Wahrer Gehorsam in der Kirche
04. Februar 2026
Ein Buch voll Fakten und Argumente
Das nebenstehend angezeigte Buch von Peter Kwasniewski haben wir bereits kurz nach seinem Erscheinen 2022 hier besprochen. Seitdem hat es an Aktualität noch einmal zugenommen – dramatisch unterstrichen durch die Ankündigung der Piusbruderschaft von „rechtswidrigen“ Bischofsweihen und darauf folgenden Reaktionen wie die von Bischof Eleganti, die sich unter Berufung auf ihre Verpflichtung zum Gehorsam - wenn auch vielleicht blutenden Herzens - von diesem Vorhaben distanzieren.
Das Problem ist real und stellt vor allem Angehörige des Klerus vor eine Gewissensentscheidung, zu deren Beurteilung uns jede Kompetenz fehlt. Laien, die kein besonderes Geehorsamsgelübde abgelegt haben, tun sich da etwas leichter, und vor allem gibt das Buch von Kwasniewski wertvolle Hinweise für ihre eigene Gewissensentscheidung. Wir können deshalb die Lektüre nachdrücklich empfehlen und übernehmen als Kostprobe einige Absätze aus dem resumierenden Kapitel „Nicht wir sind die Revolutionäre“ am Ende des Buches.
Unter normalen Umständen geben die kirchlichen Gesetze eine Struktur vior, innerhalb derer sich die
Sendung der Kirche in geordneter und friedlicher Weise entfalten kann. Es kann jedoch Situationen
der Anarchie oder des Zusammenbruchs, der Korruption oder des Glaubensabfalls geben, in denen die
gewöhnlichen Strukturen die Mission der Kirche behindern, anstatt sie zu fördern. In diesen Fällen
gebietet die Stimme des Gewissens, das zu tun, was zur Verweirklichung des obersten Gesetzes mit
Besonnenheit und Nächstenliebe getan werden muß. So wurde der heilige Athanasius der Große offiziell
exkommuniziert, zögerte aber nicht, sein Werk dennoch fortzusetzen, und viele Priester, die auch
inmitten des Aussterbens der katholischen Hierarchie im elisabethanischen England treu blieben,
übten ihr Amt unter Verletzung der üblichen kirchenrechtlichen Normen aus, sogar über mehrere
Generationen hinweg.
Wenn ein Gebäude brennt , versucht man mit allen Mitteln, das Feuer zu löschen und die Opfer zu
retten, anstatt zu warten, bis die Feuerwehr eintrifft — vor allem, wenn man aus bitterer
Erfahrung weiß, daß der Einsatzleiter der Feuerwehr abwesend ist oder schläft oder betrunken —
oder womöglich gar davon überzeugt ist, daß Brände nützlich sind. Wenn man weiß, daß die meisten
Feuerwehrleute Stümper sind, deren Methoden nicht funktionieren, oder, die schlimmer noch, von
Saboteuren dafür bezahlt werden, Benzin auf das Feuer zu sprühen. Die Krise in der Kirche ist nicht
denjenigen anzulasten, die im Bewußtsein einer Verpflichtung vor Gott und einer Verantwortung
gegenüber den leidenden Mitchristen so gut wie möglich darauf reagiert haben, mit den glanzvollen
Waffen des Gehorsams gegenüber dem höchsten Gesetz, das über allen anderen steht.
Wer diese Argumenttion zu kurz oder zu kurzschlüssig findet, ist herzlich eingeladen, das ganze Buch mit seinen zahlreichen Quellen und Literaturangaben vollständig durchzuarbeiten.
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