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Gefahr für Summorum Pontificum?

Bild: Aus dem genannten Artikel auf Rorate CaeliAuf Anordnung von Papst Franziskus hat sich die Glaubenskongregation an die Bischöfe der Weltkirche gewandt, um Infoirmationen über den Stand der Anwendung des Dokuments in den Diözesen einzuholen. Die Anfrage wurde am 7. März versandt, als Schlußtermin für die Einreichung von Antworten ist der 31. Juli genannt. Der Fragenkatalog, der Rorate Caeli im Wortlauf vorliegt, umfaßt 9 Fragen:

  1. Wie ist die Situat ihrer Diözese hinsichtlich der außerordentlichen Form des römischen Ritus?
  2. Im Fall, daß die außerordentliche Form dort zelebriert wird, geht das auf ein echtes pastorales Bedürfnis zurück oder auf die Initiative eines einzelnen Priesters?
  3. Gibt es Ihrer Meinung nach positive oder negative Aspekte der Verwendung der außerordentlichen Form?
  4. Werden die Vorgaben und Bedingungen von Summorum Pontificum eingehalten?
  5. Haben Sie den Eindruck, daß in Ihrer Diözese die ordentliche Form Elemente der außerordentlichen Form aufgenommen hat?
  6. Verwenden Sie für die Feier der hl. Messe das Missale, das Papst Johannes XXIII. 1962 in Kraft gesetzt hat?
  7. Gibt es neben der Feier der hl. Messe in der außerordentlichen Form auch noch andere Feiern (etwa Taufe, Firmung, Eheschließung, Beichte, Krankensalbung, Priesterweihe, Stundengebet, Ostertriduum, Beerdingsriten) die nach den liturgischen Büchern vor dem II. Vatikanischen Konzil durchgeführt werden?
  8. Hat sich das Motu Proprio Summorum-Pontificum auf das Leben in den Seminaren (den diözesanen Seminaren) und anderer Ausbildungsstätten ausgewirkt?
  9. Welchen Rat geben Sie 13. Jahre nach Summorum Pontificum hinsichtlich der außerordentlichen Form des römischen Ritus?

Diese Fragen sind im großen Ganzen neutral formuliert, so daß nicht zu sagen ist, sie seien mit der Erwartung eines bestimmten Ergebnisses abgefasst worden. Sie geben allerdings den Reaktionen auch weiten Raum, und es  braucht wenig Phantasie, sich vorzustellen, welche Antworten die überwiegende Mehrheit der mitteleuropäischen, aber auch der südamerikanischen und der asiatischen Bischöfe geben werden. In den USA und Afrika ist die Stimmung eher gemischt – aber auch dort sind die Vertreter der traditioneller Positionen in der Minderheit. Diese Stimmung kennt – und teilt – man natürlich auch in Rom, wo man dazu tendiert, jedes Entgegenkommen gegenüber den Gläubigen der traditionellen Lehre und Liturgie als Konzession zu sehen, die je nach Entwicklung der Kräfteverhältnisse auch wieder zurückgenommen werden kann. Der kürzliche Vorstoß von Andrea Grillo zur offiziellen Aufkündigung von Summorum Pontificum mag darauf hindeuten, daß die Erben Bugninis einen günstigen Zeitpunkt gekommen sehen, um die überlieferte Liturgie und Lehre (diese Koppelung wird immer deutlicher erkennbar) zurückzudrängen.

Dabei bleibt allerdings fraglich, worauf die Grillo, Leonhard, Kranemann und Co. diese Einschätzung stützen könnten. Selten zuvor hat die Liturgie Bugninis/Pauls VI. ihre mangelnde Verwurzelung im katholischen Volk und ihre theologische Substanzlosigkeit so unter Beweis gestellt wie in den Wochen der Pandemie, in denen der Episkopat weltweit mehrheitlich den Eindruck erweckt, selbst nicht mehr zu wissen, was es mit der angeblich so neufrühlingshaft erneuerten Liturgie und Sakramentenlehre auf sich hat.

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