Summorum Pontificum.de

Was von der 7. Woche übrigblieb

16. Februar 2026

6 - Kirchenkrise

Das Phot zeigt das Ereignis in einer konventionellen Trauungszene, die falsche Braut in Weiß, den falschen Mann im sportlichen hellen Anzug, bei der Überreichung der Trauringe durch den Priester

Gefälschtes Sakrament für falsche „Gläubige“.

Nein, wir haben uns das nicht absichtlich für den Rosenmontag, das Hochfest von Narretei und Unmoral, aufgehoben, es ist zwar tatsächlich schon Ende Januar passiert, aber die Kunde erreichte uns erst vergangene Woche. LifeSiteNews berichtet folgendermaßen:

Am 28, Januar traute ein Priester der Argen­ti­ni­schen Diözese Corrientes in der Kirche unserer Lieben Frau von Pompeji mit allem Ritus, den die Kirche für derlei Feierlichkeit zu bieten hat. Der Blick auf das Bild oben zeigt zunächst nichts Außergewöhnliches – aber wie die Teilneh­mer der Veranstaltung später stolz vor der Presse erklärten, war das Wesentliche auch hier wieder einmal unsichtbar: Die Braut war ein geborener Mann, durch die Kunst der Hormonpharmazie und vielleicht auch der Chirurgie als Frau kostümiert, und der glück­liche Bräutigam eine mit den gleichen Hilfsmitteln zum Mann gewendete geborene Frau. Das ist Emanzipation, das ist neukatholisch von der feinsten Sorte – und ein Streitfall, der vermutlich Dutzende von Kirchenrechtlern auf Jahre hinaus beschäftigen wird.

Dauerstreit steht wohl auch im Streitfall jenes Priester im US-Staat Newmexico bevor, der während einer 28 Jahre (in Worten: achtundzwanzig) dauernden Beurlaubung vom priesterlichen Dienst seit zehn Jahren in einer „eingetragenen Partnerschaft“ mit einem Man lebt und dennoch im Kirchendienst (unter anderem als Schulleiter) tätig ist. (Quelle)

Und wo wir gerade beim Trans- und Homowahn sind, sei noch ein anderer schwerer Fall erwähnt, der sich freilich außerhalb der Kirche abgespielt hat: Die seit 25 Jahren verhei­ratete britische Schauspielerin und Oskar-Preisträgerin Olivia Colman hat nun erklärt, sie identifiziere sich als „schwuler Mann“ – und der Ehepartner finde das so ganz ok. Ebenfalls in England ist ein neues Gesetz für die Gewährleistung einer „sicheren Umge­bung“ in den Einrichtungen des Erziehungswesens eröffnet bereits Kindern ab dem 4. Lebensjahr die Möglichkeit, sich Namen und Pronomina abweichend von dem ihnen „bei der Geburt zugewiesenen“ Geschlecht zuzulegen.

Es sieht so aus, als ob der böse Feind, der in der letzten Zeit an der Transgender-Front einige schmähliche Niederlagen einstecken mußte, nun mit verstärkter Wut zum Ge­gen­angriff angetreten ist und dabei außerhalb wie innerhalb der Kirche reichlich Hilfs­trup­pen mobilisieren kann.

Beim Stichwort „böser Feind“ fällt uns unwillkürlich der Bischof von Charlotte Michael Martin (OFMConv) und sein Feldzug zur Unterwerfung des Klerus in seinem Macht­bereich an. Er hatte sie verpflichtet, an Stelle eines konventionellen Hirtenbriefs (nun ja, er ist ja auch kein Hirte) am gestrigen Sonntag eine Videobotschaft vorzuspielen, die er – und hier wird es pikant – aber auch den Priestern nicht vorher bekannt gab, sondern mit einer erst kurz vor den Sonntagsgottesdiensten aufgehobenen Zugriffssperre versah. Er will ihnen, da sie sich in letzter Zeit öfter gegen seine Willkürmaßnahmen auflehnten und sogar kritische „Dubia“ in Rom einlegten (https://thecatholicherald.com/article/the-diocese-of-charlotte-dubia-explained), wohl eine Lektion in Sachen Kadavergehorsam erteilen. Kadavergehorsam, das ist jenes auf einen Schüler und Interpreten des Ignatius von Loyola zurückgehende Prinzip: „Wir sollen uns dessen bewusst sein, dass ein jeder von denen, die im Gehorsam leben, sich von der göttlichen Vorsehung mittels des Oberen führen und leiten lassen muss, als sei er ein toter Körper, der sich wohin auch immer bringen und auf welche Weise auch immer behandeln lässt.“ (Quelle) Aber ist das nicht doch ein bißchen vorkonziliar?

Zu den schlechtesten Erwartungen berechtigt auch der soeben ins Amt eingeführte Erz­bischof der kanadischen Erz-Diözese Keewatin-Le Pas mit Namen Joseph Susai, ein in Indien geborener eingewanderter und eingebürgerter Tamile. In seinem Erz-Bistum mit 110 000 Einwohnern (nein, da haben wir keine Null vergessen, es sind 110 000, also etwa so viele wie die deutschen Städte Gütersloh oder Bottrop) darunter sind knapp die Hälfte Katholiken, und diese wiederum größtenteils Angehörige verschiedener „indi­ge­ner“ Stämme. Die Aufnahme kultureller Elemente dieser Indianer in die Liturgie ist dem Inder Susai ein besonderes Anliegen; Er will die autochthone und die katholische Spiri­tualität verschmelzen.

Es charakterisiert den aktuellen Zustand der Kirche, daß es neben Horrorgestalten wie Bischof Martin immer wieder auch Beispiele für „gute“ oder zumindest „bessere“ Hirten gibt – und zwar nicht nur im Kreis der üblichen Verdächtigen zwischen Strickland, Schneider oder Eleganti, sondern unerwartet aus dem Untergrund auftauchend. So ist jetzt bekannt geworden, daß der emeritierte Bischof von Luçon in Frankreich, Alain Castet (75 Jahre), einem Mönch der sich nicht so nennen dürfenden Dominikaner der altrituellen Fraternité Saint-Vincent-Ferrier die Priesterweihe nach dem überlieferten Ritus erteilt hat (https://thecatholicherald.com/article/bishop-ordains-priest-using-pre-vatican-ii-rite) – ob mit oder ohne Absicherung und Genehmigung, ist nicht ganz klar.

Wir sehen also noch den einen oder anderen Hoffnungsfunken – aber ob die weiterhin aufblitzen dürfen, bleibt angesichts der aktuellen Entwicklungen, die die Piusbruder­schaft ins „Schisma“ schicken wollen und der Neukatholische Kirche Deutschlands nach wie vor die „volle Gemeinschaft“ zusichern, einigermaßen unsicher.

*