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Der dreifache Canisii

Der Katechismus des hl. Petrus Canisius, erstmals erschienen 1550 und in den folgenden Jahren über 200 mal nachgedruckt, begegnet uns in dreierlei Gestalt: Die große Ausgabe inter dem Titel Summa doctrinae christianae hat über 2000 engbedruckte Seiten und faßt, wie es der Titel verspricht, den ganzen Stand der katholischen Lehre zusammen. Die Sammlung war vor allem für den Gebrauch der Hirten und Lehrer, der Bischöfe und Theologen bestimmt, die heute noch mit großem Gewinn darauf zurückgreifen könnten - wenn sie es denn wollten. Eine gekürzte Ausgabe, ebenfalls wie die große Jahrhunderte lang nur auf Latein verfügbar, richtete sich vor allem an den mittleren und unteren Klerus, auch an die Schullehrer.

Und dann gab es den „kleinen Canisii“, oben abgebildet in einer Ausgabe aus der Mitte des 18. Jh. Rückenhöhe des Bändchens 12 cm., 54 in großer Schrift gedruckte Seiten. Der eigentliche Katechismus, d. h. die Darlegung der wichtigsten Glaubenssaussagen, nahm davon gerade einmal 20 Seiten ein - der Rest entfiel auf das im Titel angesprochene Fragbüchlein und einen Anhang mit Gebeten für Sonn- und Alltag.

Diese Volksausgabe wurde um wenige Pfennige auf Messen und Jahrmärkten angeboten und fand ihre Käufer sogar in Haushalten, in denen - wenn überhaupt - nur ein Mitglied des Lesens und Schreibens kundig war. Sie bildete auch - zumal in den frühen Zeiten, als die Lateinkenntnisse im Klerus fast so gering waren wie heute - die Grundlage, aus der die Landpfarrer den Grundstoff und Richtschnur ihrer Predigten bezogen: Damit konnten sie nicht fehlgehen.

Es ist diese Volksausgabe, deren „Fragbüchlein“ später mit dem allgemeinen Katechismus verschmolz, in der uns zum ersten Mal die Antwort aller Antworten begegnet, von der aus letztlich alle Fragen zu lösen sind:

Wer hat dich auf diese Welt geschickt?

Gott, mein himmlischer Vater.

Was sagst Du, ist Gott dein Vater?

Ja, er will mein Vater sein, und ich soll sein fromm, gehorsames Kind sein.

Wer ist denn deine Mutter?

Die Katholisch-Apostolisch Römisch alleinseligmachende Kirche.

Diese Wissenschaft war schon zu Zeiten des hl. Petrus Canisius mehr als zwei Jahrtausende alt - Jesu Vater unser reicht weit ins Alte Testament zurück - und sie kann auch zu Beginn des dritten Jahrtausends nichts von Ihrer Wahrheit verlieren. Wie oft und von wem auch immer sie bezweifelt werde.

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