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„Endlich zuhause“

Bild von der genannten Website

Am 13 Mai habe ich alter Mann es über die Schwelle geschaft, über die Schwelle, wenn ich das so sagen kann, in die neue und schöne Welt des römischen Missales von 1962. Sicher könnte man fragen, warum ich so lange gebraucht habe, da man mich doch als einen entschiedenen Vertreter einer Wiederherstellung als der einzigen Möglichkeit kennt, das Problem der organischen Entwicklung in der Liturgie ernsthaft anzugehen. Nun – so ist es nun mal – aber jetzt habe ich den Schritt über die Schwelle geschafft.

Ich möchte allen danken, die mir mit freundlichen und respektvollen Schubsen über diese Schwelle geholfen haben.

Wenn der Gottesdienst für uns Quelle und Höhepunkt sein soll, dann muß er so sein, dann muß er aus einem Leben hervorgehen, das, wie das Konzil es sagen würde, zum Heiligen Messopfer hinführt und aus ihm hervorgeht.

Mit diesen Worten  - die Überschrift eingeschlossen - teilte der päpstliche Nuntius in der Schweiz, Erzbischof Thomas Gullickson, am letzten Sonntag auf seinem Blog „Admontemmyrrhae“ mit, daß er am Tag zuvor erstmals eine Messe nach dem Ritus der überlieferten Liturgie gefeiert hatte. Nicht als stille Messe, sondern als Pontifikalamt – und das macht es für einen Bischof eher leichter: Ist er doch umgeben von rituserfahrenen Diakonen und einem Zeremoniar, die ihm im Notfall wirklich einen kleinen Schubs geben, damit er in der heiligen Choreographie den ihm zufallenden Part rite erfüllen kann.

Für Funktionäre und Parteigänger der postkatholischen Schweizer Staatskirche ist das ein zweiter schwerer Schlag, nachdem der Vatikan zuvor den ebenfalls der Tradition zugeneigten Churer Bischof Huonder auf zwei weitere Jahre im Amt bestätigt hatte. Nun dauert es also noch einmal, bis sie das schon als Beute betrachtete Fell des Bären verteilen können, und wer weiß, was bis dahin noch alles passieren kann.

Nicht, daß solche punktuellen Erscheinungen etwas Entscheidendes am desolaten Zustand der Kirche in der Schweiz oder in ganz Mitteleuropa ändern würden. Jede Pressemeldung der Bischofskonferenzen in der Schweiz oder Deutschlands zeigt, daß der säkularistische mainstream auf seinem Weg ins Nirgendwo nicht aufzuhalten ist. Worauf es ankommt sind die Inseln, die hier und da stehen bleiben. Ihre Fundamente werden durch Schritte wie die von Erzbischof Gullickson oder die gesamte Amtsführung von Bischof Huonder gekräftigt.

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