religion, auf deren Grundlagen er historisch entstanden ist, sondern er verlangt für sich quasi die gläubige („Credo des Rechtsstaats“) Anerkennung seiner jeweiligen Rechtsgüter und setzt sich als Säkularreligion an die Stelle, die bisher „transzendentaler Überordnung“ vorbehalten war.

Bischof Philip Tartaglia von Paisley in Schottland hat sich in diesen Tagen in einem Artikel des Online-Magazins Public Discourse zu genau diesem Thema ausführlich geäußert. Nicht wegen Köln, sondern aufgrund der Entwicklung in Großbritannien, wo die Errichtung der modernen Säkularreligion und deren juristische Durchsetzung bereits weit fortgeschritten ist. Damit öffnet er den Blick weit über das sehr spezielle Feld der Beschneidung hinaus auf eine „Kulturrevolution“ (so der Bischof), die in einen „neuen Totalitarismus“ führt. Dabei berührt der Bischof auch das Problem, daß dieses moderne Staatsverständnis im Widerspruch zu dem Bild des Staates steht, das vom Zweiten Vatikanischen Konzil gezeichnet wurde. Wir haben seinen Artikel mit geringfügigen Kürzungen übersetzt. Außerdem danken wir - wozu wir bisher selten genug Gelegenheit hatten - Bischof Mussinghoff von Aachen, der im Namen der Bischofskonferenz sofort Widerspruch gegen diesen "schwerwiegenden Eingriff in die Religionsfreiheit" anmeldete.

Übersetzung des Artikels von Bischof Tartaglia

Warum Pfarrer Blake seine Ministranten verliert

Liturgie in Mary-Magdalen BrightonPfarrer Blake von Brighton, der in seiner Pfarrei eine Sonntagsmesse und mehrere Werktagsmessen im alten Ritus anbietet und auch sonst großen Wert auf würdige und feierliche Liturgie legt, hat ein Problem: Ihm laufen die Ministranten weg. Um ins Kloster oder ins Seminar einzutreten. Und gerade die, die sich besonders zur überlieferten Liturgie hingezogen fühlen und ihre Aufgabe besonders ernst nehmen und besonders erfolgreich erfüllen.  Am vergangenen Dienstag hat er diese betrübliche Entwicklung in seinem Blog beschrieben - wir übernehmen seine Schilderung samt dem von ihm zur Illustration ausgewählten Photo von Amelia Shepherd.

Es folgt ein Zitat  Ich bin etwas in Sorge um die liturgische Zukunft unserer Pfarrei: Wir verlieren unseren Zeremoniar. Er glaubt, Gott hat ihn zum geistlichen Stand berufen, ich glaube das auch, oder um genauer zu sein, ich glaube, er ist berufen, sich anzubieten, denn letztlich kommt die Berufung von der Kirche. Eine Berufung ist die objektive Berufung durch die Kirche und nicht die subjektive Meinung eines einzelnen. Ein anderer von unseren Messdienern, ein Universitätsstudent, ist schon auf den Kontinent gereist, um das gleiche zu tun, sein jüngerer Bruder auch – beten Sie für alle drei.

Hier zum ganzen Artikel

Bilder von der Fronleichnamsprozession beim Institut St. Philipp Neri

Der Propst mit dem Allerheiligsten und Leviten in der ProzessionAm vergangenen Sonntag fand beim Berliner Institut St. Philipp Neri die traditionelle Fronleichnamsprozession statt. Das Fest selbst wird dort ganz regulär am Donnerstag gefeiert. Allerdings ist Fronleichnam in Berlin kein gesetzlicher Feiertag - deshalb gibt es an diesem Tag zur üblichen Zeit der Abendmesse zwar eine besondere „Orgelmesse“, aber keine Prozession.

Die Prozession wird dann am folgenden Sonntag im Rahmen der „äußeren Feier“ des Fronleichnamsfestes nachgeholt. Das Grüngelände um die Kirche St. Afra bietet ausreichend Platz dafür. Wie auch schon in den Vorjahren hat das ISPN eine ganze Reihe Photos von der Prozession ins Netz gestellt - ein Besuch lohnt sich.

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  • Stationskirchen

    Die römischen Stationskirchen

    Kupferstich von Giusepppe Lauro aus dem Jahr 1599

    In der Fastenzeit 2013 haben wir zu jedem Tag die entsprechende Stationskirche kurz vorgestellt. Damit sind zwar alle gegenwärtigen Stationskirchen erfasst, aber nicht alle Tage mit einer Statio, von denen es auch etliche außerhalb der Fastenzeit gibt.

    Bei der Vorstellung der Stationskirchen orientierten wir uns im wesentlichen an „Die Stationskirchen des Missale Romanum“ von Johann Peter Kirch, Freiburg 1926. Zu Ergänzungen haben wir Hartmann Grisar „Das Missale im Licht römischer Stadtgeschichte“, Freiburg 1925, und Anton de Waals „Roma Sacra - Die ewige Stadt“ von 1905 in der Überarbeitung Johann Peter Kirchs von 1925 (Regensburg 1933) herangezogen. Daneben haben wir auch auf Informationen aus Internetquellen zurückgegriffen. Die Illustrationen stammen, soweit nicht anders angegeben, von eigenen Aufnahmen.

    Wie der gegenwertige Nachfolger de Waals und Kirchs als Direktor des römischen Instituts der Görres-Gesellschaft, Prof. Msgr. Stefan Heid, uns mitteilte ist diese älter Literatur insbesondere in Sachen der Datierungen vielfach überholt. Nach seinen Untersuchungen geht die Institution der Stationes nicht wesentlich vor die Zeit Gregors d. Großen zurück. Was natürlich nicht bedeutet, daß die Stationskirchen bzw. deren Vorgängerbauten nicht wesentlich älter sein können.

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