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Das Opfer des Lebens

Eigene AufnahmeBei der letzten Feier von Einkleidung und Tonsur im Berliner Institut St. Philipp Neri hatte Propst Dr. Goesche alle Mühe, ein paar von den kurzen Haaren auf dem Kopf des Neuen zu erwischen. Das Ergebnis blieb denn auch eher bescheiden.

Das kann man von den Photos von den Neuaufnahmen bei den Benediktinerinnen Mariens, die am 10. September zusammen mit der Weihe von Kirche und Äbtissin im amerikanischen Gover stattfanden, nun wirklich nicht sagen. Der Photograph konnte  Bilder von geradezu archaischer Wucht aufnehmen, als der damit beauftragte Abt die vier neu eingekleideten jungen Frauen von der Pracht und der Last ihrer Haare befreite. Dem Bischof, der zuvor die Kirche geweiht und die Äbtissin eingesegnet hatte, kam bei dieser Zeremonie nur eine Nebenrolle zu.

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https://tracydunne.smugmug.com/Benedictines-of-Mary/Investitures/i-xbgM23S/A

Schon vor dem Gang im weißen Hochzeitskleid zum Abtsstuhl hätten die Novizinnen Tränen in den Augen gehabt, berichtete ein Beobachter. Nachher, vermuten wir mit Blick auf die gewaltige Schere und den abgetrennten Schopf, bestimmt. Natürlich war die Symbolik in Berlin und Gover, Missouri, die gleiche.  Aber wo es hier zumindest im Photo eher beim Symbol blieb, herrschte beim anderen handgreifliche und man möchte fast sagen brutale Realität: Da wird ein Opfer gebracht, das bestimmt ist, das Opfer des Lebens zu sein. Und nein, keine von den Vieren sah nachher unglücklich aus - ganz im Gegenteil.

Unser katholischer Glaube in seiner Einheit von Symbol und Realität, Natur und Übernatur und dem Geheimnis der Inkarnation hat viel mit Bildern zu tun, ist ohne Bilder nicht denk- und nicht lebbar. Er muß überall da verkümmern, wo geist-, herz- und letztlich wohl auch gottlose Bilderstürmer das Regiment an sich reißen, im calvinistischen Genf ebenso wie im nachkonziliaren Deutschland.

Den Benediktinerinnen von Gover ist das offenbar überaus bewußt, wenn sie die Zeremonien ihrer beiden großen Tage in stundenlangen Videos zur Veröffentlichung  festhalten ließen und darüberhinaus einen oder mehrere Photographen beauftragten, entscheidende Momente und Eindrücke aus geradezu indiskreter Nähe festzuhalten.

Auf Youtube gibt es das siebenstündige Video von der Weihe der Kirche und der Einsegnung der Äbtissin Cecilia sowie den Professen - die nur knapp vier Stunden gedauert haben.

Photos von Tracy Dunne in hoher technischer und photographischer Qualität sind in zwölf thematischen Alben auf SmugMug eingestellt. Und selbstverständlich trägt die Äbtissin als Zeichen ihres Amtes und der Fürsorge für ihre Schwestern und Töchter auch den Hirtinnenstab.

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