Bereichsnavigation Themen:

Joseph der Arbeiter

Bild: Andachtsbild vom Anfang des 20. JahrhundertsNeben dem traditionellen Fest am Josephstag (19. März) wurde seit dem 19. Jahrhundert am 2. oder 3. Mittwoch nach Ostern auch ein Fest des Hl. Joseph als Beschützer der hl. Familie und der Kirche begangen. Dementsprechend waren auch die Texte gestaltet - das Tagesgebet lautete z.B.:

Gott, Du wolltest in Deiner unaussprechlichen Vorsehung den hl. Joseph zum Bräutigam Deiner heiligsten Mutter erwählen. Wir bitten Dich: Laß uns an Ihm, den wir auf Erden als Beschützer verehren, einen Fürsprecher im Himmel finden.

Mit Blick auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen wurde dieses Fest unter Pius XII. 1955 als „Fest des. hl. Josephs des Arbeiters“ umdefiniert und demonstrativ auf den „Kampftag der Arbeiterklasse“ am 1. Mai verlegt. Die noch ganz im klassischen römischen Geist und Duktus verfaßte Oration klingt heute im Zeichen der umfassenden und alltäglichen „Selbst- und Neuerfindung des Menschen“ vielleicht noch aktueller als vor 70 Jahren:

O Gott, Du Schöpfer aller Dinge, der Du für das Menschengeschlecht das Gesetz der Arbeit aufgestellt hast, gib uns die Gnade, daß wir nach dem Beispiel des hl. Joseph und unter seinem väterlichen Schutz jene Werke ausführen, die Du uns aufträgst, und gewähre uns den verheißenen Lohn.

Diese Oration wurde auch im Missale von 1970 beibehalten, hat jedoch in dessen deutscher Ausgabe eine „weicher“ formulierte Paraphrase erhalten:

Gott, du Schöpfer der Welt, du hast den Menschen zum Schaffen und Wirken bestimmt. Auf die Fürsprache unseres Schutzpatrons, des heiligen Josef, der mit seiner Hände Arbeit die Heilige Familie ernährte, gib uns Kraft und Ausdauer, damit wir deinen Auftrag auf Erden erfüllen und so den verheißenen Lohn empfangen.

Zusätzliche Informationen