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Zum Hochfest Peter und Paul

Bild: Gemeinfrei, Wikimedia

Heute ist das Fest der hl. Apostel Petrus und Paulus – der Apostelfürsten, wie man früher zu sagen pflegte, und das zu Recht: Fürsten – das ist das gleiche Wort wie das englische ‚first“ - waren sie in der Tat. Sie sind die beiden Apostel, die der Kirche wie kein anderer der Zwölf die von Christus herrührende Gestalt weitervermittelt und eingeprägt haben. Deshalb wird ihr Fest auch heute noch als Hochfest begangen – als eines von fünf, die nicht dem Herrn selbst oder der hochheiligen Gottesmutter gewidmet sind.

Die Wahl des heutigen Datums geht auf die Übertragung ihrer Reliquien in die Katakomben an der Via Appia zurück, die der Überlieferung nach während der valerianischen Verfolgung des 3. Jahrhunderts erfolgte. An der Historizität dieser Überlieferung gibt es begründete Zweifel. Die Feier des Festes selbst am 29. Juni wird jedoch bereits sehr früh, nämlich für das Jahr 354, im stadtrömischen Kalendarium erstmals vezeichnet.

Adam von St. Viktor beschreibt ihr vereintes Wirken in seiner Sequenz zum Festtag so:

Eng vereint sind sie im Preise,
Jeder doch in Sonderweise
Noch im eignen Rang geehrt:
Petrus ragt als höchster Leiter,
Paulus als der Mächtge Streiter,
Der die ganze Kirche lehrt.
 
Einer hat die Leitung inne,
Daß der Einheit sich besinne
Allenthalben Glaubens Kraft;
Einer ist der Vielen Hülle,
Wie des Samens Körnerfülle
Unter eine Schale schafft.

Einig in edelm Bund,
Künden sie Rom das Heil;
(…)
Petrus, wahren Lichts bekräftet,
Wird verkehrt ans Kreuz geheftet,
Paulus stirbt vom scharfen Eisen,
Doch verschiedne Tode weisen
Gleichen Lohns Glückseligkeit.
Edle Väter, ruhmerlesen,
Herrschend mit dem höchsten Wesen,
Laßt die Ketten unsers Bösen
Sich durch euer Urteil lösen,
Dem der Himmel Kraft verleiht.

Den vollständigen Text der Sequenz im lateinische Original und mit der Übersetzung von Franz Wellner finden Sie im Hymnarium.

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