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Neue Präfationen für die alte Messe?

Priester bei der PräfationPapst Benedikt hat in seinem Begleitbrief an die Bischöfe zu „Summorum Pontificum" von einer wünschenswerten „gegenseitigen Bereicherung" der beiden Formen des römischen Ritus gesprochen und als Beispiele dafür die mögliche Aufnahme „neuer" Heiliger und „neuer" Präfationen aus dem Missale von 1970 genannt. Das Thema wurde hier bereits öfter behandelt, zum letzten Mal am 15. März dieses Jahres. Neue Aktualität erhält die Frage nach dieser möglichen Übernahme durch das Positionspapier der Internationalen Föderation Una Vace zur Frage der Präfationen, das Anfang des Monats veröffentlicht worden ist. Wir haben das Papier nach Stärken und Schwächen untersucht und kommen zu dem Schluss:

Wahrscheinlich braucht es ein Moratorium von einigen Jahrzehnten, bis folgende Generationen darangehen können, eine Weiterentwicklung des in den Büchern von 1962 fixierten Zustandes ins Auge zu fassen. Und dabei werden sie den Blick nicht nur auf das (wenige) richten, was in den Jahren seit 1960 gewonnen wurde, sondern auch auf das viele, was bereits vor 1960 verloren gegangen ist.

Zur Frage „neuer“ Präfationen im alten Ritus

Firmung im überlieferten Ritus

PorträtphotoNach wie vor ist es für die Gemeinden der überlieferten Liturgie in Deutschland gar nicht so einfach, einen Bischof zu finden, der es auf sich nimmt, bei ihnen zu firmen. Der eine oder andere emeritierte Weihbischof findet sich dann dazu bereit, die „regierenden“ Bischöfe scheuen bisher davor zurück. Anscheinend gibt es „Klassenkeile“ in der Bischofskonferenz, wenn man in den Verdacht gerät, sich zu empfänglich gegenüber den Wünschen des Papstes zu zeigen.

In anderen Ländern kennt man diese Probleme so nicht, auch in Italien, wo man sich von wenigen Ausnahmen abgesehen ähnlich wie in Deutschland gegen Summorum Pontificum gesperrt hat, scheint neuerdings die Verweigerungsfront aufzubrechen. Am morgigen Samstag wird der Bischof von Verona, Giuseppe Zenti, in der Pfarrkirche S. Fermo Minore di Brà, das Sakrament der Firmung im überlieferten Ritus spenden und anschließend ein Pontifikalamt nach den Büchern des außerordentlichen Ritus zelebrieren. Genaueres zu Zeit und Ort auf Messainlatino.

Levitenamt zu Pfingsten in St. Afra

Blick in den AltarraumDie liturgische Entwicklung der letzten Jahrhunderte hat dazu geführt, daß die stille Messe, bestenfalls das gesungene Amt, als die Grundform der Liturgie des lateinischen Ritus wahrgenommen wird. Das ist so jedoch nicht richtig: Die Grundform, oder wie man heute besser sagen müßte, die Vollform, ist das Pontifikalamt und in Abwesenheit eines Bischofs, das levitierte Hochamt.

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Der alte Ritus der Palmweihe – eine „Missa sicca“

Christus zieht auf einem Esel reitend in Jerusalem ein

Einzug in Jerusalem von Giotto di Bondone

Die Liturgien der „Heiligen Woche“ gehören nach Form und Gebetstexten zu den ältesten Elementen des römischen Ritus. Sie reichen in einigen Teilen bis in das 4. und 5. Jahrhundert zurück, als das Christentum sich im ganzen römischen Reich erstmals in der Öffentlichkeit zeigen konnte. Einmal entstanden, haben spätere Jahrhunderte diese frühen Liturgien aus Ehrfurcht vor den Gewohnheiten der Vorfahren nur zurückhaltend der allgemeinen Liturgieentwicklung angepasst. Erst dem 20. Jahrhundert blieb es vorbehalten, die gewachsene liturgische Tradition mit uralten Wurzeln durch vielfach erfundene Archaismen zu verdrängen.

Aus den insgesamt noch weitaus umfangreicheren Ausführungen des sel. Ildefons Schuster zur Palmsonntagsliturgie in seinem Liber Sacramentarum übernehmen wir die wesentlichen Abschnitte zur Palmenweihe(Bd. III, S. 185 f. ).

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Priesterweihe im alten Ritus in Toulon

Am 23. Oktober hat Bischof Dominique Rey von Frejus-Toulon dem im Frühjahr ebenfalls nach dem alten Ritus zum Diakon geweihten Hw. Herrn Jean Christophe Pelegri die Priesterweihe nach dem Ritus der Bücher von 1962 gespendet. Die Unterstützung die Bischof Rey dem alten Ritus angedeihen läßt, ist keine Neuigkeit. Sein betont papst- und glaubenstreues Bistum konnte in diesem Jahr insgesamt 15 neue Priester weihen.

Interessant ist, daß diese letzte Weihe zeitlich nach der Veröffentlichung der Instruktion Universæ Ecclesiæ stattfindet. Paragraph 31 dieser Instruktion bestimmt nämlich, daß das Recht zur Weihe von Priestern nach dem alten Ritus auf die Institute und Gemeinschaften unter dem Dach von Ecclesia Dei beschränkt ist. Offenbar ist damit also nicht ausgeschlossen, daß auch Diözesanbischöfe Angehörigen ihres Klerus die Weihe nach der überlieferten Liturgie erteilen - möglicherweise nach vorhergehender Einholung einer Genehmigung bei Ecclesia Dei.

Bilder und weitere Informationen zum Thema bei Riposte Catholique.

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