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Was von der 26. Woche übrig blieb

29. Juni 2024

Wochenrückblick

Wie eine Festung erhebt sich der Bau des Seminars aus der Landschaft, dem eine Prozession von Wallfahrern im Vordergrund zustrebt. <br>Bild: FSSPX

„Ein feste Burg ist unser Gott...“ Priesterseminar Thomas v. Aquin der FSSPX

Während Rom zumindest traditions- und glaubenstreue Männer vom Zugang zum Priestertum fernzuhalten sucht und die Deutschkirche auf ihrem Synodalen Irrweg das Priestertum mit Mehrheit überhaupt in Frage stellt, bleiben die traditionstreuen Gemeinden und Gemeinschaften unbeirrt bei der Sache. Nach der Priesterweihe bei der FSSP in Lindenberg am 15. Juni mit sieben Neuweihen ist jetzt die Piusbruderschaft dran: Schon am vergangenen Samstag erteilte Bischof de Gallareta im Thomas von Aquin-Seminar in den USA insgesamt 11 Seminaristen die Weihe zum Diakonat bzw. zum Priesteramt. (Video) In beiden Gruppen war übrigens auch je ein Weihekandidat aus dem Kloster der Benediktiner ULF von Guadaloupe vertreten – auch hier ist die Zukunft also gesichert, was auch immer die in Rom regierenden Abschaffer und Umdeuter sich noch an Schikanen einfallen lassen. Am heutigen Samstag weiht Bischof de Mallerais im europäischen Seminar in Zaitzkofen zwei Diakone der Bruderschaft zu Priestern und erteilt drei Diakonsweihen. (Video)

Das Ereignis hat schon im Vorfeld einige Unruhe verursacht, weil der Regensburger Bischof Voderholzer auch in diesem Jahr wieder Einspruch gegen die „unerlaubten Weihen“ einlegte – ob aus eigenem Antrieb oder auf Fingerzeig aus Rom wissen wir nicht. Eine von ihm zu diesem Anlaß veröffentlichte Erklärung ist jedenfalls reichlich ärgerlich, weil sie nicht nur die Natur der Kritik der Bruderschaft am II. Vatikanum entstellt wiedergibt, sonder auch die unter den aktuellen Umständen recht merkwürdig klingende Behauptung aufstellt: „Feier der tridentinischen Messe (ist) auch innerhalb der katholischen Kirche möglich“.

In der Auseinandersetzung mit echten oder eingebildeten Schismatikern gibt es unterschiedliche Zwischenstände. Erzbischof Vigano hat mit seiner Weigerung, zu einer in Rom angeordneten Verfügung zu erscheinen und in einer dazu veröffentlichten Erklärung die Situation eher zugespitzt. Die als Schismatikerinnen exkommunizierten spanischen Nonnen scheinen dagegen auf Entspannung zu setzen: Sie haben den – soweit wir sehen können – eindeutig schismatischen Vagantenbischof, dessen geistlicher Leitung sie sich kürzlich unterstellt hatten, wieder vor die Tür gesetzt.

In fast allen Ländern der „westlichen Wertegemeinschaft“ verschärft sich der von der regierenden Globalistischen Einheitspartei getragene Kampf gegen die Kirche und das wenige, was sie noch von ihrem Eigenen bewahrt hat. Hauptkampffeld ist derzeit Nordamerika mit den Schauplätzen Bildung, Gender und Abtreibung. In Belgien wurde mit Erzbischof Terlinden erstmals ein katholischer Prälat zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er einer bisher als Gemeindereferentin tätigen Dame die Zulassung zur Diakonenweihe verweigerte. Wenn wir das Juristenchinesisch recht verstehen, jedoch „nur“ wegen Formfehlers in der Ablehnung und nicht wegen der Sache selbst – aber das kann man sicher noch perfektionieren.

Apropos „Kampf gegen das Eigene“: George Weigel, den man nun wirklich nicht als Traditionalisten der dietristischen Sorte bezeichnen kann, zeigt sich beunruhigt, daß in Rom anscheinend daran gearbeitet wird, die von Franziskus mit einer unklaren Formulierung in den Katechimus eingeführte Ablehnung der Todesstrafe theologisch weiter zu befestigen: Sie soll nun als ihrem Wesen nach übel und damit von jeher unzulässig gelten. Weigel bringt die Sache auf den Punkt: „Ist die göttliche Offenbarung, so wie sie in der Schrift und der Tradition der Kirche verkörpert ist, eine Realität, die ihre bindende Kraft über die Zeiten hinweg beibehält? Oder können die Wahrheiten der Offenbarung, so wie sie in zweitausend jähriger Tradition überliefert worden sind, durch zeitgenössischen menschliche Erfahrungen und Befindlichkeiten verändert werden?“ Eine Frage, die wir in dieser Schärfe gerne an den weiter oben zitierten Regensburger Bischof Voderholzer weitergeben.

Zum Abschluß noch ein Hinweis auf die tausend Jahre alte Benediktiner-Abtei von Pannonhalma in Ungarn, von der wir bei NCRegister erstmals etwas erfahren haben. Das Kloster bietet in seiner wechselvollen Geschichte – es ist älter als das ungarische Königtum – einen Spiegel der europäischen Geschichte: Wichtige Stationen: Die Mongoleninvasion des 13. Jahrhunderts; die erst nach zeitweiligen Niederlagen erfolgreichen Abwehr der moslemischen Okkupation Ende des 16. Jahrhunderts und des aufklärerischen Modernismus (Josephinismus) im 18. Jahrhundert. Auch den Horty-Faschismus und den ihm folgenden Stalinismus konnte die Abtei einigermaßen überstehen: Die jeweiligen Machthaber konzentrierten sich darauf, die von den Benediktinern betriebenen Schulen unter ihre Aufsicht zu zwingen, während die Abtei – wenn auch unter Schikanen – weiterbestehen konnte.

Anders als die Kirche, die sich in Mitteleuropa das Schulwesen weitgehend widerstandslos vom Staat abkaufen ließ, weiß der moderne Staat die Bedeutung dieses Bereichs sehr wohl zu schätzen und ihn für seine Ziele einzuspannen.

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