04. April 2026
The ancient greyness shifted
Suddenly and thinned
Like mist upon the moors
Before a wind.
An old, old prophet lifted
A shining face and said:
“He will be coming soon.
The Son of God is dead;
He died this afternoon.”
A murmurous excitement stirred
All souls.
They wondered if they dreamed —
Save one old man who seemed
Not even to have heard.
And Moses standing,
Hushed them all to ask
If any had a welcome song prepared.
If not, would David take the task?
And if they cared
Could not the three young children sing
The Benedicite, the canticle of praise
They made when God kept them from perishing
In the fiery blaze?
A breath of spring surprised them,
Stilling Moses’ words.
No one could speak, remembering
The first fresh flowers,
The little singing birds.
Still others thought of fields new ploughed
Or apple trees
All blossom-boughed.
Or some, the way a dried bed fills
With water
Laughing down green hills.
The fisherfolk dreamed of the foam
On bright blue seas.
The one old man who had not stirred
Remembered home.
And there He was
Splendid as the morning sun and fair
As only God is fair.
And they, confused with joy,
Seeing that he wore
Five crimson stars
He never had before.
No canticle at all was sung.
None toned a psalm, or raised a greeting song.
A silent man alone
Of all that throng
Found tongue —-
Not any other.
Close to His heart
When the embrace was done,
Old Joseph said,
“How is Your Mother,
How is Your Mother, Son?”
Das uralte Grau war auf einmal anders
Und wurde plötzlich heller
Wie Nebel über dem Moor
Vor einem Windhauch.
Ein uralter Prophet erhob sein
Leuchtendes Gesicht und sprach:
„Bald wird er kommen.
Der Sohn Gottes ist tot;
Er starb heute Nachmittag.“
Ein leises aufgeregtes Murmeln ergriff
Alle Seelen.
Sie fragten sich, ob sie träumten –
Bis auf einen alten Mann, der es
Noch nicht einmal gehört zu haben schien.
Und Mose stand auf, und
Hieß sie alle schweigen, und fragte dann,
Ob jemand ein Lied zur Begrüßung hätte.
Falls nicht, würde David das übernehmen?
Und wenn es ihnen nichts ausmachte,
Könnten die drei Jünglinge nicht
Das Benedicite, den Lobgesang, singen,
Den sie sangen, als Gott sie vor dem Tod
Bewahrte, im Feuerofen?
Da überraschte sie ein Hauch von Frühling
Und Ließ Mose verstummen.
Keiner konnte sprechen; einige erinnerten
Sich: an die ersten frischen Blumen,
Die kleinen singenden Vögel.
Wieder andere dachten an frisch gepflügte
Felder,
oder Apfelbäume,
Ganz in Blütenpracht.
Manche auch daran, wie ein ausgetrocknetes Bett sich füllt
mit Wasser;
Lachend grüne Hügel hinabplätschert.
Die Fischer träumten vom Schaum
Auf dem hellblauen Meer.
Der alte Mann, der sich nicht gerührt hatte,
Erinnerte sich an sein Zuhause.
Und da war Er,
Prächtig wie die Morgensonne und schön,
Wie nur Gott schön ist.
Und sie, vor Freude ganz benommen,
Knieten nieder, um ihn anzubeten,
Und sahen, daß er
fünf purpurrote Sterne
Trug, die er noch nie zuvor getragen.
Kein Lobgesang erscholl;
Kein Psalm und kein Begrüßungslied.
Nur ein stiller Mann
Von all den Vielen,
Fand Worte –
Sonst keiner.
Nahe an seinem Herzen
Als er ihn in seine Arme geschlossen hatte,
Sagte der alte Josef:
„Wie geht es deiner Mutter,
Wie geht es deiner Mutter, mein Sohn?“
*
Das solide konservative Webportal „The Catholic Thing“ hat die nachahmenswerte Angewohnheit, mehrmals im Monat ein Gedicht aus dem Schatz der poetischen Reichtümer von Kirche und Welt zu veröffentlichen – ohne zeitliche, geographische oder allzu enge konfessionelle Grenzen. Wir lasen dort auch schon Gedichte aus Rilkes Marienleben. Im vergangenen August fanden wir dort dieses Gedicht, das wir uns sogleich für den Karsamstag dieser Woche zur Seite legten. Die Website gibt außer dem Namen keine Auskunft über die Autorin, und auch das allwissende Internat scheint noch nichts von ihr gehört zu haben. Das Ordenskürzel „OSJ“, soviel ist immerhin zu erfahren, steht für Oblaten des Hl. Josef, eine 1878 gegründete Gemeinschaft, die sich hauptsächlich der Jugendseelsorge verschrieben hat.