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Die Passion dauert an - III

Angriffe von außen hat die Kirche immer verhältnismäßig gut ertragen und sie wurde dadurch vielfach – insgesamt gesehen – auf Dauer sogar gestärkt: Das Blut der Märtyrer ist der Samen der Kirche. Angriffe von innen, die auf häretische Lehren, materiell oder politisch bedingte Verweltlichung oder einer Verbindung von beidem zurückgehen, haben oft noch verheerendere Auswirkungen. Gegenwärtig durchleidet die Kirche als Leib Christi eine Passion, die auf innere Angriffe auf allen Ebenen zurückgeht: Bei den Gläubigen allgemein, im Klerus, sogar im Lehramt. Gemeinsame Wurzel ist der auf allen Ebenen wirkende Glaubensverlust durch die andauernde Säkularisierung aller Lebensbereiche.

Bei den Gläubigen allgemein sind Glaubenswissen und Glaubensakzeptanz so weit geschwunden, daß man von einem faktischen Zusammenbruch sprechen kann. In der Folge ist die Teilnahme an Gottesdiensten und an den Sakramenten in weitem Umfang zurückgegangen – was nicht in jedem Fall bedeutet, daß die, die noch teilnehmen, über ein angemessenes Glaubenswissen verfügen. In der Theologie, die überwiegend nicht mehr von Priestern betrieben wird, die sich doch zumindest zu Beginn ihrer Tätigkeit einer Ganzhingabe an Christus verschrieben haben sollten, dominieren Laien, denen es vielfach allein um die Anerkennung oder zumindest Duldung durch den säkularen Wissenschaftsbetrieb, die Medien und die eigene Karriere geht.

Im weltlichen Körper der Kirche hat sich mit den „hauptberuflichen Laien“ ein historisch neuer Stand etabliert, der die „Berufe der Kirche“ immer öfter nicht als Berufung, sondern bestenfalls als „Sozialarbeit“, vielfach aber nur als Broterwerb und Karrieremöglichkeit unter anderen begreift. Vielerorts sind aufgeblähte Apparate entstanden, die rein säkularen Paradigmen folgen – bis hin zu einer durchgängig „linksgrünen“ ideologischen Ausrichtung. Die Apparate sind oft durch aggressives Mitbestimmungs- und Machtdenken gekennzeichnet, die es selbst den Oberhirten, die das wollen, immer schwerer macht, ihre Verantwortung in Lehre und Disziplin wahrzunehmen: Wer will denn schon ein Schaf sein? Dann sich lieber an der andauernden Kreuzigung des Herrn beteiligen.

Oratio Rhytmica III - ad manus

(Salve Jesu, pastor bone)

Sei gegrüßt Jesus, guter Hirte,
der Du im Todeskampf ermüdet
an dem Holze ausgestreckt
und an das Holz angeheftet bist
mit ausgebreiten heiligen Händen.
Ihr heiligen Hände,seid gegrüßt,
ganz gefüllt mit frischen Rosen,
die ihr an die harten Äste geheftet
und mit grausamem Eisen durchbohrt seid,
und an denen so viele Tropfen herunterlaufen.

Sieh, es fließt überall
von deiner Hand auf beiden Seiten
dein Blut in Strömen
das so rot ist wie die Rosen
es ist der Kaufpreis großen Heils.
Ihr Hände, von Nägeln durchbohrt
und von Blut rot gefärbt!
Mit ganzem Herzen und aus Liebe
trinke ich mit dürstendem Munde
des Blutes Rinnsaal.

O wie großzügig zeigst Du Dich
gegenüber Bösen wie Guten,
du ziehst an die Trägen und rufst die Guten
und nimmst sie in deine Arme
zur Wohltat bereit für alle.
Sieh, ich biete mich Dir dar
der Du verletzt und leidend bist,
du mögest dich immer der Unglücklichen erbarmen
und daher auch mir nicht verweigern,
der du doch für alle Liebenden einstehst.

Auf dieses Kreuz hin richte ich all mein
Sinnen – ziehe sie an Dich,
mein Können, Wollen und Wissen
lass deinem Kreuze zu Diensten sein
und mache mich bereit für deine Arme.
In dieser so großen Liebe
ziehe mich wahrhaft an,
und wegen deines erhabenen Kreuzes
ziehe mich zum Preis des Kreuzes
und mache ein Ende meinen Sünden.

Ihr heiligen Hände, Euch umfasse ich,
und im Klagen bin ich beglückt,
ich sage Dank diesen schlimmen Wunden,
den harten Nägeln, den heiligen Blutstropfen
unter Tränen und Küssen.
Ich in Deinem Blut Erlöster
vertraue mich Dir völlig an:
Diese Deine heiligen Hände
mögen mich, O Jesus Christus verteidigen
in der äußersten Not.

Eine Kommentierung der Oratio Rhytmica des Arnulph von Löwen und die lateinische  Fassung dieses Hymnus finden Sie auf hymnarium.de.

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