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Zum Festtag des hl. Antonius von Padua am 13. Juni

13. Juni 2024

3 - Tradition - die Heiligen

Das Ölgemälde zeigt den hl. Antonius in der Granziskanerkutte wie er in seiner Vision das Jesuskind auf dem Arm hält

Die Vision des hl. Antonius.

Der hl. Antonius, dessen Fest die Kirche heute feiert, gehörte lange und teilweise auch heute noch zu den bekanntesten und beliebtesten Heiligen der Kirche. Und zu den schwierigsten, den seine Beliebtheit hat dazu geführt, daß die Geschichte seines seine Lebens und Wirkens so sehr von Wunderberichten, frommen Legenden und kaum glaublichen Anekdoten überkrustet ist, daß es außerordent­lich schwer fällt, den „harten Kern“ hinter all dem auszumachen.

Fest steht, daß er auf der Grundlage einer umfassenden Bildung in der Heiligen Schrift und den Kirchenvätern ein außerordentlich überzeugender Prediger war – die Geschichte von seiner Predigt in Rimini, dessen unter dem Einfluss häretischer Albigenser stehende Einwohner ihn gar nicht erst anhören wollten, ist selbst vielen von denen bekannt, die ihn nur als „Wiederfinder“ verlorener Schlüssel kennen. Nachdem der Mob ihn aus der Stadt getrieben hatte, fand sich Antonius am Hafen und begann, den Fischen zu predigen – die sich in großer Zahl an der Mole versammelten und die Köpfe aus dem Wasser streckten, um ihm zuzuhören. Solche Legenden entstehen nicht ohne Ursache, und von den Einwohnern Riminis wird berichtet, daß sie, als sie dieses Wunders gewahr wurden, eben doch zu seiner Predigt kamen und sich in großer Zahl bekehren ließen.

Der Nachsatz ist wichtig: Seine Predigt bot den Menschen in einer Zeit lange vor Buchdruck, Fernsehen und Internet nicht nur ein Spektakel willkommener Unterbrechung eines mühseligen Alltags, sondern drang bei vielen bis ins Innere und verhalf ihnen dazu, ihren Geist über diese Mühsal hinaus zu erheben. Grundlage solcher Erfolge – das läßt sich aus erhaltenen Predigtmitschriften erschließen – war nicht nur seine umfassende theologische Bildung, sondern vor allem seine Fähigkeit, seine Botschaft in allegorischen Wortausdeutungen und anschaulichen Bildern aus Natur und Lebenswelt an den Mann und die Frau zu bringen. Der Begleittext zum Tage bei Schott-Online (https://schott.erzabtei-beuron.de/proprium/Juni13.htm?datum=2024-06-13&r=1) macht ihn zu einer Art Populisten, der vor allem gegen den Wucher und für die Rechte der Armen eingetreten sei. Davon ist in dem wenigen, was wir von seinen Predigten gesehen haben, nur am Rande die Rede. Seine Predigt kreiste stets um das Reich Gottes und die Notwendigkeit von Gebet und Buße, um den Weg dahin nicht zu verfehlen. Generell ist seine Predigt – auch und gerade im Umfeld der von vielerlei Häresien geprägten Landschaft im nördlichen Italien und Südfrankreichs – weniger von einem „Dagegen“ sondern von dem „für den auferstandenen Retter und Erlöser“ gekennzeichnet. Ihm, der ihm bei einer seiner Predigtvorbereitungen in Form eines kleinen Kindes erschienen sein soll, galt seine ganze Liebe.

In jungen Jahren hatte der 1195 in Lissabon geborene Sohn aus einer adligen Familie eine Ausbildung bei den im Allgemeinen der Oberschicht nahen Augustinern erhalten und war dann auch dort eingetreten und zum Priester geweiht worden. Später wandte er sich den in ganz Europa einen stürmischen Aufschwung erlebenden Franziskanern zu, deren Missionsarbeit ihn faszinierte. Nach einem mißlungenen Versuch, auch selbst den Mauren das Evangelium zu predigen, verschlug es ihn nach Sizilien und das eigentliche Italien, wo er dann auch den hl. Franziskus selbst kennenlernte. Dieser erkannte die rednerische und didaktische Begabung des damals gerade in den Mittzwanzigern stehenden jungen Mannes und übertrug ihm den Auftrag, die oft wenig gebildeten Mitbrüder in der Theologie zu unterrichten. Dabei gab er ihm eine Mahnung mit auf den Weg, die man auch an die heutigen Lehrer der Theologie gerne weitergeben möchte: „Ich will, dass du den Brüdern die heilige Theologie darlegst, jedoch so, dass weder in Dir noch in ihnen der Geist des Gebets ausgelöscht wird, gemäß der Regel, die wir versprochen haben.“

Bereits im Alter von 35 Jahren war die Gesundheit von Antonius durch die Anstrengungen seiner Reise- und Predigttätigkeit so zerrüttet, daß er 2030 seine sämtlichen Ämter niederlegte und nach längerer Krankheit am 13. Juni 1231 in der Nähe von Padua verstarb.

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